Morgenimpuls
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Morgenimpuls episodes

  • Hilft der Blasiussegen tatsächlich gegen Krankheiten?
    Hilft der Blasiussegen tatsächlich gegen Krankheiten?
    Ich bin als Kind und Jugendliche sehr selbstverständlich zum Blasiussegen am 3. Februar gegangen. Mich haben die gekreuzten Kerzen, die ganz nahe vor mein Gesicht gehalten worden sind und der persönliche Segen, so ganz für mich allein schon sehr beeindruckt. Und ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, was er bewirken kann oder soll. Ich wusste, es hilft gegen Halskrankheiten und damit war es gut. Aber dann. Dann bekam mein Großvater Kehlkopfkrebs und ist daran gestorben. Und dann habe ich gedacht: "Jetzt hat er sein ganzes Leben lang jedes Jahr den Blasiussegen gegen Halskrankheiten bekommen und jetzt stirbt er an einer solchen Halskrankheit. Was ist denn da nun dran?"
    Blasius war Arzt und Bischof in Sebaste in Armenien um 320 und wurde in der damaligen Christenverfolgung gefangen genommen und getötet. Er soll noch im Gefängnis einen Jungen vor dem Ersticken gerettet haben und von da her stammt diese Art des Segens. Mit dem Segen wird uns das Heil zugesagt. Heil für Leib und Seele durch Jesus Christus, den Heiland, den Heilbringer. In einer der Segensformeln heißt es: "Der Herr behüte dein Leben und bewahre dich vor dem Bösen. Auf die Fürsprache des heiligen Blasius segne dich der allmächtige Gott."
    Die katholische Gemeinde Sankt Blasien im Schwarzwald weist darauf hin, dass Blasius eben auch jener Schutzpatron gegen die Gefahr des schnellen, unpassenden und vor allem verletzenden Wortes empfohlen werde, um den Frieden zu wahren. So hoffe ich also für meinen Opa, dass ihm Jesus Christus zum Heil geworden ist. Und auch für mich und uns, dass wir durch die Fürsprache und den Segen bewahrt werden vor Halskrankheiten und allem Bösen, aber auch vor unpassenden und verletzenden Worten gegenüber anderen aus unserem eigenen Mund.
    3 min
  • Wie geht Christsein heute?
    Wie geht Christsein heute?
    Maria und Josef tun ihre religiöse Pflicht. Sie bringen ihren Erstgeborenen in den Tempel, um ihn Gott zu weihen und geben die vorgeschriebene Opfergabe ab. Aber dann passiert das der sehr alte Simeon dieses eine Kind unter den vielen Neugeborenen, die im Tempel Gott geweiht werden, dieses eine Kind als das erkennt, das bedeutsam für sein Volk und sein eigenes Leben werden soll. Der alte Simeon wartet nämlich im Tempel auf die Erfüllung einer Offenbarung. Ihm war gesagt worden, dass er nicht eher sterben werde, bis er den Messias, den Retter aller Menschen, gesehen hat. Als Maria ihm schließlich das Jesuskind in die Arme legt, stimmt Simeon ein Loblied an. Er singt:
    "Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.
    Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast,
    ein Licht, das die Heiden erleuchtet und Herrlichkeit für dein Volk Israel."
    Und auch Hanna, eine sehr alte Prophetin, die im Tempel lebt, erkennt dieses Kind und spricht darüber zu allen, die im Tempel sind. Simeon und Hanna haben ihr ganzes Leben darauf gewartet und gehofft, dass sie es sein werden, die diesen Messias noch erleben werden, der seit Hunderten von Jahren verheißen und vom Volk erwartet wird. Und ihre Hoffnung wird erfüllt. Sie konnten aber nicht ahnen, dass es ein Säugling sein würde, den sie begrüßen und sehen würden. Viele haben einen Fürsten, einen König, einen Revolutionär, einen Kämpfer, einen Machthaber erwartet, der das Volk von innerer und äußerer Fremdherrschaft erlöst und befreit. Aber es ist ein Kind und sie erkennen ihn, weil sie sich auf Gott und nicht auf ihre eigenen Vorstellungen verlassen. Ihnen ist in diesem Kind sozusagen ein Licht aufgegangen. Sie haben eher als alle Schriftgelehrten und Studierten, eher als alle Religionsfunktionäre und Priester erkannt, dass Gott anders ist als alle erwarten und denken und haben auf dieses Kind ihr Vertrauen gesetzt.
