Morgenimpuls mit Schwester Katharina
Manchmal, wenn Zeit ist, höre ich gerne geistliche Musik. Das ist Musik, die biblische oder liturgische Texte nimmt und sie vertont; ob aus dem Mittelalter von Hildegard von Bingen, Claudio Monteverdi aus der Zeit der Renaissance, Händel, Bach oder Praetorius aus dem Barock und noch sehr viele mehr. Und es ist oft ein sehr diffuses Gefühl: Die Musik entführt scheinbar Geist und Seele in eine ganz andere Sphäre und beschwingt oder wühlt auf, beruhigt oder tut einfach gut.Und ganz oft bleibe ich dann so sehr in den Noten und Klängen gefangen, dass ich Raum und Zeit vergesse und ganz berührt bin, wenn nach langer Zeit ein Nachrichtenjingle kommt oder die CD zu Ende ist. Musik wäscht den Staub des Alltags von der Seele, heißt es nicht umsonst. Und noch ganz anders geschieht es, wenn man selbst singt oder ein Instrument spielt oder elektronisch Musik macht.Vorige Woche ist mir das seit langem mal wieder passiert. Wir haben uns zu viert auf der Orgelempore der Mutterhauskirche getroffen, um zwei wundervolle Gesänge zu üben und zu wiederholen, die wir schon lange kennen, aber nur noch selten singen. Für das Jubiläumsfest einiger unserer Schwestern wollten wir das aber gern mal wieder tun. Und ich bin immer wieder verblüfft darüber, wenn die Melodie angespielt wird und die ersten Töne kommen, dann singt es quasi ganz von allein aus mir heraus. Und es kamen in meinem Hinterkopf ganz viele Szenen wieder deutlich hervor, die mit diesen Gesängen und den Feierlichkeiten aus den ersten Ordensjahren zusammenhängen. Und es war dann, nach der kurzen Probe, den ganzen Nachmittag wie eine Dauerschleife eines Filmes mit dieser wunderschönen Musik.Heute ist vielleicht ein guter Tag, um mal wieder die Lieblingsmusik zu hören oder mal etwas ganz anderes und die Seele mit schönen Klängen umarmen zu lassen. Gönn es Dir. Es wird Dir guttun.