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Klinisch Relevant x Notfall Guru
Update präklinische Schmerztherapie – Was empfiehlt die neue europäische Leitlinie?
Worum geht’s in dieser Folge?
Schmerzen gehören zu den häufigsten Gründen für einen Kontakt mit dem Rettungsdienst oder eine Vorstellung in der Notaufnahme. Dennoch erhalten viele Patient:innen nach wie vor keine ausreichende Analgesie – ein Problem, das als Oligoanalgesie bezeichnet wird.
In dieser Folge der Kooperationsreihe mit Notfallguru spricht Kai Gruhn mit Dr. Isabel Lück über die neue europäische Leitlinie der European Society for Emergency Medicine (EUSEM) zur Schmerztherapie in Präklinik und Notaufnahme. Gemeinsam diskutieren sie, welche Konsequenzen sich für die klinische Praxis ergeben und welche Analgetika künftig eine größere – oder kleinere – Rolle spielen sollten.
Zu Gast
Dr. Isabel Lück ist Notfallmedizinerin und Teil des Teams von NotfallGuru. Regelmäßig ordnet sie aktuelle Entwicklungen und neue Evidenz aus der Notfallmedizin für die Hörer:innen von Klinisch Relevant ein.
Hintergrund: Warum eine neue Leitlinie?
Die aktualisierte EUSEM-Leitlinie berücksichtigt aktuelle Herausforderungen der Notfallmedizin:
steigende Patientenzahlen in Notaufnahmen
Ein zentrales Anliegen der Leitlinie: Schmerzen frühzeitig erkennen und konsequent behandeln.
Zentrale Inhalte der Folge
Oligoanalgesie bleibt ein relevantes Problem
Trotz moderner Analgesiekonzepte erhalten viele Patient:innen noch immer keine ausreichende Schmerztherapie.
Besonders betroffen:
Kinder
Die Leitlinie betont ausdrücklich, dass Schmerztherapie frühzeitig beginnen sollte und nicht erst nach vollständiger ärztlicher Diagnostik erfolgen darf.
Schmerzmanagement ist Teamarbeit
Ein wichtiger Schwerpunkt der Leitlinie ist die interprofessionelle Versorgung.
Empfohlen werden:
Ziel ist es, wertvolle Zeit bis zum ärztlichen Kontakt zu überbrücken und unnötiges Leiden zu vermeiden.
Nicht-medikamentöse Maßnahmen mitdenken
Gerade bei Kindern spielen ergänzende Maßnahmen eine wichtige Rolle:
Ablenkung
Diese Maßnahmen ersetzen jedoch keine adäquate Analgesie.
*Analgesie beginnt vor dem venösen Zugang
Ein praxisrelevanter Punkt der Leitlinie:
Analgetika sollten nicht erst nach Anlage eines intravenösen Zugangs verabreicht werden.
Alternativen:
intranasale Applikation
So kann die Schmerztherapie bereits während diagnostischer oder organisatorischer Maßnahmen begonnen werden.
💊 Welche Medikamente empfiehlt die Leitlinie?
Empfohlen werden insbesondere:
Paracetamol
Wichtig:
🔹 Moderate Schmerzen
Bereits bei moderaten Schmerzen empfiehlt die Leitlinie eine konsequentere Therapie als bisher häufig üblich.
Diskutiert werden:
Paracetamol
Auch Regionalanästhesieverfahren gewinnen zunehmend an Bedeutung.
🔹 Starke Schmerzen
Bei schweren Schmerzen kommen insbesondere infrage:
Morphin intravenös
Die Leitlinie plädiert dafür, diese Substanzen frühzeitig und strukturiert einzusetzen.
🚫 Welche Medikamente werden kritisch gesehen?
Die Leitlinie spricht sich ausdrücklich gegen mehrere traditionell häufig eingesetzte Medikamente aus:
Tramadol
Diese Einschätzungen dürften in vielen Notaufnahmen für Diskussionen sorgen.
