
Sign up to save your podcasts
Or


Based on Podcast App listening data
Billie Jean King, geboren am 22.11.1943, verwandelt viele Matchbälle. Die US-Tennisspielerin kämpft um Preisgelder - und um die Gleichberechtigung von Frauen im Sport.
Billie Jean King wird am 22. November 1943 als Billie Jean Moffitt in Long Beach, Kalifornien, geboren. Als Kind probiert sie alle möglichen Ballsportarten aus: Volleyball, Baseball, Fußball, Basketball, Softball und entscheidet sich schließlich für Tennis. Sie wird eine Ikone ihres Sports und kämpft auch abseits des Platzes fürs Tennis, z.B. für gleiche Preisgelder für männliche und weibliche Tennisstars.
In den 1960er- und 1970er-Jahren führt Billie Jean King immer wieder die Weltrangliste an. Sie gewinnt im Laufe ihrer Karriere zwölf Grand Slam-Titel im Einzel, sechs davon in Wimbledon, 16 im Doppel und elf im Mixed. Einen berühmten Sieg erringt sie im berühmten "Battle of the Sexes", einem Tennismatch Frau gegen Mann, in dem sie gegen den ehemaligen Wimbledonsieger Bobby Riggs antritt.
Bis heute setzt sich Billie Jean King für den Frauensport ein: Die Kalifornierin ist Mitbesitzerin des Frauen-Fußballvereins "Angel City Football Club" und des Frauen-Basketballclubs "Sparks", beide ansässig in Los Angeles. Außerdem ist sie Miteigentümerin der nordamerikanischen Frauen-Eishockeyliga, die im nächsten Jahr ihren Spielbetrieb aufnimmt.
In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen:
Astronom, Seemann, Diplomat, Abenteurer und Gentleman: Edmond Halley ist vielseitig - und immer in Bewegung. So wie die Fixsterne, deren Eigenbewegung er entdeckt.
Im Jahr 1677 fertigt Edmond Halley im Auftrag des britischen Königs eine präzise Karte des Südhimmels. Denn die Krone hat ein vordringliches Ziel: Herrschaft über die Weltmeere - ein britisches Empire. Bei der Kartierung stößt Halley auf eine Sensation: Die Fixsterne sind offenbar beweglich - und nicht fix, wie die alten Griechen gedacht haben.
Doch der 22-Jährige geht der Frage nicht weiter nach. Denn damit stellt er die letzten Reste des alten Weltbildes infrage: die göttliche Himmelssphäre mit den angeblich unverrückbaren Fixsternen. Das könnte Ärger mit der Kirche bedeuten und seine Karriere gefährden.
Zuvor hatte Kopernikus schon die Erde aus der Mitte des Kosmos zwischen die Planeten verbannt und Kepler die perfekten Kreise der Planetenbahnen durch Ellipsen ersetzt. Deshalb beschäftigt sich Halley erst 40 Jahre später wieder mit seiner These und untersucht 1718, ob sich die hellsten Fixsterne bewegen. Das Resultat: Er beobachtet tatsächlich eine sogenannte Eigenbewegung der Sterne.
Damit eröffnet Halley einen komplett neuen Blick auf das Universum: Nicht nur die Planeten des Sonnensystems, sondern auch die Sonne und alle Fixsterne bewegen sich. Erst im 20. Jahrhundert können Astronomen die Geschwindigkeit der Sterne messen - und lernen: Das Universum dehnt sich aus.
In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Burgmer:
Legenden, Theaterstücke und Filme gibt es über den "Schinderhannes": Vielen gilt Johannes Bückler als deutscher Robin Hood. In Wirklichkeit war er ein Dieb und Mörder.
Im 19. und 20. Jahrhundert gehen Biografen, Schriftsteller, Theater- und Filmemacher der Selbstdarstellung des "Schinderhannes" auf den Leim. Johannes Bückler, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, vertuscht seine Bereitschaft zu mörderischer Brutalität. Er wird vermutlich im Herbst 1779 im Taunus geboren. Mit 16 Jahren begeht "Schinderhannes" als Abdeckerlehrling erste Vieh- und Pferdediebstähle.
