Morgenimpuls mit Vanessa Grbavac
Meine Fastenzeit ist irgendwie jedes Jahr vom Scheitern geprägt. Sogar zum Scheitern verurteilt? Na wunderbar. Ich schmeiß hin. Obwohl … Rückschritte bedeuten ja nicht direkt Scheitern. Und ein Schritt zurück kann ja auch eine Chance sein, um Anlauf zu nehmen. Aber ich schaffe es einfach nicht, mich vom Süßigkeiten Schrank fernzuhalten. Manchmal merke ich sogar erst, wenn es zu spät ist, dass ich doch / was Süßes gegessen hab. Besondern auf der Arbeit, wenn es stressig wird … dann habe ich das Papierschen noch verräterisch in der Hand und fühle mich sofort schlechter. Versagerin. Gescheitert. Oder? Schritt zurück? Anlauf nehmen? Ziele sollen SMART sein. Also spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert. Was ist denn wirklich realistisch / für mich und als Christin sogar attraktiv? Will Gott, dass ich abnehme oder kein Diabetes bekomme? Ich will mir nicht mehr 40 Tage vornehmen. Ich ändre schon einmal den Zeitraum, dann wird’s auch realistischer. Mein Ziel für heute, was für mich heute machbar und realistisch ist, ist einfach zuhören, hinhören oder nur hören. Ich habe die Woche viel gesprochen, da wäre das ein attraktives Ziel für mich und meine Umgebung. Das mach ich, das schaffe ich und damit kann ich dann ohne schlechtes Gewissen zum Süßigkeiten Schrank greifen, weil es um etwas viel Attraktiveres geht. Im Hören, Zuhören, Lauschen, Horchen, da kann ich meinen Mitmenschen begegnen, echt Dasein an diesem Wochenende, und wer weiß, vielleicht ist da auch Gott. Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast.