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  • Henry Every erklärt sich 1695 zum Piraten

    Er mordete, raubte und löste die wohl erste weltweite Fahndung aus: Henry Every ist einer der berühmtesten Piraten. Angeblich im Februar 1695 verfasste er einen historischen Brief...



    In diesem Zeitzeichen erzählt Herwig Katzer:

    • unter welchen Umständen Henry Every vom ersten Maat zum Piraten-Kapitän wird,
    • warum ihn Menschen in Afrika fürchten,
    • mit welcher Brutalität der Pirat Every das Flaggschiff "Ganj-i-Sawai" des Großmoguls von Surat überfällt,
    • wohin sich Piraten nach ihren Beutezügen gern zurückziehen,
    • wie Every von Daniel Defoe im Roman "Captain Singleton" zum Draufgänger stilisiert wird.

    Die Berichte über Henry Everys Massaker auf der "Ganj-i-Sawai" führen zum Aufstand gegen die East India Company, Englands wichtigste Handelsgesellschaft in Indien. Der Mogul von Surat, Aurangzeb, beziffert den Verlust auf 600.000 Pfund und droht damit, den Handel mit England zu beenden. Die Regierung steht unter Druck. Sie jagt Every mit Kriegsschiffen.

    Doch von Every keine Spur. Nach dem Teilen der Beute verstecken sich manche seiner Leute auf Madagaskar, andere flüchten mit ihm in die Karibik. Aber auch dort ist für sie der Boden heiß. Eine letzte Spur führt an die Nordwestküste Irlands, wo er sich von seinen Kumpanen trennt. 24 von ihnen fliegen wenig später auf, weil sie mit Geld und Edelsteinen nur so um sich werfen.

    Doch wo ist Henry Every und sein geraubtes Geld? Nach der Landung im Nordwesten Irlands verschwindet er Ende des 17. Jahrhunderts spurlos, allen Aufspürversuchen zum Trotz. Niemand kennt sein Gesicht, er bleibt ein Phantom – bis heute.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Robert Bohn (Historiker, emeritierter Professor, Uni Flensburg)
    • Robert Bohn: Die Piraten. München 2007
    • Douglas, R. Burgess jr.: Piracy in the Public Sphere: The Henry Every Trials and the Battle for Meaning in 17th Century Print Culture. Journal of British Studies 2009
    • Tyler Joseph Kynn: Pirates and Pilgrims - The Plunder of the Ganj- i Sawai, the Hajj, and a Mughal Captain's Perspective. Journal of the Economic and Social History of the Orient 2022
    • Daniel Defoe: Captain Singleton. 1720

    Das ist unser Hörtipp:
    Vor 500 Jahren fand der größte Volksaufstand in Europa vor der französischen Revolution statt: Der vierteilige ARD-Podcast "Das war der Bauernkrieg" erzählt die Geschichte.

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 25.04.1719: Defoes "Robin Crusoe" erscheint erstmals
    • Stichtag 16.07.1732: Piratenjäger Woodes Rogers stirbt auf den Bahamas

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Herwig Katzer
    Redaktion: David Rother

    16 min
  • Märchenhaft: der iranische Schah und Kaiserin Soraya in Bonn

    Sie ist die schönste Frau der Welt, er der Schah von Persien - die Welt liegt ihnen zu Füßen. Bei ihrem Besuch am 27.02.1955 bringen sie Glamour in das graue Nachkriegs-Bonn.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Anja Arp:

    • welches Menü dem Herrscher-Paar beim Essen mit Bundespräsident Theodor Heuss serviert wird,
    • warum Soraya fließend Persisch, Deutsch, Französisch und Englisch spricht,
    • wie sich der Schah und Soraya kennenlernen,
    • wie der Staatsbesuch die Damenfrisuren in der Bundesrepublik prägt,
    • mit welchen Worten Soraya später ihre Trennung vom Schah kommentiert.