    Bitten wir heute für uns alle in unserer Kirche genau um das, dass uns ein Licht aufgeht und wir ein bisschen mehr erkennen, wie dieser Gott liebt und lebt und wie deshalb Christsein heute gehen könnte.
    4 min
  • Jesus, der Weihnachtsmuffel?
    Jesus, der Weihnachtsmuffel?
    Jetzt ist Weihnachten doch tatsächlich vorbei. Wie Weihnachten? Oh je, das ist schon so lange her, denken Sie vielleicht. Und das stimmt natürlich auch. Offiziell endet die Weihnachtszeit mit dem Fest der Taufe Jesu und das ist schon eine Weile her. Aber viele Christen, wie wir im Konvent auch, haben nach der alten Ordnung, in der die Weihnachtszeit noch bis zum Fest der Darstellung des Herrn ging, erst jetzt die Krippe abgebaut und unsere Wohnetage und die öffentlichen Räume "entweihnachtet", wie wir so sagen. Und während wir so abgeräumt haben, die Krippe, die Sterne, den Schwibbogen und die Engel, habe ich so darüber nachgedacht und überlegt: Was ist uns eigentlich von Weihnachten geblieben, so jetzt am 1. Februar? Dass Gott Mensch geworden ist, kann auch nach ausgiebigem Weihnachten feiern immer noch so richtig nicht begriffen werden, dass er vom Himmel gekommen ist, um unser kleines Leben zu teilen, lässt mich eher immer noch staunend und fragend dastehen. Ein bisschen hat mir beim Überlegen eine kleine Visitenkarte geholfen. Auf der Vorderseite kleine Plastikweihnachtsmänner in Regalen und die Überschrift: Jesus, der Weihnachtsmuffel. Ups, dachte ich, was ist das denn für eine Behauptung? Auf der Rückseite dann die Erläuterung: Er, Jesus, macht keinen Bohei um seinen Geburtstag, verlor nirgends ein Wort über Tannenbäume und beschenkt lieber täglich als alljährlich. Okay, habe ich gedacht, wieder so eine Behauptung, auch wenn sie echt witzig daherkommt. Aber ganz klein steht eine Bibelstelle dabei. Da habe ich bei Matthäus gelesen: "Such zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit, dann wird euch alles andere dazugegeben werden". Und das ist mal echt ein Auftrag. Sein Reich suchen mitten unter den Menschen und seine Gerechtigkeit den Menschen zukommen lassen, erkämpfen und verschaffen. Auch mitten in dieser Kirche. Dieser Gott, der mitten in unser Leben gekommen ist, macht uns alle zu denen, die mit ihm und in seinem Namen für die Menschen da sein sollen, da sein wollen, da sein werden.
    3 min
  • Thomas von Aquin - Wahrheit tief verborgen, betend nah' ich dir
    Thomas von Aquin - Wahrheit tief verborgen, betend nah' ich dir
    Für Thomas von Aquin, dessen Tag wie heute feiern, war die Stadt Köln Ursprungsort seines späteren Wirkens. Von 1248 bis 1252 lebte und studierte er hier. In Köln war er mit seinem Lehrer Albertus Magnus an der Gründung des Studienhauses der Dominikaner beteiligt, das zum Vorläufer der Universität wurde. In Köln erhielt er als Assistent Alberts die wesentlichen Prägungen seines Denkens. Dort entstanden seine ersten Werke und in Köln empfing er die Priesterweihe.
    Ich habe meine Mitschwester, die begeisterte Theologin ist, gefragt, was ihr denn so ganz spontan zu Thomas von Aquin einfallen würde. Dann hat sie gelacht und mir zwei Dinge erzählt. Zum einen, dass es seinen Schreibtisch wohl noch gibt, der an der Seite, an dem Thomas zu sitzen pflegte, halbrund ausgesät war, weil Thomas eine solche Körperfülle hatte, dass es sonst zu unbequem gewesen wäre. Und sie hat von einer Führung in der Kölner Diözesan- und Dombibliothek erzählt, wo man ihnen frühe theologische Werke zeigen konnte, die Thomas zu seinem eigenen Studium benutzt hat und wo er als Student reingeschrieben, Randbemerkungen und neuere Erkenntnisse drüber geschrieben hatte. Man konnte das genau nachweisen, weil man die Handschrift erkannt hat.
