SWR Kultur Wort zum Tag - Kirche im SWR

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SWR Kultur Wort zum Tag - Kirche im SWR episodes

  • „ Silvester“
    Wolf-Dieter Steinmann, Ettlingen, evangelische Kirche: Es tut gut, zwischen den Jahren einen „Zwischenstopp“ einzulegen, um neuen Atem zu finden fürs neue Jahr. (Verkündigungssendung)
    3 min
  • „Gott auf Wohnungssuche“
    Wolf-Dieter Steinmann, Ettlingen, evangelische Kirche: Ein Visionär aus der Bibel weiß, dass Gott keinen Dauerwohnsitz zwischen uns Menschen hat. Aber das hält Gott nicht davon ab, sich immer wieder eine Bleibe zu suchen. (Verkündigungssendung)
    3 min
  • 30. Dezember 2019: Gott auf Wohnungssuche
    Wolf-Dieter Steinmann, Ettlingen, Evangelische Kirche: Ein Visionär aus der Bibel weiß, dass Gott keinen Dauerwohnsitz zwischen uns Menschen hat. Aber das hält Gott nicht davon ab, sich immer wieder eine Bleibe zu suchen.
    0 min
  • Rauhnächte
    Dominik Frey, katholische Kirche: Immer noch eine Zeit der Geister und der alten Bräuche? (Verkündigungssendung)
    Die Zeit zwischen Heiligabend und Dreikönig nennt man auch „Rauhnächte“. Vielleicht, weil sie besonders rau und unwirtlich sind. Vielleicht kommt das „rau“ aber auch von „Rauch“, weil früher in dieser Zeit die Räume und Ställe mit Weihrauch geräuchert wurden, um böse Geister zu vertreiben.
    In den Rauhnächten hat man sich abends in der Stube am Kaminfeuer getroffen, um Geschichten von den Ahnen oder Märchen zu erzählen. Man hat Hausmusik gemacht, gestickt oder Körbe geflochten. Es gab klare Regeln für diese Zeit: keine Wäsche im Freien aufhängen zum Beispiel, Unordnung vermeiden und keine Glücksspiele. Denn die Zeit gehörte den Geistern und Naturwesen, und denen wollte man so wenig Angriffsfläche wie möglich bieten.
    Heute klingt das überholt. An Geister glaubt schon lange niemand mehr. Und die Zeiten, wo man sich um ein Kaminfeuer versammeln musste, scheinen vorbei zu sein: Mittlerweile gibt es Heizungen, gut isolierte Häuser und ein exzellentes Unterhaltungsprogramm.
    Ich finde die ursprüngliche Idee hinter den Rauhnächten trotzdem gut – auch heute noch. Es ging ja darum, die Zeit gut zu nutzen, in der man zur Pause verdonnert war, weil die Natur gerade Pause macht und weil es draußen kalt und dunkel ist. Und da hat man offenbar auf verschiedene Dinge Wert gelegt: Zeit für sich und Zeit für andere haben zum Beispiel. Oder sich seiner Herkunft bewusst zu bleiben. Sich mit der unsichtbaren Welt zu beschäftigen. Alles Dinge, die auch heute noch aktuell sind. Und gerade in der Weihnachtszeit – denn genau in diese Zeit fallen ja die Raunächte – habe ich vielleicht eher Zeit dafür als unterm Jahr, wo alles eng und streng getaktet ist.
    Ich hätte da schon ein paar gute Ideen, wie das gehen könnte: sich mit Freunden oder der Familie treffen. Vielleicht nicht in einer Bauernstube am Kamin, aber auf dem Sofa oder in einem gemütlichen Lokal. Vielleicht gibt's ja einen Kaminofen. Wer nicht zusammen musizieren kann – gute Musik gibt’s auch aus der Konserve.
