Morgenimpuls
Download on the App Store

Morgenimpuls episodes

  • Schenke mir Sinn für Humor
    Schenke mir Sinn für Humor
    Es gibt einige Theorien zum heutigen Datum. Im 16. Jahrhundert, genauer gesagt 1564, verlegt König Karl IX. in Frankreich den Jahresbeginn offiziell vom 1. April auf den 1. Januar. Da es damals ja noch keine schnelle Kommunikation gab, haben viele Menschen am alten Datum des Jahresbeginns, also am 1. April, festgehalten. Andere haben das dann dazu genützt sie zu verspotten, falsche Einladungen zu Neujahrsfesten zu verschicken oder sie zu sinnlosen Aufträgen loszuschicken. So entstanden die ersten Aprilscherze.Eine andere Theorie sagt, dass der Aprilscherz auf heidnische Frühlingsfeste wie die "Hilaria" zurückgeht, bei denen Späße und Verkleidungen ohnehin üblich waren. Hier bei uns in Deutschland gibt es Belege für Aprilscherze seit dem 17. Jahrhundert. Heute ist der Aprilscherz ein international verbreitetes Phänomen und Medien, Unternehmen oder Privatleute verbreiten absichtliche Falschmeldungen oder harmlose Streiche.Sie und ich können sich sicher an Aprilscherze aus der Kinder- und Jugendzeit erinnern, die meistens witzig, manchmal ärgerlich aber am Ende immer zu heiterem Gelächter geführt haben. In Zeiten von Fakenews und Berichten, die so dumm sind, dass es nur Scherze sein können, die sich am Ende aber als wahr erweisen, spüren wir, was dahinter eigentlich gemeint ist. Eine Prise Heiterkeit, harmloser Spaß und ein Humor, der nie den anderen bloßstellen oder beleidigen will. Ein sehr bekanntes Gebet von Thomas Morus nimmt diesen Gedanken auf und sagt zum Ende der Zeilen:"Schenke mir eine heilige Seele, Herr, die das im Auge behält, was gut ist und rein, damit sie im Anblick der Sünder nicht erschrecke, sondern das Mittel finde, die Dinge wieder in Ordnung zu bringen.Schenke mir eine Seele, der die Langeweile nicht fremd ist, die kein Murren kennt und kein Seufzen und Klagen, und lasse nicht zu, dass ich mir allzu viel Sorgen mache um dieses sich breit machende Etwas, das sich 'Ich' nennt.Herr, schenke mir Sinn für Humor, gib mir die Gnade, einen Scherz zu verstehen, damit ich ein wenig Glück kenne im Leben und anderen davon mitteile. Amen"
    4 min
  • Wenn sich das Herz erhellt
    Wenn sich das Herz erhellt
    Im Stundengebet der Kirche heißt es jetzt in der Fastenzeit morgens im Hymnus:Du Sonne der Gerechtigkeit, Christus, vertreib in uns die Nacht, dass mit dem Licht des neuen Tags auch unser Herz sich neu erhellt.Ich finde, das sind deshalb so großartige Worte, weil man dieses Spiel von Dunkelheit und Licht grad wirklich so mit allen Sinnen nachvollziehen kann – gerade jetzt nach der Zeitumstellung. Morgens eine Dunkelheit, von der man ja eigentlich schon froh war, dass wir sie (nach dem Winter) los waren. Die sich aber dann – im Gegensatz zum Winter – doch schnell verzieht. Das Licht bahnt sich kraftvoll und zügig seinen Weg und tatsächlich beflügelt das jetzt im Frühling meine Seele. Vielleicht geht es Ihnen auch so. Ein tolles Bild: Christus selbst ist diese Sonne, dieses Licht. Er macht hell, was im Dunkeln liegt. Vielleicht ja nicht immer. Aber wenn ich ihm meine Dunkelheit, meine dunklen Seiten anvertraue; sie vor ihn trage und ihm sagen kann, was mich da so traurig oder deprimiert macht – dann hat er die Chance etwas zu verändern, zu verwandeln. Dann verliert das Dunkel schon etwas von seiner Macht und Licht bricht auf. Das ist eine Erfahrung, die ich selber schon oft gemacht habe. Da wird das Herz wieder etwas heller. Und noch eine Erfahrung habe ich gemacht: Ich selber kann – sozusagen an Christi statt – helfen, dass andere wieder Licht am Horizont sehen. Einfach dadurch, dass ich zuhöre, hinhöre, aufmerksam bin für die vielen, kleinen Schatten und Dunkelheiten, die Menschen heute das Licht nehmen. Dass ich sie ermutige, darüber zu sprechen und dann manchmal das passieren kann, was im Hymnus eben so ausgedrückt wird:Du Sonne der Gerechtigkeit, Christus, vertreib in uns die Nacht, dass mit dem Licht des neuen Tags, auch unser Herz sich neu erhellt.