    Was mir und Ihnen vielleicht zu diesem großen Theologen, glaube ich, eher bekannt ist, ist eine seiner großen Hymnen aus seinen Dichtungen und Gebeten zur damals neu aufgekommenen Fronleichnamsprozession und grundsätzlich zur Anbetung der heiligen Eucharistie: "Gottheit tief verborgen". Wobei die ursprüngliche Übersetzung, wenn man seinem Werk und Denken folgen würde, eigentlich heißen müsste: "Wahrheit tief verborgen, betend nah' ich dir." Mich beeindruckt sehr, dass ein so großer Universalgelehrter seiner Zeit solche tiefgründigen Hymnen und Gebete geschrieben hat, die der einzigen Wahrheit seines Lebens huldigt: dem Herrn Jesus Christus.
    3 min
  • Angela Meríci - Auf bewährten Wegen Neues wagen
    Angela Meríci - Auf bewährten Wegen Neues wagen
    Eine junge Frau, gerade mal 17 Jahre alt, wächst beim Onkel am Gardasee auf, weil ihre Eltern kurz nacheinander gestorben sind. Ursprünglich aus bäuerlichem Umfeld kommend und solide christlich erzogen, lernt sie also bei ihm das luxuriöse Leben der vornehmen Gesellschaft der Renaissance kennen. Und es gefällt ihr absolut nicht. Sie geht deshalb in den dritten Orden des Heiligen Franziskus, eine Laiengemeinschaft, die also zu Hause lebt und sich vorrangig karitativen Diensten widmet. Sie widmet sich der Kindererziehung. Sie erkennt, wie ungebildet die Kinder ihrer Heimat aufwachsen. Schulen gibt es nicht. Die Eltern sind unwissend und messen einer gediegenen Ausbildung kein besonderes Gewicht bei.
    In ihrem Heimatort können sie zunächst einige Freundinnen überreden, zusammen mit ihr eine Art regelmäßige Schule zu organisieren. Wegen ihres großen Erfolges lädt man sie 1516 nach Brescia ein, um dort Ähnliches zu versuchen. Mehr und mehr erkennt Angela Merici, wie wichtig für das Wohlergehen der Familien und für eine zivilisierte Gesellschaft eine umfassende Bildung und Erziehung gerade der Mädchen und Frauen ist.
    Und aus diesem kleinen Anfang einer jungen Frau und einiger Freundinnen wird der große Orden der Ursulinen, der neben den Jesuiten die Erziehung und Bildung großer Teile der Jugend Europas und Amerikas anvertraut ist. Angela verfasst Merkschriften und ein Vermächtnis. Beide Schriften mit Anleitungen für Erzieherinnen. Glaubenspraxis und Pädagogik der Angela wirken beispielgebend und machen sie zur gesuchten Ratgeberin und wichtigen kirchlichen Reformerin in ihrer Zeit. Zwei Merksätze von ihr, also bald mehr als 500 Jahre alt, gebe ich gerne mit in den Tag. Sie schreibt: "Übt gegenüber jedermann Freundlichkeit und gibt vor allem acht, dass eure Weisungen nicht unter Zwang erfüllt werden. Denn Gott hat einem jeden die Freiheit verliehen. Darum zwingt niemand, sondern gebt nur Hinweise. Ruft und ratet". Und der zweite Satz: "Handeln, wie der Geist es eingibt, weitergeben, was Jesus lehrt, auf bewährten Wegen Neues wagen".
    4 min
  • Es liegt an uns selbst, die Gnade Gottes neu anzufachen
    Es liegt an uns selbst, die Gnade Gottes neu anzufachen
    "Wie der Herr, so's Gescherr". Die Redensart kennen vielleicht noch manche von Ihnen. Damit ist gemeint, dass die Kinder oft so ähnlich werden wie die Eltern. Das Untergebene ähnlich ticken wie die Chefs. Dass das Verhältnis Schüler und Lehrer abfärben kann. Dass Paulus einen ziemlichen Verschleiß an Mitarbeitern hatte, kann man gut nachlesen. Und alles, was man da so liest, ist einem schon ganz schön schwierig.