    Warum nicht Bilder von alten Freunden oder auch Verstorbenen aufstellen und sich an ihre Spleens oder berühmten Sprüche erinnern. Statt Körbe zu flechten könnte ich einem Hobby nachgehen, das ich unterm Jahr eher vernachlässige – ein Aquarell malen, Klarinette spielen oder ein altes Möbelstück auf Vordermann bringen. Und die Rauhnächte sind von jeher eine Zeit, in der man seine Gefühle und Träume ernst nehmen sollte. Vielleicht führe ich ein Gefühls- oder Traumtagebuch. Und manch einer kann in dieser Zeit eine gute Entscheidung fürs neue Jahr treffen.
    Die Rauhnächte – genau die richtige Zeit, um mich auf meine Vorfahren, meine Familie, meine Fähigkeiten und meine Freunde zu konzentrieren. Um mir mal wieder klar zu machen, wo ich herkomme, was mich ausmacht und wen ich schätze.
    Dominik Frey aus Baden-Baden von der kath. Kirche
    3 min
  • Zwischen den Jahren
    Dominik Frey, katholische Kirche: Zwischen welchen Jahren ist eigentlich gemeint? (Verkündigungssendung)
    Ab dem Heiligabend bin ich immer völlig zeitlos unterwegs. Vor lauter Feiertagen und Ferien weiß ich nicht mehr so genau welcher Wochentag gerade ist. Und irgendwie ist mir das auch egal, und ich genieße diese Zeit. „Zwischen den Jahren“ sagt man ja – und so fühlt es sich für mich auch tatsächlich an – irgendwie zwischendrin.
    „Zwischen den Jahren“ – dieser Ausdruck ist schon alt. Ich dachte immer: klar, das „zwischen“ bezieht sich auf das alte und das neue Jahr, weil wir uns zeitlich ja gerade zwischen 2019 und 2020 bewegen. Jetzt habe ich aber gelesen, dass ein ganz anderer Zwischenraum gemeint ist: der zwischen Sonnenjahr und Mondjahr. Sonne und Mond brauchen unterschiedlich lange, um wieder an derselben Stelle zu stehen wie im Vorjahr. Die Sonne – das weiß man ja – braucht genau 365 Tage. Der Mond aber nur 354. Das macht einen Unterschied von elf Tagen. Und diese Zeit nennt man „zwischen den Jahren“. Sie dauert von Heiligabend bis Dreikönig.
    Früher wurde sie betrachtet als „Zeit außerhalb der Zeit“. Eine Zeit, die weder dem Lauf der Sonne, noch dem des Mondes unterworfen ist, eine freie und geschenkte Zeit also - und so fühlt sie sich wirklich für mich an. Auch die Natur scheint in dieser Zeit still zu stehen: Alles hat sich zurückgezogen, ist eingefroren, sammelt neue Kräfte.
    Was nun anfangen mit solch einer freien „Zwischenzeit“? Ich lebe gerne in den Tag hinein, genieße die Wärme drinnen und die Kälte draußen, bin mit der Familie zusammen, treffe mich mit alten Freunden. Aber ein, zwei Stunden reserviere ich zwischen den Jahren immer für meinen Terminkalender. Ich setze mich in Ruhe hin und gehe Tag für Tag das vergangene Jahr durch. Da sehe ich was alles los war und erinnere mich nochmal an die schönen und auch die schweren Momente des Jahres: Wer ist gestorben? Wer geboren? Wer hatte einen runden Geburtstag und wo war ich dienstlich unterwegs? Wen habe ich besucht und wo war ich in Urlaub?
    Und wo ich den Terminkalender schon mal vor mir liegen habe, werfe ich gleich auch noch einen Blick ins kommende Jahr: Welche wichtigen Termine stehen schon? Wen sollte ich mal wieder treffen? Welche Familienfeste gibt's?
    Die Zeit genießen, mich sammeln, das Alte abschließen und mich aufs Kommende einstellen - ich glaube das ist ein guter Plan für die Zeit zwischen den Jahren.
    Dominik Frey aus Baden-Baden von der Kath. Kirche
    3 min

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