Morgenimpuls mit Vanessa Grbavac
"Lichtblicke" – so heißt bei uns dieses Jahr der vorletzte Schultag. Ein schönes Wort. Gerade vor den Ferien. Denn Ferien sind nicht für alle einfach nur schön. Ich erlebe das immer wieder – auch in meiner Arbeit als Beratungslehrerin. Dass Ferien für manche eher Stress bedeuten. Freunde sind plötzlich nicht mehr jeden Tag da. Bezugspersonen fallen weg. Der Rhythmus der Schule fehlt. Und dann entsteht da etwas, das schwer auszuhalten ist: Ein Loch. Ein Loch, in dem plötzlich Zeit ist. Aber keiner da. Ein Loch, das sich schnell füllen lässt – mit Ablenkung, mit Scrollen, mit allem, was irgendwie hilft, nicht hinzuschauen. Und für manche ist es noch schwerer. Weil zuhause kein Ort ist, an dem man wirklich zur Ruhe kommen kann. Und dann stehe ich am letzten Schultag da und wünsche allen „schöne Ferien“. Und ich meine das auch. Ich freue mich selbst auf diese Zeit. Auf Ruhe. Auf Menschen, die mir guttun. Auf Momente, die leicht sind. Und gleichzeitig wünsche ich mir etwas anderes: Dass es Lichtblicke gibt. Gerade für die, für die diese Wochen nicht leicht sind. Kleine Momente, in denen es nicht ganz so dunkel ist. In denen etwas aufleuchtet. Und ich glaube: Dieses Licht ist da. Auch dann, wenn man es kaum sieht.