Morgenimpuls
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Morgenimpuls episodes

  • Herr, schenke mir Sinn für Humor
    Herr, schenke mir Sinn für Humor
    Heute ist der Veilchendienstag, so sagt man jedenfalls in karnevalsverrückten Gegenden. Und wieso Veilchendienstag? Eine Erklärung lautet, dass in Alfter, im Vorgebirge, viele Jahrzehnte Veilchen gezüchtet worden sind, die dann im Karneval verkauft wurden. Andererseits stehen Veilchen für Bescheidenheit, Anstand, Hoffnung, Treue und Liebe. Am Veilchendienstag kommt man nach langem, ausgiebigem und ausgelassenem Feiern wieder zur Besinnung und mancher ist vielleicht auch froh, dass er mit einem blauen Veilchenauge davongekommen ist oder jetzt bescheiden sein muss, weil an den Feiertagen sein ganzes Erspartes draufgegangen ist.Als nachdenkenswerte, freundliche Gabe für diesen Tag habe ich für Sie das augenzwinkernde Gebet von Thomas Morus mitgebracht, der vor fünfhundert Jahren gelebt hat und es ausdrücklich ein Gebet um Humor nennt. Er betet also:"Schenke mir eine gute Verdauung, Herr, und auch etwas zum Verdauen. Schenke mir Gesundheit des Leibes mit dem nötigen Sinn dafür, ihn möglichst gut zu erhalten. Schenke mir eine heilige Seele, Herr, die im Auge behält, was gut und rein ist, damit sie sich nicht einschüchtern lässt vom Bösen, sondern Mittel findet, die Dinge in Ordnung zu bringen. Schenke mir eine Seele, der die Langeweile fremd ist, die kein Murren kenntund kein Seufzen und Klagen, und lasse nicht zu, dass ich mir allzu viel Sorgen mache um dieses sich breit machende Etwas, das sich "Ich" nennt. Herr, schenke mir Sinn für Humor. Gib mir die Gnade, einen Scherz zu verstehen, damit ich ein wenig Glück kenne im Leben und anderen davon mitteile. Amen.“
    3 min
  • Denken wir an Gott und seien wir heiter!
    Denken wir an Gott und seien wir heiter!
    Die Karnevalsmuffel haben die Hochburgen an Rhein und Main längst verlassen und machen irgendwo weit weg einen Kurzurlaub. Alle anderen, mich inbegriffen, werden langsam aber sicher hibbelig und vorfreudig aufgeregt und können es kaum erwarten, dass es endlich losgeht – der vielgeliebte Rosenmontagszug. Für mich diesmal nur am Fernseher aber für viele live und in Farbe in Köln, Mainz, Bonn oder auch in den vielen kleinen Städtchen und Dörfern. Aber, aber es ist doch Krieg, da kann man doch nicht feiern? Ja, der Krieg dauert immer noch an und ein Ende ist nicht abzusehen. Aber wir feiern, weil nach all dem Schrecklichen der letzten Jahre die Sehnsucht nach Gemeinschaft, nach Miteinander Singen und Tanzen, sich verkleiden und vergnügt sein, so groß ist. So ist das Leben: Krieg und Frieden, Freude und Leid, Angst und Jubel, Trauer und Erlösung liegen so dicht beieinander, dass es, gerade in unserer Zeit fast mit den Händen greifbar wird. Singen gegen die Angst, zusammenschunkeln gegen die Einsamkeit, Jubeln und Lachen gegen die Mächte des Bösen und des Verderbens. Die einen mögen es Schicksal nennen, gegen das man ohnehin nichts machen kann. Aber andere, ich auch, leben eher aus einer Hoffnung und einer Gewissheit.  Die Gewissheit, dass die Menschen, schon oft, unlösbar scheinende Katastrophen und Kriege überstehen und wieder neu anfangen konnten und die Hoffnung, dass da ein guter Gott ist, dem wir nicht gleichgültig sind, sondern der uns liebt und unsere Wege mitgeht – in Kreuz und Leid, in Lust und Fröhlichkeit und in allen grauen Farben dazwischen. Ein Wort von Johann Wolfgang Goethe, dem großen Dichterfürsten hat mich heute überrascht und so mag ich es Ihnen gerne mit in den Tag geben. Er sagte einmal: "Wenn ich an Gott dachte, war ich heiter und vergnügt." Denken wir heute also zwischendurch immer mal an Gott und seien wir heiter und vergnügt.
