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By Volksentscheid Berlin AutofreiBusinessNon-Profit
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ring frei! episodes

  • 42 – mit Zora del Buono über die Frage: Wie lebt es sich mit solcher Schuld?

    8 Menschen am Tag sterben in Deutschland im Straßenverkehr, und es gibt 145 Schwerverletzte – jeden einzelnen Tag.

     

    In allen diesen Fällen gibt es auch Verursacher der Kollisionen – die Töter.

     

    Für Zora del Buono sind das keine abstrakten Zahlen, sondern es ist ihr Leben – im Alter von 8 Monaten wurde ihr der Vater genommen durch einen unverantwortlichen jungen Mann, einen Rowdy – und Mutter wie Tochter die Unbeschwertheit für den Rest ihres Lebens.

     

    Ausgehend von der Frage: „Wie lebt es sich mit solcher Schuld?“ hat sich die Schweizer Journalistin und Schriftstellerin auf Spurensuche gemacht nach dem Menschen, der ihr den Vater genommen hat – in „Seinetwegen“ ihrem mit dem Schweizer Buchpreis prämierten „Roman einer Recherche“.

     

    Bewegend im Gespräch mit ihr ist die Erkenntnis, wie viel Schmerz und Leid jede einzelne der unzähligen täglichen Kollisionen über die betroffenen Menschen bringt – und die krasse Diskrepanz, wie wenig darüber gerade im intimsten Familienkontext gesprochen wird.

     

    Und das auf Opfer- wie auf Täter (oder Töter-)seite.

     

    „Wie lebt es sich mit solcher Schuld?“

     

    Gedanken, Perspektiven, eigener Schmerz und Trauer?

     

    Hört jetzt rein in die neue Folge #42 von „Ring frei!“, dem Podcast des @Verkehrsentscheid Berlin – wenn sie Euch gefällt, teilt die Folge, schickt mir Kommentare, Kritik, gerne auch weitere Vorschläge für weitere Themen und Gäste.

     

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    Weiterführende Links:


    • Website Zora del Buono
    • Verlagsseite zu Seinetwegen
    1 hr 7 min
  • 41 – Wie das gemeinwohlorientierte Straßengesetz Berlin verändert – und wer profitiert

    Am 25.06.2025 kippte das Berliner Verfassungsgericht alle Einwände gegen den Volksentscheid für ein gemeinwohlorientiertes Straßengesetz. In dieser Folge blicken wir zurück auf den wegweisenden Gerichtserfolg und erklären systematisch, warum dieser Gesetzentwurf ein Game-Changer für Berlins Mobilität ist – und welche Gruppen konkret profitieren: 


    1. Der Kern-Mechanismus:  

    • Das Gesetz beschränkt den "Gemeingebrauch" von Straßen (analog zu Sondernutzungserlaubnissen).  
    • Beispiel: Wer heute als Gastronom auf dem Gehweg einen Café-Tisch aufstellt, braucht eine Genehmigung – künftig gilt Ähnliches für privaten Kfz-Verkehr.  
    • Vorteil: Direkte Wirksamkeit ohne Umweg über die Verwaltung.  


    2. Die großen Gewinner:  

       - Alle Berliner:innen:  

    •      Weniger Stau, Lärm und Abgase.  
    • Mehr Sicherheit für Fußgänger:innen und Radfahrende.  


       - ÖPNV-Nutzer:innen:  

    • Busse kommen pünktlicher an (keine Staus mehr!).  
    • Mehr Platz für neue Linien und Trams.  


       - Gewerbe & Dienstleister:  

    • Handwerker/Lieferdienste: Effizientere Routinen durch freie Rettungsgassen und Lieferzonen.  
    • Gastronomie: Mehr Fläche für Außengastronomie (statt Parkplätze).
    • Einzelhandel: Belebtere Fußgängerzonen = höhere Kaufbereitschaft.

     

       - Stadtklima & Gesundheit:  

         - Gerichtlich bestätigt: "Kein milderes Mittel" erreicht vergleichbare CO₂-Reduktion (Zitat Urteil: „Ein milderes staatliches Mittel, mit dem eine Reduzierung des Kraftfahrzeugaufkommens in vergleichbarem Umfang – aber weniger belastend – erreicht werden könnte, ist nicht ersichtlich.“).  


