
Sign up to save your podcasts
Or


Bertchen Silias ist völlig überdreht. Im Henninger-Bräu in Frankfurt am Main muss das Kind immer wieder ein Gedicht aufsagen, das eigentlich für Hitler gedacht war, dem die Menge auf dem Opernplatz zugejubelt hatte. Spät abends fällt das Kind in seinen teuren Fliederstrauß und ist tot. Schnell leert sich das Lokal. Nur Sanna und Gerti bleiben - und Gertis Verehrer Kurt Pielmann von der SA. Auch Herr Kulmbach von der SS ist noch da. Von den vieren ist keiner mehr nüchtern.
Das Audio ist online bis zum 29.01.2026.
Irmgard Keun beschreibt das Leben im Nationalsozialismus, das sie selbst erlebt hat: „ein Deutschland voll berauschter Spießbürger“, wie sie sagte, „berauscht, weil sie gehorchen und Angst haben durften und berauscht, weil sie Macht bekommen hatten.“ Ihre Geschichte spielt 1936 in Frankfurt am Main. Sanna und Gerti sind dabei, als Hitler über den Opernplatz fährt. Für Bertchen Silias hat er keine Zeit. Das Kind sollte ein Gedicht vortragen. Anschließend trifft man sich in der Braugaststätte Henninger. Dort provoziert Gerti einen SA-Mann namens Pielmann so, dass Sanna sie schließlich sicherheitshalber auf die Toilette lotst.
Das Audio ist online bis zum 29.01.2026.
Irmgard Keun erzählt vom Leben im Nationalsozialismus aus der Perspektive von Susanne Moder, genannt Sanna. Die 19-Jährige lebt bei ihrem Bruder Algin in Frankfurt am Main. Früher war er ein erfolgreicher Schriftsteller. Seit die Nazis an der Macht sind, sind seine Bücher verboten. Sanna besorgt ihm und seiner Frau Liska den Haushalt. Heute hat sie sich im Café verabredet mit ihrer Freundin Gerti, die vergeblich auf ein Rendezvous mit Dieter Aaron hofft. Er ist ein sogenannter „verbotener Mischling“. Die beiden Frauen geraten in einen Menschenlauflauf. Hitler wird auf dem Frankfurter Opernplatz erwartet. Weil Sanna und Gerti nicht durch die Menge kommen, beschließen sie zu bleiben.
Das Audio ist online bis zum 29.01.2026.
Susanne Moder, genannt Sanna, ist 19 Jahre alt. Sie hat uns bereits von ihrem Leben erzählt: in Lappesheim an der Mosel geboren, war sie mit 16 zu ihrer Tante Adelheid nach Köln gezogen, einer strammen Nationalsozialistin. Dort hat sie deren Sohn Franz kennen und lieben gelernt. Mittlerweile wohnt sie bei ihrem Stiefbruder Algin in Frankfurt am Main. Algin schreibt Bücher, die er früher immer der Familie an die Mosel geschickt hat. Sannas Vater hat jeden Abend eine halbe Seite daraus gelesen, ist aber bei keinem Roman je bis ans Ende gekommen.
Das Audio ist online bis zum 29.01.2026.
1905 in Charlottenburg geboren, hat Irmgard Keun als junge Frau die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland erlebt. Ihr Roman spielt an zwei Tagen des Jahres 1936. In Frankfurt am Main wird Hitler von den Massen bejubelt. Mittendrin ist die 19-jährige Susanne. Sie ist die Erzählerin unserer Geschichte - ein Alter Ego der Autorin -, die die nationalsozialistische Gesellschaft um sie herum beobachtet - sehr genau, oft humorvoll und nur scheinbar naiv. Gelesen wird „Nach Mitternacht“ von der Schauspielerin Camilla Renschke. Für ihre "leichtfüßige und mädchenhafte" Lesung von Irmgard Keuns "Gilgi, eine von uns" hat sie den Deutschen Hörbuchpreis bekommen. Jetzt interpretiert Camilla Renschke also – in einer Produktion des Hessischen Rundfunks aus dem Jahr 2022 – Irmgard Keuns ersten Exilroman „Nach Mitternacht“.
Das Audio ist online bis zum 29.01.2026.
Hier schließt sich der Kreis. Der hohe Rabbi Löw hat Besuch vom Engel Asael, der ihm vorwirft, zweimal das Gleichgewicht der Welt gestört zu haben. Das erste Mal verwandelte er einen Stein, der den Kaiser bei einem Besuch in der Judenstadt treffen sollte, in zwei Schwalben. Das zweite Mal ist der Auslöser für diese Geschichte: Dem Kaiser ist bei einem Ritt durch die Judenstadt ein Mädchen begegnet, und dessen Antlitz lässt ihn nicht mehr los. Doch er sucht das Mädchen vergeblich.
