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  • Sex, Drugs und Sexismus: Der Beginn der Hippie-Bewegung

    Eines der folgenreichsten Treffen von Hippies am 7.8.1965 offenbart deren Sexismus. Die Frauen der Bewegung kontern: mit männerfreien Kommunen und einer Welle des Feminismus.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Werthschulte:

    • wie San Francisco zum Hippie-Mekka wird,
    • von den Merry Pranksters, der berühmtesten Gruppe der Hippie-Zeit, und ihrer Freundschaft zu den Hells Angels,
    • vom Frauenbild in der Szene und warum es oft dem der restlichen USA ähnelt.

    Selbstbestimmung, Freiheit und das Streben nach Glück - darauf gründen die USA ihre Identität. Mitte der 60er Jahre werden diese Werte aber vor allem von einer Gruppe hochgehalten, die so gar nicht US-amerikanisch wirkt: den Hippies. Junge Menschen mit langen Haaren und Interesse an Selbsterfahrung und neuen Lebensformen.

    Die Hippie-Bewegung hat ihren Ursprung in und um San Francisco. In La Honda, rund eine Autostunde südlich der Stadt, lädt der Schriftsteller Ken Kesey am 7. August 1965 zu einer LSD-Party. Gemeinsam high sein, dazu gute Musik - doch das Treffen offenbart auch die Abgründe der Bewegung.

    Dem Ansturm der Jugend aus aller Welt sind die Ur-Hippies in San Francisco nicht gewachsen. Harte Drogen und Gewalt halten Einzug in die Szene. Schon Ende der 60er beginnt der Niedergang der Bewegung. Und trotzdem: Der gesellschaftliche Traum der Hippies prägt die USA und auch Europa bis heute.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Diederich Diederichsen, Kulturwissenschaftler
    • Nona Willis-Aronowitz, Journalistin
    • Dominick Cavallo: A Fiction of the Past. The Sixties in American History, New York 1999
    • Diedrich Diederichsen und Anselm Franke (Hg.): The Whole Earth. Kalifornien und das Verschwinden des Außen. Berlin 2013
    • Gretchen Lemke-Santangelo: Daughters of Aquarius. Women of the Sixties Counterculture, Lawrence 2009
    • Tom Wolfe: Der Electric Kool-Aid Acid Test, München 2009
    • Ellen Willis: Out of the Vinyl Deeps, Minneapolis 2011

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 17. September 1935 - Geburtstag des Schriftstellers Ken Kesey
    • Rockpalast: Liebe, Frieden, Harmonie: die Hippie-Ära
    • WDR 4 Meilensteine und Legenden: Woodstock - Mythos oder Katastrophe?

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christian Werthschulte
    Redaktion: Carolin Rückl und David Rother

    15 min
  • Der gescheiterte Versuch, human hinzurichten

    "Man hätte es besser mit einer Axt getan", lautet das Urteil aller Zeugen nach der ersten Hinrichtung eines Menschen mit Elektrizität am 6. August 1890. Die Justiz hält dennoch an der Tötungsmethode fest.



    In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock:

    • wie Elektrizität die Medizin des 19. Jahrhunderts verändert,
    • von grausamen Tierversuchen im Dienste der Wissenschaft,
    • vom "Stromkrieg" zwischen Thomas Edison und George Westinghouse,
    • vom qualvollen Todeskampf des William Kemmler.

    Im Jahr 1888 erlässt New York ein Gesetz, das den elektrischen Stuhl als Hinrichtungsmethode vorschreibt. Sauber, bequem und effektiv soll die neue Technik sein. Die erste Anwendung an einem Menschen findet am 6. August 1890 statt.

    Der Alkoholiker William Kemmler wird gegen 6.30 Uhr in die Todeskammer geführt. Er hat laut Urteil nach einem Saufgelage seine Lebensgefährtin mit einer Axt erschlagen. Nach dem ersten Stromstoß lebt Kemmler noch. Ein zweiter Stromstoß ist nötig - nach einer Erholungspause für den Generator. Kemmler leidet und wird schließlich langsam elektrisch verbrannt.

    Trotz dieses Desasters halten Justiz, Medizin und Politik an der neuen Methode fest. Die Technik wird weiterentwickelt, die Voltzahl erhöht. Bis heute sind in den USA fast 4.500 Verurteilte durch den elektrischen Stuhl getötet worden. Mittlerweile wird er kaum noch eingesetzt, ist überhaupt nur noch in vier US-Staaten erlaubt. In allen übrigen, in denen es die Todesstrafe noch gibt, wird die Giftspritze verwendet.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Markus Hedrich, Historiker
    • The New York Times, 7. August 1890: Far worse than hanging. Kemmler's Death Proves an Awful Spectacle.

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 12.03.1914 - Todestag von George Westinghouse
    • Quarks: Unter Spannung - wie Elektrizität unser Leben bestimmt

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autoren: Ulrich Biermann und Veronika Bock
    Redaktion: Frank Zirpins

    15 min
  • Der schwule preußische Kronprinz, aus dem der "Alte Fritz" wurde

    Am 5.8.1730 flieht Preußens Kronprinz Friedrich vor seinem tyrannischen Vater. Friedrichs Freund ist eingeweiht und wird später vor seinen Augen hingerichtet - ein Wendepunkt im Leben des "Alten Fritz".



    In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember:

    • wie aus dem jungen, fröhlichen Friedrich ein zynischer alter Fritz wird,
    • was der Begriff "effeminiert" bedeutet,
    • welche fragwürdigen Aktivitäten König Friedrich Wilhelm mit seinen Gästen im "Tabakskollegium" pflegt,
    • wie drakonisch König Friedrich Wilhelm seinen Sohn und dessen vermutlichen Geliebten nach der gescheiterten Flucht des Kronprinzen bestraft.

    Preußens Kronprinz Friedrich ist ein sensibles Kind. Er musiziert, verehrt die französische Literatur - und fühlt sich zu Männern hingezogen. Auch wenn Friedrich seine Homosexualität nie offen auslebt, ist seine "weibische" Art seinem Vater ein Dorn im Auge. Der sogenannte Soldatenkönig Friedrich Wilhelm drillt seinen Sohn - und das mit Gewalt.

    Um sich den drastischen Erziehungsmethoden seines Vaters zu entziehen, plant der 18-jährige Friedrich seine Flucht. Am 5. August 1730 will er sich auf dem Pferd zunächst nach Frankreich absetzen, ehe es weiter Richtung England gehen soll. Zu seinen wichtigsten Helfern gehören Leutnant Hans Hermann von Katte und Peter Karl Christoph von Keith.

    Das Unternehmen ist jedoch so dilettantisch vorbereitet, dass es bereits bei Sinsheim scheitert. Keith kann fliehen, Friedrich und Katte werden festgenommen und wegen Hochverrats und Desertion angeklagt. Wohl auch um seinen Sohn zu bestrafen, setzt der König für Katte das Todesurteil durch. Zwar wird Friedrich selbst begnadigt, das tödliche Drama um seinen Freund aber prägt ihn für den Rest seines Lebens.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Professorin Barbara Stollberg-Rilinger (Präsidentin Wissenschaftskolleg zu Berlin)
    • Tim Blanning: Friedrich der Große - König von Preußen. Eine Biographie. Übersetzung aus dem Englischen: Andreas Nohl. München 2018
    • Ewald Frie: Friedrich II. Reinbek 2012

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 12.06.1733 - Hochzeit von Kronprinz Friedrich
    • Zeitzeichen: 8. August 1736 - Erster Brief des Kronprinzen Friedrich an Voltaire
    • Stichtag: 26. Mai 1940 - Todestag von Wilhelm Friedrich Prinz von Preußen
    • Planet Wissen: Deutsche Geschichte - Preußen

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Heiner Wember
    Redaktion: David Rother
    Technik: Alexander Buske

    15 min
  • Frankreichs vergessener König: Wer war Philipp der Erste?

    Mit nur acht Jahren wird Philipp am 4.8.1060 zum König. Fast ein halbes Jahrhundert regiert er - stets bedroht von machthungrigen Nachbarn und dem Druck der Kirche.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer:

    • warum Thronwechsel im Mittelalter eine riskante Sache sind,
    • womit Philipps Mutter Anna ihrem Sohn zusetzt,
    • nach welchem Ereignis Papst Gregor VII. den französischen König als Raubritter bezeichnet.

    Philipp I. hat ein durchaus wechselhaftes Verhältnis zu den Päpsten Gregor VII. und Urban II. Grund hierfür ist unter anderem sein Privatleben: Er ist mit Bertha von Holland verheiratet, liebt aber die schöne, allerdings auch verheiratete Bertrada von Anjou. Philipp verstößt seine eigene Frau, entführt Bertrada und lässt die Verbindung mit ihr vom Bischof von Senlis als rechtmäßige Ehe segnen.

    Auch als König steht Philipp I. Schwierigkeiten gegenüber. Seine Regentschaft ist geprägt von der Bedrohung Frankreichs durch Wilhelm den Eroberer, der 1066 England einnimmt und auch auf die französische Krone aus ist. Trotzdem regiert Philipp I. fast 50 Jahre lang. Es ist die drittlängste Amtszeit eines französischen Königs.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Rolf Große, Historiker und Biograf von Philipp I.
    • Hanna Vollrath, Mittelalter-Historikerin
    • Rolf Große: Philipp I. von Frankreich, in: Joachim Ehlers, Heribert Müller und Bernd Schneidmüller (Hrsg.): Die französischen Könige des Mittelalters, München 1996
    • Joachim Ehlers: Geschichte Frankreichs im Mittelalter, Darmstadt 2009
    • Hanna Vollrath: Wilhelm I., der Eroberer, in: Hanna Vollrath und Natalie Fryde (Hrsg.): Die Englischen Könige im Mittelalter, München 2018

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 09.09.1087: Todestag von König Wilhelm I.
    • Planet Wissen: Päpste
    • Planet Wissen: Leben im Mittelalter

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Herwig Katzer
    Redaktion: Viviane Jelenc und Matti Hesse

    15 min
  • Vertrag von Greenville 1795: Indigene Völker verlieren ihr Land

    Ursprünglich bestellen die indigenen Völker Nordamerikas ihre Felder nach ihren Regeln. Die europäischen Siedler übernehmen das Land und ändern die Eigentumsverhältnisse. Der Vertrag von Fort Greenville wird am 3.8.1795 unterzeichnet.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Claudia Friedrich:

    • wieso viele indigene Gruppen im Unabhängigkeitskrieg auf der Seite der britischen Krone kämpfen,
    • warum das heutige Ohio ohne eine Holzfestung mitten im Niemandsland vielleicht nie ein Bundesstaat geworden wäre,
    • weshalb Privateigentum im amerikanischen System politische Mitsprache bedeutet – und Landverlust Sprachlosigkeit,
    • und warum Shawnee-Krieger Tecumseh im Vertrag kein Friedensabkommen, sondern Verrat sieht.

    3. August 1795. Fort Greenville - ein militärischer Vorposten im Grenzland. Dort unterzeichnen die USA und Vertreter mehrerer indigener Völker einen Vertrag, der den blutigen Northwest Indian War beenden soll. Doch der Frieden hat seinen Preis: Die First People treten riesige Landflächen ab. Im Gegenzug versprechen die USA Lebensmittel, Werkzeuge, Decken - ein Grundeinkommen auf Zeit.

    Der Vertrag öffnet das heutige Ohio für weiße Siedlerfamilien und markiert so den Beginn einer folgenreichen Verdrängung und das Ende eines kulturellen Miteinanders im sogenannten „Middleground“. Was auf dem Papier wie ein gerechter Ausgleich wirkt, bedeutet für viele Native Nations den endgültigen Verlust von Land, Mitspracherecht und Zukunft.

    Das sind unsere InterviewpartnerInnen:
    • Prof. Dr. Barbara Buchenau, Nordamerikastudien, Universität Duisburg-Essen
    • Prof. Dr. Michael Hochgeschwender, Nordamerikanische Kulturgeschichte, Empirische Kulturforschung und Kulturanthropologie, Ludwig-Maximilians-Universität München

    Und das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Barbara Buchenau et.al.: Revolutionszeit und frühe Republik, in: Hubert Zapf und Timo Müller (Hg.): Amerikanische Literaturgeschichte, Berlin, Heidelberg 2024, S. 45-104.
    • Michael Hochgeschwender: Die amerikanische Revolution. Geburt einer Nation 1763-1815, München 2021.
    • Michael Hochgeschwender: Der amerikanische Bürgerkrieg, München 2020.
    • Aram Mattioli: Verlorene Welten. Eine Geschichte der Indianer Nordamerikas 1700-1910, Stuttgart 2018.
    • Tecumseh, in: Lenelotte Möller und Renate Kiefer (Hg.): Die großen Reden der Indianer. Marixwissen, Wiesbaden 2016, S. 104-118.

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 26.05.1830: Der US-Kongress verabschiedet den "Indian Removal Act"
    • Planet Wissen: Indigene Völker Nordamerikas
    • Planet Wissen: Kolonialismus – Europas Kolonien
    • Planet Wissen: Ist die Bezeichnung "Indianer" diskriminierend?

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    Autorin: Claudia Friedrich
    Redaktion: Frank Zirpins

    15 min
  • Roms blutige Niederlage gegen Hannibal: Die Schlacht bei Cannae

    Eine der größten Schlachten der Antike findet (wahrscheinlich) am 2.8.216 v. Chr. statt: Rom unterliegt Karthagos Truppen - und gewinnt später doch den Zweiten Punischen Krieg.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger:

    • warum dem karthagischen Feldherrn Hannibal der Durchblick fehlt,
    • mit welcher ausgeklügelten Taktik Hannibal die Römer ins offene Messer laufen lässt,
    • warum viele Römer sterben, ohne dass Karthager die Hände im Spiel haben,
    • womit die Römer in ihrer Verzweiflung auf die Niederlage reagieren,
    • was die Operation "Desert Storm" im Zweiten Golfkrieg mit der Schlacht von Cannae zu tun hat.

    Nachdem der erste Punische Krieg zwischen Karthagern und Römern vorwiegend auf See und auf Sizilien geführt wird, orientiert sich der karthagische Feldherr Hannibal im zweiten Krieg Richtung Rom. Mit vermutlich 37 Kriegselefanten und 50.000 Infanteristen und Reitern überquert er die Alpen, gewinnt eine Schlacht nach der anderen und richtet schließlich in Cannae südlich von Rom sein Lager ein.

    Rom reagiert und schickt Hannibal bis zu 85.000 Soldaten entgegen. Am 2. August 216 vor Christus stehen sich die gewaltigen Verbände gegenüber. Hannibals Truppen sind in der Unterzahl, aber ihr Anführer verfolgt eine Strategie, die noch Jahrtausende später berühmte Feldherren wie Napoleon inspiriert. Dank seiner Taktik siegen Hannibals Truppen. Mehr als 70.000 Römer verlieren ihr Leben.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Christian Rollinger, Althistoriker an der Universität Trier
    • Polybios: Historien, 3. Buch, Ditzingen 1974
    • Livius: Ab urbe condita, 22. Buch, Ditzingen 2000
    • Michael Sommer: Schwarze Tage. Roms Kriege gegen Karthago, München 2021
    • Jan-Markus Kötter: Hannibal. Roms größter Feind, München 2024

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Das antike Rom
    • Zeitzeichen: 10.03.241 v. Chr. - Römer siegen im Ersten Punischen Krieg

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    Autor: Ralph Erdenberger
    Redaktion: David Rother

    15 min
  • Pionierin der Kriegsfotografie: Sie erfand Robert Capa

    Ihren eigenen Ruhm hat Gerda Taro (geboren am 1.8.1910) nicht mehr erlebt. Zu jung ist sie im Spanischen Bürgerkrieg gestorben. Ihr Vermächtnis: Ein Koffer voller Negative und zwei Namen.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Michael Richmann:

    • warum Paris Mitte der 1930er Jahre nicht nur die Stadt der Liebe ist,
    • warum Gerda Taro während ihrer Zeit in Paris ganze Wochenenden im Bett verbringt,
    • wie aus der gebürtigen Gerta Pohorylle "Gerda Taro" und aus Endre Ernö Friedmann "Robert Capa" wird,
    • wie Gerda Taro zur Jeanne d'Arc der Linken im Spanischen Bürgerkrieg wird.

    Mit Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs im Juli 1936 entschließt sich das Fotografen-Paar Gerda Taro und Robert Capa, das Geschehen vor Ort zu dokumentieren. In den folgenden Monaten fotografieren sie aus republikanischer Sicht und prägen damit bis heute das deutsche Bild vom Spanischen Bürgerkrieg.

    Gut fürs Geschäft, dass Robert Capa schon im September 1936 das ikonische Bild vom "Fallen Soldier" macht. Sein großer Name führt aber auch dazu, dass viele Magazine nur noch unter dem Label "Capa/Taro" publizieren - oder komplett ohne Taros Namen.

    Doch Gerda Taro will auch eigene Wege gehen. Die französische Zeitschrift "Ce Soir" schickt sie als Fotografin zur Schlacht bei Brunete. Es ist ihr letzter Auftrag. Die deutsche Legion Condor bombt alles in Schutt und Asche. Auf der Flucht wird Gerda Taro von einem Panzer überrollt. Am 26. Juli 1937 stirbt sie im Alter von 26 Jahren in einem Krankenhaus in Escorial.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Irme Schaber (Biografin)
    • Nora Pester (Leiterin des Capa-Hauses in Leipzig)
    • Rosario Peiro (Kuratorin des Museo Sofia Reina)
    • Rolf Sachsse (Foto-Historiker)
    • Irme Schaber: Freiheit im Fokus - Gerda Taro und Robert Capa in Leipzig. Berlin/Leipzig 2024
    • Irme Schaber: Gerda Taro, Fotoreporterin - Mit Robert Capa im Spanischen Bürgerkrieg. Die Biografie. Marburg 2013
    • Richard Whelan: Robert Capa - Die Sammlung. New York 2005

    Weiterführende Links:
    • Bundeszentrale für politische Bildung: Die Geschichte der fotografischen Kriegsberichterstattung
    • Kontext: Wochenzeitung: Gerda Taro - Eine aus Stuttgart
    • BR: Tatort Geschichte: Kamera als Waffe - Gerda Taro im Spanischen Bürgerkrieg
    • Stichtag: 26. April 1937 - Die "Legion Condor" zerstört Guernica

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Michael Richmann
    Redaktion: Frank Zirpins

    15 min
  • Rumration gestrichen: Das Ende des "Daily Tot" in der Royal Navy

    Am 31. Juli 1970 kippt die Royal Navy eine jahrhundertealte Tradition: die tägliche Rumration für britische Matrosen - das Ende des legendären "Daily Tot".



    In diesem Zeitzeichen erzählt Erik Hlacer:

    • wie Glockenschlag und Dudelsackpfeife zum heimlichen Signal für einen besonderen Moment an Bord werden,
    • wie ein Admiral mit altmodischem Mantel dem Grog seinen Namen gibt,
    • was Rum mit Sklaverei und kolonialer Kontrolle zu tun hat,
    • weshalb der tägliche "Tot" an Bord mehr ist als nur Seemannsroutine,
    • und wie die letzte Rumration 1970 zur feierlichen Beerdigung auf See wird.

    Jahrhundertelang gehört der "Daily Tot" zum rauen Alltag auf See: eine genau abgemessene Portion Rum, täglich, für jeden Seemann der Royal Navy. Im 18. Jahrhundert verfügt Admiral Edward Vernon, dass Rum nur noch mit Wasser, als Grog, getrunken werden darf, weil er genug von taumelnden Matrosen hat. Trotzdem bleibt Rum für viele mehr als ein Rauschmittel: Trost in stürmischen Zeiten, Mittel gegen Keime, Vitamin-C-Lieferant – und ein Stück gelebte Tradition.

    Doch am 31. Juli 1970 ist Schluss: Der sogenannte "Black Tot Day" markiert das Ende des Rumausschanks. Manche Matrosen tragen schwarze Armbinden, andere inszenieren einen Leichenzug. Die Rumfässer werden feierlich versenkt. Eine Ära geht unter – und lebt doch in Geschichten und Gläsern bis heute weiter.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Matthew Heaslip (Marine-Historiker)
    • Marco Pierini (bezeichnet sich selbst als Rumhistoriker)
    • James Pack: Nelson's Blood: The Story of Naval Rum. Annapolis, Maryland 1995.

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 28.02.1695: Der Seefahrer Henry Every erklärt sich zum Piraten
    • Zeizeichen 06.06.1868: Geburtstag des britischen Marineoffiziers Robert Falcon Scott
    • Planet Wissen: James Cook - Skorbut
    • Planet Wissen: Europas Kolonien

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Erik Hlacer
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Petra Laubach

    15 min
  • Revolutioniert die Geologie vom Schreibtisch aus: Marie Tharp

    Marie Tharp (geb. am 30.7.1920) kartiert als Erste den atlantischen Meeresboden. Sie beweist auch, dass Kontinentalplatten sich bewegen. Nur glaubt ihr lange niemand.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger:

    • bei wem Marie Tharp kartografieren lernt,
    • was der japanische Angriff auf Pearl Harbor mit ihrem Geologiestudium zu tun hat,
    • wie Marie Tharp mit den Daten von Echolot-Messungen Tiefenprofile des Meeresbodens erstellt,
    • wie Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau ihre Hypothese der Kontinental-Drift bestätigt,
    • welches Resümee Marie Tharp am Ende ihrer Karriere zieht.

    Der Pionierin der Ozeanografie darf kein Forschungsschiff betreten. Frauen sind zu ihren Lebzeiten an Bord verpönt. So muss Marie Tharp das geologische Weltbild vom Schreibtisch aus revolutionieren. Dazu setzt sie die Einzeldaten von Echolotmessungen in einer unendlichen Puzzlearbeit zusammen. Das Ergebnis ist eine Sensation: Es zeigt ein Abbild des Meeresbodens.

    Zu sehen ist, dass sich quer durch den Atlantik zwei Gebirgsketten ziehen. Und in ihrer Mitte: eine tiefe Senke. Damit liefert Marie Tharp einen Beleg für die sogenannte Kontinental-Drift, die ständige langsame Bewegung der Kontinentalplatten. Die männlich dominierte Wissenschaftswelt, die ihre Thesen zunächst als "Girls Talk" abkanzelt, muss ihr schließlich recht geben.

    Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin:
    • Professor Heidrun Kopp (Geophysikerin, Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel)

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Theorie der Plattentektonik
    • SWR: Geburtsstunde der Plattentektonik - Marie Tharps Entdeckung
    • Stichtag 07.12.1941: Japan greift US-Flotte in Pearl Harbor an

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    Autor: Ralph Erdenberger
    Redaktion: Carolin Rückl und Sefa İnci Suvak

    15 min
  • Todesurteil für eine Lehrerin mit Gewissen: Elisabeth v. Thadden

    In der Nazi-Zeit reicht es für ein Todesurteil, seinem Gewissen zu folgen und kritisch zu sein: Dies ist die Geschichte der Elisabeth von Thadden, geboren am 29.7.1890.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug:

    • wie die Lehrerin Elisabeth von Thadden von einer Schülerin bei den Nationalsozialisten denunziert wird,
    • dass sie daraufhin die von ihr gegründete Mädchenschule verliert,
    • wie sie unwissend einen Gestapo-Spitzel einlädt und damit ihre Hinrichtung einleitet,
    • warum Marianne Wellershoff, Journalistin und von Thaddens Nichte, beim Verräter ihrer Tante ein narzisstisches Problem erkennt.

    "Wir wollten soziale Hilfe leisten, in dem Augenblick, wo diese Hilfe Not tat. Wir wollten barmherzige Samariter sein", schreibt Elisabeth von Thadden während ihrer Gefangenschaft. Angeklagt ist sie wegen Wehrkraftzersetzung und Feindbegüngstigung. Den Nationalsozialisten ist sie schon lange ein Dorn im Auge.

    Denn Elisabeth von Thadden will ihre christlichen Werte nicht gegen die Ideologie von Adolf Hitler eintauschen. Sie setzt auf Nächstenliebe statt auf Hass. Geboren wird sie am 29.7.1890 in eine preußisch-evangelische Adelsfamilie hinein, in der die Sorge um andere gelebt wird.

    So unterrichtet die Lehrerin noch jüdische Kinder, obwohl dies von den Nazis längst verboten war. Sie verweigert den Hitler-Gruß, kritisiert die Gewalt des NS-Regimes und hilft Opfern der Nationalsozialisten.

    Im Januar 1944 wird Elisabeth von Thadden verhaftet und zum Tode verurteilt. Ihren festen Glauben können auch ihre Mörder nicht brechen. Auf dem Weg zum Schafott singt sie das Kirchenlied: "Mach End’, o Herr, mach’ Ende mit aller unserer Not."

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Marianne Wellershoff, Spiegel-Redakteurin und Nichte von Elisabeth von Thadden
    • Marianne Wellershoff: Wie ein Verräter meine Tante an das NS-Regime auslieferte (Der Spiegel)
    • Irmgard von der Lühe: Eine Frau im Widerstand. Elisabeth von Thadden und das Dritte Reich. Freiburg 1980

    Weiterführende Links:
    • Gedenkstätte Plötzensee: Elisabeth von Thadden
    • Gedenkstätte Deutscher Widerstand: Elisabeth von Thadden
    • Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus: Elisabeth von Thadden (Stiftung Gedenkstätte Deuscher Widerstand)

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Thomas Klug
    Redaktion: David Rother
    Technik: Holger Maerten

    15 min

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