    3. Besondere Stärken des Entwurfs:  

    • Rechtssicher: Vom Verfassungsgericht geprüft und für "wasserfest" erklärt.  
    • Pragmatisch: 4 Jahre Übergangsfrist für den ÖPNV-Ausbau.  
    • Sozial gerecht: Ausnahmen für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Handwerker oder systemrelevante Berufe.  


    4. Warum es keine Bevormundung ist:  

    • Das Gericht stellte klar: **Es gibt kein Grundrecht auf uneingeschränkte Autonutzung öffentlicher Straßen**.  
    • Vergleich: "Der Nutzer hat sich mit dem zufriedenzugeben, was geboten wird" (Bundesverwaltungsgericht).  


    Fazit: Das Gesetz ist kein Angriff auf Autofahrende, sondern eine Einladung, Berlins Straßen neu zu denken – für mehr Sicherheit, Klimaschutz und Lebensqualität.


    Und das Allerbeste: Nur noch einmal unterschreiben und einmal das richtige Kreuzchen setzen – es liegt jetzt in unserer aller Hand!  


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    Weiterführende Links:


    • Urteil vom 25.06.25, Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin: Antrag auf Einleitung des Volksbegehrens "Berlin autofrei" ist zulässig
    • ⁠Youtube: M10-Meditation – tiefenentspannt auf Achse⁠
    1 hr 7 min
  • 40 – mit Jule Bosch über die Zukunft, die wir mutig gestalten

    Am 25. Juni 2025 feiert der Verkehrsentscheid Berlin einen historischen Sieg: Das Berliner Landesverfassungsgericht gibt grünes Licht für das „Berliner Gesetz für gemeinwohlorientierte Straßennutzung (GemStrG Bln)". Das bedeutet, dass die Initiative im nächsten Schritt Unterschriften sammeln darf, damit die Berliner Wahlberechtigten die Möglichkeit erhalten, über die Organisation ihrer Mobilität abzustimmen!

    In dieser energiegeladenen Folge sprechen wir am Tag der Urteilsverkündung mit der Zukunftsforscherin, Buchautorin und Unternehmensberaterin Jule Bosch über die Kraft positiver Narrative, die Ängste hinter dem Widerstand gegen Veränderung – und warum Autos längst mehr sind als nur Fortbewegungsmittel. 

     

    Wir tauchen ein in: 

    • Warum der Erfolg vor Gericht ein wichtiger Sieg für zivilgesellschaftliches Engagement ist. 
    • Warum Enttäuschung der Schlüssel für Fortschritt sein kann (und wie Utopien Ängste besiegen). 
    • Die deutsche "Auto-Seele": Wirtschaftsmotor, Identitätssymbol – und wie wir sie transformieren. 
    • Unternehmen – und wie die oftmals schon weiter sind als die Politik. Und wie diese oftmals die wirksamsten Hebel bieten bei der Transformation unserer Gesellschaft.
    • Praxistipps: Wie man gesellschaftliche Trägheit überwindet – von "Bubbles" bis zur Politik. 

     

    Jule bringt ihre scharfe Analyse aus Transformationsberatung und "Eat-your-Enemy"-Ökonomie mit (bekannt durch ihr Startup Holycrab!). Ein Dialog über Mut, kreative Geschäftsmodelle – und warum Verkehrswende immer auch Demokratiearbeit ist.  

     

    Für alle, die nicht nur meckern, sondern machen wollen.


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    Weiterführende Links:


    • Website Jule & Lukas Bosch
    • Buch Ökonomie
    • Website Holycrab!
    • Rednerinnenprofil Jule Bosch
    54 min
  • 39 – mit Sebastian Klein über Toxischen Reichtum und wie Vermögensungleichheit Mobilität und Demokratie zerstört

    In dieser Folge von Ring frei! sprechen wir mit Sebastian Klein, Autor und Transformationsexperte, über die toxischen Auswirkungen extremer Vermögensungleichheit – und warum auch die Mobilitätswende daran scheitert. Klein deckt auf, wie Milliardärsdynastien wie die BMW-Erben fossile Geschäftsmodelle verteidigen, während sie gleichzeitig den Planeten und die Demokratie untergraben.

