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  • Maria Callas, Opern-Diva: Geboren am 2.12.1923

    Maria Callas zählt zu den berühmtesten Sopranistinnen weltweit: Ihr Gesang berührt Menschen, ihre Stimme ruft bei einigen sogar körperliche Reaktionen hervor.



    Sie ist die Inkarnation der Primadonna und Meisterin aller vokalen Klassen: Maria Callas. "Die Göttliche" kommt am 2. Dezember 1923 als zweite Tochter griechischer Einwanderer in New York zur Welt. Früh lernt das kleine, dicke Mädchen, dass sie um Liebe kämpfen muss.
    Schon mit acht erhält Maria den ersten Klavier- und Gesangsunterricht, mit 13 geht sie mit ihrer Mutter zurück nach Athen. Am dortigen Konservatorium wird Callas in die Gesangsklasse der berühmten Koloratursopranistin Elvira de Hidalgo aufgenommen. Mit eisernem Willen ausgestattet, feiert sie 1938 als 15-Jährige in Athen ihr Bühnendebüt.
    Den Durchbruch erlebt Maria Callas 1947 als "Gioconda" in der Arena von Verona. Ihre tiefe Bruststimme, die sie dramatisch perfekt einzusetzen versteht, reißt das Publikum von den Sitzen. Es ist der Beginn einer kurzen, fulminanten Karriere. In den folgenden Jahren gelingt es Callas immer wieder, mit schier unerschöpflichen Kraftreserven ihr Auditorium zur Raserei zu treiben. Ab Mitte der 1950er Jahre ist ihrer Stimme der Verschleiß dann aber deutlich anzuhören.
    Mit "Tosca" erlebt Maria Callas 1965 in London ihren letzten unumstrittenen Triumph. Bei ihrer Abschiedstournee mit Giuseppe di Stefano 1973 zollt man der Primadonna noch tiefen Respekt, aber die einsame Größe ihrer Stimme ist Vergangenheit. Nach Jahren der selbst gewählten Einsamkeit stirbt Maria mit nur 53 Jahren in Paris an Herzversagen. Ihre Asche wird in der Ägäis verstreut.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Hildburg Heider:

    • Was die Stimme von Maria Callas so einzigartig macht
    • Wen die Opernsängerin in ihrer Karriere am häufigsten verkörpert
    • Warum Kennedy-Witwe Jacqueline ihr privates Liebesglück zerstört

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Jürgen Kesting, freier Musikpublizist
    • Maria Callas im Interview mit Edward Downes, Dezember 1967 (Warner Music)

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Maria Callas
    • Daniel Hope gratuliert Maria Callas zum 100. Geburtstag

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Hildburg Heider
    Redaktion: Gesa Rünker
    Technik: Thomas Bleul
    Onlineproducerin: Cora Lanzerath

    15 min
  • "Der großen Eisenbahnraub": Startschuss des Wild-West-Kinos

    Gerade einmal 12 Minuten lang - und doch erzählt der Stummfilm von 1903 eine richtige Geschichte mit verschiedenen Handlungen. Normal? Damals war das revolutionär!



    Edwin S. Porter aus Pennsylvania gehört zu den Filmpionieren in den Vereinigten Staaten. Im Jahr 1900 erhält er eine Anstellung bei Thomas Edison, der auch Filmkameras und Projektoren herstellte. Für die "Edison Company" drehte Porter eigene Filme. Dazu gehört auch "Der große Eisenbahnraub".
    Der Film ist einer der ersten Western und sticht vor allem mit seiner Handlung heraus: so arbeitet er schon mit Parallelmontage und Jump Cuts. Der Film besteht aus 14 Szenen und ist mit zwölf Minuten für die Zeit der Anfänge des Films recht lang. Schon die ersten Bilder versprechen Spannung: Ein Mann sitzt im Telegrafenbüro eines Bahnhofs an einem Schreibtisch und liest Telegramme. Die Tür wird geöffnet und zwei schwarz gekleidete Männer mit Hüten und gezogenen Revolvern treten ein.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Thiemann:

    • Wie der Western weitergeht.
    • Wer den ersten Kinematografen konstruiert hat.
    • Weshalb die Vorführungen von Stummfilmen mit Musik begleitet werden
    • Wie das Mittel der Montage neue Erzählformen ermöglicht.
    • Mit welchem Überraschungsmoment "Der große Eisenbahnraub" endet.
    Das sind unsere Interviewpartner:
    • Stephan Brössel (Filmforscher, Germanistisches Institut der Universität Münster)
    • Jakob Reinhardt (Musiker, Schwerpunkt Improvisation)
    Weiterführender Link:
    • Planet Wissen: Der Western - Urform des amerikanischen Kinos
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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christoph Tiemann
    Redaktion: Matti Hesse

    14 min
  • Der "Kluge Hans": Rechnendes Wunderpferd des Wilhelm von Osten

    Berlin 1890: Wissenschaftler, Zirkusdirektoren und Schaulustige staunen über ein angebliches Wunderpferd. Sein Tier könne rechnen und lesen, sagt der Lehrer Wilhelm von Osten (geboren am 30.11.1838)...



