Morgenimpuls
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Morgenimpuls episodes

  • Morgenimpuls mit Schwester Katharina
    In der letzten Silvesternacht gab es, wie jedes Jahr, schon Stunden vorher laute Böllerei und schon länger vor Mitternacht dachten manche, nicht mehr warten zu können und legten los mit bunten und lauten Silvesterraketen. Wir saßen in der Anbetungskapelle, mitten in dem ganzen Trubel, zwischen Marktplatz und Kurkölner Platz und dachten zwischendurch, wir hätten die Mitternachtsglocke überhört. Selten habe ich sosehr gespürt, dass dieser Gott genau in diesen Trubel gekommen ist. In die Feierfreude des neuen Jahres, in das Geistervertreiben mit der Knallerei, in das Trinken und Wünschen und Tanzen und sich alles Liebe wünschen. Und als dann die Glocken geläutet haben und wir das "Lobet den Herren, den mächtigen König der Ehren“ gesungen hatten, sind wir auch nach draußen gegangen um zu schauen, zu staunen, zu grüßen und mit kleinen Wunderkerzen strahlende Funken zu senden. Irgendwann später gab es einen komischen lauten Knall und da hatten Jugendliche unseren Metallbriefkasten mit einem Böller demoliert und die Klappe lag auf der Straße und das Schloss war herausgesprengt. Aber am anderen Morgen, als sei nicht gewesen, stand in dem demolierten völlig offenen Briefkasten ein Brief für uns Schwestern mit einer Einladung zu einer Veranstaltung. Dieses Bild mit dem kleinen Brief, der in dem kaputten Briefkasten stand, ist für mich schon jetzt DAS Bild des Jahres 2024. Es ist mit einem Schmunzeln der Beweis, dass Gott in all unser Durcheinander, in all den Lärm und auch nicht sehr schönen Erlebnisse, mitten dahinein seine Botschaften schickt und uns erreichen kann. Das Wort für heute steht beim Propheten Jesaja. Er sagt: "Wendet euch mir zu und lasst euch erretten, ihr Menschen aus den fernsten Ländern der Erde; denn ich bin Gott, und sonst niemand. Ich habe bei mir selbst geschworen, und mein Mund hat die Wahrheit gesprochen, es ist ein unwiderrufliches Wort: Vor mir wird jedes Knie sich beugen, und jede Zunge wird bei mir schwören: Nur beim Herrn - sagt man von mir - gibt es Rettung und Schutz.“ Tun wir das einfach und nehmen wir seinen Brief aus dem demolierten Briefkasten an.
    4 min
  • "Jesus Christus, erbarme dich meiner"
    "Jesus Christus, erbarme dich meiner"
    Im ersten Jahr, als wir die ägyptisch koptische Flüchtlingsfamilie bei und aufgenommen hatten, gab es mit dem kleinen Sohn das schöne Spiel, an den Bildern und Statuen im Haus entlangzugehen und die Namen der Personen zu sagen. Aber das ist für einen Einjährigen nicht so leicht. Aus Katharina wurde also Nina, aus Veronika wurde Otta, aus dem Hl. Josef wurde Bubu und so weiter. Und im Treppenhaus, an einem Poster mit einem Kreuz kam dann: Oh guck: Schua. Es hat ein bisschen gedauert bis ich verstanden habe, dass er Jeschua – Jesus meinte. Heute denken wir mit der ganzen Kirche an den Heiligsten Namen Jesu. Der Apostel Paulus bringt die große Bedeutung des Namens Jesu in den Zeilen des Philipperbriefes auf den Punkt. Da heißt es: "Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt 'Jesus Christus ist der Herr' – zur Ehre Gottes, des Vaters"Der Name ist schon von seiner Übersetzung her gewissermaßen Programm. Denn "Jesus" (von Jeschua oder Jehoschua) bedeutet wörtlich übersetzt "Gott rettet". Somit spricht jeder, der den Namen Jesu nennt, immer auch ein kurzes Glaubensbekenntnis. In den Jahrhunderten ab 1500 haben die Franziskaner und die Jesuiten, die Verehrung des Namens Jesu, und damit des menschgewordenen Gottessohnes besonders gefördert. Erst seit 2002 ist er wieder als Gedenktag im römischen Kalender. In der Ostkirche hat sich das immerwährende Jesusgebet, auch Herzensgebet genannt, erhalten und viele Menschen beten es. Es ist ganz einfach und heißt: "Jesus Christus, erbarme Dich meiner". Nehmen Sie sich zwischendurch in einer Pause, beim Warten an der roten Ampel, auf die Bahn oder beim Weg zum Einkaufen vor, dieses kleine Gebet zu beten: Jesus Christus, erbarme Dich meiner. Sie bekennen und vertiefen ihren Glauben an den rettenden Sohn Gottes und an den, der gesagt hat: Ich bin bei euch alle Tage, bis zum Ende der Welt!