    Diskutiert werden:

    • Warum die Top 0,1% durch Privatjets und SUVs die Klimakrise anheizen – und warum sie keine Elektro-Revolution wollen.
    • Wie Lobbyverbände wie die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" gezielt die Transformation blockieren.
    • Der absurde Privattunnel eines Porsche-Erben in Salzburg vs. die Realität von Menschen, die an Hauptstraßen leben.
    • Warum unser Wirtschaftssystem Macht statt Gemeinwohl belohnt – und wie wir das ändern können.
    • Demokratie in Gefahr: Warum extreme Ungleichheit unsere Freiheit bedroht – und wie Zivilgesellschaft gegensteuert.


    Mit Sebastian sprechen wir auch darüber, wie Wohlstand in unserer Gesellschaft oft als Symbol für Konsum und Abgrenzung verstanden wird und welche Rolle dies in der aktuellen Mobilitätsdebatte spielt. Welche politischen und kulturellen Barrieren gibt es, die den Fortschritt bei der Verkehrswende hemmen? Was muss sich in unserem Wirtschaftssystem ändern, damit echte Transformation und der Wandel hin zu nachhaltiger Mobilität möglich wird? Diese und viele weitere spannende Fragen beleuchtet unser Gast in der neuen Episode. Ein Gespräch über Reichtum als Waffe, die Psychologie des Hamsterrads – und warum wir dringend neue Narrative für Wohlstand brauchen.


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    Weiterführende Links:

    • Sebastian Kleins neuestes Buch ⁠Toxisch Reich ⁠
    • Sebastian Kleins Buch Der Loop Approach
    • Homepage Neue Narrative
    • Transformationsberatung The Dive
    • Podcast Dystopia Now
    57 min
  • 38 – mit Weert Canzler über technologische Innovationen und nachhaltige Veränderung

    In dieser Folge von „Ring Frei“ sprechen wir mit Weert Canzler, einem führenden Experten für Mobilität, Energiewende und Stadtentwicklung und Leiter am Wissenschaftszentrum Berlin fuer Sozialforschung (WZB). Weert erklärt, wie die Mobilitätswende durch kulturelle und politische Barrieren immer noch stockt und warum technologische Innovationen allein nicht ausreichen, um eine nachhaltige Veränderung zu erzielen.

    Besonders betont Weert, dass die Umstellung auf nachhaltigere Verkehrsmodelle nicht nur eine technologische Herausforderung darstellt, sondern tief in gesellschaftliche Normen und politische Strukturen eingreift. Ein Beispiel dafür ist die 15-Minuten-Stadt, die zwar eine vielversprechende Lösung für städtische Mobilität bietet, jedoch auf Widerstand stößt, weil sie tief in die gewohnten Verhaltensweisen der Menschen eingreift. Menschen sind es gewohnt, in größeren Städten größere Distanzen zurückzulegen, und das Umdenken zu einer flexiblen, fußgänger- und radfahrerfreundlichen Stadt erfordert nicht nur technologische Anpassungen, sondern auch eine Veränderung der Denkweise.

    Politische Hürden kommen ebenfalls hinzu, insbesondere auf lokaler Ebene. In vielen Städten gibt es politische Widerstände, die nicht nur von den Einwohnern selbst, sondern auch von politischen Entscheidungsträgern kommen, die an traditionellen Mobilitätsmodellen hängen. Weert erklärt, dass es einen klaren politischen Willen braucht, diese Barrieren zu überwinden und mit langfristigen Visionen eine Mobilitätswende zu gestalten, die sowohl nachhaltig als auch sozial gerecht ist.

    Weert fordert uns heraus, die Mobilität der Zukunft nicht nur als technologisches, sondern auch als soziales und kulturelles Thema zu betrachten. Wenn wir die Herausforderungen der Mobilitätswende meistern wollen, müssen wir verstehen, wie wir uns als Gesellschaft bewegen – und was wir brauchen, um diese Bewegung zu gestalten.