Im Jahr 1803 - nach 130 bewiesenen Straftaten, darunter Erpressung, Mord und Totschlag - wird Bückler im Rechtsrheinischen verhaftet und ins linksrheinische, französisch besetzte Mainz ausgeliefert. Denn dort hat er die meisten Straftaten begangen. Mit einem Gnadengesuch möchte der 24-Jährige seinen Kopf retten und bietet sich Napoleon Bonaparte erfolglos als Soldat an.
Nach vier Wochen fällt das Urteil: Am 20. November 1803 wird "Schinderhannes" zusammen mit 19 Mittätern zum Tod verurteilt. Beim Verlassen des Gerichts ruft er in die Menge: "Betrachtet mich nur recht, denn heute und morgen ist es zum letzten Mal."
In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg:
Der kubanische Schachweltmeister wurde am 19.11.1888 geboren. "Er war vielleicht der größte Schachspieler aller Zeiten", so das US-Schachgenie Bobby Fischer.
Mit gerade einmal vier Jahren soll José Raúl Capablanca seine erste Schachpartie gespielt haben. Das kubanische Wunderkind fällt bald schon über die Grenzen Kubas auf. Die französische Zeitung "Le Figaro" schreibt über den Zwölfjährigen: "Während seine Gegner fünf oder zehn Minuten über einen Zug nachdenken, spielt Capablanca sofort." Er bekommt den Spitznamen "die Schachmaschine."
Der Erste Weltkrieg verzögert die von ihm anvisierte Weltmeisterschaft. Erst 1921 kommt es zum Duell mit dem amtierenden Weltmeister, dem Deutschen Emanuel Lasker. Capablanca gewinnt. Doch er verliert den Titel sechs Jahre später an den Russen Alexander Aljechin, wohl weil Capablanca den Gegner arroganterweise nicht ernstgenommen hat. Aljechin verwehrt ihm trotz seiner jahrelangen Bemühungen eine Revanche.
In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath:
Hermann Hesse, ein Lieblingsautor auch von Udo Lindenberg: Am 18.11.1943 erscheint sein Roman "Das Glasperlenspiel".
Nach seinen erfolgreichen Romanen "Steppenwolf", "Siddhartha" und "Narziss und Goldmund" sind die Erwartungen an Hermann Hesses neues Buch hoch. Doch das "Glasperlenspiel" macht es den Lesern nicht einfach. Eine abstrakte Geschichte in einem fiktiven Orden in einem zukünftigen Jahrhundert. Die Protagonisten widmen ihr Leben den Erkenntnissen des menschlichen Geistes und den schönen Künsten. Das Glasperlenpiel ist laut Hesse "ein Spiel mit sämtlichen Inhalten und Werten unserer Kultur".
Die Resonanz auf den Roman ist zunächst verhalten. Hesse ist ein wenig genervt: "Manche Leute zerbrechen sich den Kopf über mein Buch, statt ganz einfach es zu lesen und zu probieren, was es ihnen sagt." Elf Jahre hat Hermann Hesse am "Glasperlenspiel" geschrieben, eine Quintessenz aus seiner langen Suche nach der Bestimmung des Einzelnen. Zudem ist das Glasperlenspiel für Hesse "eine magische Zuflucht" vor "der hässlichen Zeit", dem Krieg, der Vertreibung und Vernichtung. Da die Nationalsozialisten seine Werke verbieten, erscheint das "Glasperlenspiel" 1943 in der Schweiz. Drei Jahre später wird er mit dem Literatur-Nobelpreis geehrt.
In diesem Zeitzeichen erzählt Jutta Duhm-Heitzmann:
Gemeinsam mit einem Baukonzern aus NRW rettet die Unesco den gigantischen Tempel von Ramses II., bevor der in den Fluten des Assuan-Stausees in Ägypten versinkt. Es ist der Beginn der Idee des Weltkulturerbes...
Beinahe wäre Ramses II. in den 1960er Jahren in den Fluten des Nils untergegangen – nachdem der ägyptische Pharao rund 3200 Jahre in seiner pompösen Tempelanlage Abu Simbel verharrt hatte. Diese liegt mitten im geplanten Überflutungsgebiet des Assuan-Stausees. Die UNESCO läuft Sturm gegen die Pläne, einmal geflutet wären die Kulturgüter für ewig zerstört.
