Ich würde mich als sozial aufmerksamen Menschen betrachten“, sagt Anja Schneider im MDR KULTUR Café. Wenn sie die Wahl hätte, in einem Nobelrestaurant oder auf dem Leipziger Hauptbahnhof Menschen zu beobachten, würde sie sich immer für den Bahnhof entscheiden: „Wer steigt da ein und aus? Wer putzt die Züge? Wer arbeitet beim Friseur.“
Anja Schneider, Jahrgang 1977, kommt aus Altenburg. Mit Filmen wie „Tschick“, „Lieber Thomas“ oder „Mit der Faust in die Welt schlagen“ ist sie bekannt geworden.
Als die Mauer fällt, ist Anja Schneider zwölf. Diese Erfahrung der 90-ziger in Altenburg in Thüringen habe sie stark beeinflusst. „Das wirst du niemals rauskriegen aus mir.“ Bis heute fühle sie sich in der Kunstwelt manchmal fremd oder nicht vollständig zugehörig. Obwohl Anja Schneider seit zehn Jahren am Deutschen Theaters in Berlin spielt. Obwohl sie seit Jahren in Kino und Fernsehen etabliert ist.
In „Blendende Aussichten“, in der fünften Staffel der ARD-Hörspielserie, spielt sie wieder die spontane und optimistische Isa. Die Rolle passe nicht zu der Schublade „authentisch Sozialdrama“, wie sie oft im Film besetzt wird. „Ich komme vom Theater, und nichts ist für mich schöner, als die Leute zum Lachen zu bringen.“
Mit Carina Wiese, die Steffi spielt, denkt sie inzwischen auch über eine Verfilmung nach. „Carina und ich wollen das vorantreiben.“ Der Stoff passe so gut in die Gegenwart. „Das ist eine Geschichte über zwei Frauen mittleren Alters, die aus Ostdeutschland kommen.“
Eine Sendung von Carsten Tesch
Redaktion: Gabriele Bischoff