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  • Kunstraub: Die gestohlene Mona Lisa wird sichergestellt

    An vier Haken hängt vor über 100 Jahren da Vincis Mona Lisa im Louvre, und es ist ganz leicht, sie zu stehlen. Am 12.12.1913 wird sie in Florenz sichergestellt.



    Zwei Jahre nach dem Diebstahl der Mona Lisa nimmt ein ehemaliger Mitarbeiter des Louvre Kontakt mit einem Kunsthändler in Florenz auf. Der Handwerker Vincenzo Perugia erklärt, er habe das Bild aus patriotischen Gründen gestohlen. Es solle in seine italienische Heimat zurückkehren. Am 12. Dezember 1913 wird er festgenommen und das Kunstwerk sichergestellt.
    Doch damit ist die Geschichte nicht zu Ende: Hinter alldem soll jemand mit einem größeren Plan gesteckt haben. Eduardo de Valfierno, gebürtiger Argentinier, Kunstsammler und kriminell. Er soll der Auftraggeber gewesen sein, mit einer sehr listigen Strategie.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Geuer:

    • Welche Sicherheitsmaßnahmen es damals im Louvre gibt.
    • Wie der Diebstahl vermutlich abläuft.
    • Mit welchem Trick de Valfierno nach dem Diebstahl Geld gemacht haben soll.
    • Welche anderen Diebstahl-Theorien ebenfalls kursieren.
    • Wie das Gemälde heute geschützt wird.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Michael Koldehoff (Journalist, Buchautor)
    • Arthur Brand (Kunstberater, Detektiv)
    • Reitz, Manfred: Die geraubte Mona Lisa, Insel Verlag
    • Koldehoff, Stefan; Timm, Tobias: Kunst und Verbrechen, Galiani Berlin
    • Scotti, Rita: Der Raub der Mona Lisa, Fackelträger Verlag

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Leonardo da Vinci
    • Bayern 2: Die Suche nach dem Grab der Mona Lisa
    • NDR Kultur: Kunstverbrechen - True Crime meets Kultur

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Irene Geuer
    Redaktion: Gesa Rünker

    15 min
  • Beim Vesuv-Ausbruch verschüttet: Das antike Herculaneum

    Nicht so bekannt wie Pompeji: Auch das benachbarte Herculaneum wird vom Vesuv verschüttet. Am 11.12.1738 wird die Stadt entdeckt - der Beginn der modernen Archäologie.



    Zwei Schwestern am Golf von Neapel: Die römischen Städte Pompeji und Herculaneum werden im Jahr 79 nach Christus beim Ausbruch des Vulkans Vesuv unter Asche, Schlamm und Lava begraben. Erst Jahrhunderte später werden sie wiederentdeckt. Am 11. Dezember 1738 werden Steine des Theaters von Herculaneum gefunden.
    Dieser Tag gilt als Beginn der systematischen Ausgrabung der antiken römischen Stadt. Und auch als Startschuss für die moderne Archäologie, die große Antikenbegeisterung in ganz Europa entfacht.
    Der nächste Sensationsfund, das nicht weit entfernte Pompeji, lässt die Arbeiten in Herculaneum in den Hintergrund rücken. Denn in Pompeji ist die Ausgrabung deutlich einfacher, weil der steinharte Lava-Überzug viel dünner ist. In Herculaneum kommen die Grabungen erst im 19. Jahrhundert wieder richtig in Gang.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Edda Dammmüller:

    • Wie ein Zeitgenosse den Ausbruch des Vesuvs schildert.
    • Wer das verschüttete Herculaneum entdeckt.
    • Was dort 1980 am antiken Strand gefunden wird.
    • Welche Rückschlüsse heute auf die Bevölkerung von Herculaneum gezogen werden können.
    • Wo die meisten Kunstwerke aus der antiken Stadt heute zu sehen sind.
    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Professor Dr. Rüdiger Splitter (Kunsthistoriker, Archäologe, Leiter Antikensammlung Kassel)
    Weiterführende Links:
    • WDR-Stichtag: Der Ausbruch des Vulkans Vesuv
    • Schätze des Römischen Reichs: Herculaneum
    • Planet Wissen: Pompeji
    Unser Hörtipp:
    • SWR2 Wissen: Täglich Neues aus Gesundheit und Geschichte, Wissenschaft und Weltgeschehen
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    Autorin: Edda Dammmüller
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Christina Gabriel

