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Es war weltweit der erste Giftgasangriff aus der Luft: 10 000 Behälter Giftgas "Made in Germany" wurden innerhalb von drei Jahren über dem Rif-Gebiet im Norden Marokkos abgeworfen. Spanien und Frankreich führten in den 1920er Jahren Krieg gegen die dortige Bevölkerung. Das Giftgas "Lost" wurde von einem deutschen Chemiker entwickelt, obwohl dies laut Versailler Vertrag verboten war. // Von Andrea Geißler, Christiane Kreiner, Dunja Sadaqi/ HR 2023/ www.radiofeature.wdr.de
Anlässlich der neuen ARD-Hörspielserie Lamyas Buch der Scharlatane veröffentlichen wir das Feature „100 Jahre Schweigen – Deutsches Giftgas in Marokko“ erneut. Das Hörspiel greift die historischen Ereignisse im Rifgebirge der 1920er-Jahre auf: Als Lamya mit ihrer kranken Schwester in die marokkanische Heimat reist, entdeckt sie ein verborgenes Kapitel kolonialer Gewalt – und ein dunkles Familiengeheimnis.
Unsere Podcast-Empfehlung: Lamyas Buch der Scharlatane
https://1.ard.de/Lamya
Die Natur kehrt zurück! Dank dem Schutz von Biotopen und dem Jagdverbot für bedrohte Arten, können sich die Populationen von Wildkatze, Otter, Biber und viele andere bereits ausgestorbene Arten erholen. Doch solange die einzelnen Schutzgebiete nicht miteinander verbunden sind, hat die Natur keine Chance auf eine dauerhafte Rückkehr.
Das hat auch die EU erkannt und will die verschiedenen Schutzgebiete durch Ökokorridore verbinden. Dieser Biotopverbund ist einer der Schlüsselfaktoren der EU-Biodiversitätsstrategie. Doch bei der Umsetzung sind einige Hindernisse zu überwinden. Nicht nur Autobahnen, Städte und Kohlegruben, sondern auch unterschiedliche Ansätze in den verschiedenen EU-Ländern sowie Vorbehalte in der Bevölkerung. Das Feature folgt Wildkatze und Co und zeigt, wie diese Hürden zwischen dem Naturpark Maas-Schwalm-Nette an der niederländischen Grenze und der Eifel bewältigt werden können.
Ein Feature von Katharina Nickoleit. Produktion: WDR 2023
Die Firma ANF im niedersächsischen Lingen produziert Brennelemente für Atomkraftwerke in Westeuropa beliefert mit russischem Uran. Jetzt soll eine direkte Zusammenarbeit mit dem russischen Staatskonzern Rosatom auf den Weg gebracht werden.
Das russische Uran wird über den Rotterdamer Hafen bis zur Brennelemente-Fabrik ins Emsland transportiert - ganz legal, denn Sanktionen für Uran hat die EU bisher nicht beschlossen. Trotz des Krieges in der Ukraine steigen die Mengen. ANF ist eine Tochter des französischen Kernenergiekonzerns Framatome, weltweit einer der größten im Nukleargeschäft. Um zukünftig auch osteuropäische Reaktoren beliefern zu können, will Framatome mit Rosatom kooperieren. Ein stark umstrittenes Projekt. Denn bei der Produktion von Brennelementen könnten Spionage und Sabotage drohen, mit katastrophalen Auswirkungen. Über den Antrag von Framatome/ANF muss nun die Politik entscheiden. Dabei geht es um mehr als ein Geschäftsprojekt. Diese Entscheidung dreht sich um die Frage: Wird Deutschland seine innere und äußere Sicherheit aufs Spiel setzen?
Ein Feature von Maike Hildebrand und Karl Amannsberger. Produktion DLF/WDR 2025
Die Galápagosinseln – ein einzigartiges Naturparadies mitten im Pazifik, das zum Inbegriff biologischer Vielfalt geworden ist: Riesenschildkröten, Darwinfinken, Seelöwen – sie alle leben hier, viele von ihnen nirgends sonst auf der Welt. Doch das Paradies ist bedroht: durch Klimawandel, Tourismus, Überfischung und organisierte Kriminalität. Und es fehlt an Geld, um das fragile Ökosystem wirksam zu schützen.