    Aber, diese beiden Apostel-Schüler Timotheus und Titus, an die wir heute denken, scheinen in das Schema zu passen, das Paulus versucht hat, für alle Gemeinden, in denen er missioniert hat, Menschen zu finden und einzusetzen, die seine Aufgabe dort weiterführen konnten. Und so sind diese beiden sehr unterschiedlich und haben auch sehr unterschiedliche Aufgaben. Aber gemeinsam ist ihnen, nachdem sie Paulus kennengelernt haben, haben sie seine unglaubliche missionarische Kraft erlebt und sind ihm bis in seinen Tod hin treue Begleiter und Mitarbeiter in seinem Dienst geblieben.
    Die Briefe des Paulus haben manchmal kurze Passagen, in denen auch familiäre Hintergründe seiner Schüler auftauchen. In einem Brief an Timotheus schreibt er ihm:
    "Ich denke an deinen aufrichtigen Glauben, der schon in deiner Großmutter Lois und in deiner Mutter Eunike lebendig war und der nun, wie ich weiß, auch in dir lebt. Darum rufe ich dir ins Gedächtnis: Entfache die Gnade Gottes wieder, die dir durch die Aufhebung deiner Hände zuteil geworden ist! Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit."
    Hier wird mir wieder deutlich, wie lang die Überlieferung unseres Glaubens geschieht und wie einfach es geht, wenn es geschieht. Durch Vorfahren, Großeltern, Eltern, Missionare, die eben vorbeikommen, durch Handauflegung und Taufe. Aber dass es immer an uns selbst liegt, diese Gnade Gottes wieder anzufachen und nicht verzagt und ängstlich zu sein, sondern dem Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit wirklich zu trauen.
    3 min
  • Gott wird Leute vom hohen Ross schubsen
    Gott wird Leute vom hohen Ross schubsen
    "Na, wie ist es mit dir? Wann bist du eigentlich vom Pferd gefallen?" Hat mich vor vielen Jahrzehnten ein junger Franziskaner ganz unverblümt gefragt. Ich hatte nicht die leiseste Ahnung, was er gemeint haben könnte und worauf er eigentlich hinauswollte. Am Ende des Jugendwochenendes damals konnte ich zumindest ein paar dieser Sprichwörter aufsagen, die wir so kennen: wie vom Blitz getroffen, vom Pferd gefallen oder auch vom hohen Ross geschubst und vor allem das vom Saulus zum Paulus.
    Ein sehr verehrter Bischof damals in Erfurt Hugo Aufderbeck hat mal gesagt: "Wenn ich damals gelebt hätte, ich wäre auch Paulus gewesen." Also der, der seinen Glauben, sein Jüdischsein, sein Pharisäer sein, vehement verteidigt und die Christen, die seinem Glauben gefährlich wurden, bis aufs Blut verfolgt hat.
    Ich finde dieses Fest der Bekehrung des Apostels Paulus ein sehr gefährliches Fest. Wir feiern es fein brav, weil wir Gottes Macht feiern, der damals ein Verfolger zu einem seiner leidenschaftlichsten Nachfolger gemacht hat. Aber ich denke, dass die wenigsten, die das in Gottesdiensten und Gebetszeiten feiern und in Predigten loben, daran denken, dass Gott heute die gleiche Macht hat. Er kann uns heute auf die gleiche Weise so vom Pferd unserer kirchlichen Gewissheiten schubsen, dass uns Hören und Sehen vergeht und wir völlig blind sind für das, was Gott wirklich von uns will. Ich bin mir sicher, dass alle aktuellen Probleme unseres Kirche Seins von Macht und sexuellem Missbrauch durch Kleriker, vom Vertrauensverlust gegenüber Bistumsleitungen, von dir als mangelhaft gesehenen Seelsorge in der derzeitigen Pandemie, von der bis heute geltenden Benachteiligung von uns Frauen in der Kirche, dass in all diesen Dingen Gott sich seine Kirche erneuern wird. Er wird Leute vom hohen Ross schubsen. Er wird noch mehr mit Blindheit schlagen und er wird auch viele völlig neu bekehren, damit nämlich seine Wahrheit verkündet wird für Allerwelt und die Menschen von der Finsternis des Unglaubens und Aberglaubens zum wahren Licht der Welt führen.