    Schon Wilhelm von Ostens erster Hengst konnte angeblich bis fünf zählen. So berichten es zumindest Zeitzeugen. Doch in die Geschichte eingehen sollte nach dessen Tod Hans II. - der "Kluge Hans". Dieses Pferd kann angeblich zählen, lesen und rechnen. Per Zeitungsanzeige lädt Wilhelm von Osten jeden dazu ein, den Versuchen zur Feststellung der geistigen Fähigkeiten seines Pferdes beizuwohnen. Vorführungen gibt's jeden Tag um 11 Uhr. Auch eine zwölfköpfige Wissenschaftlergruppe stellt Hans auf die Probe - und urteilt: Hier sind keine Tricks im Spiel.

    Nun zweifeln viele an der Expertenkommission. Dresseure versprechen mit jedem Pferd nach kurzer Zeit bessere Ergebnisse erzielen zu können. Ein regelrechter Wettbewerb um intelligente Vierbeiner beginnt: Als Schaubudenattraktion wird in Leipzig der Schimmel Hans vorgeführt, in Berlin macht ihm die kluge Rosa Konkurrenz. Eine zweite wissenschaftliche Kommission stellt schließlich nach sieben Wochen fest: Der clevere Hans kann nicht zählen, lesen und rechnen. Das Pferd liest nicht die Schultafel, sondern seinen Lehrer, seine Mimik und Körperhaltung. Doch das ist ja auch ziemlich clever.

    Wilhelm von Osten allerdings glaubt unbeirrt an die Fähigkeiten seines Pferdes - und unterstellt dem Tier gar Böswilligkeit. Angeblich hat er Hans noch auf dem Totenbett verflucht.

    In diesem Zeitzeichen erzählen Veronika Bock und Ulrich Biermann:

    • Welche Rolle Pferde im 19. Jahrhundert spielten - und wie sich ihr Bild wandelte.
    • Dass Pferde tatsächlich Zahlen auseinanderhalten können.
    • Dass der "Kluge Hans" clever war, obwohl er nicht rechnen konnte.
    • Warum Wilhelm von Osten verbittert starb.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Konstanze Krüger, Professorin für Pferdehaltung (Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen Geißlingen)

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autoren: Veronika Bock und Ulrich Biermann
    Redaktion: David Rother

    15 min
  • Entstanden aus der Selbsthilfe: Der Arbeiter-Samariter-Bund

    Zimmerpolier Gustav Dietrich und fünf Kollegen laden am 29.11.1888 in Berlin zum Erste-Hilfe-Kurs für Arbeiter ein: Die Veranstaltung wird Folgen haben.



    Im 19. Jahrhundert sind tödliche Arbeitsunfälle in Fabriken und Bergwerken oder auf Baustellen an der Tagesordnung. Dem gegenüber sind Arbeitsschutzmaßnahmen ebenso Mangelware wie geeignete Vorkehrungen für den Ernstfall. Da beschließen die Arbeiter in Berlin, sich bei Unfällen selbst um die Versorgung von Verletzten zu kümmern. Am 29. November 1888 treffen sich über 100 Zimmerleute, Maurer und Bauarbeiter zu ihrem ersten selbstorganisierten Erste-Hilfe-Kurs. Weitere Kurse folgen - bald auch in anderen Städten Deutschlands.
    Der Obrigkeit sind diese Treffen ein Dorn im Auge. Eine Zeit lang wird den Arbeitern verboten, sich in Gaststätten zu versammeln. Zudem sind die meisten Ärzte nicht bereit, die interessierten Laien zu unterrichten. Vor allem jüdische Mediziner erteilen Nachhilfe. 1909 schließen sich die Selbsthilfeorganisationen deutschlandweit zum Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) zusammen. Dieser veranstaltet fortan nicht nur Erste-Hilfe-Kurse, sondern konzipiert auch Vorschriften zum Arbeits- und Unfallschutz und entwickelt Ideen zur Verbesserung der Hygiene in Krankenhäusern.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Claudia Friedrich:

