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Janika Löschner kommt ihren Kundinnen und Kunden nah, hautnah. »Im wahrsten Sinne des Wortes begeben sich die Menschen nackt in unsere Hände«, sagt die 30-jährige Bremerin. Sie arbeitet als Masseurin in einem Spa, dem Bremer Badehaus, wo sie auch ausbildet.
Löschner beschäftigt sich bereits ihr halbes Leben mit Menschen und ihren Körpern. Mit 16 begann sie eine Ausbildung zur Physiotherapeutin, arbeitete danach in Physiotherapie-Praxen, Krankenhäusern und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Doch die Arbeit war ihr nicht ganzheitlich genug. Es habe sie gestört, dass sie im 20-Minuten-Takt lediglich einzelne Körperteile behandeln sollte, sagt Löschner im Rückblick. Sei das Kniegelenk eines Patienten oder einer Patientin operiert worden, sei auch nur dieses therapiert worden. »Ich habe mich gefühlt wie in einer Autowerkstatt, wo man nur einen Fehler sucht.« Dabei habe sie eigentlich auf die Bedürfnisse ihrer Patientinnen und Patienten eingehen und ihre Sorgen ernst nehmen wollen.
Also kündigte Löschner ihren Job als Physiotherapeutin und begann, in einem Wellnesscenter in Bremen zu arbeiten. Nebenbei absolvierte sie mehrere Fortbildungen. Mittlerweile beherrscht sie alle gängigen Massagetechniken wie Hamam, Ayurveda, Hot Stone oder die Thai Massage. Spezialisiert hat Löschner sich auf die hawaiianische Lomi-Lomi-Massage. Dabei handelt es sich um eine 90- bis 120-minütige Ölmassage des kompletten Körpers, bei der es nicht allein um die Entspannung geht – vielmehr sollen Körper, Geist und Seele in Einklang gebracht werden.
Wie fühlt es sich an, Fremden körperlich so nah zu kommen? Wie erkennt sie Verspannungen im Körper? Schmerzen abends ihre Finger vom vielen Massieren? Und wie geht sie mit sexueller Belästigung in ihrem Job um?
Über diese und weitere Fragen haben wir mit Janika Löschner gesprochen.
Ergänzung: Da Janika selbstständig ist und nicht genau sagen konnte, wie viel Masseurinnen und Masseure verdienen, möchten wir folgendes ergänzen. Das Einstiegsgehalt liegt zwischen 1500 und 1800 Euro brutto im Monat. Mit steigender Berufserfahrung sind zwischen 2300 und 2600 Euro brutto möglich. Im öffentlichen Dienst verdienen Masseurinnen und Masseure monatlich etwa 3000 Euro brutto.
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Anne Berres` Job ist so anstrengend, dass sie sich bei der Arbeit nicht länger als 30 Minuten am Stück konzentrieren kann. Ihre Aufgaben sind so anspruchsvoll, dass sie oft nur im Team zu bewältigen sind. Und das Arbeitspensum für jeden ihrer Aufträge ist so hoch, dass sie nicht mehr als 70 Tage im Jahr im Einsatz ist – und damit gut ausgelastet.
Anne Berres arbeitet als freiberufliche Konferenzdolmetscherin für Deutsch und Englisch.
Meistens dolmetscht sie simultan, das bedeutet, sie übersetzt Reden und Vorträge in Echtzeit. Berres war schon bei Beratungen des Fußballverbands UEFA zum Einsatz von Videoschiedsrichtern dabei und hat auf Hauptversammlungen von börsennotierten Unternehmen und Banken gedolmetscht. Dabei sitzt sie in der Regel in einer verglasten, schallisolierten Kabine, von der aus sie den Redner oder die Rednerin sehen kann. Das Gesagte hört sie über einen Kopfhörer, die Übersetzung spricht sie fast zeitgleich in ein Mikrofon.
Um das leisten zu können, muss sie hoch konzentriert sein, darf keine Sekunde gedanklich abschweifen. Und sie muss inhaltlich so gut vorbereitet sein, dass sie nicht lange überlegen muss, wie sie ein Wort oder eine Formulierung in die jeweils andere Sprache übersetzen würde. Als Freiberuflerin übernimmt Berres die verschiedensten Aufträge mit ganz unterschiedlichen Inhalten, sie muss also ein breites Spektrum an Themen abdecken können: Von technischen Vorträgen in der Automobilindustrie über die Vorstellung von Modekollektionen bis hin zu Dolmetscher-Jobs in Schiedsgerichten ist alles dabei.