Die einzige bezahlbare Idee: Der Ramses-Tempel soll mit den vier gigantischen Skulpturen abgebaut und an sicherer Stelle wieder aufgebaut werden, ebenso der seiner Frau Nefertari gewidmete kleinere Tempel. Am 17. November 1963 wird ein internationales Firmenkonsortium mit der technischen Durchführung des Projekts beauftragt. Die Leitung übernimmt der Essener Baukonzern Hochtief.
Ein Mammutprojekt, bei dem die beiden Felsentempel in mehr als 1.036 Quader zerlegt und 180 Meter landeinwärts millimetergenau wieder aufgebaut und beinah unsichtbar neu verfugt werden. Das jahrtausendealte ägyptische Bauwunder avanciert zum Wunder moderner Ingenieure.
In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner:
"Philosophical Entertainer", so hat sich Alan Watts (Todestag 16.11.1973) mal beschrieben. Er trägt dazu bei, dass fernöstliche Weisheitslehren im Westen populär werden.
"Dem Leben offen und furchtlos begegnen", so lautet das Credo von Alan Watts. Am meisten beeinflusst Alan Watts die Lehre des Zen-Buddhismus. Der Philosoph ist davon überzeugt, dass das alltägliche Streben nach Macht und Reichtum, auf Dauer unglücklich macht. Es soll ersetzt werden durch ein Loslassen und Sich-Einlassen auf den Fluss des Lebens. Mit seinen Worten trifft Alan Watts den Zeitgeist der 1960er Jahre und wird zum spiritueller Begleiter der Hippie-Bewegung.
Geboren wird Alan Watts 1915 im Südengland. Schon als Jugendlicher beginnt er mit dem Studium der asiatischen Religionen. Er bringt sich selbst Chinesisch bei, um die alten Schriften in der Originalsprache zu lesen. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verschlägt ihn in die USA. Dort studiert er in nur zwei Jahren die komplette christliche Theologie und arbeitet zwischenzeitlich als Priester.
In Büchern, Radiosendungen und Vorträgen lehrt der charismatische Alan Watts eine Mischung aus Buddhismus, Taoismus und Hinduismus. Seine Fangemeinde wächst stetig. Watts doziert an renommierten Universitäten, darunter die Harvard University, hält Vorträge auf der ganzen Welt. Ihm selbst fällt ein Leben nach seiner Lehre jedoch immer schwerer. Sein großes Arbeitspensum schafft er schließlich nur noch mit Alkohol. Er stirbt am 16. November 1973 mit 58 Jahren.
In diesem Zeitzeichen erzählt Melahat Simsek:
Die weltweit einzige Kolonie in Privatbesitz wechselt am 15.11.1908 den Besitzer: Leopold II. verkauft "seinen" Kongo an den belgischen Staat - nach Jahrzehnten der Ausbeutung und brutaler Gewalt...
Ende des 19. Jahrhunderts beauftragt der belgische König Leopold II. den Afrikaforscher Henry Morton Stanley, für ihn in den Kongo zu reisen. Offiziell soll er das Land erforschen und "humanitäre" Hilfe leisten.
Tatsächlich soll Stanley Land für den belgischen König sichern, der möchte sich – wie seinerzeit üblich – mit kolonialem Besitz schmücken. Stanley kann mit mehr als 400 indigenen Fürsten Verträge abschließen, die sich unter den "Schutz" von Leopold II. stellen. So wird der Kongo zur Privatkolonie des belgischen Königs.
Die Einheimischen bekommen von dem versprochenen "Schutz" indes wenig zu spüren. Stattdessen müssen sie schon bald Zwangsarbeit leisten. Leopolds Leute treiben die Schwarzen beispielsweise mit brutaler Gewalt zur Kautschuk-Ernte. Mord, Folter, Amputationen, Vergewaltigungen sind an der Tagesordnung.