Ein sogenannter Debt-for-nature Swap soll helfen. Ecuador, hochverschuldet und finanziell unter Druck, erhält durch einen innovativen Deal Schuldenerleichterung – im Gegenzug verpflichtet sich das Land, Millionen in den Schutz der Galápagosinseln zu investieren. Es ist das bislang größte Geschäft dieser Art weltweit. Doch was wie eine Win-Win-Situation klingt, wirft kritische Fragen auf: Wer profitiert tatsächlich von diesen Tauschgeschäften – die Natur, die lokale Bevölkerung oder doch internationale Banken und Stiftungen? Warum wurde die Öffentlichkeit auf den Inseln erst informiert, als der Vertrag bereits unterschrieben war? Und was bedeutet es, wenn internationale Organisationen und Investoren entscheiden, wie und wo Artenschutz stattfinden soll?
Das Feature zeichnet ein vielschichtiges Bild eines Deals, der Hoffnung und Misstrauen gleichermaßen weckt – und stellt die Grundsatzfrage: Können Finanzinstrumente aus der Welt der Hochfinanz die Lösung für den globalen Arten- und Klimaschutz sein?
Ein Feature von Sophia Boddenberg. Produktion WDR 2025
Unsere Podcast-Empfehlung: Weltspiegel Podcast
https://1.ard.de/weltspiegel_podcast?cp=dok5
Der Anstieg des Meeresspiegels zwingt Menschen auf der ganzen Welt zur Flucht - von Bangladesch bis in den USA.
An der Südküste Vereinigten Staaten, unweit von New Orleans, versinken ganze Landstriche im Golf von Mexico. Die Landmasse der vor allem von Indigenen bewohnte Isle de Jean Charles ist in rund sechzig Jahren um 98 Prozent geschrumpft. Aber weder Anstieg des Meeresspiegels noch die Wirbelstürme sind die Hauptursachen, sondern die von Öl- und Gasgesellschaften gebauten Kanäle. Durch sie dringt Meerwasser ein und erodiert das Land. Dennoch wurde die Insel vom Deichschutz ausgeschlossen. Begründung: Die Kosten-Nutzen-Rechnung geht nicht auf.
2016 hat die Obama Regierung 48,2 Millionen Dollar für die Umsiedlung bereitgestellt und die Bewohner als Klimaflüchtlinge eingestuft. Der Staat Louisiana übernahm die Leitung des Umsiedlungsprojekts und ging kaum auf die Wünsche der Indigenen ein. Bis Ende 2022 sind knapp 100 Einwohner in die 40 Meilen nördlich neu erbaute Siedlung umgezogen. Sie sehen sich aber nicht als Flüchtlinge, sondern als abermals von ihrem Land Vertriebene.
Ein Feature von Egon Koch. Produktion: WDR/DLF/HR/ORF 2023
Wir leben in einer Zeit, in der Musikhören fast nichts kostet. Trotzdem geben Musik-Fans so viel Geld für ihre Stars aus wie nie zuvor. Das Geschäft mit Merchandise-Artikeln boomt – und viele wollen daran mitverdienen.
Auf Konzerten stehen Fans Schlange, um ein Armband, T-Shirt oder Socken mit dem Namen ihres Idols zu ergattern. In sozialen Netzwerken präsentieren junge Pop-Fans ihre Merchandise-Sammlungen, für die sie manchmal mehrere tausend Euro ausgegeben haben. Gerade in einer Zeit, in der Fans ihre Lieblingsband nicht mehr unbedingt durch den Kauf einer CD mitfinanzieren, spielt das Geschäft mit Merchandise eine wichtige Rolle. Es ermöglicht so manch einer Band erst, überhaupt auf Tour zu gehen. Allerdings wollen immer mehr Beteiligte daran verdienen – vom Plattenlabel bis zum Hallenbetreiber. Dok 5 trifft Musikerinnen und Musiker, Merchandiser und Fans und spricht mit Plattenfirmen und Merch-Produzenten über das Geschäft mit Fan-Artikeln.