Ist sie nach vier Jahren im Beruf immer noch vor jeder Konferenz nervös? Was kann sie tun, wenn ihr doch mal ein Fehler unterläuft? Und wie reagiert sie, wenn sie Vorträge übersetzten muss, deren Inhalt nicht mit ihren eigenen Wertvorstellungen zusammenpasst?
Über diese und weitere Fragen haben wir mit Anne Berres gesprochen.
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Bäume pflanzen und Blumen gießen – diese Vorstellung hatte Elena Shahidinejad von ihrem zukünftigen Beruf, bevor sie ihre Ausbildung zur Landschaftsgärtnerin begann. Doch der Garten- und Landschaftsbau ist viel mehr als das: Entwässerungsrohre verlegen, Wege pflastern, Mauern und Terrassen bauen – das alles gehört genauso zum Job, wie Pflanzen zu pflegen. Landschaftsgärtnerinnen und -gärtner arbeiten eher auf einer Baustelle als einfach nur in einem Garten.
Laut der Langzeitstudie »Good Work Project« von Harvard-Professor Howard Gardner sind Gärtnerinnen, neben Floristen, am glücklichsten in ihrem Beruf – trotz der schweren körperlichen Arbeit und der eher durchschnittlichen Bezahlung. Shahidinejad kann Gardners Ergebnis für sich bestätigen: »Ich finde es wunderschön, in der Natur zu sein.«
Shahidinejad sagt, sie sei schon als Kind gern auf Bäume geklettert oder habe sich beim gemeinsamen Spazierengehen mit dem Vater Pflanzen erklären lassen. Daheim im Kinderzimmer habe sie am liebsten gebastelt und gezeichnet.
Mittlerweile kann die 25-Jährige ihre Leidenschaften auch beruflich ausleben. Nachdem sie vor zwei Jahren ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, studiert sie mittlerweile Landschaftsarchitektur in Geisenheim und arbeitet nebenbei in der Baumpflege. Das heißt, sie steigt – gesichert an einem Seil oder mithilfe einer Hebebühne – auf Bäume, um Äste abzusägen und den Baum so gesund zu halten.
Wie motiviert sie sich, selbst bei Kälte und Regen draußen zu arbeiten? Wie beeinflusst der Klimawandel ihre Arbeit? Gärtnert sie auch privat? Und kennt sie die Namen aller heimischen Pflanzen?
Über diese und weitere Fragen haben wir mit Elena Shahidinejad gesprochen.
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Und jetzt noch ein Hinweis in eigener Sache:
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Bevor Benjamin Godbersen das erste Mal mit agilem Arbeiten in Berührung kam, arbeitete er als Produktmanager bei einem großen deutschen Industrieunternehmen. Seine Arbeit dort habe sich zäh und starr angefühlt, erzählt der 33-Jährige. Jeder Arbeitsschritt habe sich gezogen und wenn ein Projekt endlich fertig gewesen sei, hätten sich die Anforderungen oft schon verändert gehabt und das Produkt sei so nicht mehr gebraucht worden. Nach knapp vier Jahrenkündigte Godbersen.
Das Start-up, zu dem er wechselte, arbeitete agil. Obwohl er diesen Begriff damals noch nicht gekannt habe, habe ihn die Dynamik des Unternehmens sofort begeistert, sagt Godbersen. Heute arbeitet er als Manager für agiles Arbeiten, als sogenannter Agile Coach, und hilft Unternehmen, diese Art des Arbeitens zu implementieren.
Das Konzept des agilen Arbeitens kommt ursprünglich aus der IT und ist erst knapp 20 Jahre alt: 2001 entwarfen 17 Softwareentwickler aus den USA das "Manifest für agile Softwareentwicklung". Darin sind vier Werte und zwölf Prinzipien gelistet, die das Konzept greifbarer machen sollen.
