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1791 schrieb Mozart seine eigene Totenmesse. Auch wenn ihm das vielleicht nicht bewusst war: Das berühmte Requiem wurde sein letztes Werk – und es blieb unvollendet. Zumindest eine Weile lang. Denn schon bald nach Mozarts Tod setzten sich andere Komponisten an die leeren Notenblätter und füllten sie auf. Wie viel davon ist dann eigentlich noch von Mozart selbst?
Zehn Prozent? Oder 78? Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz gehen nicht nur den unterschiedlichen Zählweisen nach und erörtern, wie viel „musikalische Substanz“ ein Takt braucht, um als „Original“ zu gelten. Sie erzählen den ganzen Requiem-Krimi: beginnend mit einem anonymen „grauen Boten“, der auf geheimnisvolle Art eine Totenmesse bestellt, über einen schrulligen Grafen, der fremde Kompositionen gern als die seinen ausgibt, bis hin zur Frage, ob man einen Auftrag auch erfüllen muss, wenn man tot ist. „Wenn ein solcher Komponist über der Arbeit an einem Requiem stirbt, sorgt das natürlich über Jahrhunderte für die ärgsten Legenden und Sagenbildungen“, sagt Sinkovicz – der auch gleich erklärt, was das Requiem musikalisch so besonders macht, dass sich die Fragen nach dem Ursprung eigentlich erübrigen: „Das, was da ist, ist _das _Requiem schlechthin. Es gibt kein besseres!“
Auf dem Weg begleitet uns Raphaël Pichon mit seinem Ensemble. Den Ausschnitt aus Verdis Requiem singt der Wiener Singverein, begleitet von den Berliner Philharmonikern unter Herbert von Karajan (DG).
Über den Podcast
Produktion: Wilhelm Sinkovicz / www.sinkothek.at
Dick, bärtig, immer lächelnd, Taschentuch in der Hand. So kennt man Luciano Pavarotti, den großen italienischen Tenor – wobei er, wie Wilhelm Sinkovicz betont, eigentlich ein amerikanisches Phänomen war. Pavarotti war mehr als ein Opernstar. Er war ein Entertainer, der Stadien füllte, solo und als Teil der Drei Tenöre. Er eroberte mit Arien die Pop-Charts. Für Katrin Nussmayr ist klar: Pavarotti, das ist DER prototypische Operntenor. Und doch will sie von ihrem Podcast-Partner wissen: War er denn wirklich so gut? Und ist es nicht seltsam, dass er umso berühmter wurde, je mehr er die Opernbühne hinter sich ließ?
Also stürzt sich das Taktlos-Duo ins Leben und Wirken dieses Bäckersohns aus Modena und zeichnet nach, wie er schon in jungen Jahren unermüdlich an seiner Technik arbeitete, in kurzer Zeit zum gefragten Tenor aufstieg und dabei selbst sehr gut wusste, wie einzigartig seine Stimme war. „Sie war einfach von unglaublicher Schönheit“, bestätigt auch Sinkovicz und erinnert sich an die wenigen Wien-Auftritte, die der Star in seiner Glanzzeit absolviert hat. Daneben geht es auch um die Schwächen des großen Pavarotti – und um die Frage, warum sich ausgerechnet „Nessun Dorma“ durch sein ganzes Leben zieht: Die Arie aus Puccinis Oper „Turandot“ sang er auf und ab, die ganze Rolle dazu spielte er nur einmal …
Über den Podcast
Produktion: Wilhelm Sinkovicz / www.sinkothek.at
Schon einmal vom Wiener Watschenkonzert gehört? Die verhängnisvolle Veranstaltung, 1913 im Wiener Musikverein, beschäftigte nicht nur die Musikkritiker, sondern auch die Gerichtsreporter. Da flogen Fäuste, Stühle, Brillen und, ja, Zahnprothesen – alles nur wegen ein paar Tönen. Musik bewegt! Und weil das Watschenkonzert bei Weitem nicht das einzige Ereignis war, bei dem sich ein Musikpublikum zu wahrlichen Tumulten erregen ließ, erzählen Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz in dieser Folge von den denkwürdigsten Publikumsreaktionen der Klassikgeschichte. Und zwar, passenderweise, vor Publikum, live im Wiener Blickle Kino.
Dabei hangeln sie sich quer durch die Epochen von Wagner bis Strawinsky, besprechen kalkulierte Skandale und falschen Applaus, versuchen sich an einem moralischen Buh-Kompass und diskutieren auch, wann und wie man (nicht) jubeln darf. Wobei aller Konzertetikette zum Trotz natürlich auch in Sachen Begeisterung oft genug die Emotionen mit einem Publikum durchgehen. Gut so!
(Das Lied von Alban Berg singt Jessye Norman, begleitet vom LSO unter Pierre Boulez, Sony, den Ausschnitt aus Strawinskys Sacre du printemps dirigiert Pierre Monteux, Philips).