    • Wie aus einer Selbsthilfegruppe der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) wurde.
    • Woher der ASB seinen Namen hat.
    • Warum Frauen lange außen vor blieben.
    • Was die Nazis gegen den ASB hatten - und ihn deswegen auflösten.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Mareike Hollmann (Leiterin des ASB Archivs)
    • Wilhelm Müller (ASB-Vizepräsident und Chronist des ASB)
    • Prof. Annette Zimmer (Seniorprofessorin am Institut für Politikwissenschaft, Universität Münster)

    Weiterführende Links:
    • Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e.V.
    • Masterstudiengang Nonprofit-Management and Governance (Universität Münster)

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    Autorin: Claudia Friedrich
    Redaktion: Gesa Rünker

    15 min
  • Eine spektakuläre Oper wird uraufgeführt (am 28.11.1983)

    In seiner einzigen Oper, "Saint François d’Assise", bringt Olivier Messiaen den heiligen Franziskus auf die Bühne: Eine besondere Rolle spielen dabei Vögel.



    Das Thema für seine erste und einzige Oper findet Olivier Messiaen schnell: Franziskus soll es sein, weil er Christus ähnelt. Aber auch wegen seiner Beziehung zu den Vögeln. Denn Vögel sind für den passionierten Ornithologen Messiaen ein zentrales Thema in seinem gesamten Schaffen. So basiert auch bei seiner Oper etwa ein Drittel des gesamten Materials auf Vogelgesang-Imitationen.
    Acht Jahre braucht Messiaen, um seine Oper abzuschließen. Sie schildert nur einzelne Episoden aus dem Leben des Heiligen Franziskus. Allenfalls sporadisch gibt es eine Handlung im engeren Sinne. Am 28. November 1983 erfolgt die Uraufführung im Palais Garnier der Pariser Oper. Das Echo ist gespalten, die ersten Aufführungen sind aber alle ausverkauft. Bei späteren Inszenierungen stellt sich dann heraus, dass die karge Handlung und die wenigen szenischen Vorgaben auch Chancen bieten.
    Messiaen lässt in "Saint François d'Assise" das Verhältnis von katholischem Weltbild und individuellem Schöpfertum bewusst in der Schwebe. Insofern ist diese Oper vor allem eines: ein faszinierendes Dokument des Widerstandes gegen einen von Oberflächlichkeit geprägten Zeitgeist.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vratz:

    • Warum Messiaen zu den wichtigsten französischen Komponisten des 20. Jahrhunderts zählt.
    • Wie er auf das Thema für seine erste und einzige Oper kam.
    • Was Messiaen anders macht als andere Komponisten seiner Zeit.
    • Warum "Saint François d’Assise" keine traditionelle Oper ist.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Stefan Keym, Musikwissenschaftler (Leipzig)
    • Stefan Keym / Peter Jost (Hg.): Olivier Messiaen und die "Französische Tradition" (Köln 2013)
    • Peter Hill / Nigel Simeone: "Messiaen" Aus d. Engl. v. Birgit Irgang (Mainz 2007)
    • Thomas Daniel Kämper / Dietrich Schlee (Hg.): "Olivier Messiaen. La Cité céleste - Das himmlische Jerusalem. Über Leben und Werk des französischen Komponisten." (Köln 1998)
    Weiterführender Link:
    • Geistliche Musik: Musik zu Fronleichnam von Charpentier, Messiaen und Fux

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christoph Vratz
    Redaktion: Gesa Rünker

    15 min
  • Der "Kuchenkrieg" von 1838 zwischen Mexiko und Frankreich

    Eine zerstörte Bäckerei. Oder nur Mundraub mexikanischer Soldaten? Die Beschwerde eines nach Mexiko ausgewanderten französischen Bäckers löst einen echten Krieg aus, in dem die französische Flotte am 27.11.1838 ein Fort beschießt...



    Mitte des 19. Jahrhunderts: Die mexikanische Republik ist erst wenige Jahre alt. Da reicht auch schonmal ein Kuchen, um einen Krieg auszulösen.

    Ein nach Mexiko ausgewanderter französischer Bäcker jedenfalls behauptet, dass Offiziere der mexikanischen Armee in seinem Geschäft Schaden angerichtet hätten - ob es dabei um ein paar nicht bezahlte Stücke Kuchen oder eine verwüstete Bäckerei ging, ist unklar. Ebenso wie die Frage, ob es wirklich echte mexikanische Offiziere waren, die den Schaden angerichtet haben.