Als Anfang des 20. Jahrhunderts Missionare ihr Schweigen brechen und europäische Schriftsteller und Journalisten über die Gewaltherrschaft berichten, kommt Leopold II. unter Druck. Am 15. November 1908 verkauft er die Kolonie Kongo an den belgischen Staat. Da der König sofort alle Unterlagen verbrennen lässt, ist bis heute unklar, wie viele Menschen seinem Regime zum Opfer gefallen sind.
In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer:
Die West Side Story ist sein berühmtestes Musical: Die große Karriere des Dirigenten Leonard Bernstein beginnt am 14.11.1943, als er kurzfristig bei einem Konzert einspringt.
Sein Debüt vor einem Millionenpublikum gibt Leonard Bernstein ohne Probe mit dem Orchester: Der große Dirigent Bruno Walter, der eigentlich an diesem Sonntagnachmittag die New Yorker Philharmoniker dirigieren soll, liegt mit einer heftigen Erkältung im Hotel. Da sich kein anderer Ersatz findet, soll Leonard Bernstein das Konzert in der Carnegie Hall übernehmen. Der 24-Jährige hat gerade als Assistent bei den New Yorker Philharmonikern angefangen und gilt als Musiktalent. Walter gibt dem jungen Bernstein lediglich ein paar Hinweise zu den schwierigsten Stellen der geplanten Stücke, dann lässt man ihn mit seiner Aufgabe allein.
Das Konzert wird live im Radio übertragen – und ein sensationeller Erfolg. "Das Orchester jubelte und stand mit offenem Mund auf der Bühne", erinnert sich ein Geiger später an "den Naseweis", den die renommierten Musiker zunächst skeptisch betrachtet hatten. "Dieser Mann dort war der außergewöhnlichste Musiker, dem ich in meinem ganzen Leben begegnet bin."
Der 14. November 1943 ist der Beginn zu Bernsteins Weltkarriere und einem neuen Typus von Dirigenten: lebendig, charismatisch, lebensfroh und nah am Publikum. Der US-Amerikaner ist das Gegenstück zu den bisherigen konservativen und steifen Dirigenten. Unter anderen adressiert Leonard Bernstein mit seinen "Young People`s Concerts" jungen Menschen und erschließt so neues Publikum.
In diesem Zeitzeichen erzählt Holger Noltze:
Laura Bassi löst einen unglaublichen Hype als erste Universitätsprofessorin Europas. Doch gleichberechtigtes Mitglied der Bologneser Universität war sie damit nicht.
Als 20-jährige gilt sie in ihrer Heimatstadt Bologna als exotisches Wunderwesen. Was, bitteschön, soll man mit so einer blitzgescheiten und bildungshungrigen Frau anfangen? - Da denken sich die Stadtherren: Vielleicht lässt sich aus der Existenz dieser jungen Ausnahme-Bürgerin Kapital schlagen? Vielleicht könnte Laura Bassi Bolognas alten Ruhm als Hochburg der Gelehrsamkeit zurückbringen?
Es werden öffentliche Diskussionen veranstaltet, über naturwissenschaftliche und philosophische Thesen. Die junge Gelehrte beeindruckt in der geistigen Auseinandersetzung mit den klügsten Professoren Bolognas. Sie wird in die Bologneser Akademie aufgenommen. Sie erhält den Doktortitel und wird schließlich, im Fach Naturphilosophie, zur Universitätsprofessorin ernannt. Als erste Frau in Europa.
Echte Gleichberechtigung mit den männlichen Lehrenden bedeutet das aber noch nicht...
In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk:
From the publisher's feed
Ranked by our users in the last 21 days

110 Listeners

18 Listeners

5 Listeners

52 Listeners

6 Listeners

5 Listeners

185 Listeners

106 Listeners

103 Listeners

9 Listeners

7 Listeners

14 Listeners

27 Listeners

0 Listeners

8 Listeners

41 Listeners

12 Listeners

34 Listeners

66 Listeners

3 Listeners

0 Listeners

1 Listeners

37 Listeners

34 Listeners

9 Listeners

16 Listeners

54 Listeners

1 Listeners

0 Listeners