Marianne Ringli: «Ich hatte das Gefühl, dass ich das nie akzeptieren kann. Nichts zu spüren.»
Marianne Ringli ist eine junge Frau mit starkem Willen. Bereits als Teenager setzt sie sich durch: Sie will studieren und Primarlehrerin werden – ein Beruf, den damals nur wenige Frauen ergreifen. Dank Stipendien kann sie sich diesen Traum erfüllen.
Sie lernt ihren heutigen Mann kennen, gemeinsam gründen sie eine Familie und bekommen vier Jungs. Sie bauen ein Haus. Das Leben ist intensiv, wild und gleichzeitig genau so, wie Marianne es sich immer gewünscht hat.
Marianne und ihr Mann sind aktiv und lieben den Sport – ob Tanzen, Joggen oder vor allem Bergtouren. Diese Leidenschaft lässt sie nicht mehr los. Schon mehrere 4000er haben sie bestiegen, als sie sich im Wallis auf eine weitere Tour begeben. Sie sind gut ausgerüstet, das Risiko scheint überschaubar.
Doch dann passiert, was nie hätte geschehen dürfen: Ein Schneebrett löst sich und reisst Marianne, ihren Mann und ihre Geschwister sowie weitere Seilschaften in die Tiefe. Sie stürzen mehrere hundert Meter ab. Mehrere Menschen sterben noch am Unfallort. Mariannes Geschwister und ihr Mann überleben – und auch Marianne überlebt. Ein Wunder, mit dem niemand mehr gerechnet hat.
Doch ihr Leben steht von einem Moment auf den anderen still: Sie kann ihre Beine nicht mehr bewegen. Für die aktive Frau ist das ein schwerer Schicksalsschlag. Marianne ringt darum, diese neue Realität zu akzeptieren, und kämpft sich ins Leben zurück – denn zuhause warten ihre vier Söhne, damals zwischen 3 und 10 Jahre alt.
Inzwischen lebt sie seit 44 Jahren im Rollstuhl. Eine Realität, an die sie sich gewöhnen musste – auch wenn es mit zunehmendem Alter nicht einfacher wird.
Doch dieser Unfall bleibt nicht der einzige tiefe Einschnitt in ihrem Leben: 14 Jahre später stirbt auch ihr zweitjüngster Sohn bei einem Unfall.
Marianne Ringli ist eine Kämpferin. Und so stark ihr Wille ist, so tief ist auch ihr Glaube an Gott. Trotz schwerer Rückschläge hat sie ihr Leben immer wieder mutig neu angepackt.
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