Im Frühjahr 1978 erschien nahezu zeitgleich in beiden Teilen Deutschlands Erich Loests Roman "Es geht seinen Gang oder Mühen in unserer Ebene" - im Westen vielfach übersetzt, verfilmt und Schullesestoff, wurde er im Osten zunächst in ungewohnt kleiner Auflage gedruckt, wenig später verboten. Das bewirkte auf literarischem, was ehedem die Ausbürgerung Wolf Biermanns auf politischem Gebiet bewirkt hatte.Sieben Jahre Zuchthaus und schwere Krankheit lagen hinter dem Autor Erich Loest, mit Krimis hatte er sich finanziell über Wasser halten müssen. Doch nun schrieb er mit diesem Werk gegen alle von oben verordneten Tabus an: Wahrhaftig, präzise, witzig. "Das gelbe Buch" avancierte binnen kurzem zu einem Kultroman. Wie heftig, ja hysterisch, Staat, Stasi, die Kulturfunktionäre reagierten, dokumentierte Loest später in seinem Bericht "Der Vierte Zensor".Die Autorin befragt Personen, die damals mit der Veröffentlichung des Buches "Es geht seinen Gang" befasst waren", es gefördert oder verhindert haben.Feature von Linda RottaRegie: Sabine RanzingerProduktion: MDR 2003Verfügbar bis 19. Februar 2027