    3 min
  • Mit Gottvertrauen ein großes Werk tun!
    Mit Gottvertrauen ein großes Werk tun!
    Ich denke ganz oft, dass wir in schwierigen Zeiten leben und viele von Ihnen denken das auch. Aber wenn ich dann an die Zeiten von Mutter Maria Theresia denke, scheinen mir unsere Probleme echt kleiner. Schon zwölf Jahre nach der Gründung der Gemeinschaft 1863 gab es drastische Verbote durch die damalige Regierung. Es durften keine neuen Mitglieder mehr in die Ordensgemeinschaft aufgenommen werden, das Waisenhaus musste geschlossen werden und Vieles mehr. Lediglich die Krankenpflege war noch möglich, aber in Olpe nur, wenn die Schwestern gerufen wurden und ansonsten nur in den umliegenden Dörfern. Und noch dazu machte der Protektor der Vinzentinerinnen, die im Krankenhaus tätig waren, Mutter Theresia das Leben schwer. Mit Verleumdungen und falschen Behauptungen, mit Anzeigen beim Bischof in Paderborn hat er alles versucht, die Franziskanerinnen aus Olpe zu vertreiben.Dabei sind mir bei Mutter Theresia zwei wichtige Wesenszüge aufgefallen. Zum einen hat sie den Anordnungen der Regierung und der örtlichen Behörden Folge geleistet und alles getan, um die Schwestern und ihre junge Gründung zu schützen. Aber dann hat sie immer auch mit Mut und Courage und einer ziemlichen Portion Bauernschläue, Wege gefunden, die die weitere Existenz möglich gemacht hat. Sie selbst hätte das wohl eher als Gottvertrauen bezeichnet und da ist ja auch was dran.  Als 1900 die Generaloberin der Vinzentinerinnen zu ihr gekommen ist, um sie zu bitten, das Olper Krankenhaus zu übernehmen, hat sie ihr nichts davon erzählt, wiesehr sie in den vielen Jahren unter dem Konflikt mit dem Protektor der Vinzentinerinnen gelitten hat.  So sind im Juli 1900 die ersten Olper Franziskanerinnen ins Krankenhaus eingezogen und haben dort bis 2005 den Dienst an den Kranken und Sterbenden und an den Müttern und ihren Kindern getan. Heute am Gedenktag der Seligen Maria Theresia Bonzel findet wieder die Lichterprozession zu ihren Ehren statt. Sie beginnt um 18.00 Uhr in der Mutterhauskirche mit der Litanei für die Stadt Olpe.
    4 min
  • Hoffentlich erkennt wenigstens Gott ein Muster!
    Hoffentlich erkennt wenigstens Gott ein Muster!
    Wenn ich aus meinem Fenster im Schlafzimmer schaue, fällt mein Blick seit fast einem Jahr auf die Bauarbeiten am gegenüberliegenden Haus. Erst Berge von Holz und Steinen und Bauschutt in den ehemaligen Garten werfen und entsorgen, dann wochenlang keinerlei Regung, dann Anbauten abbrechen und die kahle Wand mit Folie abdichten, dann eine Grube ausheben und die Erde abtransportieren, Verschalungen einbauen, Riesenmengen Beton hineinleiten und abdecken und so weiter. Meist bei Regenwetter oder Schneegestöber oder klirrender Kälte. Manchmal stehen irgendwie wichtig aussehende Leute dort und beugen sich über Zeichnungen und Plänen. Ich habe keine Idee, was da wird, aber die unglaublich vielen verschiedenen Gewerke wissen sehr genau was sie tun, haben einen Plan und verfolgen ihn. Sie erledigen ihren Anteil am Gesamtwerk. Ein bisschen bin ich neidisch. Die vielen Berufsgruppen sehen am Ende des Tages, was sie geschafft haben und nach einigen Wochen können sie ihr eigenes Werk zufrieden übergeben. Bei vielen von uns ist das nicht so. Bei allem Tun und Machen und Arbeiten und Konferenzen und Gesprächen und Haushalt und Kindern und Gebet und Freizeit, kann man oft kein Muster erkennen. Kein schönes, neu aufgebautes Haus mit allem, was man heute so dazu hat: Aufzug, Parkplätze, Terrasse usw. Höchstens ein wirres Durcheinander von Geleistetem und Schiefgegangenem, von Schönem und Schwerem, von Krankheit und Gesundheit, von Lachen und Weinen. Aber ich bin ein grundsätzlich hoffnungsvolles Menschenkind und ich glaube schon, dass ich am Ende meiner Tage und meines Lebens das Muster und manches fertige Projekt erkennen werde und hoffnungsvoll darauf warte, das mir zugesagt wird: Und Gott sah, dass es gut war!
    3 min
  • Wer singt, betet doppelt
    Wer singt, betet doppelt
    Ich glaube, jeder und jede von Ihnen feiert diesen Morgenimpuls in einer je unterschiedlichen Situation mit. Viele werden sicherlich gleich auf dem Weg zur Arbeit sein und dann durch den Berufsverkehr müssen, wenn Sie nicht eh schon mittendrin stecken. Und dann wird Ihnen vielleicht auch auffallen, dass in der Bahn vor allem jüngere Menschen einen Kopfhörer aufhaben oder mancher im Auto die Musik laut aufgedreht hat, so dass man die Bässe gut nach draußen durchwummern hört. Sicherlich, es mag zunächst wie ein sich Abschotten wirken. So Leute mit dickem Kopfhörer auf den Ohren scheinen in ihrer eigenen Welt zu leben, hinter ihren eigenen Windschutzscheiben. Ich kann aber auch sagen, dass so ein Einstieg in den Tag mit Musik einfach schön ist. Auch unser Morgenimpuls ist immer voll mit Texten, Gesängen und Musik. Viele von Ihnen singen die Lieder, die Ihnen bekannt und vertraut sind, mit. Und manchmal beobachte ich auch draußen oder in der Bahn Leute mit Kopfhörern, die rhythmisch mitwippen oder gar leise mitsingen, die richtig Freude an dem haben, was sie da gerade hören und wenn sie an ihrem Arbeitsplatz angekommen sind, gute Laune haben. Was wäre unser Leben ohne Musik, ohne Lieder, ohne Instrumente? Stellen Sie sich mal ein Fußballspiel ohne Fangesänge vor? Zu Coronazeiten war das schrecklich. Und mehr noch, was wären unsere Gottesdienste ohne Gesang, ohne die vielen Lieder, die wir von klein auf kennen? Meine Oma pflegte zu sagen: „Wer singt, betet doppelt.“ Was schon der heilige Augustinus im vierten Jahrhundert wusste – Das stimmt, denn neben dem Kopf darf beim Singen auch der ganze Körper mitmachen. Und wenn so ein Lied in mir oder aus mir erklingt, dann hilft mir das sehr häufig, mit einer Situation besser klarzukommen. Und am schönsten ist es doch, mit Mehreren zusammen zu singen, in einem Chor oder in einem Ensemble. Also: Ob Sie gleich zur Arbeit fahren oder noch unter die Dusche wollen. Singen Sie einfach ein Ihnen vertrautes Lied und Sie werden merken, dass der Tag gleich viel schöner anfängt!