Das Audio ist online bis zum 08.10.2026.
„Rudolfe, hilf!“ - das hat die schöne Esther, die Frau des reichen Meisl, in der Nacht, in der sie starb, gerufen, und seitdem treibt es ihren Witwer um, wer mit „Rudolfe“ gemeint gewesen sein könnte. Jetzt ist Meisl selbst dem Tod nah, und die Ahnung, dass mit Rudolfe nur der Kaiser gemeint gewesen sein kann, lässt in ihm den Wunsch wachsen, ihm einmal zu begegnen. Ein Jude beim Kaiser - der kaiserliche Kammerherr Philipp Lang, der alle paar Monate beim Meisl vorbeikommt, um Geld für den Kaiser einzutreiben, winkt ab. Eine absurde Idee. Doch Meisl sinnt auf eine List. Der Kaiser indessen ahnt von nichts und ist eben dabei, seine Kunstschätze zu betrachten.
Das Audio ist online bis zum 08.10.2026.
Mit viel Geld hat der reiche Jude Mordechai Meisl sich die Schutz- und Privilegien-Rechte von Kaiser Rudolf erkauft. Alle drei Monate kommt dessen Gesandter Philipp Lang und treibt die Rechnung ein. Doch bei Rudolfs Vorliebe für wertvolle Gemälde ist alles nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Er wartet auf den Tod Meisls, der lungenkrank im Bett liegt. Dann, so denkt er, kann er dessen gesamten Reichtum haben. Doch noch lebt Mordechai Meisl. Philipp Lang sitzt an seinem Bett und gibt launige Geschichten vom Hof zum Besten, während er ein üppiges Nachtmahl verzehrt.
Das Audio ist online bis zum 08.10.2026.
Im Juli 1924 hatte Leo Perutz mit der ersten Novelle seines Romans begonnen, damals unter dem Arbeitstitel „Meisls Gut“. Doch dann legte er sie wieder beiseite. Fast 20 Jahre später, im palästinensischen Exil, abgeschnitten von der europäischen Kultur, die ihm Anregung und Material für seine Romane geliefert hatte, nahm Perutz die Arbeit an dem Roman wieder auf - und schrieb an Freunde: „Es fehlen nur zwei kleine Geschichten, mit denen ich mich herumschlage. Sie sind notwendig, um den Zusammenhang des Ganzen herzustellen. Das heißt, um aus einem Dutzend Alt-Prager Novellen den Roman von Mordechai Meisl und Rudolf dem Zweiten zu machen.“ Es dauerte dann noch sechs Jahre, bis die beiden fehlenden Novellen vollendet waren. „Das verzehrte Lichtlein“ ist die erste davon.
Das Audio ist online bis zum 08.10.2026.
Der Kaiser ist seit neun Jahren tot, in Böhmen wütet seit drei Jahren der Dreißigjährige Krieg, der Handel stockt, die Menschen hungern. Es ist der 11. Juni 1621. In den frühen Morgenstunden sind 27 protestantische böhmische Adlige enthauptet worden, darunter der Leibarzt des Kaisers, Doktor Jessenius. Im Gasthaus „Zum silbernen Hecht“ treffen am Abend die einstigen Bediensteten des Kaisers zusammen: der Hofnarr Brouza, der zweite Kammerdiener Čerwenka, der Lautenspieler Kasparek und der Barbier Svatek. Sie geben sich alten Anekdoten hin, Erinnerungen an bessere Zeiten. Der Kammerdiener Čerwenka hat eben behauptet, der Kaiser hätte ihm auf dem Sterbebett prophezeit, dass sein Leibarzt Doktor Jessenius einst hingerichtet werden würde. Aber dass der Kaiser prophetische Gaben hatte, wollen ihm die anderen nicht so recht glauben.
Das Audio ist online bis zum 08.10.2026.
From the publisher's feed

110 Listeners

21 Listeners

0 Listeners

3 Listeners

23 Listeners

66 Listeners

104 Listeners

105 Listeners

25 Listeners

30 Listeners

20 Listeners

179 Listeners

0 Listeners

14 Listeners

1 Listeners

7 Listeners

41 Listeners

37 Listeners

34 Listeners

25 Listeners

316 Listeners

19 Listeners

4 Listeners

143 Listeners