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Produktion: Wilhelm Sinkovicz / www.sinkothek.at
Die Melodie funktioniert bei Hochzeiten wie bei Begräbnissen. Geschrieben hat sie Bach, aber dass sie zu einem derartigen Welthit wurde, ist jemand anders zu verdanken, der einen merkwürdigen Einfall hatte: Was, dachte sich der Geiger August Wilhelmj, wenn ich das ganze „Air“ aus Bachs 3. Orchestersuite nur auf einer einzigen Saite meiner Geige spiele?
„Air on the G-String“ nennt sich das populäre Ergebnis, das Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz in dieser Folge genau durchleuchten. Was ist beim Umbau der Melodie wirklich passiert? Ist sie damit romantischer, dunkler, menschlicher, besser geworden? Oder ist das Verrat am Barock? Dass das „Air“ so berühmt geworden ist und auch in zahlreichen Popsongs verlässlich funktioniert, geht wohl auf Wilhelmjs Stunt zurück. Der natürlich auch seine Risiken mit sich brachte: Die G-Saite darf nur ja nicht reißen …
Mit dieser Folge über "Air on the G-String" geht unsere kleine Serie in eine weitere Runde: In „Taktlos to go“ widmen wir uns den berühmtesten Melodien der Klassikwelt und den Geschichten, die dahinter stecken. Bisherige Folgen handelten vom „Cancan“ aus „Orpheus in der Unterwelt“, von der „Habanera“ aus der Oper „Carmen“, von Rossinis „Wilhelm Tell“, von Orffs „Carmina Burana“, der „Morgenstimmung“ aus Griegs „Peer Gynt“, von „La donna è mobile“ aus Verdis „Rigoletto“, von der berühmten Arie „Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“ aus der „Zauberflöte“, von Pachelbels Kanon in D-Dur, von Richard Wagners „Walkürenritt“, von Tschaikowskys „Schwanensee“ und Beethovens „Für Elise“ .
Über den Podcast
Produktion: Wilhelm Sinkovicz / www.sinkothek.at
Zu hören sind Ausschnitte aus folgenden Aufnahmen:
Der Bürger als Edelmann: Wiener Philharmoniker – Clemens Krauss (Decca)
Ariadne auf Naxos (Urfassung): Sumi Jo, Margaret Price, Gösta Winbergh, Orchester der Oper Lyon – Kent Nagano (EMI)
Ariadne auf Naxos (Zweitfassung): Irmgard Seefried, Gundula Janowitz, Orchester der Wiener Staatsoper – Karl Böhm (DG)
Über den Podcast:
Es braucht nur wenige geklimperte Töne, um es eindeutig zu identifizieren – und doch ist Ludwig van Beethovens „Für Elise“ ein rätselhaftes Klavierstück. Gesichert ist an diesem Welthit erstaunlich wenig. Beethoven hat kein Wort zu dem Stück hinterlassen. Das Original ist verschollen. Und das größte Mysterium ist, wer die im Titel bedachte Elise gewesen sein soll.
Wer also war gemeint? Wie landete das Notenblatt 40 Jahre nach Beethovens Tod im Haushalt einer Münchner Lehrerin, wo ein Musikwissenschaftler es abgeschrieben haben will, bevor es für immer verschwand? Hieß Elise in Wirklichkeit Therese – oder gar „Esese“? Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz ermitteln im Wien des 19. Jahrhunderts und zücken sogar ein Taschenklavier, um den Geheimnissen dieser Melodie auf den Grund zu gehen (denn ja, auch um die richtigen Töne tun sich Fragen auf). Dabei entdecken sie nicht nur, dass Beethoven mehrere potenzielle Elise-Kandidatinnen umworben hat (und dabei nur Körbe kassiert hat), sondern sie ergründen auch, warum „Für Elise“ so ein Klassiker werden konnte.
Klassik für Taktlose LIVE: Seien Sie dabei bei der ersten Live-Aufzeichnung des Podcasts mit Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz! Infos und Anmeldung hier.
Mit dieser Folge über Beethovens „Für Elise“ geht unsere kleine Serie in eine weitere Runde: In „Taktlos to go“ widmen wir uns den berühmtesten Melodien der Klassikwelt und den Geschichten, die dahinter stecken. Bisherige Folgen handelten vom „Cancan“ aus „Orpheus in der Unterwelt“, von der „Habanera“ aus der Oper „Carmen“, von Rossinis „Wilhelm Tell“, von Orffs „Carmina Burana“, der „Morgenstimmung“ aus Griegs „Peer Gynt“, von „La donna è mobile“ aus Verdis „Rigoletto“, von der berühmten Arie „Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“ aus der „Zauberflöte“, von Pachelbels Kanon in D-Dur, von Richard Wagners „Walkürenritt“ und von Tschaikowskys „Schwanensee“.
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Produktion: Wilhelm Sinkovicz / www.sinkothek.at
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