    Beim Schah-Besuch von 1955, der in Hamburg beginnt und in Bonn seinen protokollarischen Höhepunkt hat, spielt Politik kaum eine Rolle. In der grauen Nachkriegszeit erscheint den Deutschen das Leben seiner Frau, der Kaiserin Soraya, wie ein Märchen: Die Tochter einer deutschen Verkäuferin und eines persischen Adeligen, die mit nur 18 Jahren heiratet und plötzlich weltberühmt ist.

    Das Kaiserpaar aus dem Iran wird quasi zum Ersatz für einen fehlenden deutschen Kaiser und dessen Frau. Das deutsch-iranische Verhältnis ist trotz des brutalen Schah-Regimes damals noch weitgehend ungetrübt. Das ändert sich erst 1967, als der Schah erneut die Bundesrepublik besucht. Mohammad Reza Pahlavi und seine neue Gemahlin Farah Diba treffen diesmal auf den Protest tausende linker Studenten.

    Nach dem Sturz des Schahs während der Islamischen Revolution von 1978/79 kommt im Iran ein antiwestliches Regime an die Macht. Seither ist das Verhältnis zur Bundesrepublik schwierig. Denn einerseits prangert Deutschland die Menschenrechtsverletzungen und die Diskriminierung von Frauen an. Anderseits will man die guten wirtschaftlichen Beziehungen nicht gefährden.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Katajun Amirpur (Iran-Expertin und Professorin für Islamwissenschaft an der Uni Köln)
    • Leontine Gräfin von Schmettow (NDR-Journalistin und Königshausexpertin)
    • Richard Blank: Schah Reza - der letzte deutsche Kaiser. Dokumente aus der Regenbogenpresse. Reinbek bei Hamburg 1979
    • Katajun Amirpur: Iran ohne Islam - Der Aufstand gegen den Gottesstaat. München 2023

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 16.09.1941: Reza Schah Pahlavi von Persien dankt ab
    • Stichtag 12.02.1951: Traumhochzeit von Soraya und Mohammad Reza Pahlavi
    • Zeitzeichen 27.02.1963: Wahlrecht für Frauen im Iran
    • Stichtag 02.06.1967: Benno Ohnesorg wird erschossen
    • Zeitzeichen 08.03.1979: Tausende Iranerinnen demonstrieren gegen den Schleierzwang
    • Zeitzeichen 03.06.1989: Tod von Ayatollah Khomeini

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    Die Macherinnen hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Anja Arp
    Redaktion: Seva Inci Suvak

    15 min
  • Ein Kämpfer für die Arbeiterrechte: Hans Böckler

    Das fränkische Arbeiterkind Hans Böckler, geboren am 26. Februar 1875, wird zum großen Gewerkschaftspionier, Fürstreiter der Mitbestimmung und erstem Chef des DGB.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Edda Dammmüller:

    • wie Hans Böckler als 13-Jähriger die Familie durchbringen muss,
    • welche ernüchternden Erfahrungen er als junger Gewerkschaftssekretär macht,
    • wie Hans Böckler im Nationalsozialismus behandelt wird,
    • wie er nach Ende des Zweiten Weltkrieges die Gewerkschaftsbewegung wiederaufbaut,
    • wie die Konflikte zwischen Konrad Adenauer und Hans Böckler verlaufen.

    Seine Karriere verläuft zielstrebig: Mit 19 tritt Hans Böckler in die SPD und in die Gewerkschaft ein, den Deutschen Metallarbeiter-Verband DMV. Als SPD-Stadtrat gründet Böckler in Fürth die Allgemeine Ortskrankenkasse mit, in die Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu gleichen Teilen einzahlen müssen.

    1907 beginnt Böcklers Aufstieg im DMV. Als Gewerkschaftssekretär wird er an verschiedene Orte geschickt. Häufige Wechsel sind in der Gewerkschaftsbewegung üblich, auch um die Funktionäre vor Repressalien zu schützen. 1927 wird Böckler in Köln Bezirksleiter des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB), dem Vorläufer des DGB. Als SPD-Mann sitzt der Gewerkschafter auch im Stadtrat.