    3 min
  • Auch in der Kirche muss renoviert werden
    Auch in der Kirche muss renoviert werden
    Wer kennt es nicht, irgendwann muss die Wohnung oder das Haus renoviert werden. Und wenn es ein älteres Haus ist, kommt unter der Tapete vielleicht noch eine Tapete hervor. Und dann noch eine. Die kann dann grell mit Blumenmuster sein und ist wohl ein ferner Gruß aus den farbenfrohen 1960er oder 1970er Jahren. Das ist einem Bekannten von mir passiert. Er hat gerade ein Haus von 1969 übernommen. Die hoch betagten Eigentümer haben sich gefreut, dass wieder eine Familie mit Kindern in das Haus einzieht, so wie sie früher als junge Familie in dem Haus gelebt haben. Der neue Eigentümer ist zwar vom Tapeteabkratzen genervt, doch die vielen bunten Tapeten unter der Raufaser-Tapete erinnern ihn daran, dass hier über Jahrzehnte Menschen miteinander ihr Leben geteilt haben, dass das Besitzerehepaar ihre Kinder großgezogen hat, sie miteinander alt geworden sind und nun ihren Lebensabend begehen. Vielleicht ist unsere Kirche ja ein bisschen wie ein Haus. Über viele Generationen leben und wirken Menschen in ihr. Die Mauern bleiben, das Dach auch. Doch innen drin, da gibt es Änderungen. Was heute noch als schick galt, das wird etwas später als überholt angesehen. Also kommt eine neue Tapete drüber. Wichtig ist, dass die Kirche nicht museal erstarrt, sondern immer wieder neu lebendig wird durch die Menschen, die gerade in ihr leben. Manche Glaubenssätze sind unverrückbar wie eine tragende Wand: Christentum ohne Auferstehung oder ohne Gottes- und Nächstenliebe ist undenkbar. Doch andere Dinge sind buchstäblich weniger festgemauert. Nur wohl wenige fühlen sich beispielsweise heute von der Art der Gottesdienstfeier von vor 70 Jahren noch angesprochen; das Verständnis, das Miteinander haben sich verändert. Bei anderen Fragen gibt es schon Zweifel, ob es mit ein bisschen neuer Farbe wirklich getan ist. Und manchmal erweist sich ein vermeintlicher Grundpfeiler, ohne den alles einzustürzen droht, doch nur als Fassadenteil und letztlich austauschbar. Aber: ich finde es faszinierend, dass in unserer Kirche seit zwei Jahrtausenden Menschen ihren Glauben leben. Mancher Gruß aus der Vergangenheit wirkt vielleicht etwas schrill oder befremdlich. Und doch erinnern die Zeichen der Vergangenheit uns daran, wie Christen früher ihren Glauben gelebt haben – und das kann uns für unser Christsein heute inspirieren. Denn dass schon so lange Gläubige in unserer Kirche gemeinsam das Wort Gottes hören und Eucharistie feiern – das schafft eine Verbundenheit über die Zeit hinweg.
    4 min
  • Es ist gut himmlische Fürsprecher zu haben
    Es ist gut himmlische Fürsprecher zu haben
    Wir Katholiken sind schon manchmal ein interessantes Völkchen, speziell wir Katholiken in Olpe im Sauerland: Heute zum Beispiel fasten ganz viele von uns, geben im Laufe der nächsten Tage Almosen in eine Kiste in der Kirche, die dem Bürgermeister gebracht wird, damit er akute Not schnell lindern kann. Dann gehen wir am Sonntag ins Hochamt, wo der Rat der Stadt ein uraltes Gelübde dem Pastor nachsprechen wird, dann in Anbetungsstunden, hören eine hoffentlich gute Predigt am Abend, gehen mit dem Allerheiligsten durch die mit Kerzen beleuchtete Stadt und singen mit Inbrunst vom "Haus voll Glorie schauet weit über alle Land" und dann nach Hause oder ins Pfarrhaus zur Party mit köstlichen italienischen Speisen und gutem Wein.Und warum das Ganze? Zunächst weil mal wieder die Stadt abgebrannt war und deshalb der Rat der Stadt 1665 beschlossen hatte, dieses Gelübde abzulegen und die heilige Agatha als Schutzpatronin gegen Feuersnot zu bitten, ihre Stadt zu verschonen. Weil auf die Fürsprache der Heiligen in Catania auf Sizilien mehrfach ihre Stadt vor dem Ausbruch des Ätna verschont worden war.Wenn sich über viele hundert Jahre bis heute die Verehrung für eine junge Frau erhalten hat, muss da doch etwas mehr dran sein als nur Brauchtumspflege und Respekt vor alten überlieferten Texten. Und genau das ist es: Agatha, diese junge Frau steht für die vielen Christinnen und Christen in der langen Geschichte des Christentums, die mit Mut, starkem Glauben, innerer Freiheit und Gelassenheit für Jesus Christus eingetreten sind, auch wenn es sie das Leben gekostet hat. Es ist gut himmlische Fürsprecher zu haben, die auch uns in existenziellen Nöten in Kirche und Gesellschaft zur Seite stehen und Vorbild sein können.