    15 min
  • Der seltsamste Mensch der Quantenmechanik: Paul Dirac

    Am 10.12.1933 erhält der Physiker Paul Dirac den Nobelpreis. Seine Dirac-Gleichung schreibt Geschichte. Trotzdem gilt das britische Ausnahmetalent als Außenseiter.



    Zurückgezogen, schweigsam, scheinbar ohne Empathie: Der britische Physiker Paul Dirac gilt als der seltsamste Mensch der Quantenmechanik. Seine entsetzliche Kindheit hat ihn geprägt: Sein Vater drangsaliert und isoliert ihn. Als Folge kapselt sich Paul ab.
    Seine Rettung ist die Mathematik, die ihm den Weg in die Physik und die Quantentheorie eröffnet. Aus seiner Dirac-Gleichung folgt die Erkenntnis, dass ein bisher unbekanntes Elementarteilchen, das Positron, existiert. Dafür erhält Dirac im Dezember 1933 den Physiknobelpreis.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Burgmer:

    • Mit welchen Methoden Paul von seinem Vater gequält wird.
    • Was mit der Maßeinheit "ein Dirac" gemeint ist.
    • Welche Bedeutung Werner Heisenberg für den Physiker hat.
    • Wo Dirac seine Frau Manci kennen lernt.
    • Was er unter "Mathematischer Schönheit" versteht.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Graham Farmelo: Paul Dirac and the religion of mathematical beauty. The Royal Society of History of Science, (RSHS) London, 04.03.2011
    • BBC 4: Melvyn Bragg: "In Our Tim": vom 5.3.2020 über Paul Dirac (mit u.a. Graham Farmelo)
    • Paul Dirac (1976) : Basic Beliefs and Prejudices in Physics.

    Weiterführende Links:
    • Vortrag von Paul Dirac: "Basic Beliefs and Prejudices in Physics" (Lindau, 1976)
    • Vortrag von Graham Farmelo: "Paul Dirac and the religion of mathematical beauty" (London, 2011)

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    Autor: Wolfgang Burgmer
    Redaktion: David Rother
    Technik: Sarah Fitzek

    16 min
  • Dada ist Punk: Kunst gegen die Spießer

    Das "Dada-Manifest 1918", das der Dichter Tristan Tzara im Dezember des Jahres veröffentlicht, trägt Dada aus Zürich in die Welt: Kunst gegen Krieg und Spießbürgertum.



    Tristan Tzara gründet 1916 gemeinsam mit Hugo Ball, Emmy Hennings, Marcel Janco, Richard Huelsenbeck und Hans Arp die Zürcher Gruppe des Dadaismus. Lange hält die Künstler-Clique nicht - doch den Dada tragen alle weiter hinaus in die Welt.

    Tzara zieht es nach Paris. Sein Entrée ist die Zeitschrift Dada 3 und sein Manifest 1918, das er am 9. Dezember des gleichen Jahres endlich in den Händen hält. Sein Manifest, das kein Manifest sein will, besteht vor allem aus widersprüchlichen, sich wechselseitig aufhebenden Aussagen. Doch eben das ist Dada - und von Tzara genauso gewünscht: "Was wir brauchen, sind starke, gerade, genaue und für immer unverstandene Werke. Die Logik ist eine Komplikation. Die Logik ist immer falsch."