    4 min
  • Mit der Wirklichkeit geistlich sein
    Mit der Wirklichkeit geistlich sein
    Der neu ernannte Erzbischof von Paderborn, Udo Markus Bentz wurde am 9. Dezember im Paderborner Dom vorgestellt und von vielen Menschen im vollen Dom herzlich begrüßt. Und dann hat er in einer kurzen Ansprache von sich erzählt und von seinem Werdegang und von den Tagen bis zu dieser Ernennung. Und von den vielen schönen Sätzen und Erkenntnissen dieser Rede ist mir ein Satz hängengeblieben. Er hatte an dem Tag, bevor er von seiner Ernennung erfahren hatte, mit Diakonen darüber nachgedacht was es bedeutet, "an der Wirklichkeit vorbei kann man nicht geistlich sein…".Ja, genau das ist es, was auch den franziskanischen Ansatz der Verkündigung ausmacht. Die Wirklichkeit sehen und leben und durchdenken und dann mit dem Evangelium, den Worten aus der Heiligen Schrift in Beziehung setzen und Kraft und Energie daraus ziehen. Oder auch andersherum, die Texte in den Gebetszeiten lesen und hören und dann über den Tag reflektiert im Handeln in die Wirklichkeit einbringen und Realität werden lassen. Wenn ich schon mal den Begriff "Das Evangelium leben" benutze, verstehen viele Zuhörende diesen Begriff gar nicht mehr. Von daher gefällt mir der Begriff "mit der Wirklichkeit geistlich sein" so viel besser und ist für viele wahrscheinlich verständlicher.Der Hymnus der heutigen Laudes macht noch einmal deutlich: Gottes Wort ist es, das Anfang und Ende der Welt begründet und uns damit im Neuen Jahr Zuversicht schaffen will."Wort Gottes, dessen Macht und Ruf im Urbeginn die Welt erschuf. Du bist der Anfang und das Ende.Der Himmel und die ganze Welt sind deiner Hoheit unterstellt. Du bist der Zeiten Lot und Wende.Die Weisheit baute sich ein Haus, darin spricht Gott sich selber aus, und dieses Wort hat uns getroffen.Nun ist die Welt nicht mehr so leer, nicht mehr die Last so drückend schwer: Der Weg zum Vater steht uns offen."
    3 min
  • Vertrauen wir im neuen Jahr auf den Segen Gottes
    Vertrauen wir im neuen Jahr auf den Segen Gottes
    Von Ursula Sänger-Strüder gibt es einen kurzen Text für diesen Neujahrsmorgen. Er heißt:"Manchmal wünsche ich mir da kommt eine/r und weckt uns polternd auf aus dem Schlaf der Mittelmäßigkeit. Erinnert uns an unseren Auftrag fröhlich, beharrlich Gottes Wort weiterzutragen, ernst zu machen mit seiner Verheißung und an seinem Reich mitzubauen"Das ist ein ziemlich starkes Wort und verschreckt ganz schön. Aber es heißt darin: fröhlich und beharrlich Gottes Wort weiterzutragen.Das alte Jahr 23 ist vergangen. Kölner würden sagen: Was fott is, is fott. Vergangenem nicht nachtrauern ist eine gute Entscheidung, damit in Herz und Seele Platz wird für Neues. Das Neue fängt einfach an: Vor vielen Jahrhunderten wurde der Jahreswechsel so festgelegt. "Et is, wie et is", sie wissen schon, die Kölner sagen es so. Und wenn es so ist, dann ist es klug, es so zu nehmen und in Gottes Namen zu beginnen.Das alte schließen, und das neue freundlich grüßen. "Et kütt, wie et kütt", die Gelassenheit zu haben, ein neues Jahr mit allem anzunehmen, von dem wir überhaupt nicht wissen, was es bringen wird, hat mit dieser Freundlichkeit zu tun. Wenn ich den neuen Tag mit einem Lächeln in mein Spiegelbild beginne, lächelt mir der Tag zurück. Begrüße ich das neue Jahr mit einem Lächeln.Ernst zu machen mit der göttlichen Verheißung ist nicht so easy, wenn man, wie viele von uns, nicht mehr so fit und voller Tatendrang ist und Herz und Leib und Seele einen guten Anstupser gebrauchen können. Im Buch Numeri steht der schöne Text, der seither im neuen Jahr als Lesungstext in der Eucharistiefeier gelesen wird:"Der HERR sprach zu Mose: Sag zu Aaron und seinen Söhnen: So sollt ihr die Israeliten segnen; sprecht zu ihnen: Der HERR segne dich und behüte dich. Der HERR lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Der HERR wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden. So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen und ich werde sie segnen."Vertrauen wir im neuen Jahr auf diesen Segen Gottes mit der Bitte, dass er gebe, dass es gut wird, was wir beginnen und mit Tatendrang anfangen.
