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Ob jemand an Gott glaubt oder nicht, ist für viele zunächst eine individuelle Entscheidung. Die Theologie und Philosophie kennt dagegen eine lange Tradition von sogenannten Gottesbeweisen – also rationalen Argumenten, die uns davon überzeugen sollen, dass Gott tatsächlich existiert. Der Glaube an Gott ist dann nicht nur eine subjektive Entscheidung, sondern etwas, das vernünftig und begründbar ist. Vor kurzem ist ein Buch erschienen, in dem sich vier junge Theologinnen und Theologen mit solchen Argumenten noch einmal neu auseinandersetzen. Wir haben mit zweien von ihnen gesprochen und wollten wissen, welche Rolle rationale Argumente und Gründe für den Glauben an Gott spielen.
Das Buch Gibt es Gott wirklich? Gründe für den Glauben, das Aaron Langenfeld und Fana Schiefen zusammen mit Martin Breul und Sarah Rosenhauer veröffentlicht haben, ist 2022 im Herder-Verlag erschienen. Ein Interview mit Martin Breul zum Band findet ihr hier.
Prof. Dr. Aaron Langenfeld ist Professor für Fundamentaltheologie und vergleichende Religionswissenschaft an der Theologischen Fakultät Paderborn. Er studierte katholische Theologie, Germanistik und Philosophie an der Universität zu Köln. 2015 promovierte er im Fach Fundamentaltheologie an der Theologischen Fakultät Paderborn, 2020 folgte die Habilitation an der Universität Innsbruck.
Dr. Fana Schiefen ist Wissenschaftliche Assistentin am Seminar für Philosophische Grundfragen der Theologie an der Universität Münster. Sie studierte Germanistik und katholische Theologie in Münster und wurde dort 2017 wurde mit einer fundamentaltheologischen Arbeit zur Dekonstruktion des Christentums nach Jean-Luc Nancy promoviert.
Interview: Dr. Falk Hamann
Der Podcast wird als Projekt mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
Der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, Michael Kretschmer, ist dieser Tage zu Gesprächen im Vatikan und in Rom – ihn begleiten unter anderem Heinrich Timmerevers, Bischof von Dresden-Meißen, und Martina Breyer, die Vorsitzende des Katholikenrats des Bistums. Neben Papst Franziskus werden die Gäste aus Sachsen auch Vertreter verschiedener Dikasterien und internationaler Initiativen treffen. Wir haben mit Bischof Heinrich Timmerevers und Martina Breyer über die Themen gesprochen, bei den Gesprächen in Rom eine Rolle spielen werden.
Martina Breyer ist Vorsitzende des Katholikenrats des Bistums Dresden-Meißen und zulgeich Mitgleid des Reformdialogs Synodaler Weg der katholischen Kirche in Deutschland.
Bischof Heinrich Timmerevers wurde 2001 in Münster zum Bischof geweiht und ist seit 2016 der Bischof des Bistums Dresden-Meißen. Er ist unter anderem Mitglied des Forums 4 "Leben in gelingenden Beziehungen" beim Reformdialog Synodaler Weg.
Interviews: Daniel Heinze
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Soeben wurde das Gutachten zum Umgang mit sexuellem Missbrauch im Bistum Münster der Öffentlichkeit vorgestellt. Ähnliche Studien gab es bereits in anderen deutschen Bistümern wie Aachen, Berlin, Köln oder zuletzt München. Neu ist nun aber, dass es sich in Münster erstmals nicht um ein rein juristisches Gutachten handelt – ein Gutachten also, in dem primär gefragt wird, ob Entscheidungsträger im Umgang mit Missbrauchstätern geltendes Recht verletzt haben. Die Autorinnen und Autoren des Münsteraner Gutachtens wollen das Geschehene dagegen auch in den gesellschaftlichen und politischen Kontext der jeweiligen Zeit stellen.
Wir konnten kurz vor Veröffentlichung des Gutachtens mit dem Leiter der Kommission, dem Historiker Prof. Dr. Thomas Großbölting, sprechen. In dem Gespräch berichtet er über seine Arbeit am Münsteraner Gutachten und vom daraus hervorgegangenen Buch Die schuldigen Hirten. Geschichte des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche, das im Juni 2022 im Herder Verlag erschienen ist.
