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  • Robert R. Jenkins: Der Amerikaner, der nach Nordkorea floh

    Der US-Soldat Robert R. Jenkins (geboren am 18.2.1940) trifft einen fatalen Entschluss: Er desertiert über den Todesstreifen nach Nordkorea. So beginnt seine tragische und bewegende Geschichte.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld:

    • wie Charles Robert Jenkins nachts den Todesstreifen zwischen Süd- und Nordkorea durchquert,
    • wieso er diese Entscheidung trifft,
    • wie er in Nordkorea zwischendurch unfreiwillig zum Filmstar wird,
    • dass seine Frau von einer japanischen Insel entführt wird,
    • über das Wiedersehen mit seiner 91-jährigen Mutter.

    Schon kurz nach seiner Ankunft wird Charles Robert Jenkins klar, dass seine Flucht in den Kommunismus ein Fehler war. Der US-Soldat hatte gehofft, die mit Nordkorea verbündeten Russen würden ihn in den USA austauschen. Dann wäre er wieder zu Hause und einem Einsatz im eskalierenden Vietnamkrieg entgangen.

    Der Plan geht nicht auf. Stattdessen muss er die Lehren von Staatschef Kim Il Sung studieren, erst auf Englisch, dann auf Koreanisch. Jenkins hat keinen Kontakt zur Außenwelt, niemand weiß, dass er noch lebt.

    In Nordkorea wird er zu Propagandazwecken instrumentalisiert, leidet unter Hunger, Kälte und Gewalt. Sein einziges Glück: Er verliebt sich in eine von Nordkorea entführte Japanerin, die beiden gründen eine Familie. Erst im Juli 2003 kann er nach Verhandlungen der japanischen Regierung aus Nordkorea ausreisen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Florian Pölking. Koreanist und Sinologe, Ruhr Universität Bochum
    • Charles Robert Jenkins/Jim Frederick: The Reluctant Communist: My desertion, Court-Martial, and Forty Year Imprisonment in North Korea. Berkeley 2008
    • Thomas Kern, Patrick Köllner: Südkorea und Nordkorea, Einführung in Geschichte, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Frankfurt am Main 2005

    Weiterführende Links:
    • Interview mit Charles Robert Jenkins in der Far Eastern Economic Review. 2004. 
    • 60 Minutes Rewind. "39 Years, 6 Months, 4 Days" Interview mit Charles Robert Jenkins 2005 (YouTube)

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christian Kosfeld
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • Die falsche Zarentochter: Geburt der Anastasia-Legende

    War sie eine psychisch kranke Frau oder die jüngste Zarentochter, die das Blutbad an der Zarenfamilie überlebt hat? Am 17.02.1920 beginnt die Anastasia-Legende in Berlin.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg :

    • warum die Anastasia-Legende heutzutage kaum überlebensfähig wäre,
    • wie die vermeintliche Anastasia zum Spielball verschiedener Interessen wird,
    • welchen Nutzen Anastasia aus den Verfilmungen ihrer Geschichte ziehen kann,
    • warum trotz forensischer Gegenbeweise noch so viele Menschen an der Anastasia-Legende hängen.

    Im Februar 1920 rettet ein Polizist eine junge Frau aus dem Berliner Landwehrkanal. Bei den folgenden Befragungen zieht sie sich nur die Decke über den Kopf und wird schließlich mit schweren Depressionen in eine Heilanstalt überwiesen. Zu diesem Zeitpunkt kommen Gerüchte auf, laut denen jemand das Massaker der sowjetischen Revolutionäre an der russischen Zarenfamilie überlebt hat. Dann glaubt eine Mitpatientin in der Berliner Heilanstalt in der Unbekannten eine Zarentochter zu erkennen: Eine Legende ist geboren.