    Der Bäcker, Monsieur Remontel sein Name, will eine Entschädigung vom mexikanischen Staat, die er nicht bekommt. Also bittet er den französischen König Louis-Philippe, seiner Forderung nach 60.000 Pesos Nachdruck zu verleihen. Der Monarch verzehnfacht kurzerhand den Betrag und schickt die Kriegsflotte als Geldeintreiber. Diese blockiert zunächst alle mexikanischen Häfen im Golf von Mexiko und greift am 27. November 1838 schließlich die Festung San Juan de Ulua an.

    Obwohl Frankreich taktisch und waffentechnisch überlegen ist, zieht sich der Krieg über Monate. Schließlich aber lenken die Mexikaner ein und sagen die Zahlung der geforderten Pesos zu. Die Franzosen ziehen ab. Gezahlt wird die Summe letztlich aber nie.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug:

    • vom "Sehnsuchtsland" Mexiko - und seine Anregungen für Träume, Intrigen und Gewalt
    • Wie es nach dem "Kuchenkrieg" für Mexiko weitergeht
    • Warum ein österreichischer Erzherzog Kaiser von Mexiko wird

    Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin:
    • Dr. Josefina Sandoval, Kulturwissenschaftlerin
    • AD Magazin - Was Sie nicht über den Kuchenkrieg zwischen Mexiko und Frankreich wussten (spanischer Text)

    Weiterführende Links:
    • 19.06.1867 - Hinrichtung von Kaiser Maximilian
    • SWR Retro - Porträt eines Kunstwerks: Die Erschießung Kaiser Maximilians von Edouard Manet

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Thomas Klug
    Redaktion: David Rother
    Technik: Holger Maerten
    Onlineproducerin: Cora Lanzerath

    15 min
  • Das erste deutsche Leihhaus eröffnet 1603

    Um das Jahr 1600 entstehen viele Leih- und Pfandhäuser in Deutschland, denn die "kleine Eiszeit" macht viele Menschen arm. Die erste belegbare Eröffnung findet 1603 in Augsburg statt.



    Die Idee der öffentlichen Leihhäuser stammt von Mönchen aus Italien, die sich gegen den Wucher privater Pfandleiher richtet. In Deutschland ist das 1603 gegründete Städtische Leihamt in Augsburg die erste Einrichtung dieser Art. Dabei dienen zunächst eine Kammer und der Dachboden des Almosenhauses als Verwahrort für die noch spärlichen Pfänder. Am Anfang sind das vor allem kleine Gegenstände wie silberne Löffel, Kleidung oder Stoff.

    Die Schuldner können ihre Pfänder wieder auslösen - mit einem Aufschlag von fünf Prozent. Pfandstücke, die nicht binnen Jahresfrist ausgelöst werden, werden versteigert. Der Gewinn wird an den Schuldner weitergegeben. Weil dieses Modell in Augsburg so gut läuft, eröffnen in den nächsten drei Jahrhunderten immer mehr Städte Leihhäuser. 34 Leihämter existieren zeitweise in Deutschland.

    Doch die Zeiten ändern sich. Nach 415 Jahren stellt die Stadt Augsburg den Betrieb ihrer Pfandleihe Ende 2018 ein - zu groß ist die private Konkurrenz, zu verlockend der Handel via Internet. Heute gibt es nur noch ein städtisches Leihamt in Deutschland und das gehört der Stadt Mannheim. Das aber schreibt weiterhin schwarze Zahlen.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler:

    • Was die "kleine Eiszeit" für Auswirkungen auf die Ernährung und Gesundheit der Europäer hat
    • Warum jüdische Geschäftsleute Anfang des 17. Jahrhunderts zu den wichtigsten Finanzdienstleistern gehören
    • Warum Elektronik kein gern gesehener Pfandgegenstand ist

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Jürgen Rackwitz (Leiter des Leihamtes Mannheim)
    • Barbara Rajkay (Stadtarchiv Augsburg)
    • Albert Saulacher (Hg.): Die Geschichte über Gründung, Entwicklung und Verwaltung des Leihamtes der Stadt Augsburg von 1573 bis 1917. (vergriffen)
    • Carl-Jochen Müller: Der große Schrank von Mannheim. Aus der Chronik des Städtischen Leihamts. Mannheim 2009. (antiquarisch erhältlich)
    • Homepage von Deutschlands letztem öffentlichen Leihamt

    Weiterführender Link:
    • Lokalzeit: Hoher Zulauf bei Pfandleihhäusern

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Marko Rösseler
    Redaktion: David Rother

    15 min
  • Rita Süssmuth wird Bundestagspräsidentin (am 25.11.1988)

    Sie ist die zweite Frau in diesem Amt - und wäre doch gern Ministerin geblieben: Doch auch als Bundestagspräsidentin hat Rita Süssmuth einiges bewegt.