Ein Feature von Annelen Bergenthum. Produktion: WDR 2025
Unsere Podcast-Empfehlung:
Meilensteine – Alben, die Geschichte machten
https://1.ard.de/SWR1_Meilensteine
Eine junge Frau mit Thrombose, die trotz Schmerzen abgewiesen wird. Eine Betroffene mit Endometriose, deren Beschwerden jahrzehntelang nicht ernst genommen werden. Eine nichtbinäre Person, die unter Nebenwirkungen ihrer Hormontherapie leidet – was kaum erforscht ist.
Das WDR-Feature „Gender und Race in der Medizin“ erzählt eindringlich von Patientinnen, die an den Grenzen eines Gesundheitssystems scheitern, das den „weißen Mann“ noch immer als medizinische Norm begreift. Die Folgen: Fehldiagnosen, unpassende Therapien – und im schlimmsten Fall Lebensgefahr.
Autorin Sarah Mahlberg beleuchtet im Feature, wie strukturelle Ungleichheit in der medizinischen Forschung und Praxis wirkt – oft unbewusst, aber mit ernsthaften Konsequenzen. Sie spricht mit Expertinnen wie Prof. Vera Regitz-Zagrosek und Prof. Turu Stadler, die sich für eine geschlechtersensible und diversitätsgerechte Medizin einsetzen. Denn es macht einen Unterschied, welches Geschlecht, welche Hautfarbe oder welches soziale Umfeld ein Mensch hat – in der Diagnose, bei Medikamentendosierungen oder im Arztgespräch.
Ein Feature von Sarah Mahlberg. Produktion: WDR 2025
Im neuen Podcast-Kanal "Hateland" der ARD begibt sich Gastgeber Louis Klamroth zusammen mit ARD-Reporterinnen und -Reportern an den extremen und radikalen Rand der Republik. Warum radikalisieren sich Menschen und was bedeutet das für unsere Gesellschaft?
Alle Folgen findet ihr in der ARD Audiothek:
https://1.ard.de/dok5-feature-empfehlung-deep-state
Mit Pflanzenkohle lässt sich CO2 aus der Atmosphäre entfernen. Außerdem soll sie Böden fruchtbarer machen – ein Doppelnutzen also, wenn man den Versprechungen glaubt. Ist sie die Klimalösung, die wir so dringend brauchen?
Davon ist der Schwammerlmichi überzeugt – ein sympathischer Campingplatzbewohner, Tüftler und Pilzexperte aus Südbayern. Mit ansteckender Begeisterung erklärt er unserem Autor die mehrfachen Vorteile der Pflanzenkohle und träumt davon, sie auf allen Äckern der Welt zu verbreiten. Eine Recherchereise beginnt.
Das Vorbild stammt aus dem Amazonas-Regenwald: „Terra Preta“ ist eine seit Jahrtausenden ungewöhnlich fruchtbare Erde. Ihr Geheimnis: Verkohltes Pflanzenmaterial, das Menschen dort vor langer Zeit eingearbeitet haben. Diese indigene Technik inspiriert heute weltweit dazu, Böden mit Pflanzenkohle zu verbessern.
Weil Pflanzenkohle außerdem CO2 dauerhaft bindet, also eine Kohlenstoff-Senke ist, erlebt die Idee in den letzten Jahren einen Boom in Forschung und Praxis. Das Klima retten, indem man die Böden rettet – ein bestechendes Konzept. Für den Schwammerlmichi ist die Sache jedenfalls klar: Er will dieser scheinbar ultimativen Lösung zum Durchbruch verhelfen. Doch warum ist das bloß so schwer?
Ein Feature von David von Westphalen. Produktion: WDR 2025
Unsere Podcast-Empfehlung:
Hateland, 1. Staffel Deep State – vom Elite-Soldaten zum Reichsbürger:
https://1.ard.de/dok5-podcast-empfehlung-hateland
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