    Unter den Nationalsozialisten wird Böcklers Karriere jäh unterbrochen, geht danach aber steil weiter: Er wird Vorsitzender des Gewerkschaftsbundes und kann kurz vor seinem Tod 1951 in einem Gespräch mit Bundeskanzler Konrad Adenauer die Montan-Mitbestimmung durchsetzen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Karl Lauschke (Historiker und Böckler-Biograf)
    • Christina Schildmann (Leiterin der Forschungsförderung der Hans-Böckler-Stiftung)
    • Ulrich Borsdorf: Hans Böckler, Erfahrungen eines Gewerkschafters 1875 bis 1945 (Band 1). Frankfurt am Main 2005
    • Karl Lauschke: Hans Böckler, Gewerkschaftlicher Neubeginn 1945 bis 1951 (Band 2), Frankfurt am Main 2005

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 13.10.1949: Die Gründung des DGB
    • Hans-Böckler-Stiftung: Hans Böckler – Ein Leben für Demokratie und Mitbestimmung
    • Hans-Böckler-Stiftung: Die Geschichte der Gewerkschaften

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    Autorin: Edda Dammmüller
    Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins
    Technik: Nicolas Dohle

    15 min
  • Daoguang: chinesischer Kaiser des Untergangs

    In seiner Amtszeit grassiert in China die Opiumsucht: Kaiser Daoguang verliert den Ersten Opiumkrieg gegen die Engländer. Der Herrscher stirbt am 25.02.1850.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck:

    • welchen persönlichen Grund Kaiser Daoguang für seinen Kampf gegen den Opiumkonsum hat,
    • wie sich das Ende des ersten Opiumkrieges auf Hongkong auswirkt,
    • was die erneute Niederlage im zweiten Opiumkrieg für China bedeutet,
    • wie der Aufstieg von Mao Zedong damit zusammenhängt,
    • warum Mohnblüten-Anstecker 2010 international für diplomatische Verstimmung sorgen.

    Im 17., 18. und 19. Jahrhundert ist China ein Exportland. Der Westen liebt chinesische Waren: Porzellan, Tee, Gewürze, Seide. Das Problem: Die Ausländer müssen dafür mit Silber bezahlen - und der Silberpreis steigt. Der Westen will darum die negative Handelsbilanz ausgleichen.

    Das tut er mit indischem Opium, das von europäischen Handelsgesellschaften nach China eingeführt wird. Um den gewünschten Absatzmarkt zu schaffen, geben die Europäer die Droge zunächst billig ab, um Abhängigkeiten zu erzeugen. Danach schrauben sie den Preis hoch.

    Das will sich Chinas Kaiser Daoguang nicht bieten lassen. Er lässt 20.000 Kisten mit indischem Opium britischer Händler verbrennen - die Hälfte der jährlich nach China geschmuggelten Drogen. Die Briten reagieren militärisch und siegen. Kurz nach dem Ersten Opiumkrieg stirbt Daoguang am 25. Februar 1850. Doch damit ist die aufgezwungene westliche Einflussnahme auf China lange nicht vorbei, mit dramatischen Folgen der Schwächung und Destabilisierung des Landes.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Nadine Böhm-Schnitker (Anglistin und Kulturwissenschaftlerin, Privatdozentin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg)
    • Klaus Mühlhahn (Sinologe, FU Berlin, und Präsident Zeppelin Universität, Friedrichshafen)
    • Klaus Mühlhahn: Geschichte des modernen China - Von der Qing-Dynastie bis zur Gegenwart. München 2021
    • Jonathan D. Spence: Chinas Weg in die Moderne. München/Wien 1995
    • Karl Gützlaff: Leben des Kaisers Taokuang. Leipzig 1852

