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Vier Töne genügen, und alle denken an den Tod. Ob man die Melodie von "Dies irae" bewusst kennt oder nicht, ob man durch die Musik der Romantik, durch Hollywood oder tatsächlich durch die Kirche mit ihr in Berührung kam: Die Todesbotschaft dieser Töne ist unmissverständlich. Warum eigentlich, fragen sich da Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz.
Die Töne "sind nur so gruselig und unheimlich, weil man den Jüngsten Tag damit assoziiert", meint Sinkovicz. Seit dem frühen Mittelalter gehört das "Dies irae" zur katholischen Totenmesse, in gregorianischen Chorälen wurden darin die "Tage des Zorns" beschworen. Dann verselbstständigten sich die Töne: Hector Berlioz ließ dazu die Hexen tanzen, Franz Liszt und Rachmaninow zitierten sie ausgiebig - und als dann noch die Filmmusik im großen Stil aufsprang, wurde "Dies irae" endgültig zum Leitmotiv des Todes. Luke Skywalker braucht nichts mehr dazu zu sagen, wenn hinter ihm diese ominösen Töne aufragen, in "König der Löwen" kann man sie gleich mehrfach entdecken - und sogar in der "Eiskönigin"! Nur die Kirche, die hinter der Todesmelodie steckt, hat ihren vielleicht größten Hit mittlerweile aus dem Programm genommen...
Über den Podcast
In „Klassik für Taktlose“ ergründen "Die Presse"-Feuilleton-Redakteurin Katrin Nussmayr und Klassikkritiker Wilhelm Sinkovicz gemeinsam die Welt der klassischen Musik: Braucht jedes Orchester einen Dirigenten? Warum verstört Richard Wagner so? Was war an Mozart eigentlich so toll? Wie viel Klassik steckt in „Bohemian Rhapsody“ oder Taylor Swift? Für musikalische Einsteiger und Klassik-Freunde, die’s ein wenig genauer wissen wollen.
Produktion: Wilhelm Sinkovicz / www.sinkothek.at
Audio-Finish: Georg Gfrerer / www.audio-funnel.com.
Beethoven selbst hat seine Dritte Symphonie, die „Eroica“, Napoleon Bonaparte gewidmet, diese Widmung aber – so will es die Legende – erzürnt wieder ausgekratzt, als er erfuhr, dass der Feldherr sich zum Kaiser gekrönt hatte. Spätere Forschungen haben ergeben, dass diese Symphonie viel eher mit dem antiken Mythos von Prometheus zu tun hat, der den Menschen das Feuer gebracht hat. Ob das Werk, in dessen Zentrum ein imposanter Trauermarsch steht, wirklich so „heroisch“ ist wie der Titel verheißt, wird immer wieder diskutiert. Auf diese Frage versuchen auch die bedeutendsten Interpreten Antworten zu geben. Jede Zeit hat ihren eigenen symphonischen Heldenmythos. In diesem Podcast beleuchtet Wilhelm Sinkovicz Beethovens Werk, das zuvor komponierte Ballett „Die Geschöpfe des Prometheus“ und zwei außergewöhnliche Aufnahmen der Symphonie.
Muss man sich zu Johannes Brahms erst „hinaufhören“? Ist er ein Komponist für Kenner? Der Hamburger Romantiker ist jedenfalls „stacheliger“ als Mozart oder Strauß – aber Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz wären nicht das „Klassik für Taktlose“-Duo, wenn sie nicht auch sein Werk aufs Wesentliche herunterbrechen und seine Lebensgeschichte auf die spannendsten Anekdoten abklopfen könnten.
Also hören sie sich durch seine Musik, die alles außer Oper umfasst – und durchaus eingängige, bekannte Melodien. Eine davon klimpert gar aus unzähligen Spieluhren … genau: das Wiegenlied „Guten Abend, gute Nacht“. „Das konnte der Brahms auch!“, meint Sinkovicz. Wobei Brahms mit dem eigenen Können ja selbst so seine Not hatte: Der selbstkritische Komponist schleppte seine erste Symphonie fast 20 Jahre lang mit sich herum, weil er nichts unter der Qualität von Beethovens Neunter herausbringen wollte. Seine schwächeren Frühwerke vernichtete er allesamt, damit der Nachwelt nur ja nichts davon bleibt. Übrigens auch seine Briefe an Clara Schumann: Brahms kam als Protegé von Robert Schumann zu Ruhm und zog danach bei dessen Frau Clara ein. Das Taktlos-Duo bespricht, was an der Geschichte über diese große (unerfüllte?) Liebe dran ist. Und analysiert außerdem, was es mit der Brahms-Wagner-Bruckner-Rivalität auf sich hat – und was Brahms, dem zu Lebzeiten vorgeworfen wurde, allzu konservativ zu komponieren, der Musikwelt doch Neues hinzugefügt hat.
Über den Podcast
In „Klassik für Taktlose“ ergründen "Die Presse"-Feuilleton-Redakteurin Katrin Nussmayr und Klassikkritiker Wilhelm Sinkovicz gemeinsam die Welt der klassischen Musik: Braucht jedes Orchester einen Dirigenten? Warum verstört Richard Wagner so? Was war an Mozart eigentlich so toll? Wie viel Klassik steckt in „Bohemian Rhapsody“ oder Taylor Swift? Für musikalische Einsteiger und Klassik-Freunde, die’s ein wenig genauer wissen wollen.
