Mitte der 90er-Jahre hat Johnny Cash, gemeinsam mit Starproduzent Rick Rubin, angefangen, große Songs der Pop- und Rockgeschichte zu covern, oder viel mehr seine ganz eigenen Versionen davon zu erschaffen. Der Titel dieses Projekts: "American Recordings". Die dritte Platte der Reihe heißt "Solitary Man" und ist im Jahr 2000 rausgekommen.
Insgesamt sechs Alben umfasst die Reihe, von welcher der erste Teil bereits 1994 veröffentlicht worden ist. Der sechste und letzte Teil "Ain't No Grave" ist dann 2010 veröffentlicht worden, knapp sieben Jahre nach dem Tod von Johnny Cash.
Bei "Solitary Man" hören wir einen stark gealterten Johnny Cash
Auf dem dritten Album der Reihe "American Recordings" hören wir ganz viel "Johnny Cash pur", so beschreibt es Meilensteine Host Frank König im Podcast. Das bedeutet, es gibt einige Songs, wo wir nur die Gitarre hören und einen von der Krankheit schwer gezeichneten Johnny Cash.
Noch eindringlicher wird "Solitary Man" dadurch, dass man den körperlichen Verfall des schwer kranken Johnny Cash beinahe in jeder Gesangszeile raushören kann.
Quelle: Frank König, Meilensteine Host über Johnny Cash und "Solitary Man"
Neben der ausdrucksstarken Stimme gibt es auf "Solitary Man" wieder einen musikalischen Mix aus Coversongs, Traditionals und eigenen Songs von Johnny Cash. Aber auch wenn die Songs vorher von Künstlern wie U2, Tom Petty & The Heartbreakers, Nick Cave oder Neil Diamond gewesen sind – auf diesem Album wird jeder Song dann doch irgendwie zu einem sehr persönlichen Song von Johnny Cash.
Der Song ("One") wirkt so ein bisschen wie aus Cashs Leben geschnitten.
Quelle: Jonas Gutsche, ehemaliger SWR1 Musikredakteur über den Song "One"
Wir hören auf "Solitary Man" von Johnny Cash ein gewohntes Team und Umgebung
Für "Solitary Man" vertraute Johnny Cash wieder auf eine gewohnte Umgebung und auch auf bekannte Personen. Zum einen bei seinen Mitmusikern wie Tom Petty und seinen Heartbreakers und auch beim Produzenten Rick Rubin, der unterstützt worden ist von dem Sohn von Johnny Cash.
Auch das Studio, in dem "Solitary Man" aufgenommen worden ist, war bereits bekannt. Es war nämlich sein eigenes Tonstudio, die "Cash Cabin Studios", die gleich auf der anderen Straßenseite von Cashs damaligem Wohnhaus in Tennessee liegen und auch heute noch von seinem Sohn betrieben werden.
Das Vermächtnis der "American Recordings" und von Johnny Cashs "Solitary Man"
Die "American Recordings" Reihe, zu der auch "Solitary Man" gehört, hat für Musikredakteur Benjamin Brendebach einiges für das Ansehen der Countrymusik getan – vor allem bei uns in Deutschland.
Johnny Cash hat dem Country mit diesen Alben hier (in Deutschland) einen sehr großen Dienst erwiesen.
Quelle: Benjamin Brendebach, Musikredakteur über die "American Recordings"
Shownotes
- Der offizielle Youtube Kanal von Johnny Cash
- Dokumentation über das Leben von Johnny Cash
- Die Cash Cabin Studios
Über diese Songs vom Album "American III: Solitary Man" sprechen wir im Podcast
- (02:54) – "I Won't Back Down"
- (08:54) – "Solitary Man"
- (12:50) – "One"
- (17:09) – "The Mercy Seat"
- (23:37) – "Country Trash"
- (28:16) – "Wayfaring Stranger"
Über diese Songs sprechen wir außerdem im Podcast
- (05:23) – "I Won't Back Down" von Tom Petty
- (11:34 ) – "Solitary Man" von Neil Diamond
- (19:52) – "The Mercy Seat" von Nick Cave & The Bad Seeds