     

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    Weiterführende Links:

    • Homepage Weert Canzler am WZB
    • aktuelle Statistik zur Entwicklung des Modal Split in Berlin
    • Artikel über das Braess-Paradoxon
    58 min
  • 37 – mit Boris von Heesen über Männer am Steuer, und wie das Patriarchat die Verkehrswende blockiert

    "In 95 Prozent aller Verkehrsunfälle, bei denen ein Mensch gestorben ist und der Fahrer oder die Fahrerin alkoholisiert war, saß ein Mann am Steuer. Das muss man sich mal vorstellen."


    In dieser Folge von Ring frei geht es um ein brisantes und hochaktuelles Thema: Wie beeinflusst das Patriarchat unsere Verkehrspolitik? Unser Gast ist Boris von Heesen, Autor des Buches "Mann am Steuer – Wie das Patriarchat die Verkehrswende blockiert".

    Er spricht mit uns über strukturelle Machtverhältnisse im Mobilitätssektor, die häufig extrem emotionalen Reaktionen auf seine Thesen und warum es gerade Männern so schwerfällt, den Wandel hin zu einer nachhaltigeren Verkehrspolitik voranzutreiben. Die geschlechterspezifischen Zahlen bei Verkehrsdelikten, Kollisionen, Tötungen, Kosten sind frappierend – ähnlich wie im Bereich Drogensucht, in dem Boris von Heesen hauptberuflich arbeitet.

    Zentrale Punkte der Diskussion: Wie zeigt sich patriarchale Dominanz auf unseren Straßen, in den Gremien und Amtsstuben und schlussendlich in unseren Köpfen? Welche politischen und gesellschaftlichen Widerstände gibt es gegen eine gerechtere Verkehrsplanung? Und was können wir tun, um diese Strukturen aufzubrechen? Boris von Heesen hat dazu einige sehr kluge und interessante Vorschläge.


    Ein aufrüttelndes Gespräch über Verkehr, Geschlechterrollen und die dringend nötige Veränderung in unserer Mobilitätskultur.


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    • Mann am Steuer kaufen
    • Autorenseite Boris von Heesen
    1 hr
  • 36 – mit Marie und Anna über den Verkehrsentscheid Berlin – kurz vor dem großen Durchbruch

    In der neuen Episode von Ring Frei sprechen Anna und Marie über den aktuellen Stand der Berliner Bürgerinitiative Volksentscheid Berlin autofrei und den Verkehrsentscheid Berlin. Sie blicken zurück auf fast vier Jahre intensiven Einsatzes für eine gemeinwohlorientierte Straßennutzung in der Hauptstadt und die damit verbundenen Herausforderungen.

    Denn der entscheidende Termin naht: Am 2. April 2025 verhandelt das Berliner Landesverfassungsgericht über die Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes, das die Autonutzung im Stadtgebiet reduzieren und alternative Mobilitätsformen fördern möchte. In dieser Episode werfen Anne und Marie einen Blick auf den langwierigen Prozess, die politischen Hürden und ihre Vision für eine klimafreundliche, lebenswerte Stadt. Sie erzählen, warum dieser Schritt für uns und für viele Bürger:innen in der Stadt nicht nur ein juristisches Anliegen, sondern eine Frage der Demokratie und Gerechtigkeit ist.

    Hört rein und erfahrt, wie der Weg zur nachhaltigen Veränderung in Berlin trotz aller Widerstände und gezielter politischer Spaltung weitergeht!


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    59 min
  • 35 – mit Erdal Uğur Ahlatçı zum Thema Status, Mobilität und Zugehörigkeit

    Was sagt unser Verkehrssystem über soziale Gerechtigkeit aus? Warum ist das Auto für manche ein unverzichtbares Statussymbol – und für andere ein überholtes Relikt? Und warum hängen Fragen von Identität, Klassismus und gesellschaftlicher Teilhabe so eng mit Mobilität zusammen?