    Obwohl die Dadaismus-Bewegung längst wieder Geschichte ist, lassen sich bis heute Künstlerinnen und Künstler immer wieder von Dada inspirieren.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Claudia Belemann:

    • Was genau man unter Dadaismus versteht und woher der Name kommt
    • Von Dada in Zürich und dem "Cabaret Voltaire"
    • Was Dada mit unserem heutigen Leben zu tun hat

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Martin Mittelmeier, Kulturwissenschaftler ("Dada. Eine Jahrhundertgeschichte", 2016)

    Weiterführende Links:
    • Deutschlandfunk Kultur: Dada zerschmettert das Alte
    • ZeitZeichen - 20. Juni 1887: Geburtstag des Künstlers Kurt Schwitters
    • 14.07.1916 - Erster große Dada-Abend in Zürich

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    Autorin: Claudia Belemann
    Redaktion: Gesa Rünker

    15 min
  • Die Flick-Affäre, das "Bonner Watergate"

    Am 8.12.1983 wird Otto Graf Lambsdorff angeklagt - ein amtierender Wirtschaftsminister mitten in einer Affäre um Spenden, schwarze Kassen und den damals mächtigen Flick-Konzern...



    1981 stößt der Steuerfahnder Klaus Förster bei Ermittlungen auf ein ausgeklügeltes System zur Verschleierung von Spenden und schwarzen Kassen. Darin verwickelt sind der damals mächtige Flick-Konzern, katholische Missionare und hochrangige Politiker von CDU, CSU, SPD und FDP.

    "Wie bestechlich ist die Republik?" fragen damals die Medien. Der Flick-Manager Eberhard von Brauchitsch nennt seine teils verdeckten Spenden "Pflege der politischen Landschaft".

    Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff und sein Vorgänger Hans Friedrichs müssen vor Gericht. Der Manager von Brauchitsch muss sich wegen angeblicher Bestechung von Amtsträgern verantworten.

    Vor Gericht geht es auch um einen möglichen Zusammenhang zwischen der Annahme der Flickspenden und der Steuerbefreiung bei einem Industriedeal des Konzerns, der aber nicht bewiesen wird. Lambsdorff und Friedrichs werden aber wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Flickmanager von Brauchitsch wird zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung und zu einer Geldstrafe von 550.000 Mark verurteilt.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer:

    • Wie schwarzes Geld aus einer schwarzen Kasse Dinge finanzierbar macht, die im Verborgenen bleiben sollen.
    • Wie schon Konzerngründer Friedrich Flick mit fragwürdigen Zuwendungen und Praktiken sein Imperium festigt.
    • Warum Konzernerbe Friedrich Karl Flick die Unternehmensleitung in die Hände Eberhard von Brauchitschs legt.
    • Warum dem Steuerfahnder Klaus Förster das Bundesverdienstkreuz verwehrt bleibt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Affäre Flick, Die Zeit, 28. Oktober 1983
    • Alle reicher. Der Spiegel. Nr. 2, 1982
    • DLF, Geschichte aktuell: Die "Pflege der Bonner Landschaft".

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 29. November 1982 - "Spiegel" veröffentlicht Vernehmungsprotokolle.
    • Stichtag: 10. Juli 1883 - Friedrich Flick wird geboren

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    Autor: Wolfgang Meyer
    Redaktion: Matti Hesse
    Onlineproducerin: Vera Kettenbach

    17 min
  • Edwin Hubble beweist Galaxien außerhalb der Milchstraße

    Vor hundert Jahren glaubten die Menschen, dass die Milchstraße das ganze Universum sei. Dann, am 7.12.1923, führte Edwin Hubble einen bahnbrechenden Beweis...



    Edwin Hubble steht das damals größte Teleskop der Welt auf dem Mount Wilson in Kalifornien zu Verfügung. 1923 entdeckt er in wochenlangen Beobachtungen von Spiralnebeln außergewöhnliche Sterne, sogenannte Cepheiden, deren Leuchtkraft regelmäßig zu- und abnimmt.
    Aus den Helligkeitsschwankungen errechnet der 33 Jahre junge Astronom die Entfernung der Nebel - rund 900.000 Lichtjahre. Nach heutigen Berechnungen ist das nicht ganz richtig, aber nah dran. Auf jeden Fall folgt daraus, dass der von Hubble entdeckte Spiralnebel Andromeda weit außerhalb der Milchstraße liegt.
    Damals ist das ein ganz revolutionärer Gedanke, denn Hubbles Vorgänger sind lange überzeugt, dass die Milchstraße mit ihren 100.000 Lichtjahren Durchmesser die einzige Galaxie des Universums ist. Hubbles Pionierarbeit macht somit das Weltall auf einen Schlag um vieles größer, als die Experten je erwartet hätten.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger:

    • Von weiteren revolutionären Entdeckungen durch Kopernikus, Keppler oder Galilei
    • Wie es Hubble gelingt, die Geschwindigkeiten von fernen Galaxien genau zu bestimmen
    • Was das Hubble-Teleskop so besonders macht
    • Von der gigantischen Zahl an Sternen, Sonnen und Galaxien

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Jörg Küfner, Mitglied des Physikalischen Vereins
    • Edwin Hubble - Biografie auf der offiziellen NASA-Seite
    Weiterführende Links:
    • Bilder des Weltraum-Teleskops Hubble
    • "Gut zu wissen" - BR-Dokumentation über Weltraum-Teleskope

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Ralph Erdenberger
    Redaktion: David Rother

    15 min
  • Spanien nach Franco: Diese Demokratie entsteht im Kompromiss

    Spaniens Verfassung feiert Geburtstag: Am 6.12.1978 hat die Bevölkerung sie angenommen. Doch die junge Demokratie kämpft zunächst gegen Widerstände.



    Die breite Zustimmung für die neue Verfassung ist ein Meilenstein für die junge spanische Demokratie. Es ist gerade einmal drei Jahre her, dass Diktator Francisco Franco im November 1975 gestorben ist und Spanien von der Diktatur zur Demokratie wird.

    Diese "Transición" verläuft weitgehend ohne Blutvergießen. Konsens heißt damals die Maxime, nach der die Politiker handeln. Es gelingt ein parteiübergreifender Kompromiss, der den Weg frei macht zu den ersten freien Wahlen 1977 und der demokratischen Verfassung von 1978.

    Eine Schlüsselrolle spielt dabei König Juan Carlos, den Diktator Franco zu seinem Nachfolger aufgebaut hat. Juan Carlos wird zum Motor des Demokratisierungsprozesses. Und als 1981 Teile des Militärs die junge Demokratie zu stürzen versuchen, ruft der König die Putschisten in die Kasernen zurück. Er wird für viele damit zum Retter der jungen spanischen Demokratie.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath:

    • Warum König Juan Carlos sich nicht ganz uneigennützig der Demokratie verschreibt.
    • Warum mit Francisco Francos Tod im November 1975 der Franquismus noch nicht beerdigt wird.
    • Wie Antonio Tejero, Oberstleutnant der Nationalgarde, zweifelhaften Ruhm erlangt.
    • Warum ihre Gründerväter die demokratische Verfassung Spaniens besonders streng formulieren.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:

    • Paul Preston, Prof. em. London School of Economics für spanische Geschichte, Biograf von Juan Carlos und Francisco Franco.
    • Alejandro Saiz-Arnaiz, Professor für Verfassungsrecht Universität Pompeo Fabra, Barcelona.
    • Walther Bernecker, Prof. em. Universität Erlangen-Nürnberg für spanische Geschichte.
    • Birgit Aschmann und Christian Waldhoff: Die Spanische Verfassung von 1978. Entstehung – Praxis - Krise? (2020)
    • Walther Bernecker: Geschichte Spaniens im 20. Jahrhundert. (2010)
    • Paul Preston: Juan Carlos. Steering Spain from Dictatorship to Democracy. (2010)
    • Alejandro Saiz-Arnaiz: La Ley para la Reforma Política: de la legalidad fundamental del franquismo a al Constitución democrática. In: Aschmann/Waldhoff, Die Spanische Verfassung von 1978, Seite 31-42.

    Weiterführende Links:
    • El País: "40 años del atentado de El País. (Text auf spanisch über das Bombenattentat von 1978)
    • Zeitzeichen: 23.07.1969 - Vereidigung von Juan Carlos
    • Stichtag: 20. November 1975 - Francisco Franco stirbt in Madrid

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:

    Autorin: Andrea Kath
    Redaktion: Gesa Rünker
    Technik: Sascha Schiemann
    Onlineproducerin: Vera Kettenbach

    16 min
  • Bergmann und Schriftsteller Max von der Grün fristlos entlassen

    Am 5.12.1963 wird Max von der Grün auf seiner Zeche entlassen. In seinem Roman "Irrlicht und Feuer" hat er zuvor die miesen Arbeitsbedingungen unter Tage geschildert.



    Bergmann wird Max von der Grün erst auf Umwegen. Geboren 1926 in Bayreuth kämpft er im Zweiten Weltkrieg als Soldat in Frankreich und gerät 1944 in amerikanische Kriegsgefangenschaft, die er als Holzfäller, Baumwollpflücker und Bergarbeiter unter anderem in Louisiana verbringt.
    Zurück in Deutschland lernt er Maurer und lässt sich 1951 ins Ruhrgebiet anwerben. Er beginnt als Bergmann auf der Zeche Königsborn in Unna.
    Nach einem schweren Arbeitsunfall als Hauer bilden ihn die Klöckner-Werke 1954 zum Grubenlokführer aus. Knapp zehn Jahre später rückt Max von der Grün als Schriftsteller ins Rampenlicht. Sein Roman "Irrlicht und Feuer" löst einen Skandal aus.
    In der Geschichte über den Bergmann Jürgen Fohrmann gibt es Szenen, die schonungslos und drastisch von den katastrophalen Arbeitsbedingungen unter Tage erzählen: Mangelhafter Arbeitsschutz, gewissenloser Einsatz technisch unausgereifter Maschinen und ein tödlicher Betriebsunfall werden beschrieben.
    Die Zeche verlangt Textänderungen und die Streichung etlicher Passagen. Aber Max von der Grün lehnt das ab. Man sieht sich "gezwungen", ihn fristlos zu entlassen. Das Betreten des Werkgeländes wird ihm verboten.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Heide Soltau:

    • Wie Max von der Grün sich mit einem gewonnenen Rechtsstreit die beruflichen Chancen im Ruhrgebiet verbaut.
    • Wie die "Dortmunder Gruppe 61" der Literatur der Arbeitswelt öffentliches Interesse schafft.
    • Warum der Roman "Irrlicht und Feuer" heute etwas angestaubt wirkt.
    • Mit welchem Kinderbuch Max von der Grün 1976 einen letzten großen Erfolg feiert, bevor es ruhig um ihn wird.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Henning Podulski (wiss. Mitarbeiter an der FU Berlin, Sonderforschungsbereich Intervenierende Künste)
    • Arnold Maxwill (wiss. Mitarbeiter am Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt)
    • Antonia Villinger (Postdoc an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg)

    Weiterführende Links:
    • Schicht im Schacht - Abschied von der Steinkohle

    Unser Hörtipp:
    • Alles Geschichte - History von radioWissen über die Geschichte der Arbeit

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    Autorin: Heide Soltau
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Sarah Fitzek

    15 min
  • Das Konzil von Trient: Antwort auf die Reformation

    Das Konzil von Trient endet am 4.12.1563. Die gespaltene Christenheit ist nicht geeinigt, im Gegenteil. Doch was ist Mythos und was ist wirklich beschlossen worden?



    Der Auftakt ist bescheiden: Gerade mal 30 klerikale Würdenträger ziehen an einem Donnerstagmorgen im Dezember 1545 in die Kathedrale San Vigilio ein, um in Trient das lang ersehnte Konzil zu eröffnen. Fast 30 Jahre zuvor hat Martin Luther seine Thesen in Wittenberg veröffentlicht und die katholische Kirche nachhaltig erschüttert.
    Für den Vatikan sind Luthers Ansichten protestantische Irrlehren. Zum Beispiel die Vorstellung, jeder Christenmensch könne einfach selbst entscheiden, was die Bibel ihm sage. Das ist nur einer von vielen strittigen Punkten. Entsprechend lang sind die Beratungen.
    Schließlich wird nach 18 Jahren ein Kompromiss geschlossen: Reformen tragen zu einer Neuerung der katholischen Kirche bei, so sehen es Verteidiger des Konzils, sie besiegeln aber auch die Glaubensspaltung zwischen katholischen und evangelischen Christen.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck:

    • Warum es so lange gedauert hat, bis das Konzil einberufen worden ist.
    • Weshalb das Konzil in Trient stattfindet.
    • Was der Unterschied zwischen dem historischen Konzil und dem Mythos Tridentinum ist.
    • Ob das Konzil etwas zur vorrangigen Stellung des Papstes gegenüber den Bischöfen beschlossen hat

    Das ist unser Interviewpartner:
    • Hubert Wolf (Theologe, Kirchenhistoriker, Münster)
    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Martin Luther
    • BR Retro: 2. Vatikanisches Konzil in Rom 1963

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    Autorin: Almut Finck
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • "Vielgeliebt" oder "wahnsinnig"? Der französische König Karl VI.

    Die Franzosen nennen König Karl VI. (geboren am 3.12.1368) den "Vielgeliebten" - bis wahrscheinlich eine Entzündung sein Leben verändert und er als "der Wahnsinnige" in die Geschichte eingeht...



    Geboren wird der spätere französische König am 3. Dezember 1368 in Paris. Sein Vater ist ein beliebter Herrscher und kerngesund. Seine Mutter hingegen kränkelt und erleidet häufig Nervenzusammenbrüche. Karl VI. scheint zunächst mehr nach seinem Vater zu geraten. Der junge Karl genießt das Leben, liebt die Jagd mit Hunden und Falken, reitet wie der Teufel und glänzt auf Turnieren.
    Als Karl gerade einmal zwölf Jahre alt ist, stirbt sein Vater überraschend. Er wird daraufhin zwar formell zum König gekrönt, die Regierungsverantwortung aber tragen zunächst seine drei Onkel - allerdings mehr schlecht als recht. Als Karl VI. 1388 endlich die Herrschaft selbst übernimmt, ist die Staatskasse leer, aber die Freude bei seinen Untertanen groß. Der junge König regiert engagiert und, dank erfahrener Berater, erfolgreich. Er setzt sich gegen Korruption und für eine bessere Bürokratie ein.
    Doch mit 24 Jahren befällt ihn eine mysteriöse Krankheit - möglicherweise Typhus oder eine Gehirnentzündung. Danach beginnen psychotische Episoden, die ihn bis zu seinem Tod im Jahr 1422 heimsuchen. Nach einem Unglück während eines Fests, bei dem vier seiner engsten Freunde verbrennen, verfällt er endgültig dem Wahnsinn und ist nur noch selten bei klarem Verstand. Aus Karl "dem Vielgeliebten" wird Karl "der Wahnsinnige".
    Eines aber bleibt festzuhalten: In seinen klaren Momenten tut der König das Richtige für sein Land. Das kann man nicht von allen Machthabern behaupten, deren Geisteskraft heute in Frage gestellt wird.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk:

    • Warum die Bezeichnung "wahnsinnig" rückblickend als unseriös gilt, aber doch heute noch aktuell ist
    • Dass Karl VI. manchmal glaubt, aus Glas zu sein und zu zerbrechen
    • Warum Frankreich zur Zeit Karl VI. ohnehin politisch schwer gebeutelt ist
    • Was alles versucht wird, um die Krankheit des Königs zu heilen
    • Wie das französische Volk auf den "wahnsinnigen" Herrscher reagiert

    Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin:
    • Professorin Ellen Widder (Universität Tübingen)
    Weiterführende Links:
    • 27. Oktober 1401 - Prinzessin Katharina von Valois wird geboren
    • 9. Januar 1431 - Beginn der Ermittlungen im Prozess gegen Jeanne d‘Arc
    Unser Hörtipp:
    • Krieg und Frieden - Hörspiel nach Lew Tolstoi in 35 Teilen

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    Autorin: Maren Gottschalk
    Redaktion: David Rother
    Technik: Sascha Schiemann
    Onlineproducerin: Cora Lanzerath

    15 min

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