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  • Die Freimaurer: eine Loge im Fadenkreuz der NS-Propaganda

    Die Freimaurer stehen für eine Welt mit Toleranz, Freiheit und Humanität. Am 17.8.1935 werden sie von den Nationalsozialisten als "verschwörerischer Geheimbund" verboten.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug:

    • warum Freimaurer sich selbst nicht als Geheimgesellschaft verstehen,
    • wie die Freimaurer sich schon zu Beginn des 17. Jahrhunderts vom Handwerkerbund zur geistig-symbolischen Gemeinschaft wandeln,
    • wie sich bei den Freimaurern auch nationalistische und antisemitische Tendenzen breitmachen,
    • wen Rudolf Hess als "abgefeimteste Feinde" ausmacht.

    Schon Anfang der 1930er beginnen die Nationalsozialisten mit Einschüchterungen und auch mit der Auflösung von Freimaurerlogen. Das offizielle Verbot folgt 1935, wird damals allerdings nicht einmal im Reichsgesetzblatt veröffentlicht. Lediglich eine ministerielle Verfügung geht an die Behörden und Polizeistellen, die das Verbot durchsetzen sollen. Das Vermögen der Freimaurer wird beschlagnahmt, ihre Bibliotheken geplündert.

    Ab 1945 bauen die Freimaurer unter schwierigen Bedingungen ihre Strukturen in Deutschland wieder auf. Logenhäuser müssen wiederhergestellt, Ritualgegenstände aufgebaut werden. Gegen eine Folge des Verbots während des Nationalsozialismus kommen die Freimaurer bis heute nicht an: Verschwörungsmythen über die Gesellschaft.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Werner H. Heussinger, Ökonom, Autor und Vorsitzender einer Freimaurerloge
    • Werner H. Heussinger, Heike Görner, Ralph-Dieter Wilk und Hans-Peter Quandt: Freimaurer in Deutschland zwischen den Weltkriegen. Verfolgt, verboten, wiederauferstanden. München 2021

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Freimaurer
    • Planet Wissen: Wie Deutschland 1933 zur Diktatur wurde
    • Stichtag: 17. August 1987 - Rudolf Heß bringt sich im Gefängnis um
    • Die Logen der "Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland"

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Thomas Klug
    Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak
    Technik: Holger Maerten

    15 min
  • Kaschmir: ein Paradies im ständigen Belagerungszustand

    So schön die Region am Fuß des Himalayas ist, so konfliktbeladen ist sie seit Jahrzehnten. Im August 1965 beginnt der zweite Kaschmir-Krieg zwischen Indien und Pakistan.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff:

    • wie Trump sich 2025 im Kaschmirkonflikt mal wieder selbst Lorbeeren verleiht,
    • was der britische Vizekönig Lord Mountbatten im August 1947 mit viel Pathos und Naivität verkündet,
    • in welcher Angelegenheit USA und Sowjetunion in den 1960ern überraschend einmütig handeln,
    • warum man bis heute nicht weiß, was die Menschen in Kaschmir selbst wollen.

    Die Region Kaschmir mit ihren Grenzen zu Indien, Pakistan und China ist strategisch wichtig. Seit 1949 ist sie geteilt in einen indischen Teil mit 12,5 Millionen Menschen und einen pakistanischen mit knapp fünf Millionen. Es ist eines der am stärksten militarisierten Gebiete der Welt: Allein im indischen Teil sind 500.000 Soldaten und Paramilitärs stationiert.

    Im August 1965 startet Pakistan den zweiten Versuch, Kaschmir zu erobern - oder, aus pakistanischer Sicht, zu befreien. Anfangs gelingen Geländegewinne, doch man hat sich verkalkuliert. Die indische Armee kontert mit einem militärischen Gegenschlag außerhalb von Kaschmir im pakistanischen Punjab.

    Es droht ein langer Stellungskrieg. Auf Drängen der USA, Sowjetunion und der UNO wird ein Abkommen geschlossen, das gerade mal fünf Jahre hält. Schon 1971 kommt es zum nächsten Krieg zwischen Indien und Pakistan. Pakistan verliert dabei seinen östlichen Teil, der sich als Staat Bangladesch unabhängig erklärt.

    Das ist unsere wichtigste Quelle und unsere Interviewpartnerin:
    • Pascale Schild, Ethnologin an der Universität Basel und Friedensforscherin bei Swisspeace
    • Arundhati Roy: Das Ministerium des Äussersten Glücks. Frankfurt 2017

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Kolonialismus - Europas Kolonien
    • Planet Wissen: Asien - Indien
    • Stichtag: 14. August 1947 - Indien und Pakistan werden unabhängig

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Thomas Pfaff
    Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse
    Technik: Beate Prantner

    15 min
  • Ein Betrugsskandal erschüttert Versailles: Die Halsband-Affäre

    Versailles, 15.8.1785: Kardinal de Rohan wird verhaftet - wegen eines Betrugs um ein Collier von unfassbarem Wert. Ein Vorspiel zur Französischen Revolution.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Anja Reinhardt:

    • in welcher Situation Kardinal de Rohan festgenommen wird,
    • warum Königin Marie Antoinette den Kardinal seit ihrer Jugend nicht ausstehen kann,
    • wie raffiniert die Drahtzieherin der Affäre, Jeanne de la Motte, ihre Intrige inszeniert,
    • wie teuer das Diamant-Halsband ist, das König Ludwig XVI. für seine Frau zum Kauf angeboten wird,
    • weshalb die Halsband-Affäre zum Sturz des Ancien Régime beiträgt.

    Die Halsband-Affäre am Hof von König Ludwig XVI. hat einen langen Vorlauf: Kardinal de Rohan, der das höchste geistliche Amt bekleidet, möchte die Gunst des Herrschers erlangen. Darum versucht er zunächst, einen guten Kontakt zu Königin Marie Antoinette aufzubauen.

    Rohans Wunsch ist so groß, dass er der Betrügerin Madame de La Motte gern glaubt. Sie genießt angeblich das Vertrauen der Königin und bietet dem Kardinal eine unglaubliche Chance: Er kann für die Königin ein teures Collier kaufen und in mehreren Raten bezahlen, um später das Geld von der Herrscherin zurückzuerhalten.

    Doch das Halsband kommt nie bei der Königin an und die Raten nicht beim Hofjuwelier. De la Motte verkauft das Schmuckstück auf eigene Rechnung. Der Kardinal wird vor Gericht zwar freigesprochen, aber der Skandal hat politische Auswirkungen: Das Ancien Régime ist am Ende.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Michaela Lindinger (Kuratorin im Wien Museum)
    • Leonhard Horowski (Historiker)
    • Michaela Lindinger: Marie Antoinette. Wien 2023
    • Leonhard Horowski: Das Europa der Könige. Hamburg 2018
    • Benedetta Craveri: Marie Antoinette und die Halsbandaffäre. Berlin 2015
    • Stefan Zweig: Marie Antoinette. Leipzig 1932

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 16.05.1770: Marie Antoinette heiratet den französischen Dauphin Ludwig-August
    • Zeitzeichen 11.12.1792: Der Prozess gegen König Ludwig XVI. beginnt
    • Planet Wissen: Die Französische Revolution

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    Autorin: Anja Reinhardt
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • Vom Flop zum Kult: Die Geburt der "Rocky Horror Picture Show"

    Am 14.8.1975 kommt das Trash-Musical in London ins Kino - und floppt. Heute gilt es als Kultfilm der queeren Szene und Symbol sexueller Befreiung.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka:

    • wie durch einen Marketing-Trick aus einem Flop doch noch ein Hit gemacht wird,
    • was den Erfolg der "Rocky Horror Picture Show" ausmacht,
    • wie ein ehemals mäßig erfolgreicher Apostel einen Blockbuster kreiert,
    • welche Bezüge zur Kulturgeschichte in der Show eingebaut sind,
    • was die "Rocky Horror Picture Show" mit dem "Weißen Hai" zu tun hat.

    Die "Rocky Horror Picture Show" ist an grandioser Verrücktheit kaum zu überbieten: Ein Außerirdischer aus der Galaxie Transsylvanien will einen künstlichen Menschen erschaffen. Vorher muss er jedoch den Rocker Eddie beseitigen, der aus dem Eisschrank ausgebrochen ist. Das biedere Paar Brad und Janet verliert in der Nacht nicht nur seine Unschuld, sondern weiß bald gar nicht mehr so genau, wer es eigentlich ist.

    Das Ende der 1960er und die frühen 1970er sind eine angstbesetzte Zeit für viele homosexuelle und queere Menschen. Ein Coming-out ist schwierig. Umso gewagter erscheint die "Rocky Horror Picture Show": Lustvoll verstößt sie gegen alle gängigen Normen und Moralvorstellungen. Für viele junge Schwule und Lesben wirkt sie wie eine Befreiung.

    Der Reiz der "Rocky Horror Picture Show" ist unverwüstlich: Die "Museum Lichtspiele" in München zeigen den Film seit nunmehr 48 Jahren ununterbrochen jedes Wochenende.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Prof. Dr. Susanne Bach, Anglistin an der Universität Kassel
    • Matthias Stolz, Kino-Betreiber
    • Prof. Dr. Susanne Bach: Vom B-Movie zum Be-Movie. The Rocky Horror Picture Show. In: Angela Fabris und Jörg Helbig (Hg.): Science-Fiction-Kultfilme. Marburg 2016
    • Mick Rock: Rocky Horror. Das Buch zum Kultfilm. Berlin 2005
    • Jeffrey Andrew Weinstock (Hg.): Reading Rocky Horror. The Rocky Horror Picture Show and Popular Culture. New York 2008

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 20. Januar 1980 - Deutsche Bühnenpremiere der "Rocky Horror Show"
    • Planet Wissen: "Rocky Horror Show"

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    Autorin: Christiane Kopka
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Theo Kramer

    15 min
  • Der vergessene Krieg: Die Schlacht bei Warschau 1920

    Am 13.8.1920 beginnt die Schlacht um Warschau. Polen schlägt überraschend die sowjetische Rote Armee zurück. Wurde so die bolschewistische Weltrevolution verhindert?



    In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog:

    • wie konfliktreich es nach dem Ersten Weltkrieg in Osteuropa weitergeht,
    • welche Bevölkerungsgruppe unter den polnisch-sowjetischen Kämpfen am meisten leidet,
    • mit welcher Taktik es den Polen gelingt, Warschau zu verteidigen,
    • warum es in Warschau einen Gedenkstein für den polnischen Priester Ignacy Skorupka gibt,
    • was Stalin von der Grenzziehung im Riga-Vertrag von 1921 hält.

    Der Erste Weltkrieg endet in Westeuropa 1918. Der östliche Teil des Kontinents hingegen versinkt in einer Reihe bewaffneter Regionalkonflikte - alle ausgelöst durch den Kollaps der europäischen Kaiserreiche: Russland, Österreich-Ungarn und Deutschland. Ein Machtvakuum entsteht.

    Wie andere osteuropäische Länder erklärt auch Polen seine Unabhängigkeit und beansprucht seine alten Staatsgrenzen. Doch das widerspricht den sowjetischen Interessen. Es kommt zum Polnisch-Sowjetischen Krieg. Nach anfänglichen Erfolgen muss die polnische Armee die eroberten Gebiete weitgehend aufgeben. Im August 1920 stehen sowjetische Truppen kurz vor Warschau.

    Dann gelingt es der polnischen Armee überraschend, die Rote Armee zu stoppen. Der Preis für das "Wunder an der Weichsel": 10.000 sowjetische Leben und 4.500 polnische. Der Wendepunkt sichert Polens Unabhängigkeit - vorläufig.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Professor Stephan Lehnstaedt (Lehrstuhl für Holocauststudien, Touro University, Berlin)
    • Professor Maciej Górny (Polnische Akademie der Wissenschaften)
    • Stephan Lehnstaedt: Der vergessene Sieg - Der Polnisch-Sowjetische Krieg 1919-1921 und die Entstehung des modernen Osteuropa. München 2019
    • Maciej Górny: Der vergessene Weltkrieg - Europas Osten 1912-1923. Stuttgart 2018

    Weiterführende Links:
    • SWR: Der polnisch-sowjetische Krieg 1919 bis 1921 - Weichenstellung für Osteuropa?
    • BR: Polen und Russland - Im Schatten des imperialen Nachbarn

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    Autor: Martin Herzog
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • Japans "Titanic-Moment": Der Absturz von Flug "JL 123"