    3 min
  • Geduld zum Warten auf ihn
    Geduld zum Warten auf ihn
    Ich sitze seit zwei Wochen mit gebrochenem Sprunggelenk, das fein säuberlich verplattet und verschraubt ist, zuhause und übe mich in Geduld. Noch 4 Wochen den Fuß nicht belasten, nur hinstellen und ansonsten sitzen, mit einem wendigen Bürorollstuhl durch die Wohnung rollen und das Treppengehen möglichst noch lange vermeiden. Aber was ist meine kleine Geduld für ein paar Wochen im Vergleich zur erwartungsvollen Geduld von Simeon und Hannah.Maria und Josef tun ihre religiöse Pflicht. Sie bringen ihren Erstgeborenen in den Tempel, um ihn Gott zu weihen und geben die vorgeschriebene Opfergabe ab. Aber dann passiert, dass der sehr alte Simeon dieses eine Kind unter den vielen Neugeborenen, die im Tempel Gott geweiht werden, dieses eine Kind als das erkennt, das bedeutsam für sein Volk und sein eigenes Leben werden soll. Der alte Simeon wartet im Tempel auf die Erfüllung einer Offenbarung. Ihm war gesagt worden, dass er nicht eher sterben werde, bis er den Messias, den Retter aller Menschen, gesehen hat. Als Maria ihm schließlich das Jesuskind in die Arme legt, stimmt Simeon ein Loblied an: "Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, dass du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel."Und auch Hannah, eine sehr alte Prophetin, die seit Jahrzehnten im Tempel lebt, erkennt dieses Kind und spricht darüber zu allen, die im Tempel sind. Simeon und Hannah haben ihr ganzes Leben darauf gewartet und gehofft, dass sie es sein werden, die diesen Messias noch erleben werden, der seit hunderten von Jahren verheißen und vom Volk erwartet wird. Und ihre Hoffnung wird erfüllt. Sie konnten aber nicht ahnen, dass es ein Säugling sein würde, den sie begrüßen und sehen würden. Viele haben einen Fürsten, einen König, einen Revolutionär, einen Kämpfer, einen Machthaber erwartet, der das Volk von innerer und äußerer Fremdherrschaft erlöst und befreit. Aber es ist ein Kind. Und sie erkennen ihn, weil sie sich auf Gott und nicht auf ihre eigenen Vorstellungen verlassen. Ihnen ist in diesem Kind sozusagen ein Licht aufgegangen.Beten wir heute für uns alle in unserer Kirche genau um das: dass uns ein Licht aufgeht und wir ein bisschen mehr erkennen, wie dieser Gott liebt und lebt und wie deshalb Christsein heute gehen kann. Und dass er uns Geduld gebe zu diesem Warten auf ihn und für all den Alltagskram, der im Moment von jedem von uns die je eigene Geduld fordert.
