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JACOBIN Talks episodes

  • Ist die Geschichtsphilosophie tot? | mit Daniel Martin Feige
    JacobinTalks#16

    Gibt es Fortschritt in der Geschichte? Für große Denker wie G.W.F. Hegel und Karl Marx waren geschichtsphilosophische Figuren zentraler Teil ihres Denkens: Der Mensch befreit sich durch Arbeit von den Zwängen der Natur und baut sich eine gesellschaftliche Welt, die wiederum vernünftig eingerichtet werden soll, um allen Freiheit zu ermöglichen. Doch das geschichtsphilosophische Menschenbild ist in den letzten Jahrzehnten aus der Mode gekommen und wurde selbst für tot erklärt, etwa von Denkern wie Michel Foucault oder der Evolutionsbiologie.

    Der Philosoph Daniel Martin Feige hat mit seinem Buch „Die Natur des Menschen – eine dialektische Anthropologie“ nun eine Verteidigung der Geschichtsphilosophie vorgelegt und entwirft darin auch ein Menschenbild, das von der #Vernunft ausgeht. Er kritisiert Vorstellungen des Menschen als biologischem Algorithmus und zeigt, warum Vernunft ein dialektischer, historischer Prozess ist, der sich in der menschlichen Geschichte realisiert. Matthias Ubl sprach mit ihm bei #JacobinTalks.

    45 min
  • Warum unser Geldsystem demokratischer werden muss | mit Aaron Sahr
    JacobinTalks#15

    Wie genau funktioniert unser modernes Geldsystem und wie können wir es in den Dienst der Mehrheit stellen? Nicht zuletzt die Modern Monetary Theory hat eine breite Debatte über das Geldsystem angestoßen. Geld ist demnach keine neutrale, unpolitische Technologie, sondern letztlich eine politische designtes System. Das bedeutet auch, das Staaten theoretisch viel größere Spielräume haben, um Geld auszugeben - etwa für den grünen Umbau oder den Sozialstaat.

    Der Wirtschaftssoziologe Aaron Sahr knüpft an die Erkenntnisse der MMT an und hat mit seinem Buch "Die Monetäre Maschine - Eine Kritik der finanziellen Vernunft" eine umfassende Beschreibung des Geldsystems vorgelegt. Sahr zeigt, dass das Geldsystem ein komplexes Geflecht aus Bilanzen ist, das derzeit jedoch vor allem von privaten Profitinteressen dominiert wird. Dagegen plädiert er dafür, die Geldmaschine endlich zu vergesellschaften und unter demokratische Kontrolle zu bringen. Bei #JacobinTalks beantwortet Aaron Sahr auch die Frage, wie die #MMT eigentlich zum Denken von Marx steht.

    1 hr 5 min
  • Wie Inflation die Ungleichheit verschärft | mit Maurice Höfgen
    JacobinTalks #14

    Die derzeitige Inflation kennt nicht nur Verlierer, sondern auch zahlreiche superreiche Profiteure: Sie ist ein extremer Verteilungskonflikt, der die Ungleichheit weiter vergrößern wird. Trotz Gaspreisdeckel und punktuellen Entlastungen leiden viele Menschen nach wie vor hart an den Preissteigerungen. Die Zinspolitik der Zentralbanken wiederum könnte in der jetzigen Situation alles noch schlimmer machen. Die Inflation ist Folge eines Energiepreisschocks und kann dauerhaft nur durch den Ausbau von erneuerbaren Energien bekämpft werden.

    Der Ökonom und Youtuber Maurice Höfgen spricht bei #JacobinTalks über sein Buch "Teuer!" und klärt über die Inflation und ihre Ursachen sowie zahlreiche Inflationsmythen auf. Maurice Höfgen ist außerdem mit Isabella Weber und Adam Tooze Herausgeber des Wirtschaftsmagazins Surplus: https://www.surplusmagazin.de/autoren/isabella-weber/

    https://www.surplusmagazin.de/autoren/maurice-hoefgen/
    https://www.surplusmagazin.de/autoren/adam-tooze/

    48 min
  • Wie der Staat den Markt lenken kann | mit Isabella Weber
    JacobinTalks#13

    Unsere Gesellschaften sind heute einer Vielzahl von Krisen und Schocks ausgesetzt, die nur durch staatliches Handeln entschärft werden können. Insbesondere die Pandemie und die Inflation infolge des Ukraine-Kriegs zeigen, dass der Staat aktiv in die Märkte eingreifen muss, um die Bevölkerung zu schützen. Maßnahmen wie ein Gaspreisdeckel, der vielen im ökonomischen Mainstream vor Jahren noch undenkbar erschien, sind heute notwendig.