    Bei keinem einzelnen Flugzeugabsturz sind bisher mehr Menschen gestorben als beim Absturz von Flug "JL 123" am 12.08.1985. Doch Japan hat aus dem Unglück gelernt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Frank Zirpins:

    • wie eine überlebende JAL-Stewardess die Situation im abstürzenden Flugzeug schildert,
    • wie erstaunlich lange die Piloten die Maschine noch in der Luft halten können,
    • welche Nachrichten die verzweifelten Passagiere für ihre Angehörigen notieren,
    • warum in Japan immer wieder eine Neuuntersuchung des Unglücks gefordert wird,
    • wie die Japan Airlines seit 2006 an den Absturz erinnert.

    Um 18.12 Uhr hebt der Jumbo-Jet der Japan Airlines ab. An Bord des Fluges "JL 123" sind 509 Passagiere. Geschäftsleute wie der Präsident des Baseball-Teams Hanshin-Tigers. Ein bekannter Sänger. Menschen auf dem Weg zu ihren Verwandten in Osaka, um das Obon-Fest zu feiern - wie ein Neunjähriger, der zum ersten Mal allein zu den Großeltern fliegen darf. Betreut wird das Flugzeug von 15 Besatzungsmitgliedern, drei davon im Cockpit.

    Plötzlich kommt es zu einem Druckverlust. Die Kabinenluft entweicht explosionsartig. In der Kabine bildet sich weißer Rauch, Teile der Deckenverkleidung fallen herunter. Das Heck des Jumbos wird abgesprengt. Das Flugzeug verliert sein Leitwerk - und kann nicht mehr gesteuert werden. Es rast in einen Bergkamm. 520 Menschen sterben beim Absturz, doch es gibt auch Überlebende: vier Frauen können gerettet werden.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Christopher P. Hood (Japanologe, Universität Cardiff)
    • Andreas Spaeth (Flugforensik.de)

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen Sonderfolge vom 24.3.2025 zur Germanwings-Katastrophe vom 24.03.2015: Der Germainwings-Flug 4U9525 stürzt ab
    • Stichtag 28.08.1988: Flugschau-Katastrophe in Rammstein
    • Stichtag 25.07.2000: Absturz der "Concorde" bei Paris
    • Stichtag 12.11.2001: Airbus-Absturz über New York

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Frank Zirpins
    Redaktion: David Rother

    16 min
  • Antiker Cold Case: Mord an der Universalgelehrten Hypatia

    Hypatia ist einzigartig für eine Frau der Antike: Sie ist Mathematikerin, Philosophin, Astronomin und politische Beraterin. 415 wird sie von christlichen Fanatikern ermordet.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach:

    • was Kyrill, der Patriarch von Alexandria, mit dem Lynchmord zu tun haben könnte,
    • wie die Philosophin die Lehren von Platon und Aristoteles unter die Bevölkerung Alexandrias bringt,
    • warum Hypatia wohl auch eine begabte Konstrukteurin von wissenschaftlichem Gerät ist,
    • wie gefährlich ihr Kontakt zu Orestes, dem kaiserlich-römischen Präfekten von Ägypten, ist,
    • welche Folgen der Lynchmord hat.

    Über die Hintergründe der Tat an der Mathematikerin und Philosophin Hypatia kann bis heute nur spekuliert werden: Warum richtet sich derart entfesselte Gewalt gegen eine einzelne Frau? Fest steht: Eine weibliche Universalgelehrte, Philosophin, Mathematikerin und Astronomin, ist ungewöhnlich in einer von Männern dominierten Gelehrtenwelt.

    Leider sind von Hypatia selbst keine Schriften überliefert. Aber die wenigen Quellen über sie berichten mit höchster Bewunderung. Der antike Kirchenhistoriker Cassiodor notiert zum Beispiel: "Sie war die Tochter des Philosophen Theon und hatte in ihrer Gelehrsamkeit solche Fortschritte gemacht, dass sie die Philosophen ihrer Zeit weit hinter sich ließ."

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Professorin Henriette Harich-Schwarzbauer (Altphilologin, Universität Basel)
    • Professor Johannes Hahn (Althistoriker, Universität Münster)
    • Henriette Harich-Schwarzbauer: Hypatia - Die spätantiken Quellen. Bern 2011
    • Hartmut Leppin: Theodosius der Große. Darmstadt 2003

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 19.01.0379: Theodosius wird Kaiser im Osten des Römischen Reiches
    • Zeitzeichen 16.10.2002: Eröffnung der neuen Bibliothek in Alexandria
    • ZDF: Revolutionäre - Galileo Galilei, Giordano Bruno und Hypatia

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    Autorin: Marfa Heimbach
    Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse
    Technik: Nicolas Dohle

    15 min
  • Die "rote" Gräfin: Sophie von Hatzfeldt

    Im revolutionären Vormärz wird die Scheidung der Gräfin (geb. 10.8.1805) zum Kampf um Demokratie und Frauenrechte. Mitten drin: Arbeiterführer Ferdinand Lassalle.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka:

    • welche Ehe-Hölle für die 17-jährige Sophie 1822 beginnt,
    • wie alt Sophie von Hatzfeldt ist, als sie ihren jüngeren Lebensgefährten Ferdinand Lassalle kennenlernt,
    • was die "rote" Gräfin mit dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein, einem Vorläufer der SPD, zu tun hat,
    • warum Marx und die Frauenbewegung sich mit Sophie von Hatzfeldt schwer tun,
    • wie Sophie von Hatzfeldt einsam in Wiesbaden stirbt.

    Die Scheidung der Gräfin Sophie von Hatzfeldt ist einer der spektakulärsten Prozesse des 19. Jahrhunderts: Die Schlammschlacht zieht sich über acht Jahre hin - begierig verfolgt der Öffentlichkeit. Dass die Gräfin Freiheit und Selbstbestimmung fordert, gilt als unerhört. Und dann hat sie als Rechtsbeistand auch noch den jungen Revolutionär Ferdinand Lassalle erwählt.

    Es gärt damals in Europa: Auch in Deutschland erheben sich im Vormärz immer mehr Menschen gegen die alten Eliten mit ihren Privilegien. Sie fordern einen liberalen Nationalstaat und mehr Mitbestimmung. Lassalle erkennt sofort, dass der Hatzfeldt-Prozess auch als ein Kampf für die deutsche Demokratie funktionieren könnte.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Christiane Kling-Mathey (Historikerin, Biografin)
    • Christiane Kling-Mathey: Gräfin Hatzfeldt 1805-1881 - Eine Biographie. Bonn 1989
    • Helmut Hirsch: Sophie von Hatzfeldt in Selbstzeugnissen, Zeit- und Bilddokumenten. Düsseldorf 1981
    • Britta Stein: Der Scheidungsprozess Hatzfeldt (1846 - 1851). Berlin und Münster 1999
    • Annette Seemann: Sinnlichkeit und Eigensinn - Außergewöhnliche Frauenleben. Reinbek bei Hamburg 2002

    Weiterführende Links:
    • Portal Rheinische Geschichte: Sophie von Hatzfeldt - Aktivistin der Arbeiterbewegung
    • Planet Wissen: Der Vormärz 1815 bis 1848
    • Planet Wissen: Deutsche Arbeiterbewegung im 19. Jahrhundert
    • Zeitzeichen 23.05.1863: Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein gegründet
    • Stichtag 31.08.1864: Ferdinand Lassalle stirbt in Genf

    Hörtipp:
    Der ARD-History-Podcast "Vier Töne gegen Stalin – der Fall Schostakowitsch"

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Christiane Kopka
    Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse
    Technik: Theo Kramer

    16 min
  • Der Mann, der zwei Atombomben überlebte: Tsutomu Yamaguchi

    Verletzt überlebt Yamaguchi die erste Atombombe von Hiroshima. Irgendwie schafft er es zurück zu seiner Familie nach Nagasaki - dann fällt am 9.8.1945 die zweite Bombe.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Gianna Felicita Scholten:

    • wie ein Mann zur Arbeit geht und dabei zwei Atombomben überlebt,
    • warum das Überleben in Japan lange als Makel gilt,
    • wie ein Löffel Kokosöl zu einem Akt der Menschlichkeit wird,
    • und wie er den Schmerz der Erinnerung zunächst nur durch Gedichte in Worte fasst.