Produktion: Wilhelm Sinkovicz / www.sinkothek.at
Audio-Finish: Georg Gfrerer / www.audio-funnel.com.
1791 schrieb Mozart seine eigene Totenmesse. Auch wenn ihm das vielleicht nicht bewusst war: Das berühmte Requiem wurde sein letztes Werk – und es blieb unvollendet. Zumindest eine Weile lang. Denn schon bald nach Mozarts Tod setzten sich andere Komponisten an die leeren Notenblätter und füllten sie auf. Wie viel davon ist dann eigentlich noch von Mozart selbst?
Zehn Prozent? Oder 78? Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz gehen nicht nur den unterschiedlichen Zählweisen nach und erörtern, wie viel „musikalische Substanz“ ein Takt braucht, um als „Original“ zu gelten. Sie erzählen den ganzen Requiem-Krimi: beginnend mit einem anonymen „grauen Boten“, der auf geheimnisvolle Art eine Totenmesse bestellt, über einen schrulligen Grafen, der fremde Kompositionen gern als die seinen ausgibt, bis hin zur Frage, ob man einen Auftrag auch erfüllen muss, wenn man tot ist. „Wenn ein solcher Komponist über der Arbeit an einem Requiem stirbt, sorgt das natürlich über Jahrhunderte für die ärgsten Legenden und Sagenbildungen“, sagt Sinkovicz – der auch gleich erklärt, was das Requiem musikalisch so besonders macht, dass sich die Fragen nach dem Ursprung eigentlich erübrigen: „Das, was da ist, ist _das _Requiem schlechthin. Es gibt kein besseres!“
Auf dem Weg begleitet uns Raphaël Pichon mit seinem Ensemble. Den Ausschnitt aus Verdis Requiem singt der Wiener Singverein, begleitet von den Berliner Philharmonikern unter Herbert von Karajan (DG).
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Produktion: Wilhelm Sinkovicz / www.sinkothek.at
Dick, bärtig, immer lächelnd, Taschentuch in der Hand. So kennt man Luciano Pavarotti, den großen italienischen Tenor – wobei er, wie Wilhelm Sinkovicz betont, eigentlich ein amerikanisches Phänomen war. Pavarotti war mehr als ein Opernstar. Er war ein Entertainer, der Stadien füllte, solo und als Teil der Drei Tenöre. Er eroberte mit Arien die Pop-Charts. Für Katrin Nussmayr ist klar: Pavarotti, das ist DER prototypische Operntenor. Und doch will sie von ihrem Podcast-Partner wissen: War er denn wirklich so gut? Und ist es nicht seltsam, dass er umso berühmter wurde, je mehr er die Opernbühne hinter sich ließ?
Also stürzt sich das Taktlos-Duo ins Leben und Wirken dieses Bäckersohns aus Modena und zeichnet nach, wie er schon in jungen Jahren unermüdlich an seiner Technik arbeitete, in kurzer Zeit zum gefragten Tenor aufstieg und dabei selbst sehr gut wusste, wie einzigartig seine Stimme war. „Sie war einfach von unglaublicher Schönheit“, bestätigt auch Sinkovicz und erinnert sich an die wenigen Wien-Auftritte, die der Star in seiner Glanzzeit absolviert hat. Daneben geht es auch um die Schwächen des großen Pavarotti – und um die Frage, warum sich ausgerechnet „Nessun Dorma“ durch sein ganzes Leben zieht: Die Arie aus Puccinis Oper „Turandot“ sang er auf und ab, die ganze Rolle dazu spielte er nur einmal …
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Produktion: Wilhelm Sinkovicz / www.sinkothek.at
Schon einmal vom Wiener Watschenkonzert gehört? Die verhängnisvolle Veranstaltung, 1913 im Wiener Musikverein, beschäftigte nicht nur die Musikkritiker, sondern auch die Gerichtsreporter. Da flogen Fäuste, Stühle, Brillen und, ja, Zahnprothesen – alles nur wegen ein paar Tönen. Musik bewegt! Und weil das Watschenkonzert bei Weitem nicht das einzige Ereignis war, bei dem sich ein Musikpublikum zu wahrlichen Tumulten erregen ließ, erzählen Katrin Nussmayr und Wilhelm Sinkovicz in dieser Folge von den denkwürdigsten Publikumsreaktionen der Klassikgeschichte. Und zwar, passenderweise, vor Publikum, live im Wiener Blickle Kino.
Dabei hangeln sie sich quer durch die Epochen von Wagner bis Strawinsky, besprechen kalkulierte Skandale und falschen Applaus, versuchen sich an einem moralischen Buh-Kompass und diskutieren auch, wann und wie man (nicht) jubeln darf. Wobei aller Konzertetikette zum Trotz natürlich auch in Sachen Begeisterung oft genug die Emotionen mit einem Publikum durchgehen. Gut so!
(Das Lied von Alban Berg singt Jessye Norman, begleitet vom LSO unter Pierre Boulez, Sony, den Ausschnitt aus Strawinskys Sacre du printemps dirigiert Pierre Monteux, Philips).
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Produktion: Wilhelm Sinkovicz / www.sinkothek.at
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