    Die Ökonomin und „Erfinderin des Gaspreisdeckels“ Isabella Weber hat sich in ihrem Buch „Das Gespenst der Inflation – Wie China der Schocktherapie entkam“ historische Konstellationen angeschaut, in der die Wirtschaft im Umbruch war, etwa den Übergang von der Kriegs- zur Nachkriegswirtschaft oder die Modernisierung der chinesischen Wirtschaft in den 80er und 90er Jahren. In all diesen Konstellationen spielen Preiskontrollen eine bedeutende Rolle. Was wir aus der chinesischen Geschichte lernen können, erklärt Isabella Weber bei Jacobin Talks. Isabella Weber ist außerdem mit Maurice Höfgen und Adam Tooze Herausgeber des Wirtschaftsmagazins Surplus: https://www.surplusmagazin.de/autoren/isabella-weber/

    56 min
  • Das feministische Paradox | mit Susanne Kaiser
    JacobinTalks #12

    Feministische Kämpfe haben zu mehr Gleichberechtigung geführt, doch Frauen und queeren Menschen schlägt männliche Gewalt heute umso brutaler entgegen. Die Polizei verzeichnet einen Anstieg häuslicher Gewalt, auf TikTok werden Tötungsfantasien an Frauen zum Trend. Außerdem werden erkämpfte Fortschritte rückgängig gemacht: Der US Supreme Court verbietet etwa das Recht auf Abtreibung. Für Susanne Kaiser ist dieser Backlash eine Reaktion auf die zunehmende Gleichberechtigung: Gerade etwa emanzipierte Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen, bekommen die ganze Wucht patriarchaler Gewalt zu spüren.

    Matthias Ubl spricht bei Jacobin Talks mit Susanne Kaiser über ihr Buch "Backlash - Die neue Gewalt gegen Frauen". Kaiser beleuchtet darin verschiedene Bereiche - vom Recht über das Internet bis zum Frauenhaus und zeigt, das staatliche Strukturen und eine andere Kultur notwendig sind, um das gewalttätige Patriarchat, das nach wie vor unsere Gesellschaften prägt, zu beenden.

    35 min
  • Kunst und Klassenkampf | mit Robert Misik
    JacobinTalks #11

    Der Philosoph Walter Benjamin schrieb einmal, dass das Kunstwerk eine „blanke Waffe“ im „Kampfe der Geister" sei. Mit seinem Buch „Das große Beginnergefühl“ folgt der Autor Robert Misik dieser Intuition. Er durchstreift 200 Jahre Kunstgeschichte und zeigt deutlich, dass politische Aufbrüche und künstlerische Revolutionen eng miteinander verbunden sind. In kaum einer Epoche wird das deutlicher als in der Ära des Roten Wiens der 1920er Jahre, das in vielfältiger Wechselwirkung mit dem Aufbruch der Wiener Moderne um 1900 steht.

    Doch nicht nur in der bildenden Kunst gibt es eine Wahlverwandschaft von Kunst und revolutionärer Politik, sondern auch in der Literatur. Misik zeigt dabei auch, wie etwa die Literatur von Konservativen wie Honoré de Balzac Klassenverhältnisse sichtbar macht. Im Gespräch mit Matthias Ubl erkundet Misik bei #JacobinTalks die Potentiale der Kunst in der Gegenwart: Gibt es heute noch große politische Werke?

    53 min
  • Wie wir die Wohnungskrise überwinden | mit Lisa Vollmer
    JacobinTalks#10

    Hohe Mieten, Obdachlosigkeit, Sanierungsstau, Verdrängung. Seit Jahren erleben wir eine umfassende Wohnungskrise, die längst nicht mehr nur die unteren Klassen, sondern große Teile der Mittelschicht betrifft. 2023 werden einer Studie zufolge etwa 700.000 Wohnungen in Deutschland fehlen. Was sind die Ursachen dieser Krise und unter welchem Vorzeichen steht die derzeitige Wohnungs- und Stadtpolitik der Regierenden? Welchen Anteil an der Wohnungskrise hat die Öffnung des Wohnungsmarktes für Finanzgeschäfte, die sogenannte Finanzialisierung?