Regionalanästhesie: unterschätztes Potenzial?
Ein weiterer Schwerpunkt der Leitlinie ist der Einsatz regionalanästhesiologischer Verfahren.
Besonders bei:
Hüftfrakturen
zeigen Studien Vorteile hinsichtlich:
Analgesiequalität
Gerade bei geriatrischen Patient:innen könnten Regionalverfahren künftig eine größere Rolle spielen.
Besonderheiten bei älteren Patient:innen
Bei geriatrischen Patient:innen müssen mögliche Nebenwirkungen besonders berücksichtigt werden:
Delirrisiko
Die Leitlinie sieht deshalb insbesondere regionale Verfahren als attraktive Alternative zu systemischen Opioiden.
⚠️ Opioide bei Entlassung
Ein weiterer wichtiger Aspekt:
Bei Entlassung aus der Notaufnahme sollten Opioide möglichst zurückhaltend verordnet werden.
Wenn erforderlich:
niedrigste wirksame Dosierung
Außerdem sollte Naloxon verfügbar sein, wenn stärkere Opioide eingesetzt werden.
💡 Take-Home Messages
🎧 Hörenswert für
👉 Diese Podcast-Folge wird von der Hire a Doctor Group gesponsert:
Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es würde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten würdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Falls Du auch einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant zu einem spannenden medizinischen Thema veröffentlichen möchtest, dann melde Dich doch ganz einfach unter [email protected]
By Dr. med. Kai Gruhn, Dr. med. Dietrich Sturm, Prof. Markus Wübbeler5
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Update präklinische Schmerztherapie – Was empfiehlt die neue europäische Leitlinie?
Worum geht’s in dieser Folge?
Schmerzen gehören zu den häufigsten Gründen für einen Kontakt mit dem Rettungsdienst oder eine Vorstellung in der Notaufnahme. Dennoch erhalten viele Patient:innen nach wie vor keine ausreichende Analgesie – ein Problem, das als Oligoanalgesie bezeichnet wird.
In dieser Folge der Kooperationsreihe mit Notfallguru spricht Kai Gruhn mit Dr. Isabel Lück über die neue europäische Leitlinie der European Society for Emergency Medicine (EUSEM) zur Schmerztherapie in Präklinik und Notaufnahme. Gemeinsam diskutieren sie, welche Konsequenzen sich für die klinische Praxis ergeben und welche Analgetika künftig eine größere – oder kleinere – Rolle spielen sollten.
Zu Gast
Dr. Isabel Lück ist Notfallmedizinerin und Teil des Teams von NotfallGuru. Regelmäßig ordnet sie aktuelle Entwicklungen und neue Evidenz aus der Notfallmedizin für die Hörer:innen von Klinisch Relevant ein.
Hintergrund: Warum eine neue Leitlinie?
Die aktualisierte EUSEM-Leitlinie berücksichtigt aktuelle Herausforderungen der Notfallmedizin:
steigende Patientenzahlen in Notaufnahmen
Ein zentrales Anliegen der Leitlinie: Schmerzen frühzeitig erkennen und konsequent behandeln.
Zentrale Inhalte der Folge
Oligoanalgesie bleibt ein relevantes Problem
Trotz moderner Analgesiekonzepte erhalten viele Patient:innen noch immer keine ausreichende Schmerztherapie.
Besonders betroffen:
Kinder
Die Leitlinie betont ausdrücklich, dass Schmerztherapie frühzeitig beginnen sollte und nicht erst nach vollständiger ärztlicher Diagnostik erfolgen darf.
Schmerzmanagement ist Teamarbeit
Ein wichtiger Schwerpunkt der Leitlinie ist die interprofessionelle Versorgung.
Empfohlen werden:
Ziel ist es, wertvolle Zeit bis zum ärztlichen Kontakt zu überbrücken und unnötiges Leiden zu vermeiden.