    3 min
  • Pilger der Hoffnung
    Pilger der Hoffnung
    Wir sind im Heiligen Jahr 2025 mit dem Titel: "Pilger der Hoffnung". In einer Kirche in der Nachbarschaft sind die Fastenpredigten diesem Thema gewidmet und hat mir einige interessante Erkenntnisse gebracht. Jedes Sonntagsevangelium hat tatsächlich einen Aspekt der Hoffnung in sich. An den vergangenen Sonntagen ging es um erprobte Hoffnung wegen der Erprobung Jesu durch den Teufel, danach um strahlende Hoffnung wegen der Erscheinungen auf dem Berg Tabor, dann um enttäuschte Hoffnung wegen der Erkenntnis, dass nicht nur die anderen an ihren Sünden leiden werden und am kommenden Sonntag um wiedergefundene Hoffnung. Das ist eines der prägenden Evangelien der Christenheit mit dem wundervollen Bild des Vaters, der seinen totgeglaubten Sohn zurück erhält und mit weit ausgebreiteten Armen wieder aufnimmt und den anderen Sohn zurückgewinnt, der dazu erst überzeugt werden muss.Viele von uns kennen diese Episode als die vom verlorenen Sohn und dem barmherzigen Vater und können sich wunderbar in beide hineindenken: in den Sohn, der sich erproben und in die Welt hinausziehen möchte und das auch tut. Dann gerät er an falsche Freunde, verliert alles. Fast alles. Denn er verliert nicht die Gewissheit, dass er zu seinem Vater zurückkehren, ihm alles sagen kann und für seine Fehler Buße tun kann. Und in den Vater, der immer liebender Vater bleibt und gefühlt Tag und Nacht nach ihm Ausschau hält und sein Glück dann überschäumend feiern wird. Solange wir diese Gewissheit in uns tragen, bleibt eine wunderbare Hoffnung, vom liebenden Vater im Himmel immer wiedergefunden zu werden und in seinen Armen geborgen zu sein.
    3 min
  • Sind Sie fastenzeitlich vergnügt?
    Sind Sie fastenzeitlich vergnügt?
    In den letzten Tagen ging es auch in den sozialen Medien immer mal um die Art und Weise, wie das Fasten gelebt werden kann, damit es mehr ist als nur die Figur zu optimieren.Und bei den Gedanken doch statt eines klug ausgewählten Fastenvorsatzes mal eher an die Menschen im realen Umfeld zu denken und zu helfen, gab es sehr viele Reaktionen. Eine Userin schrieb: Oh, da ist es ja sehr viel einfacher auf Süßigkeiten zu fasten. Eine weitere Reaktion, die mich sehr überrascht hat, war, dass eine Sozialarbeiterin, die mit Jugendlichen beschäftigt war, erzählt hat, dass sie mit der Gruppe Jugendlicher mal „Schlechte-Laune-Fasten“ gemacht hat und den Jugendlichen plötzlich sehr schnell bewusst geworden ist, was sich da sofort ändert. Es geht dabei also nicht um das pubertär-normale Auf und Ab der Gefühlslagen, die zum Erwachsenwerden dazu gehören. Es geht um das Ausleben der schlechten Laune, und diesen Keine-Lust-Modus, das abzustellen, wenn man in Gruppen oder Kreisen ist. Und so wie man das dann übt, und in Stehgreifspielen deutlich macht, fällt plötzlich auf, dass man tatsächlich etwas ändern kann, dass aber auch plötzlich eine Last abfällt, wenn man selber spürt, dass ich in der Schlechte-Laune-Spirale nicht bleiben muss, sondern da herauskommen kann. Den Jugendlichen und mir selbst auch wird deutlich, dass es Möglichkeiten des eigenen Tuns gibt, die sehr schnell positive Resonanzen im Umfeld auslösen und hilfreich für ein gutes Zusammenleben sind. Fast am selben Tag bemerkte dann ein Kollege, dass die musikalischen Beiträge zum Morgenlob jetzt fastenzeitlich vergnügt sind. Diese Bemerkung hat mich tagelang sehr entzückt und eine dieser fastenzeitlich vergnügten Titel war dann: "Sag Ja zu mir, wenn alles Nein sagt, weil ich so vieles falsch gemacht“. Diese Bitte an Gott, sein JA zu mir nicht aufzugeben, auch wenn ich immer wieder in die gleichen Fehler tappe und die Gewissheit, dass dieser Gott dafür sogar seinen Sohn hingegeben hat, ist ein Trost und ein richtig guter Grund fastenzeitlich vergnügt zu sein.
    3 min
  • Haben Sie die Strecke schon verlassen?
    Haben Sie die Strecke schon verlassen?