    4 min
  • Lassen wir die Sehnsucht nach Gott in uns wirken
    Lassen wir die Sehnsucht nach Gott in uns wirken
    Anfang Dezember habe ich eine Amaryllis geschenkt bekommen. Also ich wusste es nur, weil ein hübscher Anhänger daran war, auf dem der Name der Pflanze stand. Äußerlich war davon nichts zu erkennen. Es war eine rote Wachskugel auf einem hässlichen Drahtständer und oben war die Wachsschicht kreisrund offen und es war zu sehen, dass da abgeschnittene Blätterkanten herauslugten."Auf keinen Fall gießen", stand auf dem Anhänger und ich dachte, du arme Zwiebel. Jetzt bist du in eine Wachshülle gequetscht und ich darf dich nicht mal mit Wasser erquicken. Aber jetzt, nach 56 Tagen ohne jede Wasser- oder Düngerzufuhr, ist ein halber Meter hoher und dicker Stängel gewachsen und die Knospe, die sich entwickelt hat, wird dicker und dicker und wird in den nächsten Tagen aufspringen und blühen und ich freue mich sehr darauf. Aber es beschäftigt mich schon, dass quasi in der Blumenzwiebel alles angelegt und vorbereitet ist, damit sie ohne alles Zutun wachsen und blühen kann.Ich weiß, dass Vergleiche hinken aber ich kann nicht anders denken als daran, dass Gott der Schöpfer allen Seins, in uns, seine Menschen, alles hineingelegt hat, was wir zur Sehnsucht auf ihn hin brauchen. Und dass wir diese Sehnsucht nur wachsen und gedeihen lassen müssen, damit sie so groß wird und so blüht, bis wir bei ihm angekommen sein werden. Nur dürfen wir nichts tun, was der Entwicklung der Sehnsucht entgegensteht. Nicht mit anderen Dingen die Sehnsucht selbst stillen wollen, nicht das Sehnen mit Süchten selbst erfüllen wollen, nicht vor lauter Ungeduld daran ziehen oder artfremden Dünger daran gießen.Schon bei Augustinus im 4. Jahrhundert heißt es: "Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in Dir" oder noch anders mit einem Liedtext. "Wenn Dein Mund ist stille, dann spricht Dein Herz. Wenn dein Herz ist stille, dann spricht Gott". Gott hat die Sehnsucht nach ihm in unser Herz und unsere Seele hineingelegt wie das Wachsen und Blühen in die Amaryllis-Zwiebel. Lassen wir ihn wirken.
    3 min
  • Jeder Mensch zählt!
    Jeder Mensch zählt!
    Johannes Bosco (Todestag 31. Januar 1888) wächst in sehr ärmlichen Verhältnissen auf. Seinen Vater verliert er früh aber seine Mutter liebt ihn und seine Brüder sehr und gibt ihm ein grenzenloses Vertrauen in Gott mit auf den Weg. Johannes ist ein fröhlicher Mensch der die zauberhafte Gabe hat, auf Menschen zugehen zu können, sie wunderbar zu unterhalten und leicht und locker auch von Gottes Liebe zu erzählen. Er wird Priester und erlebt in Turin, das harte Leben der Jugendlichen, die aus den Dörfern in die Städte ziehen um Arbeit zu finden aber unversorgt und überfordert oft im Gefängnis landen. Dort findet Don Bosco seine Lebensaufgabe. "Erziehung ist eine Sache des Herzens." sagt er und hat mit seiner Pädagogik einen ganz neuen Weg eingeschlagen: Er hat die Jugendlichen gefördert, ihnen zugehört, sie begleitet. Ihm ging es dabei immer um eine ganzheitliche Erziehung. Er will den Jugendlichen immer auf Augenhöhe begegnen. Sein Erziehungsstil, der auf Liebe, Einsicht, Glaube und Prävention setzte statt auf harte Strafen, war revolutionär für die damalige Zeit. Und es gibt so viel zu tun, dass er nach Gleichgesinnten sucht, die ihm helfen, den vielen tausend Jugendlichen gerecht zu werden, ihnen Heimat, Geborgenheit und Ausbildung zu verschaffen. Es entstehen die großen Frauen und Männergemeinschaften der salesianischen Familie, die bis heute in über 133 Ländern im Dienst von Kindern und Jugendlichen stehen um Zukunftsperspektiven zu schaffen. "Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen" ist ein bekanntes Wort von ihm und es klingt freundlich und locker und leicht. Aber es muss die Grundhaltung des Herzens sein, wenn man bis an die Ränder gehen will, Jugendliche aus den Gefängnissen und den Spiralen der Gewalt holen will und sich sicher ist, dass selbst im noch so rauhen Burschen ein guter Kern steckt. "Ich will euch hier und ewig glücklich sehen" - von diesem Wunsch war das ganze Leben Don Boscos bestimmt. Wie kein anderer hat er mit seinem ganzen Lebenseinsatz junge Menschen begleitet. Jeder einzelne junge Mensch war für ihn wichtig, weil er wusste und fest glaubte, dass Gott jeden Menschen liebt.
    4 min

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Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel…

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