    Lisa Vollmer ist Stadtforscherin an der Uni Weimar und hat in dem Buch "Kapitalismus und Kapitalismuskritik" von Mirela Ivanova, Helena Thaa und Oliver Nachtwey einen umfassenden Beitrag zur Wohnungsfrage geschrieben. Sie spricht bei #JacobinTalks mit Matthias Ubl über den Zusammenhang von Kapitalismus und #Wohnungskrise, die Mieterinnenbewegungen der letzten Jahrzehnte und die Schwächen des sozialen Wohnungsbaus in Deutschland. Gegen die Krise helfen laut Vollmer nur Initiativen wie "Deutsche Wohnen und Co enteignen", die den Neoliberalismus auf dem Wohnungsmarkt herausfordern.

    54 min
  • Klima: Nur Investitionen können uns retten! | mit Alex Brentler
    JacobinTalks#9

    Die aktuelle #Klimapolitik bewegt sich nach wie vor in einem neoliberalen Paradigma. Anstatt hohe öffentlich Investitionen in den grünen Umbau zu tätigen, sollen die Finanzmärkte durch sogenanntes „Derisking“ zu Klima-Investitionen motiviert werden. Das Problem: das funktioniert nicht. Die Eliten sind in ihren neoliberalen Vorstellungen und Denkweisen gefangen und setzen somit unsere Lebensgrundlage aufs Spiel.

    Was wir dagegen tun können und wie eine sozialistische Klimapolitik aussehen könnte, erklärt Alex Brentler, der beim Jacobin Magazin über Klimafragen schreibt. Mit Matthias Ubl spricht er bei #JacobinTalks über die Klimakonferenz COP 27 in Scharm asch-Schaich, die berechtigten Forderungen des Globalen Südens und die Frage, warum Klimapolitik auch Klassenpolitik sein muss.

    46 min
  • Querdenken: Aufstand der Mittelschicht? | mit Oliver Nachtwey
    JacobinTalks#8
    GekränkteFreiheit von Carolin Amlinger und Oliver Nachtwey ist im deutsche Diskurs eingeschlagen wie eine Bombe. Es handelt nicht nur von #Querdenken und Verschwörungsideologen, sondern bietet eine umfassende Analyse der kapitalistischen Spätmoderne und ihrer widersprüchlichen Entwicklung. Ein gesellschaftlicher Wertewandel hin zu mehr Selbstverwirklichung, Eigenverantwortung und Authentizität eröffnete in vielen Milieus zwar zunächst neue Freiheitsspielräume, diese entwickelten sich durch den Abbau sozialstaatlicher Sicherheiten gleichsam zu Risiko- und Kränkungszonen. Der Drang zur Freiheit und Selbstbestimmung vor allem von staatlichen Institutionen schlägt um in Unterwerfung unter neue Autoritäten.

    Damit aktualisieren Amlinger und Nachtwey die Kritische Theorie so anschaulich und zielgenau mit empirischem Material wie kaum jemand anderes. Matthias Ubl hat bei #JacobinTalks mit Oliver Nachtwey über die Entstehung neuer rechter und autoritärer Milieus gesprochen und erkundet, inwieweit diese aus den Krisen des Kapitalismus entstanden sind.

    1 hr 8 min
  • Breaking Bad & Malcolm X: Was ist Befreiung? | mit Christoph Menke
    JacobinTalks#7

    Freiheit scheint zunächst etwas ganz Einfaches zu sein: Die Abwesenheit von Zwängen und Herrschaft. Doch verfolgt man die Entwicklung der Idee der Freiheit durch die Geschichte, zeigt sich deren Widersprüchlichkeit. Die Freiheitswerte der westlichen Moderne etwa sind unauflöslich mit ihrem Gegenteil verknüpft: Ausbeutung, Unterdrückung und Zwang.

    Wie lässt sich vor diesem Hintergrund wirkliche Befreiung denken? Der Philosoph Christoph Menke untersucht in seinem Buch „Theorie der Befreiung“ verschiedene Befreiungsmodelle und erzählt dabei von der Fernsehserie Breaking Bad, von der Exodus-Geschichte, von Malcom X und Frantz Fanon. Nach Menke müssen wir die falschen Befreiungsversprechen, etwa der Religion oder des Neoliberalismus, nicht nur kritisieren, sondern verstehen, was sie so attraktiv macht. Über all das und die Frage, wie man heute aus marxistischer Sicht über Freiheit nachdenken sollte, sprach Matthias Ubl mit Christoph Menke bei #JacobinTalks.

    1 hr 2 min

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Matthias Ubl spricht für Jacobin mit Intellektuellen aus verschiedenen Disziplinen über Politik, Wirtschaft und Kultur. Findet uns auch auf Youtube oder lest JACOBIN 4x im Jahr als gedrucktes Magazin:…

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