    In Umfragen gehört Rita Süssmuth lange Zeit zu den beliebtesten Politikerinnen in Deutschland. Ihr Aufstieg von der Wissenschaft in die Politik ist steil: 1981 Eintritt in die CDU, 1985 Familien-und Gesundheitsministerin und 1988 die Wahl zur Bundestagspräsidentin.

    Dabei würde Rita Süssmuth eigentlich lieber Familien- und Gesundheitsministerin bleiben. Doch Bundeskanzler Helmut Kohl ist in Not. Denn Süssmuths Vorgänger im Amt des Bundestagspräsidenten, Phillip Jenninger, hat eine höchst umstrittene Rede über die Judenverfolgung in der NS-Zeit gehalten und ist deshalb nicht mehr tragbar.

    Mitte der 80er-Jahre sind Aids und die Angst davor ein Riesenthema: Die Diagnose Aids kommt damals einem Todesurteil gleich. Die Gesellschaft lernt in dieser Zeit, offen über Sexualität zu sprechen.

    Daran wirkt auch die katholische CDU-Ministerin Rita Süssmuth - durchaus im Konflikt mit anderen Unions-Politikern - leidenschaftlich mit und macht 80 Millionen Mark für Aufklärungsarbeit und Prävention locker. Als erste Frauenministerin Deutschlands kämpft Rita Süssmuth außerdem für die Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe, für die Frauenquote, für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und für die Liberalisierung des §218.

    • In diesem Zeitzeichen erzählt Anja Arp:
    • Welchen Beruf Rita Süssmuth ursprünglich wählen will.
    • Welche Begegnungen in Paris bleibenden Eindruck bei der katholischen Lehrerstochter hinterlassen.
    • Was "Wahlfreiheit" für Rita Süssmuth bedeutet.
    • Was ABBA und die Bläck Fööss mit Gesundheitsaufklärung in Deutschland zu tun haben.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Professorin Ilse Lenz, emeritierte Soziologie-Professorin und Buchautorin.
    • Rita Süssmuth: Wer nicht kämpft hat schon verloren, Meine Erfahrungen in der Politik (vergriffen).
    • Heike Specht: Die ersten ihrer Art: Frauen verändern die Welt, München 2022.
    • Johanna Klatt: Rita Süssmuth. Politische Karriere einer Seiteneinsteigerin in der Ära Kohl
    • Ilse Lenz: Die neue Frauenbewegung in Deutschland. Abschied vom kleinen Unterschied

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 30. November 1918: Frauen in Deutschland erhalten Wahlrecht
    • Planet Wissen: Deutsche Geschichte - Frauenbewegung
    • Planet Wissen: Krankheiten - Aids

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Anja Arp
    Redaktion: Gesa Rünker
    Onlineproducerin: Vera Kettenbach

    15 min
  • Remo Largo, Kinderarzt und Entwicklungsforscher

    Druck und Zwang haben in der Erziehung von Kindern nichts zu suchen, fand Remo Largo (geboren am 24.11.1943). Mit Büchern wie "Babyjahre" hat er Millionen Eltern die Idee einer menschenfreundlichen Entwicklung ihres Kindes nahegebracht.



    Schon als Kind fällt Remo Largo durch seinen Wissensdurst auf. Und seine ungewöhnliche Lektüre: Er liest die komplette Bibel und den Brockhaus von A-Z.

    Largo studiert Medizin, wird aber kurz nach Beendigung des Studiums krank. Er muss seine Berufspläne ändern und landet eher zufällig in der Abteilung eines Kinderkrankenhauses, die sich hauptsächlich mit der kindlichen Entwicklung beschäftigt. Später sagt Remo Largo, dies sei eigentlich eine glückliche Fügung gewesen.