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 08.07.1803: Der Missionar, Übersetzer und Spion Karl Gützlaff wird geboren
    • Stichtag 17.03.1911: Gesetz zum Opiumrauch-Verbot in China tritt in Kraft
    • Bayern 2: Der Zweite Opiumkrieg - Chinas unvergessene Demütigung durch Europa

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    Autorin: Almut Finck
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Antonia Herzog und Annette Skrzydlo

    15 min
  • Henry Cavendish: Der Mann, der die Welt wog

    Der britische Naturforscher Henry Cavendish (gest. am 24.2.1810) bestimmte als erster die mittlere Dichte unseres Planeten. Gleichsam wog er die Erde - ohne sie zu heben.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Martin Herzog:

    • welche eigentümlichen Eigenheiten Henry Cavendish auszeichnen,
    • was ihn mit seinem Vater alles verbindet,
    • auf welche Weise Cavendish das Element Wasserstoff isoliert,
    • was Stromschläge von Zitterrochen mit Cavendishs Händen zu tun haben,
    • wie er sich mit seiner Zurückhaltung um Entdeckerruhm bringt.

    Henry Cavendish arbeitet in einer Zeit, bevor es Chemie, Physik und Biologie gibt. Die Unterscheidung verschiedener wissenschaftlicher Bereiche existiert noch nicht. Der Brite beschäftigt sich deshalb mit allem, was damals interessant ist. Zum Beispiel mit der Frage: Was wiegt die Welt?

    Genau genommen wiegt sie natürlich nichts, weil die Erde im Weltall schwebt und man keine Waage drunter schieben kann. Aber die Erde hat Masse. Seit Isaac Newton gibt es die Idee, dass man die Anziehungskraft einer großen Masse - wie einem Berg - nutzen könnte, um die Masse der Erde zu berechnen.

    Um diese zu bestimmen, entwickelt Cavendish eine sogenannte Torsionswaage - mit Erfolg: Das Cavendish-Experiment gilt als das der erste große Versuch der Experimentalphysik. Doch es ist zugleich Cavendishs letztes. Er stirbt am 24. Februar 1810 in London im Alter von 79 Jahren.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Erinna Cave (Archivarin der Privatpapiere von Henry Cavendish)
    • Christa Jungnickel und Russell McCormmach: Cavendish - The experimental Life. Lewisburg 1999
    • Henry Cavendish: Experimente zur Bestimmung der Dichte der Erde. Philosophische Transaktionen der Royal Society – Band 88, S. 469-526. London 1798
    • John B. West: Henry Cavendish (1731–1810): hydrogen, carbon dioxide, water, and weighing the world

    Weiterführende Links:
    • Youtube: Erinna Cave über Henry Cavendish
    • Uni Konstanz: So funktioniert eine Torsions- bzw. Gravitationsdrehwaage
    • NDR: Grüner Wasserstoff - Energieträger der Zukunft?

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Martin Herzog
    Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak

    15 min
  • Filmkomiker-Legende Stan Laurel: Großmeister des Slapstick

    Stan Laurel (gestorben am 23.2.1965) war der geniale Kopf des legendären Duos "Laurel und Hardy" oder "Dick und Doof" - das berühmteste Komikerduo der Filmgeschichte.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christiane Kopka:

    • wie der kindlich-charmante Komiker Filmszenen meisterhaft ins Chaos stürzt,
    • von nächtlichen Feinarbeiten im Schnittraum – mit Stoppuhr, um das Publikumslachen präzise zu timen,
    • welche kreative Kraft hinter den zeitlosen Klassikern von "Stan und Ollie" steckt,
    • und warum ihr Witz trotz des Übergangs vom Stumm- zum Tonfilm seinen unverwechselbaren Charme nie verliert.

    Geboren als Arthur Stanley Jefferson im Jahr 1890 in Ulverston, entdeckt Stan Laurel schon früh seine Leidenschaft für die Bühne und sammelt erste Erfahrungen im Varieté. 1910 entdeckt ihn der Theaterproduzent Fred Karno und nimmt ihn unter Vertrag – ein Schlüsselmoment, der dem jungen Mann den Weg in die Welt der Komödie ebnet.

    Als Darsteller, Regisseur und Drehbuchautor prägt Stan Laurel die Stummfilmzeit und entwickelt zusammen mit Oliver Hardy einen einzigartigen Slapstick, der auch heute noch Menschen zum Lachen bringt. Anders als sein turbulentes Privatleben bleibt die enge Freundschaft zu Hardy stets beständig – ein verlässlicher Rückhalt, der das Fundament für Laurels nachhaltiges filmisches Schaffen bildet.

    Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
    • Dr. Norbert Aping, Autor, Experte für Stummfilm-Komiker, Buxtehude

    Und das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Norbert Aping: Das Dick & Doof-Buch, Marburg 2004.
    • Rainer Dick: Laurel & Hardy: Sehr viel mehr als dick und doof, Neustadt an der Weinstraße 2022.
    • Sven Hanuschek: Laurel & Hardy. Eine Revision, Wien 2010.

    Weiterführende Links:
    • Laurel & Hardy Museum
    • Laurel & Hardy - the official website
    • Another nice mess - eine Hommage an Laurel und Hardy

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Christiane Kopka
    Redaktion: Christoph Tiegel & Matti Hesse
    Technik: Theo Kramer

    15 min
  • Mittelalterkrimi: Die Kammerfrau, die Ungarns Krone stiehlt

    Am 22.2.1440 wird Helene Kottannerin zur Kriminellen: Sie stiehlt die ungarische Königskrone - im Auftrag der Königin. Ein Diebstahl, der die Geschichte Europas verändert.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Maren Gottschalk:

    • mit welcher klugen Taktik sich Helene Kottannerin den Weg zur Krone bahnt,
    • wie Helene erst Diebin, dann Kindermädchen und später Schriftstellerin wird,
    • warum zunächst nicht Thronfolger Ladislaus, sondern der polnische König Wladislaw Herrscher über Ungarn wird,
    • vom plötzlichen Tod Ladislaus' und wer ihm auf den Thron folgt.

    Was Helene Kottannerin sich für die Nacht vom 21. auf den 22. Februar 1440 vorgenommen hat, ist ungeheuerlich: Sie ist dabei, die ungarische Königskrone zu rauben. Ein waghalsiger, verrückter Plan. Und einer, der die europäische Geschichte verändern könnte, wenn er denn gelingt.

    Der besondere Clou: Es gibt einen Bericht über den Kronenraub, verfasst von Helene Kottannerin selbst. Es sind die frühesten deutschsprachigen Memoiren einer Frau, in denen Helene klarstellt: Das Ganze ist nicht ihre Idee, sondern die der ungarischen Königin Elisabeth. Diese hat vor kurzem ihren Mann verloren und will nun mithilfe der heiligen Krone ihrem ungeborenen Kind die Thronfolge sichern. Das klappt schließlich - doch Ladislaus‘ Königsherrschaft ist nur von kurzer Dauer.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartnerinnen:
    • Prof. Julia Burkhardt (Ludwig-Maximilians-Universität München)
    • Prof. Christina Lutter (Universität Wien)
    • Julia Burkhardt, Christina Lutter: Ich, Helene Kottannerin. Die Kammerfrau, die Ungarns Krone raubte (2023)

    Weiterführende Links:
    • BR-Radiowissen-Podcast: Helene Kottannerin - Die Kammerfrau, die Ungarns Krone stahl
    • Der wbg Wissen-Podcast: Ich, Helene Kottannerin
    • Zeitzeichen: 21.09.2015 - Geburtstag von Kaiser Friedrich III.