    3 min
  • Stimmen meine Worte mit dem überein, was ich tue?
    Stimmen meine Worte mit dem überein, was ich tue?
    Ein besonders gütigen und liebenswerten Heiligen feiern wir mit der Kirche heute. Franz von Sales hat von 1567 bis 1622 gelebt. Er war das älteste von zehn Kindern und sollte nach dem Willen des Vaters in den diplomatischen Dienst gehen.Er hat dann zwar Philosophie und Jura studiert, aber aus rein persönlichem Interesse auch Theologie. Nach seiner Anstellung als Rechtsanwalt und eigentlich mit der Aussicht auf eine glänzende Karriere als Senator ließ er sich aber zum Priester weihen und wurde einer der besten Prediger seiner Zeit und damit beauftragt, die Bevölkerung rings um den Genfer See wieder zum katholischen Glauben zurückzubringen. Weil die Herrschenden den Einwohnern verboten haben, seine Predigten zu besuchen, nutzte er intensiv die damals komplett neuen Medien.
    In einer klaren und einfachen Sprache druckte er die damals hochmodernen Flugblätter und heftete sie an Häuser, Zäune und Bäume. Und er brachte seine Botschaft - die Botschaft vom liebenden Gott in der Landessprache, was damals absolut unüblich und sensationell war. Franz von Sales war glaubwürdig in einer Sprache, die Gehör und Glauben fand. Franz war ein begnadeter Prediger und ein vorbildlicher Seelsorger, dem es um die persönliche Vertiefung des Glaubens jedes Einzelnen ging. Er leitete als Bischof sein Bistum mit vielen Besuchen, Predigten und Katechese. Seine Liebenswürdigkeit und die Übereinstimmung von Worten und Taten in seiner Lebensführung brachten ihm das Vertrauen der Menschen.
    Dieser Wesenszug seiner Persönlichkeit gefällt mir in diesen Tagen natürlich besonders gut: Die Übereinstimmung von Worten und Taten. Nehmen wir doch heute mal diesen Satz auf und schauen wir bei uns selber, wie es denn bei mir selbst ist. Stimmen meine Worte mit dem überein, was ich tue? Bin ich in dem, was ich tue, glaubwürdig für das, was ich sage?
    3 min
  • "Tu erst das Notwendige!"
    "Tu erst das Notwendige!"
    Ich sitze vor meinem PC und ich habe keine Idee. Ich weiß nicht, was ich Ihnen heute am Freitagmorgen mit auf den Weg geben könnte. Die Lesung sagt mir heute nichts. Die Heiligen des Tages, ja okay. Eine spannende Begebenheit, die ich mit ihnen teilen könnte? Eher nicht. Ich schaue mich um und werfe dann einen Blick auf die vielen kleinen Zettel, die ich mir immer unter die Tastatur klemme, weil ich mein schlechtes Gedächtnis irgendwie überlisten will. Und da finde ich viel:
    Eine Telefonnummer ohne den dazugehörigen Namen. Also weg mit dem Zettel. Drei kleine Zettel mit den Namen und Daten der verstorbenen Schwestern seit 2019. Oh! Ja, es ist eine Hilfe, wie sie zu beten und sich an manch schöne Begebenheit mit ihnen zu erinnern. Dann der Titel einer CD mit Liedern zur Laute aus Renaissance und Barock. Ach ja, die wollte ich mir eigentlich zu Weihnachten gewünscht haben. Klingt aber immer noch interessant. Dann zwei Zettel mit einem eilig mit gekritzelten Strickmuster. Ach ja, das wollte ich auch mal machen. Dann der Name einer Mitarbeiterin, die ich mal anrufen und ein paar Sachen mit ihr besprechen wollte. Es ist immer noch aktuell, also obenauf. Ach ja, und da ist meine Skype-Adresse, die ich schon wieder mal gesucht hatte. Eine Weihnachtskarte von jemanden, den ich nicht kenne, die aber eine schöne Marien-Ikone vorn drauf hat. Ja, und auf meinem Mauspad grinst mich der Geißbock Hennes vom FC Köln an und fragt: Na, Mäuschen! Und der meint echt nicht mich. Film und Buchtitel. Ein Backrezept für ein Haferbrot und eine leere Druckerpatrone, die mich erinnern soll, eine neue zu besorgen. Und an meinem Bildschirm klebt eine Postkarte mit der Aufforderung, die dem heiligen Franziskus von Assisi zugeschrieben wird: Zuerst das Notwendige, dann das Mögliche und plötzlich schaffst du das Unmögliche.