    In dieser Folge von Ring Frei sprechen wir mit Erdal Uğur Ahlatçı – Unternehmer, Gründer und Host des Podcasts „Woher kommst Du wirklich?“. Erdal kennt die Fragen von Zugehörigkeit und Ausgrenzung aus eigener Erfahrung: Aufgewachsen in einem niederbayerischen Dorf als Sohn sogenannter Gastarbeiter, hat er sich durch verschiedene soziale Milieus bewegt, Unternehmen gegründet und gelernt, zwischen den Welten zu wandern.

    Wir sprechen mit ihm darüber,
    🚗 warum das Auto in vielen Communities mehr als nur ein Fortbewegungsmittel ist,
    🏙 wie sich sozialer Aufstieg und Mobilität beeinflussen,
    🚦 warum „Aggression im Straßenverkehr“ oft mit rassistischen Klischees verbunden wird,
    🚌 und was eine gerechtere Verkehrspolitik mit echter gesellschaftlicher Teilhabe zu tun hat.

    Drei markante Aussagen aus dem Gespräch:

    1. „Wenn Christian Lindner mit einem Porsche fährt, ist das Leistung. Wenn ich mit einem Porsche fahre, denken die Leute, ich bin Drogendealer.“
    2. „Wir tun so, als wäre das Auto die größte Freiheit – aber für viele ist es eher eine teure Abhängigkeit.“
    3. „Ich bin in vielen sozialen Schichten unterwegs gewesen. Ich weiß, wie sich sozialer Aufstieg anfühlt – und wie man an Blicken merkt, wenn man auf der Leiter wieder nach unten fällt.“

    Eine Folge über die sozialen Mechanismen unserer Mobilität, strukturelle Ungleichheit und die Macht von Statussymbolen.


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    • "Woher kommst du wirklich?" Podcast
    • LinkedIn-Profil von Erdal
    59 min
  • 34 – mit Dr. Carsten Benke, Referatsleiter für Stadtentwicklung beim Zentralverband des Deutschen Handwerks über die Zutaten für eine gelingende Verkehrswende

    Episodentext für den Podcast „Ring frei“, Folge 34:

    In dieser Folge von Ring frei sprechen wir mit Carsten Benke, dem Referatsleiter für Stadtentwicklung, Regional- und Verkehrspolitik beim Zentralverband des Deutschen Handwerks, über die Herausforderungen, die Handwerksbetriebe im urbanen Raum durch die aktuelle Verkehrspolitik und Stadtplanung erleben.

    Im Mittelpunkt steht die Frage, wie städtische Umgestaltungen und die Verkehrswende – insbesondere die Schaffung von mehr Fahrradwegen und die Umwidmung von Parkflächen – den Handwerkssektor betreffen.

    Behnke geht detailliert darauf ein, wie Handwerksbetriebe und deren Mobilitätsbedürfnisse in der Debatte oft unterrepräsentiert sind, obwohl sie für das tägliche Leben in der Stadt unverzichtbar sind. Er erklärt, dass viele Handwerksbetriebe, die etwa Reparaturen, Installationen oder Renovierungen durchführen, auf eine verlässliche und gut erreichbare Infrastruktur angewiesen sind – von Parkplätzen bis zu Ladezonen. Doch zunehmend verschwinden diese, da mehr Flächen für den privaten PKW-Verkehr oder Radwege reserviert werden. Dies führt zu einer immer schwierigeren Situation für Handwerker, die oft keine Möglichkeit haben, ihre Fahrzeuge nahe an ihren Arbeitsorten abzustellen.

    Während nach geltendem Straßenverkehrsrecht private KfZ Vorrang haben, bleibt die Infrastruktur für Handwerker oftmals unzureichend. Dies betrifft nicht nur die klassischen Handwerksbetriebe wie Elektriker, Tischler oder Heizungsinstallateure, sondern auch mobile Dienstleistungen wie Pflegedienste oder Reparaturdienste, die in Städten eine zentrale Rolle spielen.

    Die Folge beleuchtet auch die historische Dimension der städtischen Planung: Behnke erklärt, wie das Handwerk über Jahrzehnte aus der Stadt verdrängt wurde. Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass in vielen deutschen Städten die Mischung von Wohnen, Gewerbe und Handwerk nicht mehr selbstverständlich ist.

