Morgenimpuls mit Schwester Katharina
In diesen Tagen jährt sich zum fünften Mal die Flut an Lenne, Erft und Ahr.Und es kommen wieder die schrecklichen Bilder hoch von unglaublichen Wassermassen, die durch stärksten Dauerregen die kleinen Flüsse rasend schnell steigen ließen. Es gab vorher immer wieder Warnungen durch die Wetterdienste, aber viele Menschen haben später gesagt, dass sie sich einfach nicht vorstellen konnten, dass es noch viel schlimmer werden würde als bei den letzten Hochwassern ein paar Jahre vorher. Und dann kam sehr schnell die Frage nach den Verantwortlichen, oder damals nach den Schuldigen für die vielen Toten, wegen der ausgebliebenen Warnungen. Wenn es nicht so schlimm wäre, könnte man meinen, wir Menschen lernen einfach nichts aus den Fehlern unserer Geschichte. Die Beispielerzählung aus der Bibel, wo Adam die Schuld auf Eva schiebt und Eva die Schlange verantwortlich macht, zeigt unser Dilemma. Sehr schnell suchen wir einen Schuldigen für unser Problem, damit wir von unserem eigenen Versagen ablenken. Verantwortung für unser eigenen Tun zu übernehmen ist auch wirklich nicht leicht. Und da neigen wir schnell dazu. in einer ersten Reaktion anderen die Schuld zu geben. Ein kluger Mensch hat mal gesagt: „Dumme Menschen suchen nach Schuldigen und kluge Menschen nach Lösungen“ Beispiele dafür kennst Du selbst bei Dir und Deinem Umfeld garantiert auch. In einer Laudeslesung geht es genau darum. Es heißt darin: „Ihr alle seid Kinder des Lichts und Kinder des Tages. Wir gehören nicht der Nacht und nicht der Finsternis“. Nicht im Dunkeln unserer Schuld, unserer Fehler, unseres Versagens hängen zu bleiben, sondern daran zu denken, dass wir von Gott als Kinder des Lichtes geschaffen worden sind und im Licht leben sollen, ist Zusage Gottes und gleichzeitig Auftrag an uns selbst.Eine Schuld, einen Fehler, ein Versagen zuzugeben ist der erste Schritt, um wieder ins Licht zu kommen. Um Vergebung zu bitten, ist der nächste Schritt. Und geschehenes Unrecht wieder gut zu machen, ist ein weiterer. Meist erkennen wir das Problem bei Politikern, bei anderen Größen in Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft ziemlich schnell und eindeutig. Aber ändern können wir es zunächst leichter bei uns selbst. Und das ist die Schwierigkeit und die Chance. Der Volksmund nennt es: immer zuerst vor der eigenen Haustür kehren. Da ist etwas dran.