    4 min
  • Zwischen den Jahren
    Zwischen den Jahren
    Wir sind "zwischen den Jahren" – Weihnachten ist irgendwie schon vorbei, das aktuelle Jahr liegt in den letzten Zügen, aber das neue ist noch nicht da. Wobei wir Christen wissen: Die Weihnachtszeit, die dauert ja noch. Viele Menschen nutzen die Tage jetzt zum Entspannen, vielleicht das Buch zu lesen, das man geschenkt bekommen hat oder man hat endlich mal Zeit für die Familie. Zwischen den Jahren: 2023 ist gefühlt vorbei, 2024 aber noch nicht da. Mir fällt auf: Eigentlich sind wir Christen immer "zwischen den Jahren". Denn wir warten ja auf die Wiederkunft von Jesus Christus. Das klingt erstmal etwas fremd, aber so endet die Bibel: mit der festen Hoffnung, dass am Ende der Zeiten – "Endzeit", klingt irgendwie bedrohlich – Jesus wiederkehrt.  Und gleichzeitig sagt Jesus im Matthäusevangelium: "Ich bin bei euch alle Tage".  Ja, was denn nun? Ist er schon da oder kommt er noch? Beides, wir können uns auf seine Gegenwart jetzt verlassen, im Gebet, in der Begegnung mit anderen Menschen, im Gottesdienst. Und dann sagt die Bibel, dass diese Welt irgendwann endet und Jesus Christus wiederkommt. Ob das mit der Apokalypse so sein wird wie in manchen Hollywood-Filmen mit Erdbeben und allen möglichen Katastrophen? Das weiß ich nicht. Aber tröstlich finde ich den Gedanken, dass wenn alles irgendwann endet, wir darauf vertrauen können, dass dann Jesus Christus mit uns da ist. Die Welt vergeht, aber Jesus bleibt. So klingt das mit dem Ende der Welt dann gar nicht so mehr so bedrohlich. Also, genießen Sie die Zeit zwischen den Jahren.
    3 min
  • Diese Macht hat nur Gott
    Diese Macht hat nur Gott
    Dieser Tag, der Tag der unschuldigen Kinder beginnt mit Angst. Die Angst des Königs Herodes vor einem angekündigten neuen König. Nein, er hat keine Angst vor einem Säugling, aber er hat Angst, irgendwann einmal seine Macht abgeben zu müssen. Und er reagiert, wie viele Diktatoren vor und nach ihm. Er lässt morden. Um auch ja diesen Säugling zu erwischen, lässt er alle Säuglinge und Kleinkinder in Bethlehem und Umgebung umbringen. Sie können nichts für die Angst eines Königs und haben von dem neugeborenen König noch nichts gehört. Sie können sich nicht wehren, aber die Nachricht von ihrem Tod ist bis heute bekannt und dieser Tag wird begangen als ein Tag für alle, die um ihr Leben gebracht worden sind, weil sie diesem Gott, der als schutzloses Kind auf die Welt gekommen ist, mehr geglaubt haben als einem ängstlichen aber machtvollen König oder Diktator. Der König hatte Angst davor, von diesem Kind vom Thron gestürzt und seiner Macht beraubt zu werden.Mir selbst bleibt immer aus dem Evangelium des ersten Weihnachtstages von Johannes ein Satz hängen, der mich dann sehr beschäftigt. Da steht: "Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden. Allen die an seinen Namen glauben." - Allen, die IHN aufnahmen gab er Macht: und zwar keine Macht im irdischen Sinn um Völker und Staaten zu regieren und vielleicht auch diese Macht zu missbrauchen. Er gibt uns allen, die ihn im Herzen, mit Verstand und Glauben aufnehmen, die Macht seine Kinder zu sein. Kinder eines Vaters, der uns bedingungslos liebt und Kraft und Geist und Stärke verleiht, der seinen Sohn sendet, um uns noch näher zu sein und unser Leben zu teilen und uns aus den Verstrickungen des Unguten und Bösen herauszuholen. Und dann am Ende sogar den Tod zu überwinden und Leben in seiner Herrlichkeit auf immer möglich zu machen.Und solche Macht hat niemand sonst: kein Putin, keine Hamas, kein Trump, kein Jinping und keine Terroristen jeglicher Färbung. Diese Macht hat nur Gott. Das heißt nicht, dass die Kinder Gottes leichter durchs Leben gehen. Aber es bedeutet, dass sie mit glaubendem Herzen besser mit dem fertig werden, was sie im Leben bedrängt. Weil sie wissen, dass sie einen Vater haben, der sie liebt. Gott sei Dank.
