Jacqueline Sterchi: «Als ich 12 Jahre alt war, begann ich zu rauchen. Mein Stiefvater zündete mir jeweils die Zigarette an.»
Mit über 60 Jahren lässt Jacqueline ihr bisheriges Leben hinter sich – und folgt einem inneren Ruf nach Uganda. Was als leiser Gedanke beginnt, wird zu einem mutigen Neuanfang: Heute nennt sie das ostafrikanische Land ihre Heimat.
Mitten unter den Menschen lebt sie, nicht am Rand. Sie taucht ein in eine Welt, die anders denkt, anders fühlt, anders lebt. Eine Welt, die sie herausfordert – und gleichzeitig tief berührt. Trotz kultureller Unterschiede, Enttäuschungen und schwieriger Erfahrungen spürt sie: Genau hier gehört sie hin.
Doch Jacquelines Geschichte beginnt lange vor Afrika. Sie erlebt eine einsame Kindheit. Mit 16 Jahren fällt sie in eine tiefe Depression – und bleibt bis zu ihrem 33. Lebensjahr in dieser Dunkelheit gefangen. Es sind Jahre, in denen sie sich zurückzieht und gleichzeitig für sich und ihren Sohn kämpft.
Ein Wendepunkt kommt, als sie zu einem Konzert eingeladen wird. Dort erzählt ein ehemaliger Drogensüchtiger von seiner Erfahrung mit Gott – und das berührt sie tief. Jacqueline fasst Mut und lässt für sich beten. Für sie ist klar: «Wenn das nicht hilft, hilft nichts.»
Und es hilft. Nach jahrelanger therapeutischer Arbeit findet sie Schritt für Schritt aus der Depression heraus. Erst dann, erzählt sie rückblickend, beginnt ihr Leben wirklich.
Heute setzt sich Jacqueline in Uganda für die Schwächsten ein: für Kinder mit Behinderungen, die oft vergessen werden. Mit ihrer NGO und dem Traum eines Ausbildungszentrums schenkt sie ihnen Würde, Perspektiven und die Chance auf ein selbstständiges Leben.
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