    Ich liebe es, beim Wintersport im Fernsehen zuzuschauen. Meine liebste Disziplin ist Biathlon. Dieser Wechsel aus Langlauf und Schießen, wobei die Treffer oder Nieten sich aufs Laufgeschehen auswirken: es ist immer so spannend. Bei den letzten Rennen bei der Weltmeisterschaft und den letzten Weltcuprennen danach, gab es einige interessante Reaktionen zu beobachten. Ein Biathlet hatte tatsächlich fünfmal nicht getroffen, hätte fünf Strafrunden laufen müssen und hatte keine Lust mehr, weiter zu laufen. Er wurde aber von seinem Team gedrängt, das Rennen zu Ende zu laufen. Ein anderer hat nach vielen Fehlschüssen tatsächlich aufgegeben und die Strecke verlassen. Und wieder eine andere hatte ebenso viele Fehlschüsse, ist im Rennen aber so über sich hinausgewachsen, dass sie noch in den Top 15 gelandet ist, was niemand für möglich gehalten hat.Ich finde das ein ziemlich gutes Beispiel für unser Umgehen mit der Fastenzeit. Wir sind jetzt fast auf der Hälfte der Zeit und am kommenden Sonntag ist der Sonntag Laetare – Freue Dich. Wie war Ihr Rennen bisher? Haben alle Vorsätze und Überlegungen bisher ins Schwarze getroffen oder haben Sie Extrarunden gedreht? Haben Sie an den Tagen, wo Sie gegen Ihre eigenen Vorsätze schmählich verloren haben, alles hingeworfen und die Strecke verlassen? Oder sind Sie immer wieder aufgestanden und haben immer wieder neu angefangen? "Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten" - ein Wort von Katharina von Siena, ist nicht die schlechteste Beschreibung unseres Weges durch die österliche Bußzeit. Aber es muss mir auch immer wieder klar sein, wofür ich diese Zeit vor Ostern nutze. Es geht um eine Umkehr: weg vom Kreisen um sich selbst und wieder hinkehren zu Gott, zu seinem Evangelium, zum Leben als Christen für die Mitmenschen und gegen Vernichtung der Schöpfung. Und selbst, wenn ich in der Zeit viele Nieten geschossen haben sollte, ist uns an Ostern der Jubel aller im Ziel garantiert.
    3 min
  • Nicht das schlechteste Vorbild
    Nicht das schlechteste Vorbild
    Neun Monate vor dem Fest der Geburt des Herrn wird das Fest der Verkündigung gefeiert: der Tag, an dem der Engel zu Maria gesandt wurde und ihr verkündete, dass sie zur Mutter des Messias, des Gottessohnes, erwählt war.Der Engel begrüßt Maria als die "Begnadete" – also von Gott besonders ausgewählte und darüber erschrickt sie sehr. Und sie überlegt sehr gründlich, was das denn zu bedeuten hat.Dann wird ihr angekündigt, dass sie den Sohn Gottes zur Welt bringen soll, dem sie den Namen Jesus geben soll, der groß sein wird und Sohn des Höchsten genannt werden soll, der, der den Thron des Hauses David übernehmen wird und dessen Herrschaft kein Ende haben wird. Jeder von uns würde verstehen, dass sie von einer solchen Ankündigung wie erschlagen wäre und sprachlos und verwirrt und ängstlich.Aber Maria ist es nicht, sondern fragt in Ruhe nach, wie das geschehen soll, da sie noch nicht verheiratet ist. Der Engel erläutert ihr, dass es keine normal gezeugte Schwangerschaft nach menschlichem Maß sein wird, sondern dass der Geist Gottes mit seiner Kraft in ihr Mensch werden wird und das Kind deshalb heilig und Sohn Gottes genannt werden wird.Und trotz dieser Erklärung gehen der jungen Frau garantiert blitzschnell tausend Gedanken durch den Kopf. Sie weiß genau, dass sie davon kaum jemandem erzählen kann, dass sie ihren Eltern ziemlichen Kummer zumuten wird und ahnt, dass es auch ihr Josef zunächst nicht verstehen wird. Und was noch viel schlimmer ist, sie weiß genau, wenn ihre Schwangerschaft sichtbar wird, wird sie, weil sie nicht verheiratet ist, nach dem Gesetz gesteinigt, also auf sehr brutale Weise ums Leben gebracht werden.Und trotz all dieser schlimmen Zukunftsaussichten sagt sie dem Engel zu, dass alles nach seiner Ankündigung geschehen soll.Das macht wiederum uns sprachlos, weil wir ein so anderes Marienbild im Kopf haben, dass über die Jahrhunderte gepredigt und verkündet worden ist. Sie ist also auf keinen Fall die liebe und brave, demütige und fromme Ja-Sagerin, die ja eigentlich keine Wahl hat. Nein, sie ist eine starke Frau, die tatsächlich mehr den Ankündigungen und Zumutungen dieses Gottes vertraut als den Katastrophen, die das für ihr eigenes Leben mit sich bringen könnte. Und viele von uns, die die vielen schlimmen Episoden aus dem Leben Marias kennen, ahnen das auch. Und "Magd des Herrn" heißt in diesem Fall, dass sie ihr Leben auf die Zusagen Gottes setzen will, egal was kommt.Das ist nicht das schlechteste Vorbild.