    4 min
  • Gott ist die Liebe
    Gott ist die Liebe
    Der heutige Gedenktag des Apostels und Evangelisten ist mit einem alten Brauch verbunden, der "Johannesminne". In meinen ersten Jahren im Kloster gab es am Johannestag einen Brauch, den ich nicht kannte und der uns jungen Schwestern ein bisschen komisch und witzig, weil eben fremd, war. Die Oberin hat eine Flasche des eigens in der Heiligen Messe geweihten Weines geöffnet, ein Glas eingeschenkt und ist von Schwester zu Schwester gegangen und hat feierlich gesagt: "Trinke die Liebe des heiligen Johannes!"In der vorchristlichen Antike kannten die Griechen und Römer ein besonderes Trankopfer zu Ehren ihrer Götter. Ähnliches begegnet uns bei den Volksstämmen der Germanen. Das Mittelalter wandelte diesen uralten Brauch zu einem "Trinken zu Ehren der Heiligen" um. Bis in die jüngere Zeit reichte man in der römischen Basilika San Nicola in Carcere am Tag des großen Volksheiligen Nikolaus Brot und Wein; die Pilger, die zur Heiligtumsfahrt nach Kornelimünster bei Aachen wallfahrteten, erhielten Kornelibrot und -wein. Aber sowohl die Römer als auch die Rheinländer – die in ihrer Mentalität ziemlich verwandt sind – dürften diese Form der Verehrung zu eifrig betrieben haben. In unseren Tagen muss sich der Gläubige an beiden Orten mit Brot alleine begnügen.Es ist ein sympathischer Brauch, mit einem guten Wein anzustoßen und auf den zu trinken, der so wunderbar in einem Brief gesagt hat: "Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm"
    3 min
  • Kleiner Gott, wir lieben dich
    Kleiner Gott, wir lieben dich
    Wir alle kennen das große Te Deum im Gotteslob: das "Großer Gott wir loben Dich, Herr wir preisen Deine Stärke. Vor Dir neigt die Erde sich, und bewundert Deine Werke." In der Version die wir kennen, wird die Größe und Herrlichkeit Gottes besungen, auch alle, die ihn loben und preisen werden aufgezählt: die Engel, die Apostel und die Propheten, und die Blutzeugen, wie der Heilige Stephanus, an den wir heute denken. Und dann geht es in den nächsten Strophen um unsere Versprechen, ihm zu dienen und ihn zu ehren und an ihn zu glauben. Sehr machtvoll, sehr prächtig, sehr inbrünstig geschmettert an hohen Festtagen.Bei dem Schweizer Pfarrer Ueli Greminger habe ich eine Version des Liedes gefunden, die genau in unsere Zeit zu passen scheint. In die Zeit, die geprägt ist von Krieg und Krisen, von Diktatoren und Tyrannen, von Millionen Flüchtenden, von Katastrophen und Nöten, die unendlich viele Menschen betreffen. In seiner Version des "Großer Gott wir loben Dich" heißt es ganz anders:Kleiner Gott, wir lieben dich. Kind, uns rührt das Schwache, Zarte.Wieder zeigt an Weihnacht sich: Weiches bricht das Starke, Harte.Klein fängst du auf Erden an, dass der Mensch dich lieben kann.Gott zeigt sich als Menschenkind, denn wir fürchten seine Größe.Weil wir eingeschüchtert sind, zeigt sich Gott in seiner Blöße.Und er zittert und er friert, dass der Mensch die Angst verliert.Kleiner Gott, dich lieben wir. Klein ist noch dein Reich auf Erden.Schwache Menschen dienen dir, und dein Reich wird grösser werden.Friede sei in diesem Haus Und dring in die Welt hinaus.
    3 min
  • Richten wir uns neu aus!
    Richten wir uns neu aus!