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Maren Gottschalk
    Redaktion: Carolin Rückl und David Rother
    Technik: Sascha Schiemann

    15 min
  • Urban, anspruchsvoll, hip: Das Magazin "The New Yorker"

    Herausragender Journalismus, literarische Reportagen und ausgezeichnete Cartoons - das sind die Markenzeichen des "The New Yorker". Am 21.02.1925 erschien die erste Ausgabe.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Fritz Schaefer:

    • wie Hefe zum Triebmittel für eine der weltweit renommiertesten Nachrichten-, Kultur- und Literaturzeitschriften wurde,
    • warum nach der Premiere im Februar 1925 im Mai 1925 fast schon wieder Schluss für den "New Yorker" ist,
    • welche besondere Funktion der "New Yorker" in Wohnungen seiner hippen Leser erfüllt,
    • wie Jutebeutel im Marketing des Magazins zentrale Bedeutung bekommen.

    Anfang des Jahres 1925 macht ein Werbeprospekt den Bewohnern New Yorks große Versprechungen. Ein Magazin wird angekündigt, das in Wort und Bild großstädtisches Leben widerspiegelt. Es soll für Menschen unverzichtbar werden, die wissen oder wissen wollen, wie die Welt sich bewegt.

    Tatsächlich hat "The New Yorker"-Gründer und erste Chefredakteur Harold Ross Erfolg mit seinem Projekt. Während die New Yorker Skyline mit jedem Jahr stolzer in den Himmel ragt, wächst auch der Erfolg des Magazins in ungeahnte Höhen. Wirtschaftlich und gesellschaftlich.

    Zum Erfolg des Magazins trägt auch bei, dass schon unter Harold Ross Faktentreue das oberste Gebot ist. Bis heute hält man sich an strikte Vorgaben: Die unerbittliche Faktenprüfung beim "New Yorker" verlangt den Mitarbeitern manche Strapaze ab. Ein vielköpfiges Team akribischer Faktenprüfer ist damit betraut, jedes einzelne Wort im Heft auseinander zu pflücken und auf seinen Wahrheitsgehalt hin abzuklopfen.

    Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
    • Christoph Niemann, Grafiker und Illustrator.

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 10.04.1847 - Geburtstag von Joseph Pulitzer
    • Websites des "New Yorker"

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Fritz Schaefer
    Redaktion: Sefa Inci Suvak

    15 min
  • Subiaco: der römische Staudamm, der (fast) ewig hielt

    Der Staudamm von Subiaco, erbaut in der römischen Antike, brach am 20. Februar 1305. Heute erstaunt uns vor allem, wie er über 1.200 Jahre dem Wasserdruck stand hielt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Meyer:

    • welchen drei Eigenschaften gute Architektur Rechnung tragen muss,
    • wieso Wasserversorgung bis heute eines der bedeutendsten Symbole römischer Kultur ist,
    • mit welchen Wassermengen neun Aquädukte das antike Rom versorgen,
    • warum Kaiser Nero die Wasserversorgung Roms unter Aufsicht stellt,
    • wie zwei Mönche im 14. Jahrhundert angeblich das Schicksal der Staumauer von Subiaco besiegeln.

    Der römische Architekt Marcus Vitruvius Pollio gilt als der erste Architekt überhaupt, der Bücher über Architektur schreibt und damit so etwas wie die Architekturtheorie ins Leben ruft. Auf Grundlage seines Wissens wird während der Regentschaft Kaiser Neros (54 bis 68 n. Chr.) die Staumauer von Subiaco gebaut.

    Mit ihrer Höhe von 40 bis 50 Metern Höhe ist sie die höchste je von den Römern gebaute Staumauer, und bildet lange Zeit die größte Talsperre Europas. Die antiken Wasserexperten errichten nach den Bauprinzipien des Vitruvius gleich drei solcher Mauern. Die malerische Lage lockt Roms High Society. Kaiser Nero lässt sich dort eine Villa mit allem erdenklichen Luxus und Blick aufs Wasser bauen.