    4 min
  • Wenn Reden zu wenig ist
    Wenn Reden zu wenig ist
    Wir haben gestern mit dem dritten Fastensonntag die nächste Phase der Fastenzeit begonnen. Diese Zeit ist immer wieder die besondere Zeit, um auf Grundlagen unseres Handelns als Christen zu schauen. Barmherzigkeit als das etwas aus der Mode gekommene Wort - für dieses Handeln wird am deutlichsten im Matthäusevangelium beschrieben. Da heißt es: "Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mir Kleider gegeben. Ich war krank, und ihr habt mich besucht. Ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen."Aus diesem Text haben sich von Anfang des Christentums her die sieben leiblichen Werke entlehnt. Das ist das ganze Hilfs-Spektrum unseres Lebens, wenn wir in Not sind: - wer hungert, braucht keine frommen Worte und guten Trost, sondern Essen, - wer durstig ist, braucht keine Lebensberatung, sondern genug zu trinken für Leib und Seele,- wer in der Fremde strandet, braucht keine Unterrichtsstunden über die Vorzüge des Landes, sondern Unterkunft und Aufnahme, - wer nackt ist, braucht keine moralischen Vorträge, sondern passende Kleidung, - wer krank ist, braucht erstmal keine Lehrfilme über Gesundheitsberatung, sondern Pflege, Hilfe und Medikamente, - wer im Gefängnis sitzt, braucht keine erhobenen Zeigefinger, sondern Besuch und Kontakt und Beziehung,- und für die Toten braucht es eine würdevolle Begleitung auf dem berühmten letzten Weg, weil er und sie niemals ihre Würde verlieren.Bei den sieben leiblichen Werken der Barmherzigkeit wird ganz leicht ganz deutlich: nicht reden, sondern tun ist dran und erste Hilfe zum Leben und Überleben.
    3 min
  • Mit wenig viel erreichen!
    Mit wenig viel erreichen!
    Auf dem Weg nach Bonn mit dem Auto habe ich ziemlich gut in der Zeit gelegen und war schon vorfreudig, dass ich zu meinem Termin überpünktlich da sein würde. Mein Navi hat mir noch 15 Kilometer angezeigt. Für diese 15 Kilometer habe ich dann aber 30 Minuten gebraucht. Und hinter mir, ein riesig wirkender LKW, der bei jedem Bremsmanöver gefühlt auf mein kleines Auto aufgefahren ist.Und ich hatte die Hoffnung, dass sein Fahrer munter und ausgeschlafen ist und mit voller Konzentration dieses nervige Stopp and Go fahren kann. Dann ist er abgebogen und eine junge Frau mit Kopftuch in einem Kleinwagen fährt jetzt hinter mir. Und immer wenn ich aufschaue und sie im Spiegel sehe, lächelt sie und nickt mir zu. Ich lächle zurück und wir spielen dieses Freundlichkeitsspiel solange, bis ich abbiegen muss. Ein bisschen war es wie ein verschmitztes: wir Schleierträgerinnen achten aufeinander. Manchmal hängt tatsächlich das eigene Wohl oder Wehe und das der Menschen an unserem Weg, an ganz alltäglichen Dingen: ausgeschlafene und muntere Verkehrsteilnehmer, ein freundliches Lächeln und ein aufmunterndes Nicken. Der oft so hektische Straßenverkehr und Berufs– und Lebensalltag sind für niemanden immer besonders leicht. Aber es trotzdem relativ leicht, sich gegenseitig die Last leichter zu machen, sie tragen zu helfen. Das erscheint so easy und mancher denkt jetzt vielleicht: dass es doch eher die großen und heroischen Entschlüsse und Taten sind, die einem Menschen das Leben retten, eine Kirche zur Umkehr zwingen, einer Gesellschaft den Ruck zum Guten verordnen. Ich merke, dass es eher die vielen täglichen kleinen Taten und Gelegenheiten sind, die einander spürbar helfen und die Last des Lebens leichter machen. "Einer trage des Anderen Last" so erfüllt ihr Christi Gebot.
