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Frankfurt am Main an einem Tag im März 1936 kurz vor Mitternacht: Franz erzählt, dass er den Mann erwürgt hat, der ihn und seinen Freund Paul denunziert hat. Sanna ist klar: Franz muss fliehen. Und sie wird mit ihm fliehen. Sie kehrt zurück auf das Fest in Algins und Liskas Wohnung. Bei Doktor Breslauer will sie sich erkundigen, wie man flieht – und wohin.
Das Audio ist online bis zum 29.01.2026.
Franz ist gekommen. Drei Jahre haben sich Sanna, unsere Erzählerin, und ihr Cousin nicht gesehen. Franz berichtet, was passiert ist: Zusammen mit seinem Freund Paul wollte er einen Zigarettenladen aufmachen. Doch drei Tage vor der Eröffnung wurden Franz und Paul verhaftet – angeblich, weil sie den nationalsozialistischen Staat unterhöhlt hätten. Nach drei Monaten Haft wird Franz entlassen. Doch der Laden ist geplündert, und über das Schicksal seines Freund Paul wird er im Unklaren gelassen.
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Ein Tag im März 1936: nach Mitternacht will der Schriftsteller Algin Moder Frankfurt am Main zu Fuß verlassen, gemeinsam mit dem früheren Knopffabrikanten Küppers. Das erzählt uns Sanna, Algins Schwester, während sie selbst ihren Geliebten Franz wieder getroffen hat. Sie haben einander drei Jahre nicht gesehen. Franz ist aus Köln nach Frankfurt gekommen und wartet auf sie vor dem Haus, wo Liska ein Fest feiert. Liska ist Algins Frau, will aber den Journalisten Heini verführen. Gleichzeitig verabschiedet sich Doktor Breslauer. Als verfolgter Jude hat er seine Koffer bereits gepackt.
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Es ist Liskas Fest, von dem unsere Erzählerin Susanne Moder - genannt Sanna - berichtet. Wir schreiben das Jahr 1936, und die Nationalsozialisten schlagen Andersdenkende in die Flucht. Liskas Party wird zum Abschiedsfest für Doktor Breslauer, der Jude ist und nach Rotterdam auswandern will. Doch eigentlich wartet Liska nur auf den Journalisten Heini, der sich in sie verlieben soll. Und auch Liskas Mann Algin ist noch nicht da. Der Schriftsteller recherchiert für einen neuen Roman, kann sich aber nicht dazu durchringen, linientreu zu schreiben.
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Wir sind in Frankfurt am Main im Jahr 1936. In einem Lokal sitzen Sanna, die Erzählerin, ihr Bruder Algin, der Journalist Heini und Doktor Breslauer. Aus reinem Übermut ruft Heini den Verkäufer des Nazi-Blatts „Der Stürmer“ an ihren Tisch. Der gibt prompt seine antisemitische Weltanschauung zum Besten - zum Entsetzen von Doktor Breslauer, der fürchtet, als Jude erkannt zu werden. Algin glaubt auch, bald einer neuen Säuberungsaktion unter den Schriftstellern zum Opfer zu fallen - obwohl er seit einiger Zeit nur noch Heimatgedichte schreibt. Es ist spät am Abend - und keiner ist mehr nüchtern.
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Sanna sitzt mit dem Journalisten Heini und Doktor Breslauer in der Kneipe. Sie denkt über ihren Bruder Algin und seine Frau Liska nach. Ihre Ehe ist zerrüttet. Algin tröstet sich mit Betty Raff, und Liska träumt vom Luxus. Gern würde sie ihr Leben abwechselnd in einer warmen Badewanne und im Bett verbringen. Und tagsüber müssten viele Frauen sie umringen und bedienen.
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In der neunten Folge unserer Lesung erzählt Susanne von ihrem neuen Leben in Frankfurt am Main. Viele Menschen hat sie kennengelernt. Zum Beispiel Heini, den großen Schwarm von Liska, der ein bekannter Journalist war, kein Blatt vor den Mund nahm und jetzt kein Geld mehr verdient. Oder auch Doktor Breslauer, der ein Freund von Heini und Jude ist. Zusammen mit den beiden Männern sitzt Sanna nun zu später Stunde noch im Lokal. Man singt zur Gitarre und politisiert.
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Sanna, unsere Erzählerin, denkt an ihre Zeit in Köln zurück. Es war im Jahr 1933, als eines Tages die Geheime Staatspolizei an ihre Tür klopft, die Wohnung durchwühlt und sie aufs Präsidium mitnimmt. Ihre Tante Adelheid hatte sie angezeigt, weil sie die Reden Görings im Radio nicht anhören wollte. Beim Verhör bricht Sanna in Tränen aus, und der junge Richter lässt sie laufen. Sanna flieht Hals über Kopf aus Köln nach Frankfurt am Main. Franz, ihren Cousin, lässt sie sprachlos am Bahnhof zurück.
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Die Erzählerin Susanne, genannt Sanna, denkt noch immer an ihren Cousin Franz in Köln. Als er drei Jahre alt war, starb sein jüngerer Bruder im brennenden Elternhaus. Die abwesende Mutter – Sannas Tante Adelheid - gab dem Jungen ein Leben lang die Schuld daran. Tante Adelheid unternimmt auch alles, um ihre Beziehung zu zerstören, nachdem sich Sanna und Franz verliebt haben. Fast gelingt ihr das – als nämlich eines Tages Paul, ein Freund von Franz, die Tante und ihre Kundin Fräulein Fricke im Laden ein wenig reizt und ihr „gutes nationalsozialistisches Gefühl“ in Frage stellt.
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Erzählerin ist die 19-jährige Susanne, genannt Sanna. Sie erinnert sich, wie sie 1933 nach Köln kam, um ihrer Tante Adelheid im Geschäft zu helfen. Deren Sohn Franz, an den sie gerne denkt, hatte sie am Bahnhof abgeholt. Nicht vergessen kann sie, wie böse Tante Adelheid zu ihr war. Außerdem ist ihr der Besuch einer Ausstellung im Gedächtnis geblieben. Sie sollte - aus Sicht der Nationalsozialisten - die Folgen der sogenannten „Rassenvermischung eines Volkes“ demonstrieren. Anschließend hatte sich Tante Adelheid mit einem Regierungsrat über Geschlechtskrankheiten ereifert.
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