Prof. Dr. Thomas Großbölting ist Professor für Neuere Geschichte / Zeitgeschichte an der Universität Hamburg. Er studierte Geschichte, katholische Theologie und Germanistik in Köln, Bonn, Rom und Münster. Von 2005 bis 2007 leitete er die Abteilung für Bildung und Forschung bei der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU) in Berlin. Im Anschluss wechselte Großbölting zunächst als Professor für die Geschichte der Neuzeit an die Universität Magdeburg und von 2009 bis 2020 als Professor für Neuere und Neueste Geschichte an die Universität Münster.
Informationen für Betroffene von Missbrauch und deren Angehörige finden Sie auf dem Hilfeportal Sexueller Missbrauch, bei der Betroffenen-Initiative Eckiger Tisch oder auf der entsprechenden Seite der Deutschen Bischofskonferenz.
Interview: Dr. Karin Wollschläger
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Seit Jahren steigt die Zahl derjenigen, die in Deutschland aus der katholischen Kirche austreten. Als aber am 13. Mai 2022 bekannt wurde, dass Andreas Sturm, der damalige Generalvikar von Speyer, sein Amt niederlegt und aus der römisch-katholischen Kirche austritt, war das für viele eine Überraschung. Mit Sturm kehrte erstmals jemand aus der Führungsriege eines Bistums der Kirche den Rücken. In Kürze erscheint ein Buch von ihm, in dem er ausführlich über die Geschichte und Motive seines Austritts spricht.
Wie gehen eigentlich Personen in kirchlichen Leitungsfunktionen mit der aktuellen Krise der Kirche um? Über diese Frage haben wir mit Andreas Sturm und Pater Manfred Kollig, dem Generalvikar des Erzbistums Berlin, gesprochen. Wir wollten wissen, wie sie auf die gegenwärtige Situation der Institution Kirche blicken und wie sie ihre persönliche Rolle in ihr beurteilen.
Das Buch von Andreas Sturm, Ich muss raus aus dieser Kirche. Weil ich Mensch bleiben will, erscheint am 15. Juni 2022 im Herder Verlag.
Andreas Sturm war von 2018 bis 2022 Generalvikar des Bistums Speyer. Er studierte in Mainz und in Minnesota katholische Theologie und wurde 2002 zum Priester geweiht. 2010 wurde Sturm zum Diözesanpräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) gewählt. Am 13. Mai 2022 legte er offiziell sein Amt als Generalvikar nieder und trat aus der römisch-katholischen Kirche aus. Im August 2022 tritt er seinen Dienst als Pfarrer in den alt-katholischen Gemeinden Singen und Sauldorf an.
P. Manfred Kollig SSCC ist seit 2017 Generalvikar des Erzbistums Berlin. Er trat 1974 der Ordensgemeinschaft der Arnsteiner Patres bei und wurde 1981 zum Priester geweiht. Von 1983 bis 1987 war er Leiter der ordenseigenen Jugendbegegnungsstätte Kloster Arnstein und arbeitete anschließend im Bereich der Schulseelsorge. Ab 2006 leitete Pater Manfred die Abteilung Schulpastoral im Bistum Münster und später die dortige Hauptabteilung Seelsorge.
Interview: Daniel Heinze
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Seit Russlands Überfall auf die Ukraine Ende Februar kommen in Deutschland Tag für Tag Menschen an, die vor dem Krieg und der Gewalt fliehen. Bis Mitte Mai 2022 wurden bundesweit nach offiziellen Angaben mehr als 700.000 Flüchtlinge registriert. Schnell hat sich an vielen Orten eine breite Willkommenskultur mit verschiedensten Hilfsangeboten herausgebildet. Zugleich aber gibt es immer wieder Kritik am Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF): Neben einer hohen Zahl falscher Asylbescheide wird auch eine Ungleichbehandlung von Flüchtlingen angeprangert.