    Behnke erklärt, dass es bislang an den nötigen rechtlichen Instrumenten fehlt, die es Städten ermöglichen, Gewerbefahrzeugen gezielt Parkflächen zuzuweisen. Der ZDH setzt sich daher für eine Reform des Straßenverkehrsrechts ein, um eine gerechtere Nutzung des öffentlichen Raums zu ermöglichen.

    In Städten wie Paris und Kopenhagen wird bereits seit Jahren schrittweise der Straßenraum neu verteilt – von mehr Radwegen bis hin zu temporären Parkflächen für Lieferverkehr. Behnke erläutert, wie diese Städte durch eine ausgewogene Verkehrsplanung den Bedürfnissen von Handwerkern und anderen Gewerbetreibenden gerecht werden und dabei gleichzeitig den Klimaschutz und die Mobilität der Zukunft fördern.

    Handwerker sind nicht gegen die Verkehrswende, sondern suchen pragmatische Lösungen, die sowohl die Bedürfnisse der Umwelt als auch die der Gewerbetreibenden berücksichtigt. „Es geht nicht darum, die Städte autofrei zu machen, sondern den Raum so umzuverteilen, dass er für alle da ist – für Handwerker, für den privaten Verkehr und für eine nachhaltige Stadtentwicklung“, so Behnke.

    Ein spannendes Gespräch, das die Dringlichkeit einer integrierten und flexiblen Verkehrsplanung unterstreicht und aufzeigt, wie wichtig es ist, alle Akteure – von der Politik über die Stadtplaner bis hin zu den Handwerkern selbst – in die Diskussion über die Zukunft unserer Städte einzubeziehen.


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    • ZDH
    • Vortrag von Carsten Benke bei Agora Verkehrswende
    • 52 min
    • 33 – mit Feuerwehrmann Michael Unterhalt zum Thema Ganzheitliche Sicherheit im Verkehrswesen

      In der neuesten Folge von Ring frei! sprechen wir mit Michael Unterhalt, ehemaliger Feuerwehrmann und Gründer von „Holistic Safety“. Michael teilt seine einzigartigen Einblicke in die Herausforderungen urbaner Mobilität aus der Sicht der Feuerwehr.

      🚒 Warum wird Mobilität zum Sicherheitsproblem? Michael erklärt, wie zugeparkte Feuerwehrzufahrten, unklare Regelungen und fehlende Infrastruktur die Arbeit der Feuerwehr behindern – mitunter mit fatalen Folgen. Er zeigt, dass Verkehrssicherheit nicht nur eine Frage von Verkehrsregeln, sondern auch von durchdachtem Stadt- und Verkehrsdesign ist. Wir sprechen über die gravierenden Folgen, die eine autozentrierte Stadtplanung für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden hat.

      Michael teilt seine Erfahrungen aus der Praxis und erklärt, warum das Thema Verkehrssicherheit eine Herzensangelegenheit für ihn geworden ist. Er erläutert, wie einfache Änderungen – von klaren Sichtachsen bis zu sicheren Radwegen – Leben retten könnten. Dabei gehen wir auch auf internationale Vorbilder ein, wie London und Utrecht, die zeigen, dass eine menschenfreundlichere Stadtgestaltung möglich ist.

      Besonders eindringlich schildert Michael die systemischen Probleme in der Verkehrsplanung: Fehlender politischer Wille, unzureichende Regelungen und ein doppelter Standard bei der Umsetzung bestehender Gesetze. Wir diskutieren, wie innovative Lösungen wie City Trucks und europäische Sicherheitsstandards für LKWs helfen könnten, die Zahl der Verkehrsunfälle drastisch zu reduzieren.

      Zum Abschluss erzählt Michael, wie er sich als Vater eines sechsjährigen Sohnes in den chaotischen Berliner Straßenverkehr wagt und welche Visionen er für eine gerechtere und sicherere Mobilität hat. Diese Folge ist ein eindringlicher Appell für Veränderung – und ein Plädoyer für eine Stadt, in der alle sicher unterwegs sein können.


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      Links:

      Homepage Michael Unterhalt | Holistic Safety

      "How American Fire Departments are Getting People Killed" (Youtube-Kanal Not just bikes)

      1 hr 6 min

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