Morgenimpuls mit Pfarrer Stefan Wißkirchen
Sommerzeit ist Urlaubszeit und so darf ich euch heute alle begrüßen beim DOMRADIO-Morgenimpuls. Ich darf euch in den nächsten Wochen ein bisschen intensiver begleiten, denn Schwester Katharina hat sich in ihren wohlverdienten Sommerurlaub aufgemacht und so grüßen wir sie ganz, ganz herzlich hier aus dem DOMRADIO in Köln und wir sagen auf Wiedersehen, bis sie zum nächsten Mal wieder hier bei uns sein wird (24. August). Auf Wiedersehen, für Gott, tschüss, adieu – Worte, die wir jeden Tag verwenden, fast automatisch.Verabschiedungen sind mehr als Floskeln. Sie tragen immer auch eine Botschaft, einen Wunsch, eine Zusage, manchmal sogar eine Erwartung. Sie zeigen, wir nehmen den anderen in unsere Gedankenwelt mit, auch wenn wir gerade auseinandergehen.In der Liturgie der Kirche werden wir am Ende der Messe mit den Worten verabschiedet: „Gehet hin in Frieden!“ Frieden? Ein Auftrag oder eine Hoffnung? Vielleicht beides. Es ist nicht einfach, ein leises Tschüss, sondern ein Aussenden, ein Gesendetsein.Wir sind aufgerufen, den Frieden weiterzutragen, Hoffnung sichtbar zu machen, anderen Menschen ein Zeichen von Vertrauen, Geborgenheit und Zuversicht zu schenken. Hoffnung ist dabei aber nicht nur ein schönes Gefühl, sie ist eine Tugend, eine innere Haltung, aus der wir handeln. Tugenden prägen unser Leben, sie formen unseren Blick auf die Welt, sie lenken unsere Entscheidungen, sie wirken in unseren Handlungen.Hoffnung zeigt uns, dass es über das Hier und Jetzt etwas gibt, das uns trägt, dass das Leben nicht nur ein Immer-Weiter-So ist, sondern Sinn hat, dass Gott uns hält und dass das Ewige Leben eine reale Perspektive ist. „Gehet hin in Frieden“ - diese Verabschiedung ist nicht nur für uns selbst.Wir werden gesendet, wir dürfen hinausgehen in die Welt, in unsere Familien, in unsere Nachbarschaft, an unsere Arbeitsplätze und ein Stück Hoffnung weitertragen. Wir dürfen Menschen zeigen, dass es mehr gibt als Sorgen, Konflikte und Hektik, dass Vertrauen, Frieden und Geborgenheit möglich sind. Jede Verabschiedung kann so ein kleiner Anfang sein, ein Zeichen dafür, dass wir Hoffnung haben, dass wir aus Frieden handeln und dass wir ausgesandt sind.Und so verabschieden wir uns nicht nur im Alltag, sondern im Leben mit Hoffnung, mit Frieden und mit der Gewissheit, dass wir gesendet sind, um Zeichen des Lebens und der Liebe in diese Welt zu bringen. Info der Redaktion: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina außerhalb ihres Sommerurlaubs von ihren Gedanken zu Gott und die Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast.