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  • Blaue Pferde, neue Kunst: Franz Marc (geb. am 8.2.1880)

    Der Expressionist Franz Marc hat die Kunst revolutioniert, ein kompliziertes Liebesleben geführt - und ein frühes Ende im Ersten Weltkrieg gefunden, mit 36 Jahren...



    In diesem Zeitzeichen erzählt Anke Rebbert:

    • was Franz Marc mit seinen bunten Tieren ausdrücken will,
    • warum Marc und Kandinsky wie Topf und Deckel passen,
    • wie der Name "Blauer Reiter" zu Stande kommt,
    • warum Marc mit einer gewissen Euphorie in den Krieg zieht und wie schnell diese verfliegt.

    Der Mann, der die Kunst des 20. Jahrhunderts prägt, kommt am 8. Februar 1880 als Franz Moritz Wilhelm Marc in München zur Welt. Noch mit 20 ist er unentschlossen, ob er lieber Pfarrer, Lehrer oder doch Künstler wie sein Vater werden will. Er entscheidet sich letztlich für die Malerei.

    Gemeinsam mit seinem Freund Wassily Kandinsky gründet Marc 1911 den "Blauen Reiter". Die Künstlergruppe will Gegenpol sein zur konservativen Kunstauffassung, wählt kräftige Farben und orientiert sich nicht länger an der Natur. Vor allem Marcs blaue Pferde werden weltberühmt.

    Im August 1914 tauscht der Künstler Pinsel gegen Gewehr und zieht in den Krieg. Ein letzter Erkundungsritt endet tödlich: Franz Marc, der fest daran glaubte, seine besten Bilder erst mit 40 oder 50 zu malen, wird von Granatsplittern getroffen und stirbt mit nur 36 Jahren.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Jessica Keilholz-Busch, Direktorin Franz Marc Museum
    • Annegret Hoberg und Mario von Lüttichau, Kunsthistoriker
    • Franz und Maria Marc: Ich will Dich an der Hand führen, um Dir die Wunder der Welt zu zeigen. Briefe, 2018
    • Dr. Volker Adolphs und Annegret Hoberg: August Macke und Franz Marc - Eine Künstlerfreundschaft (2014)

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen: 22.02.1916 - Letzter Feldpostbrief von Franz Marc
    • Zeitzeichen: 22.01.1909 - Gründung der Neuen Künstlervereinigung
    • Die Hauda & die Kunst: Franz Marc. Bunte Tiere - ganz ohne LSD
    • Planet Schule: Klee, Macke, Marc und Delaunay im Rausch der Farben
    • Planet Wissen: Malerei im Expressionismus

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Anke Rebbert
    Redaktion: David Rother

    14 min
  • Im Namen der "Ehre": Der Mord an Hatun Sürücü

    Weil sie selbstbestimmt leben wollte, wurde Hatun Sürücü am 7.2.2005 von ihrem Bruder erschossen. Der "Ehrenmord" prägt die Debatte um Gewalt an Frauen und Migration bis heute.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach:

    • von den letzten Minuten im Leben Hatun Sürücüs,
    • wie Hatuns Hilferufe bei Polizei und Jugendamt verhallen,
    • warum der Begriff "Ehrenmord" eigentlich irreführend ist,
    • dass Gewalt im Namen der Ehre nicht nur Frauen betrifft.

    Hatun Aynur Sürücü ist eine junge Frau, die selbstbewusst über ihr Leben bestimmen will und nach einer erzwungenen Heirat mit den Moralvorstellungen ihrer Familie bricht. Sie sucht sich und ihrem kleinen Sohn eine eigene Wohnung, macht eine Lehre, geht aus und lernt neue Freunde kennen.

    Diesen Drang nach Freiheit bezahlt die Deutsch-Kurdin mit ihrem Leben: Am 7. Februar 2005 wird Aynur mitten in Berlin von ihrem Bruder auf offener Straße erschossen. Die Tat ist Deutschlands bekanntester "Ehrenmord" und stößt eine Debatte über Parallelgesellschaften an.

    Die beiden mitverdächtigen älteren Brüder setzen sich in die Türkei ab, wo sie 2015 wegen Anstiftung zum Mord angeklagt, letztlich aber freigesprochen, werden. Von Reue oder Einsicht ist bei Aynurs Familie auch Jahre später nichts zu spüren. Auf die Frage, ob er für seine Schwester bete, antwortet ihr ältester Bruder kalt: "Natürlich bete ich für sie. Dass Allah ihr vergibt."

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Seyran Ateş, Berliner Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin
    • Esma Çakir-Ceylan, Fachanwältin für Strafrecht
    • Jan Ilhan Kizilhan, Psychologe; Professor für transkulturelle Gesundheitsforschung, Stuttgart
    • Esma Çakir-Ceylan: Gewalt im Namen der Ehre. Eine Untersuchung über Gewalttaten in Deutschland und der Türkei, 2011
    • Jan Ilhan Kizilhan: Gewalt im Namen der Ehre. Die Psychologie hinter Ehre, Sexualität, Religion und Terror, 2024
    • Matthias Deiß und Jo Goll: Ehrenmord. Ein deutsches Schicksal, 2011

    Weiterführende Links:
    • ARD Audiothek: Clever Girls. Hatun Sürücü, rbb Kultur
    • ARD Audiothek: Frau. Freiheit. Tod - Kein Schutz vor Ehrenmord? Lebenswelten, radio3

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Marfa Heimbach
    Redaktion: Carolin Rückl / Sefa Inci Suvak
    Technik: Sascha Schiemann

    15 min
  • "Lex Heinze": wie ein Kriminalfall zum Kulturkampf führte

    Ein spektakulärer Mordprozess führt dazu, dass der Reichstag am 6.2.1900 die "Lex Heinze" beschließt: ein Gesetz gegen "unsittliche" Darstellungen in Kunst und Literatur.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Mau:

    • was für unsittliche Details der Prozess gegen das Ehepaar Heinze zu Tage fördert,
    • von der extrem prüden Gesellschaft im Deutschen Kaiserreich,
    • wie sich Künstler, Prominente und die SPD gegen die Lex Heinze auflehnen,
    • zu welcher Strafe das Ehepaar letztlich verurteilt wird.

    Es ist einer der spektakulärsten Prozesse des Deutschen Kaiserreiches. Mehr als 500 Schaulustige drängen sich im Dezember 1891 vor dem Eingang des Strafgerichts in Berlin-Moabit. Sie alle wollen den Prozess gegen den Zuhälter Hermann Heinze und seine Frau Anna, eine Prostituierte, miterleben. Sie sind angeklagt, einen Nachtwächter getötet zu haben.

    Aber nicht dieses Verbrechen steht im Mittelpunkt des Interesses, sondern vor allem die Frage, wie man mit der Prostitution in den rasant wachsenden Städten umgehen soll. Das Ehepaar Heinze wird damit ungewollt zum Namenspaten eines Reichsgesetzes, das - acht Jahre später - die Zuhälterei, aber auch die öffentliche Zurschaustellung unsittlicher Bilder und Handlungen unter Strafe stellt: die Lex Heinze.

    Die Verabschiedung des Gesetzes am 6. Februar 1900 löst eine Protestwelle aus - am Ende tritt eine Kompromissfassung in Kraft.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Michael Scheffel, Literaturwissenschaftler
    • Christiane Henke, Rechtshistorikerin
    • Otto Falckenberg: Das Buch von der Lex Heinze (1900)
    • Hugo Friedländer: Kulturhistorische Kriminal-Prozesse der letzten vierzig Jahre, Band 1; S. 72-77: Das Ehepaar Heinze wegen Ermordung des Nachtwächters Braun vor den Geschworenen

    Weiterführender Link:
    Stichtag: 4. Mai 1910 - Abkommen gegen Mädchenhandel wird geschlossen

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Thomas Mau
    Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa İnci Suvak

    15 min
  • Wie ein Reifen die Welt verändert: John Dunlop (geb. 5.2.1840)

    In Belfast ist er Tierarzt und passionierter Tüftler. Für seinen kleinen Sohn erfindet John Dunlop das Rad praktisch neu - und ändert damit den Lauf der Welt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Pfaff:

    • was John Dunlops zehnjähriger Sohn mit der Erfindung des Luftreifens zu tun hat,
    • wer diese Erfindung eigentlich 40 Jahre zuvor schon gemacht hat,
    • woher der wichtigste Rohstoff für den Reifenboom Anfang des 20. Jahrhunderts kommt,
    • welche ökologischen und sozialen Folgen die Reifenproduktion bis heute hat.

    Von Zeitgenossen wird John Dunlop als sympathischer und sozialer Mensch beschrieben. Aus der rasch expandierenden Reifenfirma mit seinem Namen steigt er schon bald wieder aus. "Ich brauchte eigentlich kein Geld", schreibt er in seinen Erinnerungen.

    Ob er damals auch die Gräueltaten dort wahnimmt, wo der Grundstoff seiner Reifen herkommt, ist nicht bekannt. Die Erfolgsgeschichte, die von ihm und dem Segen seiner Erfindung für die Menschheit seit über 100 Jahren erzählt wird, ist jedenfalls nur die halbe Geschichte.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Bernhard Wörrle, Leitung Museumsmanagement, Deutsches Museum München
    • Thilo Hofmann (Umweltwissenschaftler an der Universität Wien)
    • Boniface Mabanza (Entwicklungsexperte der KASA in Heidelberg)

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 15.11.1908: König Leopold II. verkauft "seine" Kolonie Kongo an Belgien
    • Zeitzeichen 30.06.1960: Kongo wird unabhängig
    • WDR Doku: Autoreifen - Ein schmutziges Milliardengeschäft
    • Deutsches Patentamt: John Dunlop - Das Rad neu erfunden

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Thomas Pfaff
    Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins

    15 min
  • Tod vor der Premiere der Broadway-Revolution: Jonathan Larson

    Jonathan Larson (geboren am 4.2.1960) will das Musicaltheater revolutionieren. Nach vielen Fehlschlägen ist er nah dran. Doch er stirbt 24 Stunden vor der Premiere seines Mega-Erfolgs "Rent".



    In diesem Zeitzeichen erzählt Jana Fischer:

    • wie Jonathan Larson aufwächst und zur Musik kommt,
    • mit welchem selbstbewussten Spruch er sich auf Partys vorstellt,
    • was George Orwells Roman "1984" mit Larsons Musical "Superbia" zu tun hat,
    • warum er mit dem Titel "One Song Glory" eigentlich sein Testament schreibt,
    • unter welchen tragischen Umständen der Komponist stirbt.

    Der 30. Geburtstag löst bei Jonathan Larson nur Frust aus. Seit Jahren läuft er mit seinen Kompositionen gegen Wände. Knapp sechs Jahre später, im Januar 1996, feiert das Werk Premiere, von dem er so lange geträumt hat: "Rent", ein Musical, das den Broadway erschüttert. Es verbindet existenzielle Probleme wie Aids, Gentrifizierung und Armut mit mitreißender Lebensfreude.

    Jonathan Larson gewinnt posthum den Pulitzer-Preis und bei den Tonys, den Oscars der Musical-Branche, erhält er die Auszeichnung für das beste Musical, das beste Buch und die beste Musik.

    Auch das autobiografische Vorgängerwerk "Tick, Tick ... Boom!“ wird wiederentdeckt und 2021 schließlich mit Andrew Garfield als Jonathan Larson verfilmt. Für die Hauptrolle bekommt Garfield eine Oscar-Nominierung.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Gil Mehmert (Regisseur)
    • Michael Riedel: Singular Sensation. New York 2020
    • Anthony Rapp: Without you. New York 2006

    Weiterführende Links:
    • WDR: Lokalzeit aus Dortmund: Persönlicher Tipp: Rent - Musical
    • NDR: Musicals weltweit: Über Tops und Flops auf der Bühne

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    Autorin: Jana Fischer
    Redaktion: David Rother

    15 min
  • Henry Moule und die Erfindung der Trockentoilette

    Die geniale Erfindung des englischen Pfarrers Henry Moule (gestorben am 3.2.1880) hat gegen das Wasserklosett verloren. Doch das könnte sich in Zukunft ändern.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Geuer:

    • wie Trockentoiletten unabhängiger von Importen eines Lebens-Grundstoffs machen können,
    • wodurch es in London 1858 zum "Großen Gestank" kommt,
    • warum Henry Moule und Justus von Liebig Wasserklosetts als pure Verschwendung ansehen,
    • welcher Schatz sich in menschlichen Exkrementen verbirgt.

    Mitte des 19. Jahrhunderts erlebt der Pfarrer Henry Moule im Städtchen Fordington im Süden Englands hautnah die Schrecken zweier Choleraepidemien. Henry Moule glaubt, wie viele andere, die Krankheit komme mit dem Gestank aus den Senkgruben und Flüssen, in die zu dieser Zeit das Abwasser eingeleitet, aus denen aber auch das Trinkwasser entnommen wird. Diesem Gestank, der vor allem in warmen und regenarmen Sommern auftritt, wird nachgesagt, dass er krank mache.

    Eine falsche Theorie, aber Pfarrer Moules Konsequenz ist dennoch richtig. Er erfindet eine Toilette, die nicht stinkt. Aus heutiger Sicht viel wichtiger ist, dass diese Toilette kein Wasser braucht und damit auch kein Abwasser produziert. Damals hat es zur Folge, dass in Fordington nicht mehr so viele Fäkalien ins Trinkwasser gelangen und die Cholera kein Thema mehr ist.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Ariane Krause, Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau, Großbeeren, Brandenburg
    • Katharina Prost, Agraringenieurin, ClimEtsan-OnTheGround, Bonn
    • Daniel Schäfer, Medizinhistoriker, Uni Köln
    • Andrea Vetter: "Die Komposttoilette", In: Konviviale Technik, Transcript 2023

    Weiterführende Links:
    • Spektrum: Dünger aus Trockentoiletten besteht Praxistest
    • Planet Wissen: Tropenkrankheiten - Die Entdeckung des Cholera-Erregers
    • Planet Wissen: Menschliche Fäkalien als Dünger?
    • Planet Wissen: Anbaumethoden - Geschichte der Düngemittel

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    Autorin: Irene Geuer
    Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse
    Technik: Petra Laubach

    15 min
  • Wie eine Hundeschlittenstaffel eine ganze Stadt rettete

    Als eine tödliche Diphtherie-Epidemie 1925 die Stadt Nome in Alaska bedroht, startet eine riskante und wagemutige Rettungsaktion mit einer Hundeschlittenstaffel.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Jana Magdanz:

    • warum die abgelegene Stadt Nome in Alaska im Februar 1925 dringend Diphtherie-Impfstoff benötigt,
    • wie die ganze Welt den "Serum Run" verfolgt,
    • wie eine Herde Karibus beinahe den Transport des Diphtherie-Impfstoffes beendet,
    • welche Rolle die Tirschutzorganisation PETA inzwischen bei Hundeschlittenrennen spielt.

    Ende Januar 1925 setzt Dr. Curtis Welch, der einzige Arzt der Goldgräberstadt Nome an der Westküste Alaskas, ein verzweifeltes Telegramm ab. Seit Dezember hat er mehrere Kleinkinder an die Diphtherie verloren. Das wenige Antitoxin im Bestand des Arztes ist abgelaufen. Nun befürchtet er einen verheerenden Ausbruch.

    Eine riskante Rettungsaktion beginnt, bei der viele Menschenleben auf dem Spiel stehen. Freiwillige organisieren einen Staffellauf mit 20 Hundeschlittengespannen und 150 Hunden. Am 2. Februar 1925 erreicht Gunnar Kaasen mit seinem Leithund Balto und seinen zwölf anderen Hunden als letztes Gespann Nome. Nach fünfeinhalb Tagen auf dem Trail ist das Serum gefroren, aber keine einzige Phiole gebrochen. Um 11 Uhr ist alles aufgetaut und kann den ersten Patienten verabreicht werden. So wird die Epidemie doch noch abgewendet.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Anja Fein Radano, Huskyzüchterin und mehrfache Iditarod-Teilnehmerin
    • Sebastian Schnülle, Rennrichter und ehemaliger Teilnehmer beim Iditarod-Rennen
    • Helen Hegener, Buchautorin und Verlegerin von Büchern über Alaskas Geschichte

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 02. Februar 2005 - Geburtsstunde des Iditarod Hundeschlittenrennens
    • Zeitzeichen: 30.03.1867 - Russland verkauft Alaska an die USA
    • Stichtag: 20. August 1741 - Vitus Bering erreicht als erster Europäer Alaska

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Jana Magdanz
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Christina Gabriel

    15 min
  • Bernard Altum: der Vogelkundler und sein Lebenswerk

    Er verbindet zeitlebens Glauben und Naturwissenschaft: Bernard Altum aus Münster. Am 1.2.1900 stirbt der Priester und passionierte Vogelkundler im Alter von 75 Jahren.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Steffi Tenhaven:

    • warum einige Vogelarten Geräusche vom Handy-Klingelton bis zum E-Roller täuschend echt nachahmen,
    • wie Johann Bernard Theodor Altum im 19. Jahrhundert zum anerkannten Ornithologen wird,
    • mit welcher Theorie Altum sich Zoologen wie Alfred Brehm entgegenstellt,
    • wie Vögel aller Arten im 19. Jahrhundert in Töpfen und auf Köpfen landen.

    Die Vogelwelt fasziniert Naturforscher in Westfalen zunehmend im 19. Jahrhundert. Man unternimmt Exkursionen durch ein Münsterland, das anders aussieht als heute: mit einer Menge mehr Tieren und Arten.

    Johann Bernhard Theodor Altum ist einer dieser Naturforscher. Der gebürtige Münsteraner ist eigentlich studierter Theologe und Priester. Als Zoologe und Forstwissenschaftler wird er der bedeutendste Vogelkundler seiner Zeit. Bis ins 20. Jahrhundert gilt sein Buch "Der Vogel und sein Leben" als Standardwerk für Ornithologen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Bernd Tenbergen, stellvertretender Leiter des LWL-Museums für Naturkunde Münster
    • Dr. Erich Kretzschmar, Ornithologe, Naturschutzbund Dortmund
    • Bernard Altum: Der Vogel und sein Leben, Münster, Niemann 1868

    Weiterführende Links:
    • LWL-Museum für Naturkunde/Münster
    • Naturschutzbund Deutschland (Nabu)
    • Planet Wissen: Evolutionsforschung - Charles Darwin
    • Stichtag: 2. Februar 1829 - Geburtstag des Zoologen Alfred Brehm

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    Autorin: Steffi Tenhaven
    Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak
    Technik: Nico Söllner

    14 min
  • Tatort 1910: Der Fall Cora Crippen und die moderne Technik

    Am 31.1.1910 verschwindet Cora Crippen auf mysteriöse Weise. Wahrscheinlich hat ihr Mann sie ermordet, Dr. Crippen wird weltweit gejagt. Doch auch 100 Jahre später bleiben Fragen...



    In diesem Zeitzeichen erzählt Marina Meißner:

    • warum Coras Verschwinden erst für Aufsehen sorgt, als Dr. Crippens Geliebte in Coras Kleidung gesehen wird,
    • welchen furchtbaren Fund Scotland Yard im Keller der Crippens macht,
    • wie der Fall eine unerwartete Wendung nimmt,
    • und wie ein Funktelegraf die erste weltweite Fahndung ermöglicht,
    • wieso sich zwei Schiffe über Tage hinweg einen Wettlauf liefern,
    • und warum bis heute Zweifel an der Schuld des Angeklagten bestehen.

    Ein ungleiches Paar, ein mysteriöses Verschwinden und eine internationale Verbrecherjagd – ein Fall der bis heute Fragen aufwirft: Hawley Harvey Crippen, ein US-amerikanischer Arzt, lebt mit seiner Frau Cora in London. Während er als höflich und zurückhaltend gilt, ist sie eine selbstbewusste Varieté-Künstlerin. Doch 1910 verschwindet Cora, bekannt als Belle Elmore, plötzlich. Ihr Mann behauptet, sie sei in die USA gereist und dort verstorben. Als kurz darauf seine Geliebte ins Haus einzieht, alarmieren Freunde Scotland Yard, die menschliche Überreste im Keller entdecken.

    Nach einer Aufsehen erregenden Flucht und anschließendem Prozess wird Dr. Crippen schließlich hingerichtet. Doch bis heute bleibt die Frage: Ist er wirklich der Mörder? Moderne DNA-Tests werfen Zweifel auf und nähren Spekulationen über ein spannendes Kriminalrätsel der Geschichte.

    Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin:
    • Dr. Anke Keller (Kuratorin im Technoseum in Mannheim)

    Weiterführende Links:
    • Kein Mucks! Der Krimi-Podcast mit Bastian Pastewka- Jagd auf Dr. Crippen, Hörspiel 1964.
    • William Le Queux: "The Girl, the Doctor – and the Missing Wife", True Detective Mysteries. May 1930.
    • ZDFinfo Murder Maps - Geheimnisvolle Verbrechen

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    Autorin: Martina Meißner
    Redaktion: David Rother
    Technik: Jürgen Mönkediek

    15 min
  • Das Kultspielzeug der 80er: Ernö Rubiks Zauberwürfel

    Als Lehrobjekt für seine Studenten erfindet ein ungarischer Bildhauer ein 3-D-Puzzle in Würfelform. Rubik's Cube, patentiert am 30.1.1975, wird ein Spielzeughit.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen:

    • warum der bunte Würfel eine echte Herausforderung für Kopf und Hände ist,
    • er aber auch ohne Anleitung spielbar ist,
    • weshalb Kinder oft schneller die Lösung finden als Erwachsene,
    • und welche mathematische Magie hinter dem Würfel steckt.

    Die geniale Erfindung begeistert Jung und Alt: sie treibt manche an den Rand der Verzweiflung und spornt andere zu Rekorden an. Denn es gibt 43 Trillionen mögliche Kombinationen – und doch kann man den Würfel mit der richtigen Strategie in maximal 20 Zügen lösen.

    Der Zauberwürfel, auch "Rubik’s Cube" genannt, wird 1974 von Ernö Rubik erfunden. Ein reiner Zufall, denn eigentlich will der Architekturprofessor seinen Studierenden damit räumliches Denken vermitteln. Doch das Drehpuzzle mit seinen sechs bunten Flächen wird weit mehr als ein Lehrmittel: 1980 beginnt sein Siegeszug rund um den Globus. Heute gilt der Zauberwürfel als das meistverkaufte Puzzle aller Zeiten – mit rund 500 Millionen Exemplaren.

    Das ist unser Interviewpartner:
    • Prof. Jens Junge, Spielforscher und Direktor des Berliner Institut für Ludologie

    Und das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Ernö Rubik: Cubed. Der Zauberwürfel und die großen Rätsel dieser Welt, München 2020.
    • Marlene Weiß: „Alles dreht sich“, Süddeutsche Zeitung S. 31, 28. / 29. Dezember 2024.

    Weiterführende Links:
    • WDR 5 Neugier genügt - Redezeit mit dem Spielforscher Jens Junge
    • Planet Wissen: Der Zauberwürfel – Rubik's Cube

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    Autorin: Andrea Klasen
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    Technik: Nico Söllner

    15 min

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