Agiles Arbeiten beschreibt eine Art zu denken, ein Mindset. Es basiert auf ständiger Reflexion und Austausch: innerhalb eines Teams, aber auch zwischen Auftraggebern und denjenigen, die den Auftrag ausführen. Ist das Team bei der Entwicklung eines Produkts auf dem richtigen Weg? Entsprechen die Fortschritte den Wünschen der Auftraggeberinnen? Wo muss die Arbeit angepasst werden?
Konkrete Werkzeuge des agilen Arbeitens sind Methoden wie Scrum oder Kanban. Der Scrum-Methode etwa liegt der "Scrum Guide" zugrunde, ein Regelwerk, das von den beiden Softwareentwicklern Jeff Sutherland und Ken Schwaber konzipiert wurde. Beide sind auch Teil der Gruppe von Programmierern, die das "Manifest für agile Softwareentwicklung" entworfen haben.
Bei Scrum werden die Entwicklungsschritte bis zum fertigen Produkt in sogenannte Sprints aufgeteilt, also Zeitabschnitte von höchstens einem Monat. Für jeden Sprint setzt sich das Team ein Ziel – am Ende aller Sprints soll das Produkt fertig sein. Zwischen den Sprints wird die Arbeit und der eingeschlagene Weg zum Produkt immer wieder hinterfragt und gegebenenfalls angepasst.
Doch seine Arbeit ständig infrage zu stellen ist auch mühsam: Wie geht man als Agile Coach mit Menschen um, die lieber nach klaren Regeln arbeiten, als immer wieder eine neue Richtung einzuschlagen? Welche Aufgaben hat man als Agile Coach genau? Wo liegen die Grenzen des agilen Arbeitens? Und ist agiles Arbeiten für junge Menschen einfacher umzusetzen als für ältere?
Über diese und weitere Fragen haben wir mit Benjamin Godbersen gesprochen.
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Wie soll man sich verhalten, wenn das Gegenüber im Rollstuhl sitzt, die Arme durch eine Spastik verkrampft sind oder ein Gespräch nicht möglich ist, weil er oder sie nicht sprechen kann oder will? Welche Ansprache ist angemessen, welche Frage geht zu weit?
Beim ersten Kontakt mit Menschen mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung Berührungsängste zu haben, sei völlig normal, sagt Anna Siegert. Auch sie habe die anfangs gehabt: Nach der Realschule absolvierte Siegert ein Berufsorientierungsjahr und arbeitete Vollzeit in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Dass manche Beschäftigte sie zur Begrüßung gleich umarmt hätten, sei für sie zunächst befremdlich gewesen, erinnert sich die heute 24-Jährige. Doch gerade dieser offene und lockere Umgang miteinander habe schließlich dazu beigetragen, dass sie sich in dem Beruf wohlgefühlt habe.
Inzwischen arbeitet Anna Siegert seit sieben Jahren als Heilerziehungspflegerin. Erst war sie in einer Wohneinrichtung angestellt, wo sie die Bewohnerinnen und Bewohner beim Anziehen, Einkaufen und Kochen unterstützte. Jetzt leitet sie eine Gruppe in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung an: Sie strukturiert ihren Arbeitstag und hilft bei der Ausführung einzelner Arbeitsschritte.
Siegerts Beruf ist noch relativ jung: Im Jahr 1958 eröffnete der Pfarrer Ludwig Schlaich die erste Schule für Heilerziehungspflege. Mit "heil" ist allerdings nicht heilen gemeint. Das Wort stammt vom Griechischen "holos" und bedeutet "ganz" oder "umfassend". Der Mensch soll also nicht auf seine Behinderung reduziert, sondern ganzheitlich und an seinen Bedürfnissen orientiert betreut werden.
Wie setzt Anna Siegert diesen Anspruch in ihrer täglichen Arbeit um? Wie viel Unterstützung im Alltag ist angemessen, damit Menschen mit Behinderung zwar unterstützt, aber nicht bevormundet werden? Werden die Beschäftigten in Behindertenwerkstätten angemessen entlohnt? Und was hat Siegert durch ihre Arbeit über sich selbst gelernt?
Über diese und weitere Fragen haben wir mit ihr gesprochen.
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Kunst und Technik werden oft als gegensätzliche Felder wahrgenommen: Auf der einen Seite die Kreativen, deren Denken keine Regeln und Grenzen kennt. Auf der anderen Seite die Pragmatiker mit ihren Taschenrechnern und Formeln, die sie (fast) immer zu einem richtigen Ergebnis führen.
Lena Jüngst hat einen Job, der Kunst und Technik vereint: Sie ist Produktdesignerin.
Fast jeder Gegenstand, den wir im Alltag oder bei der Arbeit nutzen, musste designt werden: Wasserkocher und Kaffeemaschine, Stühle und Tische, Staubsauger und Kochtopf, aber auch ein Gabelstapler oder Traktor und die medizinischen Geräte beim Zahnarzt.
Produktdesigner und Produktdesignerinnen sorgen dafür, dass sowohl die Funktion als auch die Form stimmt. Sie berechnen die Statik eines Stuhls, damit Menschen sicher darauf sitzen können - und sie gestalten Beine, Sitzfläche und Lehne ästhetisch. Nur wenn beides harmoniert, haben sie ihren Job richtig gemacht.
Jüngst sagt, sie habe schon als Kind ihre Spielzeuge auseinandergebaut, um herauszufinden, wie ihr Innenleben aussieht. Heute, mit 28 Jahren, hat sie mit einer eigenen Produktidee bereits ein Unternehmen gegründet: Gemeinsam mit einem Kommilitonen entwarf sie während ihres Bachelorstudiums eine Trinkflasche mit einem Aufsatz, der Geruchsstoffe abgibt und dem Gehirn so vorgaukelt, das Wasser schmecke aromatisiert. Mehr als 70 Mitarbeitende arbeiten heute an der Umsetzung und Weiterentwicklung ihrer Idee.
Wie gelangt man als Produktdesignerin von der ersten Idee zum fertigen Produkt? Wie nachhaltig können Produkte wirklich sein, wo doch Unternehmen darauf angewiesen sind, dass die Konsumentinnen und Konsumenten irgendwann ein neues Gerät kaufen? Und warum ist es so wichtig, dass sowohl Männer als auch Frauen Produkte designen?
Über diese und weitere Fragen haben wir mit Lena Jüngst gesprochen.
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Das Telefon klingelt, am anderen Ende der Leitung ein Unbekannter mit einem verlockenden Angebot: ein besserer Job, mit mehr Verantwortung und höherem Gehalt. Headhunter – auch Personalberater oder Personalvermittler genannt – sind ständig auf der Suche nach den klügsten Köpfen, um sie abzuwerben und an andere Unternehmen zu vermitteln. Haben sie Erfolg, kassieren sie zum Teil Honorare im fünfstelligen Bereich.
Marc Hammer, 28, arbeitet für das Headhunting-Unternehmen "division one" in Stuttgart. Er interessiert sich für Technologien und digitale Themen und vermittelt daher vor allem IT-Führungskräfte, die bereits in sehr gut bezahlten Jobs arbeiten. Die Herausforderung für ihn: ihr Vertrauen gewinnen und ein Angebot vorlegen, das sie nicht ausschlagen können.
Sich selbst und seinem Team unterstellt Marc Hammer den Leitsatz: "Wir kommen an jeden ran." Ein ehrgeiziges Ziel, denn der Markt ist eng. Die IT-Branche leidet unter einem Fachkräftemangel – es gibt nur wenige sehr gut qualifizierte Menschen, aber viele unbesetzte Stellen.
Für seinen Job benötige er gute Menschenkenntnis, sagt Marc Hammer. Er müsse sich innerhalb von nur einer Stunde ein komplettes Bild der Kandidatin oder des Kandidaten machen und entscheiden, ob die Person die oder der Richtige für die Position ist. Dabei sei die Persönlichkeit mittlerweile entscheidender als Fähigkeiten und Kenntnisse.
Mit welchen Tricks kommen Headhunter in Kontakt mit Chefinnen und Chefs? Wie gewinnt Marc Hammer das Vertrauen von Führungskräften, die teilweise doppelt so alt sind wie er? Wie sollte man bei einer Gehaltsverhandlung vorgehen? Und können Frauen durch seine Vermittlung am Ende mehr verdienen?
Über diese und weitere Fragen haben wir mit ihm gesprochen.
Quellen:
BDU-Studie "Personalberatung in Deutschland 2019": https://www.gkm-recruitment.com/wp-content/uploads/Studie-Personalberatung-in-Deutschland-2019-web.pdf
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