    Die wichtigste Erkenntnis in seinen Studien kindlicher Verhaltensweisen ist die der Individualität jedes einzelnen Kindes. Im Sinne Remo Largos gehört das Kind nicht den Eltern, sondern sich selbst. Es kommt nicht auf die Welt, um die Erwartungen seiner Eltern zu erfüllen, sondern um zu jenem Wesen zu werden, das in ihm angelegt ist. Die Verantwortung dafür, dass dies dem Kind gelingt, sieht Largo bei den Eltern.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Martina Meißner:

    • Warum Remo Largo schon als Kind "Krieg und Frieden" von Leo Tolstoi liest.
    • Warum es für Kinder durchaus Sinn macht, Löffel auf den Boden zu werfen.
    • Warum Geborgenheit eines der wichtigsten Grundbedürfnisse ist.
    • Womit Remo Largo in der Schweiz hitzige Diskussionen auslöst.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Monika Czernin, österreichische Autorin und langjährige Freundin Remo Largos.
    • Monika Czernin: Remo Largo. Ein Leben für die Kinder. 2023

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 25. September 1949: "Pippi Langstrumpf" erscheint in Deutschland
    • Zeitzeichen: 6. Mai 1952: Todestag der Reformpädagogin Maria Montessori
    • Zeitzeichen: 17.10.1883: 140. Geburtstag des Reformpädagogen Alexander Sutherland Neill

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    Autorin: Martina Meißner
    Redaktion: David Rother
    Technik: Alexander Buske
    Onlineproducerin: Vera Kettenbach

    15 min
  • Start der Fernsehserie "Doctor Who" (am 23.11.1963)

    Die am längsten laufende TV-Science-Fiction-Serie der Welt ist "Doctor Who". Dazu beigetragen haben auch die wechselnden Doktoren und typisch britisch eine Telefonzelle.



    Bei Science-Fiction-Fernsehserien denken die meisten vermutlich an die amerikanische Serie "Star Trek" - hierzulande besser bekannt als "Raumschiff Enterprise". Doch den Rekord der erfolgreichsten und am längsten laufenden TV-Science-Fiction-Serie der Welt hält die britische Produktion "Doctor Who".
    Die Karriere des heute weltweit berühmten außerirdischen Doktors und Time Lords vom fernen Planeten Gallifrey beginnt Anfang der 1960er-Jahre als eine Art Pausenfüller. Die BBC ist auf der Suche nach einem kostengünstig zu produzierenden Stoff für einen 25-minütigen Sendeplatz.
    Man entscheidet sich für das Science Fiction- und Zeitreisethema, in welchem man Technik mit Geschichte verbinden kann und das die ganze Familie vor den Fernseher lockt.
    Die Serie gehört bald zum Samstagabendritual. Großbritanniens Kinder sitzen vor den Fernsehern und schauen Doctor Who.
    Doch der damalige Chef der BBC, Michael Grade, ist kein Fan der Serie und will sie loswerden. Tatsächlich wird die Serie zunächst einmal eingestellt. Aber der Doktor hat nicht nur Feinde, sondern auch mächtige Freunde! Und zwar viele der Kinder, die einst fasziniert Doctor Who schauten und die nun selbst als Erwachsene in den Medien tätig sind. Sie sorgen dafür, dass der Doktor 2005 seine Wiederauferstehung im Fernsehen erlebt.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg:

    • Wie eine defekte Tarnvorrichtung einer knatschblauen Telefonzelle zu Weltruhm verhilft.
    • Welches tragische Ereigniss dazu führt, dass die erste Serienfolge direkt wiederholt wird.
    • Wie sich ein drehbuchtechnischer Notnagel zu einem Schlüssel des langfristigen Erfolgs der Serie entwickelt.
    • Welche lobenden Worte ein britischer Scheidungsanwalt für die Serie findet.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Raphael N. Klein, Macher des deutschen Fanpodcasts "Whocast".
    • Sheila Walsh, 70-jährige englische Anhängerin der Serie "Doctor Who".
    • Emily Saunders, elfjährige Anhängerin der Serie.

    Weiterführende Links:
    • Whocast – der deutsche Doctor Who-Podcast von und mit Raphael N. Klein
    • Timelash. Deutsche Doctor Who Convention
    • "Doctor Who"-Webseite der BBC
    • Stichtag: 8. September 1966 - Start der Science-Fiction-Serie "Star Trek"
    • Planet Wissen: Fernsehgeschichte in Deutschland: Raumpatrouille Orion und das Bügeleisen

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    Autorin: Daniela Wakonigg
    Redaktion: Matti Hesse
    Onlineproducerin: Vera Kettenbach

    15 min

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