    3 min
  • Auf Felsen gebaut
    Auf Felsen gebaut
    Gestern haben wir ein großes Fest gefeiert. Am Fest des heiligen Josef haben wir hier in Olpe nach vier Jahren Bauzeit die neugestalteten Räume unseres Mutterhauses gesegnet. Mit einem Wortgottesdienst in der Mutterhauskirche mit allen Schwestern, den Vertretern der vielen Baufirmen und Gewerke und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer gemeinnützigen Gesellschaft, die die Werke unserer Ordensgemeinschaft weiterführen und immer weiter ausbauen.Das Evangelium, das wir ausgesucht hatten, war das Gleichnis vom klugen Bauherrn, der den Boden tief aushebt und das Fundament auf den Felsen setzt. Und als Sturm und Fluten kamen, konnten sie dem Haus nichts anhaben, weil es auf einen Felsen gebaut war. Beim Zuhören fiel mir natürlich ein, dass ich mal mit einem Hausmeister bis in den tiefsten Keller geklettert bin, weil er mir zeigen wollte, dass das Mutterhaus tatsächlich auf Fels gebaut ist.Was ist bei uns, bei mir, bei Ihnen auf Felsen gebaut? Ist unser Christsein, unser Getauftsein, unser Katholischsein standsicher und felsenfest gebaut? Und worauf? Auf gute Traditionen oder auf gute Erziehung zuhause oder auf gemeinsames Begehen aller Feste und Feiern unserer Kirche? Oder ist es tatsächlich auf Jesus Christus gebaut. Auf seine gute Botschaft vom liebenden Gott, der uns durchs Leben begleitet und leitet und in allen Höhen und Tiefen mit uns unterwegs ist? Ich hoffe es für mich und Sie und uns alle sehr. Und dann können die Stürme, die uns zur Zeit bewegen, die Krisen und Kriege um uns in der Welt toben, wir werden nicht untergehen und das Haus unseres Glaubens wird nicht einstürzen.Nach dem Wortgottesdienst sind wir in zwei großen Prozessionen durchs Haus gezogen und haben die neuen Räume gesegnet, bestaunt und angeschaut und danach – nach gut katholischer Art – mit allen zusammen im großen Speisesaal gegessen und getrunken, weil Speise und Trank Gottes Gabe ist und Leib und Seele zusammenhält.
    3 min
  • Wenn der heilige Josef sich um die Rechnung kümmert
    Wenn der heilige Josef sich um die Rechnung kümmert
    Heute feiern wir mit der Kirche das Fest des Heiligen Josef. Viele Ordensgemeinschaften stehen unter seinem Patronat und ich habe hier eine der vielen überlieferten Geschichten unserer Schwestern, die das unglaubliche Vertrauen unserer Gründerin in den Heiligen Josef so schön beschreibt.eute Mutter Theresia Bonzel begann mit ihren Schwestern das Mutterhaus zu bauen, in dem ein Waisenhaus, eine Kirche, das Noviziat und ein Exerzitienhaus untergebracht werden sollte. Der Bau begann, aber die Bauarbeiten waren teuer und manchmal wusste sie nicht, wie sie die Rechnungen bezahlen sollte. Mutter Theresia hatte ein großes Vertrauen zum heiligen Josef, der ja von Beruf Zimmermann gewesen war. Also betete sie immer wieder und bat ihn um seine Hilfe. Eines Tages, als mal wieder kein Geld in der Kasse, aber eine hohe Baurechnung zu bezahlen war, hatte sie keine Idee, was sie machen sollte. Sie nahm die Rechnung, ging zur Statue des Hl. Josef in der Kirche, schob die Rechnung unter den Sockel und bat ihn, sich um die Rechnung zu kümmern. Und schon hatte sie das Anliegen vergessen und sich anderen aktuellen Problemen zugewandt. Am nächsten Tag kam ein Mann und gab, ohne seinen Namen und seine Adresse zu verraten einen Umschlag ab und sagte, man sollte den Umschlag Mutter Theresia geben. Sie bekam also den Umschlag, schaute hinein und fand genau den Betrag den sie brauchte, um die Rechnung zu bezahlen. In großer Dankbarkeit bestimmte sie dann, dass alle Schwestern in ihrem Namen den hl. Josef tragen sollten. Und so heiße auch ich heute: Sr. Maria Katharina vom heiligen Josef. Wenn wir diese schöne Begebenheit erzählen, weiß man immer genau, was die meisten denken: "Oh, klappt das heute auch noch?" Und dann antworte ich manchmal: Wenn Ihr Vertrauen in die Hilfe des Heiligen Josef so groß ist, wie das unserer Gründerin, dann könnte es klappen.
    3 min