    Am 6. August 1945 explodiert über Hiroshima die erste Atombombe. Tsutomu Yamaguchi, 29 Jahre alt, wird verletzt - aber überlebt. Am nächsten Tag reist er zurück in seine Heimatstadt. Drei Tage später fällt auch über Nagasaki eine Atombombe. Und Yamaguchi überlebt ein zweites Mal.

    Jahrzehntelang schweigt er über das Erlebte. Zu groß ist die Angst vor Ausgrenzung als "Hibakusha", als einer, der der Explosion ausgesetzt war. Erst spät beginnt er zu sprechen, in Schulen, bei den Vereinten Nationen, in Gedichten: "Denkt an die Verzweiflung der Sterbenden unter der Bombe", sagt er. "Lernt aus der Geschichte." Tsutomu Yamaguchi stirbt 2010 in Nagasaki - als der einzige Mensch, der offiziell anerkannt beide Atombomben überlebt hat.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Chad Diehl, Historiker mit Schwerpunkt moderne japanische Geschichte
    • Tsutomu Yamaguchi: Double A bomb Victim. My Life beneath the Atomic Clouds. Nagasaki 2007
    • Chad Diehl: And the River Flowed as a Raft of Corpses. The Poetry of Yamaguchi Tsutomu, Survivor of Both Hiroshima and Nagasaki. New York 2010
    • Chad Diehl (Hg.): Shadows of Nagasaki. Trauma, Religion, and Memory after the Atomic Bombing. New York 2024

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 06.08.1945: Abwurf der Atombombe auf Hiroshima
    • Terra X History: Hiroshima – Chronik einer Tragödie
    • Weltspiegel: Japan – warum die zweite Bombe fiel

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    Autorin: Gianna Felicita Scholten
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Christine Reinartz

    15 min
  • Geheime Waffe im US-Bürgerkrieg: Das Rätsel um das U-Boot "Hunley"

    Am 8.8.2000 wird die "Hunley" geborgen: das erste U-Boot, das ein gegnerisches Schiff versenkt hat – und das schon im US-Bürgerkrieg. Doch warum sank es selbst?



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann:

    • warum ein U-Boot aus dem amerikanischen Bürgerkrieg 130 Jahre lang verschollen bleibt,
    • wie ausgerechnet ein Bestsellerautor zu seiner Bergung beiträgt,
    • und weshalb der Fund der "Hunley" mehr Fragen aufwirft, als er beantwortet.

    Charleston, South Carolina, 8. August 2000. Ein Kran hebt langsam ein metallenes Wrack aus dem Wasser. Es ist die "H. L. Hunley" – das erste U-Boot der Geschichte, dem es gelungen ist, ein feindliches Kriegsschiff zu versenken. 1864 führt die Hunley ihren Angriff unter dramatischen Umständen durch. Dann verschwindet sie. Spurlos. Über 130 Jahre lang bleibt unklar, warum sie nicht zurückkehrt – und wo sie liegt.

    Jahrzehntelang wird das Wrack gesucht – und schließlich gefunden. Nur 300 Meter von der Untergangsstelle entfernt. Doch der Fund wirft neue Fragen auf: Die Männer an Bord sitzen noch immer auf ihren Plätzen, keine Spur von Panik. War es ein technischer Defekt? Ein Feindschuss?

    Bis heute geben die letzten Minuten der Hunley Rätsel auf – und liefern Stoff für eine der ungewöhnlichsten Geschichten der Militär- und Technikgeschichte.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Michael Scafuri, Meeresarchäologe, Leiter des Restaurationsteams der "H. L. Hunley"
    • Spencer Dunmore: Gesunkene U Boote - von der Hunley bis zur Kursk - Untergang, Verlust und Bergung, München 2002
    • Robert Hutchinson: War beneath the Waves, London 2001
    • Originaldokumente der U.S. Navy: The Sinking of the USS Housatonic by the Submarine CSS H.L. Hunley, off Charleston, South Carolina, 17 February 1864

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Geschichte der U-Boote
    • Planet Wissen: Amerikanischer Bürgerkrieg 1861-1865
    • Zeitzeichen 08.03.2018: Der Untergang des sowjetischen U-Boots K-129
    • ZDF Info: U-Boote – Aufbruch in die Tiefe

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christoph Tiemann
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min

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