    Schauen Sie heute Abend den Kleinen Lord? Der Film kommt jedes Jahr vor dem Heiligen Abend zur besten Sendezeit im Fernsehen. Wir schauen ihn jedes Jahr und auch unsere brasilianischen Mitschwestern kennen ihn von Zuhause. Was finden wir so toll an diesem Weihnachtsfilm, der nach einem Kinderbuch von Frances Burnett verfilmt worden ist? Es ist diese Geschichte vom unbefangen an das Gute im Menschen glaubenden Jungen, der, von seiner Mutter gut erzogen, seinen Großvater kennenlernt und ihn für den besten Großvater der Welt hält. Er erlebt ihn als griesgrämigen Alten der keine Freude mehr am Leben hat, seine Untertanen terrorisiert und aus diesem Enkel, den er notgedrungen zu seinem Nachfolger machen muss, die gleiche Sorte Mensch machen will. Aber der Junge hat ein gütiges Herz, sieht Not und Leid der Menschen in der Umgebung, entschuldigt manches, was er nicht versteht und nimmt die Menschen in der Umgebung so wie sie sind. Und wir können im Film die Wandlung des Alten Herrn miterleben: vom Griesgram zum lächelnden gütigen, verstehenden, aufblühenden und seine Fehler und Schwächen Erkennenden. Er schämt sich seiner Hartherzigkeit und versucht wieder gut zu machen, was er all die hoffnungslosen Jahre angerichtet hat. Und wir sind mit glücklich, wenn die Geschichte um den falschen Enkel gut ausgeht, der Großvater sogar seine Abneigung gegen die amerikanische Schwiegertochter aufgeben kann und alle laut und glücklich am Weihnachtsabend zusammensitzen: der Herr und die Knechte, der Pfarrer und die Leibeigenen, die Bediensteten und der kleine Lord in der Mitte. Nirgendwo ist die Weihnachtsbotschaft unaufdringlicher und schöner dargestellt: das Kind, das die Großen dazu bringt, zusammen zu kommen, miteinander zu feiern und zu teilen, was sie haben. Und beim Fest sind alle gleich: arm und reich, begabt und begrenzt, fromm und eher nicht so. Und ein bisschen sind wir berührt, weil wir ahnen, dass es oft bei uns selbst nicht so ist, es aber so sein könnte. Und das macht uns Hoffnung. Dieses Kind, das geboren wird und dessen Fest wir bald feiern, kann es schaffen, dass wir uns neu ausrichten: zu uns selbst, zu unserem Nächsten und zu Gott.
    4 min
  • Weihnachtswunder
    Weihnachtswunder
    Was denken Sie, wird für Sie das diesjährige Weihnachtswunder? Dass wir nicht wieder, wie in Pandemiezeiten, zuhause sitzen müssen, um einander nicht anzustecken? Dass wir in unserer Nähe keinen Krieg befürchten müssen, weil die Ukrainer für uns die Russen aufhalten in deren wahnsinnigen Überfall und Landraub? Dass ein Radiosender eine unglaubliche Kampagne losgetreten hat um Müttern und Kindern in Not weltweit zu helfen und schon mehrere Millionen an Spendengeldern zusammengekommen sind? Dass beim weltweit größten Weihnachtssingen im Dortmunder Stadion mehr als 73.000 Menschen Advents- und Weihnachtslieder gesungen haben? Sicher gibt es noch unendlich viele kleine und große Wunder, die geschehen, weil Menschen aufmerksamer werden für das Wunderbare der Weihnacht.Mir hat am Montag auf einem Weihnachtsmarkt eine Frau ihr Weihnachtswunder erzählt. Ich stehe mit einem herrlich duftenden heißen Kaffee an einem kleinen Stehtisch auf dem festlich geschmückten Markt und eine Frau kommt dazu und fragt, ob sie sich zu mir stellen darf. Ja gerne. Ich wünsche ihr guten Appetit zu einem riesengroßen Germknödel mit Vanillesoße, sie bedankt sich und erzählt in einem Satz, dass sie das heute als ihr Weihnachtswunder feiern wird: dass sie nämlich heute die Bestätigung bekommen hat, krebsfrei zu sein. Nach jahrelangem Kampf und vielen Höhen und Tiefen ist es nun geschafft. Und das feiert sie auf einem Weihnachtsmarkt mitten in der Großstadt, der auch "Markt der Engel" heißt, mit ihrem Mann der gerade dazu kommt und mit zwei Ordensfrauen, die sich mit ihr aufrichtig freuen.In den uralten Sehnsuchtstexten der Bibel heißt es für heute:O Morgenstern, Glanz des unversehrten Lichtes, der Gerechtigkeit strahlende Sonne: o komm und erleuchte, die da sitzen in Finsternis und im Schatten des Todes!Für diese Frau ist der Morgenstern aufgegangen und hat sie herausgeholt aus der Finsternis der Krankheit und dem Schatten des Todes, der jahrelang über ihr gelegen hat. Dank sein Gott!
    3 min

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Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel…

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