Für uns hat Frank Richter am Rande einer Veranstaltung zu den Themen Asyl und Kirchenasyl mit zwei Personen gesprochen, die täglich Flüchtlinge hier in Deutschland begleiten. Die Veranstaltung fand am 6. April 2022 im Johannesstift in Meißen statt.
P. Alois Andelfinger cmf ist Mitglied der Ordensgemeinschaft der Clarentiner im Kloster Marienstern, einem ökumenischen Haus der Begegnung und Stille in Mühlberg. Die Patres der Ordensgemeinschaft leben und wirken dort seit Mai 2020 im Auftrag des Bischofs von Magdeburg.
Stephan Theo Reichel ist seit März 2020 erster Vorsitzender des Vereins matteo – Kirche und Asyl e.V. Bis 2017 war er Kirchenasyl-Koordinator der bayerischen Landeskirche.
Frank Richter ist seit 2019 Abgeordneter des sächsischen Landtags und seit Juni 2021 Mitglied der SPD. Von 2009 bis 2017 war er Direktor der Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen und im Anschluss bis 2018 Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche Dresden.
Gespäch: Frank Richter, Stephan Theo Reichel, P. Alois Andelfinger cmf
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Anmerkung der Redaktion: In der Anmoderation ist leider fälschlicherweise vom "Bundesministerium für Migration unf Flüchtlinge" die Rede; gemeint ist selbstverständlich das entsprechende Bundesamt.
In Deutschland treten seit Jahren immer mehr Menschen aus den beiden großen Kirchen aus, und auch in der Politik vieler europäischer Länder spielen christliche Parteien eine immer geringere Rolle. Trotz dieser zunehmenden Säkularisierung erlebt das Thema Religion in der gesellschaftlichen wie auch akademischen Diskussion aktuell ein Comeback. Vor diesem Hintergrund haben wir mit dem Politikwissenschaftler Prof. Hans Maier über die prägende Kraft christlicher Werte in der Politik, die Zukunft des Christentums in Europa und die Bedeutung der Katholikentage gesprochen.
Das Interview habe wir am 25.04.2022 vor einer Veranstaltung mit Prof. Maier im Freiberger Novalisforum aufgezeichnet.
Prof. Dr. Hans Maier studierte Geschichte, Romanistik, Germanistik und Philosophie in Freiburg, München und Paris. Nach seiner Habilitation im Jahr 1962 war er zunächst als Professor für politische Wissenschaft an der Universität München tätig. 1970 wechselte in das Amt des Staatsministers für Unterricht und Kultus im Freistaat Bayern. Von 1988 bis zu seiner Emeritierung hatte er schließlich den sogenannten Guardini-Lehrstuhl für christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie an der LMU München inne. Maier war zudem von 1976 bis 1988 Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.
Interview: Dr. Falk Hamann
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Wenn gegenwärtig über Reformen in der katholischen Kirche gesprochen wird, hängt viel an der Frage, welche Stellung der theologischen Forschung in der Kirche zukommt: Inwieweit muss sich das Lehramt der Bischöfe an theologischen Erkenntnissen orientieren, und wie frei kann und sollte die Theologie gegenüber der Amtskirche sein?
Um das schwierige Verhältnis von Theologie und Lehramt ringt auch der sogenannte Orientierungstext des Synodalen Wegs. Dieser Text wurde jüngst von dem in Rom lehrenden Theologieprofessor Martin Rohnheimer scharf kritisiert. Aus diesem Anlass haben wir mit Prof. Thomas Söding von der Ruhr-Universität Bochum über das Verhältnis von Lehramt und Theologie in der katholischen Kirche gesprochen.
Den Orientierungstext des Präsidiums des Synodalen Wegs in Deutschland könnt ihr hier nachlesen. Der im Interview erwähnte Artikel “Synodale Illusionen” von Martin Rohnheimer ist in der Herder Korrespondenz 5/2022, S. 48–51, erschienen.
Prof. Dr. Thomas Söding studierte katholische Theologie, Germanistik und Geschichte an der Universität Münster. Nach Promotion und Habilitation lehrte er zunächst biblische Theologie an der Universität Wuppertal. Seit 2008 ist er Professor für neutestamentliche Exegese und Theologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum. Söding gehört seit Dezember 2021 auch dem Präsidiums des Synodalen Wegs an.