About Morgenimpuls

From the publisher's feed

Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel…

More shows like Morgenimpuls

Blick in die Bibel by DOMRADIO.DE

Blick in die Bibel

2 Listeners

Der 7Mind Podcast by Achtsamkeit & Mentales Wohlbefinden

Der 7Mind Podcast

7 Listeners

Psychologie to go! by Dipl. Psych. Franca Cerutti

Psychologie to go!

53 Listeners

Familienrat mit Katia Saalfrank by Mit Vergnügen

Familienrat mit Katia Saalfrank

10 Listeners

einfach ganz leben by argon podcast

einfach ganz leben

8 Listeners

Own it. Der Female Finance Podcast by Natascha Wegelin

Own it. Der Female Finance Podcast

12 Listeners

Smarter leben by DER SPIEGEL

Smarter leben

50 Listeners

WDR 2 Frag dich fit – mit Doc Esser und Johanna by WDR 2

WDR 2 Frag dich fit – mit Doc Esser und Johanna

12 Listeners

Honigperlen für mehr Selbstliebe by Melanie Pignitter Selbstliebe Trainerin, Autorin, Dipl. Mentaltrainerin

Honigperlen für mehr Selbstliebe

3 Listeners

Frauenstimmen by Ildikó von Kürthy

Frauenstimmen

27 Listeners

Stahl aber herzlich – Der Psychotherapie-Podcast mit Stefanie Stahl by RTL+ / Stefanie Stahl

Stahl aber herzlich – Der Psychotherapie-Podcast mit Stefanie Stahl

35 Listeners

Dr. Anne Fleck - Gesundheit und Ernährung by Audio Alliance / RTL+

Dr. Anne Fleck - Gesundheit und Ernährung

26 Listeners

GANZ SCHÖN MUTIG by Melanie Wolfers

GANZ SCHÖN MUTIG

4 Listeners

Der 6-Minuten-Podcast – Hör dich glücklich! by Dominik Spenst

Der 6-Minuten-Podcast – Hör dich glücklich!

9 Listeners

Zwischen den Zeilen by Bettina Böttinger, Early Studios

Zwischen den Zeilen

11 Listeners