    Über 1.200 Jahre hält die Staumauer von Subiaco. Um ihren Einsturz ranken sich einige Geschichten. Waren zwei Mönche Schuld, oder zwangen die Folgen eines Hochwassers das monumentale Bauwerk in die Knie?

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Alexander Bätz, Althistoriker und wissenschaftlicher Bibliothekar an der Universität Konstanz
    • Alexander Bätz: Nero - Wahnsinn und Wirklichkeit, 2023
    • Trevor Hodge: Roman Aqueducts & Water Supply. London 1992

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 1. August 52 - Einweihung des Aquädukts Aqua Claudia in Rom
    • Planet Wissen: Das antike Rom
    • Zeitzeichen: 09.06.0068 - Todestag des römischen Kaisers Nero

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    Autor: Wolfgang Meyer
    Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse

    15 min
  • George Bridgetower: Der Mann hinter Beethovens Kreutzer-Sonate

    Bridgetower wird als Wunderkind und "Schwarzer Geiger" berühmt. Am 19.02.1790 wird er entdeckt - und begeistert Beethoven später so, dass der ihm ein Meisterwerk widmet.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Holger Noltze:

    • wie improvisiert und gleichzeitig erfolgreich der gemeinsame Auftritt von Bridgetower und Beethoven ist,
    • von europäischem Rassismus, der Bridgetowers Leben von Beginn an prägt,
    • wie das ursprünglich für Bridgetower geschriebene Werk als "Kreutzer-Sonate" Geschichte macht,
    • vom wenig prominenten Wanderleben des einstigen Geigen-Wunderkinds.

    George Bridgetower ist das, was man ein Wunderkind nennt: Mit sieben Jahren tritt der Afro-Europäer erstmals öffentlich als Geiger auf. Mit elf zieht er mit seinem Vater nach London, wo ihn am 19. Februar 1790 der britische Thronfolger, der spätere König George IV. entdeckt. Bridgetower ist eine Zeit lang bei ihm angestellt und gibt in seinem Namen Konzerte in ganz England.

    Zu Gast in Wien wird Bridgetower auch hier schnell zur Sensation. Sein "extravagantes Spiel", so wird es dokumentiert, erregt viel Aufmerksamkeit. Er lernt Fürsten und Mäzene kennen, vergnügt sich in Kaffeehäusern und musiziert mit Beethoven. Der schreibt Bridgetower sogar eine Sonate, doch die Freundschaft währt nicht lang. Es ist wohl der Streit um eine Frau, der dazu führt, dass Beethoven die Sonate letztlich nicht Bridgetower, sondern dem französischen Geiger Rodolphe Kreutzer widmet. Obwohl Kreutzer das Stück nie spielt, ist es seitdem als Kreutzer-Sonate bekannt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Christine Siegert, Bonner Beethoven-Archiv
    • H.C. Robbins Landon: Ludwig van Beethoven. Leben und Werk in Zeugnissen seiner Zeit. Zürich 1970
    • Dieter Kühn: Beethoven und der schwarze Geiger. Frankfurt 1990
    • Die Musik in Geschichte und Gegenwart, s.v. "Bridgetower" 2. und 1. Aufl. Beethoven-Handbuch. Kassel 2020
    • Malte Boecker: Beethoven und Postkolonialismus. Zur diskursiven Auseinandersetzung mit der Immobilie "Im Mohren" durch das Bridgetower-Projekt

    Weiterführende Links:
    • WDR 3 Werkbetrachtung: Ludwig van Beethovens "Kreutzer-Sonate"
    • Planet Wissen: Beethoven - Ein Klassiker für die Ewigkeit
    • Stichtag: 17. Dezember 1770 - Ludwig van Beethoven wird getauft

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    Autor: Holger Noltze
    Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse
    Technik: Sascha Schiemann

    15 min

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Epochentrotter - erzählte Geschichte by Katharina Gedigk und Marvin Gedigk

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Adoptivbrüder – mit Hannes & Jeremy by DASDING, Hannes & Jeremy

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