Interview: Dr. Karin Wollschläger
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Im Januar 2022 hat Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) einen Entwurf zur Streichung des Werbeverbots für Abtreibungen (§219a) aus dem Strafgesetzbuch vorgelegt. Dabei geht es vor allem um die Frage, welche Informationen Ärztinnen und Ärzte über Schwangerschaftsabbrüche auf Ihren Websites veröffentlichen dürfen. Im Jahr 2019 wurde der Paragraph schon einmal reformiert und dabei die Informationsmöglichkeiten erweitert. Jetzt beraten Bundestag und Bundesrat über eine komplette Streichung des Paragraphen. Wir haben mit Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU), der Vorsitzenden des Rechtsausschusses im Bundestag, über das Für und Wider einer Streichung von §219a gesprochen.
Elisabeth Winkelmeier-Becker studierte Rechtswissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Ab 1992 arbeitete sie als Richterin am Landgericht Bonn, bevor sie 2001 ans Amtsgericht Siegburg wechselte. Seit 2005 ist Winkelmeier-Becker für die CDU Mitglied des Deutschen Bundestages. Im Dezember 2021 wurde sie zur Vorsitzenden des Rechtsausschusses gewählt. Sie ist aktuell zugleich stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe.
Interview: Dr. Karin Wollschläger
Der Podcast wird als Projekt mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
Der Synodale Weg, mit dem viele Katholikinnen und Katholiken hierzulande große Hoffnungen verbinden, wird in anderen Ländern zum Teil sehr kritisch gesehen. Nach der polnischen Bischofskonferenz veröffentlichten Anfang März 2022 auch die katholischen Bischöfe der skandinavischen Länder einen offenen Brief, in dem sie ihre Sorge über die inhaltliche Ausrichtung des Synodalen Wegs zum Ausdruck bringen. Aus diesem Anlass hat Akademiedirektor Dr. Thomas Arnold mit dem Bischof von Kopenhagen, Czesław Kozon, über die Kritik aus Skandinavien und die verschiedenen Perspektiven auf das deutsche Reformprojekt gesprochen.
Bischof Czesław Kozon studierte an der Päpstlichen Universität Gregoriana und der Lateranuniversität katholische Theologie und wurde 1979 zum Priester geweiht. 1995 empfing er die Bischofsweihe und wurde von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Kopenhagen ernannt. Kozon ist derzeit Vorsitzender der Nordischen Bischofskonferenz.
Interview: Dr. Thomas Arnold
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Wir Menschen werden im Durchschnitt immer älter. Das ist zum einen erfreulich, aber damit steigt zugleich die Zahl derer, die im Alter an Demenz erkranken. Wenn die Gedächtnis- und Denkleistung abnimmt, schränkt das nicht nur die Betroffenen ganz grundlegend in ihrer Lebensführung ein. Es stellt auch Familie und Freunde vor oft ungeahnte Herausforderungen. Wir haben mit dem Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode darüber gesprochen, wie die Kirche in der Seelsorge auf die steigende Anzahl an Demenz erkrankter Menschen reagieren sollte, und haben ihn auch nach seinen persönlichen Erfahrungen mit dem Thema befragt.
Das Gespräch mit Bischof Bode haben wir anlässlich der diesjährigen Woche für das Leben geführt. Die zentrale Eröffnung finde am Samstag, den 30. April 2022, in der Leipziger Nikolaikirche statt. Das Thema in diesem Jahr lautet „Mittendrin – Leben mit Demenz“.
Bischof Franz-Josef Bode studierte katholische Theologie in Paderborn, Regensburg und Münster und wurde 1975 zum Priester geweiht. 1986 wurde er an der Universität Bonn im Fach Theologie promoviert. Bode empfing am 1. September 1991 im Dom zu Paderborn die Weihe zum Bischof und wurde vier Jahre später von Johannes Paul II. zum Bischof von Osnabrück ernannt. Bode ist seit 2017 stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und bis 2021 Vorsitzender ihrer Pastoralkommission.
Interview: Dr. Karin Wollschläger
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