    Ich habe also meine Zettel sortiert, mich an einige Aufgaben erinnert und sie aufgeschrieben in meine To-do-Liste für heute. Mit Schmunzeln Notizen zur Seite gelegt und mit ihnen jetzt geteilt, dass manchmal das Leben sehr alltäglich, unspektakulär, langweilig, ermüdend und wenig anregend ist. Damit erzähle ich Ihnen nichts Neues, das kennen viele von Ihnen. Aber dann mit einer simplen Postkarte, die da schon ewig lange klebt, ermutigt zu werden, trotzdem das Notwendige heute zu tun, das zu schaffen, was möglich ist. Und die Verheißung zu bekommen, dann auch unmöglich Scheinendes zu schaffen. Das klingt jetzt gar nicht mehr so abwegig, auch wenn mich Hennes immer noch angrinst und "Na, Mäuschen!", sagt und immer noch nicht mich meint.
    4 min
  • Schützen schützen – auch in der Pandemie?
    Schützen schützen – auch in der Pandemie?
    Die Legende schildert über Sebastian, dass er zur Zeit von Papst Gaius und der Verfolgung unter Kaiser Diokletian Hauptmann der Prätorianergarde am kaiserlichen Hof gewesen ist. Er hat dort verheimlicht, dass er auch Christ ist, aber seine Stellung hat ihm erlaubt, seinen Glaubensgenossen in den Gefängnissen Roms beizustehen. Er spricht ihnen Mut zu, kann auch immer weitere Römer bekehren, wirkt Wunder, bekehrt auch römische Adelige und sorgt für die Bestattung der Märtyrer. Als Kaiser Diokletian aber von dessen Glauben erfährt, lässt er ihn fesseln und von Bogenschützen erschießen.
    Dieser Sebastian ist der Patron der Schützenbruderschaft hier in Olpe, die 1311 zum Zweck der Stadtverteidigung gegründet worden ist. Ich würde heute nicht so ausgiebig von ihm erzählen, wenn es nicht hier in Olpe ein sehr ausgiebiges Brauchtum dazu gäbe. Am Vorabend gibt es seit einigen Jahren wieder das Beiern. Das heißt, die Glocken werden so angeschlagen, dass Musikstücke und Lieder erklingen. Es gibt dann abends ein Festhochamt in rappelvoller Kirche mit Musik, mit dem Musikzug der Feuerwehr und dann natürlich der Umtrunk der Schützenbrüder. Am Anfang war mir das so fremd, dass ich nicht so genau wusste, ob ich im Gottesdienst lachen oder ernsthaft bei der Sache sein sollte. Aber weil mir dann auf meine Nachfrage Schützen erklärt haben, dass die Schützen gegründet worden sind, um zu schützen - die Stadt, die Kirche, den Glauben - da war ich ein bisschen versöhnt.
    Aber das war ja alles bisher so, aber auch dieses Jahr ist immer noch alles anders. Im Proklamandum am Sonntag wurde verkündet, dass der Vorstand des Schützenvereins auch in diesem Jahr aus Gründen der Pandemie diesen Festgottesdienst absagt. Jetzt wäre ich natürlich darauf gespannt, was die Schützen denn jetzt machen. Bleiben sie halt alle zu Hause und der Tag vergeht ohne die äußeren Feierlichkeiten glanzlos. Vielleicht aber, ein bisschen ist es meine Hoffnung, erinnert sich der eine oder die andere daran, dass es ja auch und trotzdem Aufgabe der Schützen ist, den Glauben zu schützen. Zunächst mal - und in diesem Pandemiejahr wohl besonders - den eigenen Glauben und den der eigenen Familie, der Mitmenschen, derer, die mit uns leben und arbeiten. Und ob sie die Stadt auch weiterhin schützen. Vor Demagogen und Hetzern, vor Fake News und gebrüllten Parolen, vor Fremdenfeindlichkeit und Hass auf andere Religionen. Das scheint mir jetzt mal spannend und eigentliche Aufgabe am Fest des heiligen Sebastian.
    4 min

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Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel…

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