Nicht-medikamentöse Maßnahmen mitdenken
Gerade bei Kindern spielen ergänzende Maßnahmen eine wichtige Rolle:
Ablenkung
Diese Maßnahmen ersetzen jedoch keine adäquate Analgesie.
*Analgesie beginnt vor dem venösen Zugang
Ein praxisrelevanter Punkt der Leitlinie:
Analgetika sollten nicht erst nach Anlage eines intravenösen Zugangs verabreicht werden.
Alternativen:
intranasale Applikation
So kann die Schmerztherapie bereits während diagnostischer oder organisatorischer Maßnahmen begonnen werden.
💊 Welche Medikamente empfiehlt die Leitlinie?
Empfohlen werden insbesondere:
Paracetamol
Wichtig:
🔹 Moderate Schmerzen
Bereits bei moderaten Schmerzen empfiehlt die Leitlinie eine konsequentere Therapie als bisher häufig üblich.
Diskutiert werden:
Paracetamol
Auch Regionalanästhesieverfahren gewinnen zunehmend an Bedeutung.
🔹 Starke Schmerzen
Bei schweren Schmerzen kommen insbesondere infrage:
Morphin intravenös
Die Leitlinie plädiert dafür, diese Substanzen frühzeitig und strukturiert einzusetzen.
🚫 Welche Medikamente werden kritisch gesehen?
Die Leitlinie spricht sich ausdrücklich gegen mehrere traditionell häufig eingesetzte Medikamente aus:
Tramadol
Diese Einschätzungen dürften in vielen Notaufnahmen für Diskussionen sorgen.
Regionalanästhesie: unterschätztes Potenzial?
Ein weiterer Schwerpunkt der Leitlinie ist der Einsatz regionalanästhesiologischer Verfahren.
Besonders bei:
Hüftfrakturen
zeigen Studien Vorteile hinsichtlich:
Analgesiequalität
Gerade bei geriatrischen Patient:innen könnten Regionalverfahren künftig eine größere Rolle spielen.
Besonderheiten bei älteren Patient:innen
Bei geriatrischen Patient:innen müssen mögliche Nebenwirkungen besonders berücksichtigt werden:
Delirrisiko
Die Leitlinie sieht deshalb insbesondere regionale Verfahren als attraktive Alternative zu systemischen Opioiden.
⚠️ Opioide bei Entlassung
Ein weiterer wichtiger Aspekt:
Bei Entlassung aus der Notaufnahme sollten Opioide möglichst zurückhaltend verordnet werden.
Wenn erforderlich:
niedrigste wirksame Dosierung
Außerdem sollte Naloxon verfügbar sein, wenn stärkere Opioide eingesetzt werden.
💡 Take-Home Messages
🎧 Hörenswert für
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Disclaimer: Bei den Podcasts von Klinisch Relevant handelt es sich um Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal und keinesfalls um individuelle Therapievorschläge. Sie ersetzen also keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Dabei spiegeln die Beiträge den Kenntnisstand unserer medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach besten Wissen und Gewissen mit Dir teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen. Wir übernehmen für mögliche Nachteile oder Schäden, die aus den im Podcast gegebenen Hinweisen resultieren, keinerlei Haftung. Bei gesundheitlichen Beschwerden muss immer ein Arzt konsultiert werden! Weitere Informationen findest Du auf unserer Website: www.klinisch-relevant.de P.S.: Wenn Dir der Podcast gefallen hat, dann teile ihn doch bitte mit Deinen Kolleginnen und Kollegen! Es würde uns auch riesig freuen, wenn Du unseren Newsletter auf unserer Homepage abonnieren und unser Projekt bei Apple Podcasts bewerten würdest. Wenn Du Lust hast, dann findest Du Klinisch Relevant auch bei Facebook, Instagram, YouTube und LinkedIn. Falls Du auch einmal einen Beitrag auf Klinisch Relevant zu einem spannenden medizinischen Thema veröffentlichen möchtest, dann melde Dich doch ganz einfach unter [email protected]

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