    64 Jahre lang gibt "Anastasia" sich überzeugt als Zarentochter aus. 1984 stirbt Anna Manahan, wie sie nach der Eheschließung heißt. Am Tag nach ihrem Tod wird ihr Körper eingeäschert und in Bayern beigesetzt. Mitte der 1990er Jahre löst sich die Anastasia-Legende in Reagenzgläsern auf. Bereits in den 1920er Jahren stellt ein Privatdetektiv die Theorie auf, dass es sich bei Fräulein Unbekannt in Wahrheit um eine polnische Arbeiterin namens Franziska Schanzkowski handelt. Mittels DNA-Vergleich mit einem Nachkommen der Familie Schanzkowski zeigt sich schließlich, dass diese Theorie stimmt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Alexander Waschkau, deutscher Psychologe, Podcaster und Publizist
    • Peter Kurth: Anastasia. Die letzte Zarentochter. Das Geheimnis der Anna Anderson. Bergisch Gladbach, 1988.
    • Greg King, Greg; PennyWilson: The Resurrection of the Romanovs. Anastasia, Anna Anderson and the World's Greatest Royal Mystery. New Jersey, 2011
    • Petra Cichos: Ermittlungsakte Zarentochter Anastasia. 2019.

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 16. Juli 1918 - Zar Nikolaus II. wird erschossen
    • Planet Wissen: Kommunismus - Lenin und die Russische Revolution

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    Hörtipp:
    Der Podcast "HOAXILLA" von unserem Interviewpartner Alexander Waschkau beschäftigt sich mit Modernen Sagen (Urban Legends), Medien, Kultur und Wissenschaft.

    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autoinr: Daniela Wakonigg
    Redaktion: Sefa İnci Suvak

    16 min
  • Brutal und erfolgreich wie Dschingis Khan: Timur Lenk

    Seine Verletzung müsste ein Todesurteil sein, doch Timur Lenk errichtet trotzdem ein Großreich vom Schwarzen Meer bis Indien. Im Februar 1405 stirbt der asiatische Eroberer.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayi:

    • wie Timur Lenk trotz körperlicher Einschränkungen zum gefürchteten Feldherren wird,
    • wie er weniger durch wahre Genialität als durch Cleverness an die Spitze gelangt,
    • welche Rolle Kriegsbeute in der Wirtschaftspolitik des Eroberers spielt,
    • dass Timur Lenk nicht bloß grausamer Herrscher, sondern auch Förderer der Wissenschaft, Kultur und Bildung ist.

    Mitte des 14. Jahrhunderts schlagen sich Timur ibn Taraghai Barlas, ein Angehöriger der niederen Adelsschicht, und eine Handvoll seiner Gefolgsleute auf dem Gebiet des heutigen Usbekistans mit Viehdiebstahl und Raubzügen durch. Beim Schafestehlen erleidet der Anführer der kleinen Horde mehrere Verwundungen, die seine Beweglichkeit zeitlebens einschränken. Insgesamt schlechte Aussichten für Timur, den Lahmen, denn das bedeutet der Name Timur Lenk, unter dem er in die Geschichte eingeht.

    Aber der junge Mann hat Charisma. Und Ehrgeiz. Timur führt Krieg in allen Himmelsrichtungen. Seine Maxime: Es ist die Pflicht eines jeden Fürsten, in jedes Land einzudringen, wo Tyrannei, Unterdrückung und Ungleichheit herrschen. Timur entscheidet selbst, wo gerade Bedarf besteht. Egal, ob Persien, Irak, am Kaspischen Meer, von der Wolga bis nach Indien: 35 Jahre lang führt er Krieg und dehnt sein Reich immer weiter aus.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Prof. Dr. Robert Kindler, Professor für die Geschichte Osteuropas an der Freien Universität Berlin.
    • Sir Clements Markham (Hrsg.): Narrative of the Embassy of Ruy Gonzalez De Clavijo to the Court of Timour, at Samarcand, 1403 - 1406. Translated, for the First Time, with Notes, a Preface and an Introductory Life of Timour Beg, London 1859
    • Beatrice Forbes Manz: The Rise and Rule of Tamerlane. Cambridge University Press, Cambridge 1989.

    Weiterführende Links:
    • Stichtag: 1206 – Dschingis Khan gründet das Mongolenreich
    • Stichtag - 09.04.1241: Sieg der Mongolen in Schlesien

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Murat Kayi
    Redaktion: Carolin Rückl und Matti Hesse

    14 min
  • Fahrrad und Feminismus: die irische Pädagogin Sophie Bryant

    Sie war Mathematikerin, Philosophin, irische Patriotin, Suffragette und Bildungs-Pionierin: Sophie Bryant, geboren am 15. Februar 1850 in Sandymount, südlich von Dublin.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Claudia Friedrich:

    • welche lobenden Worte der berühmte Schriftsteller George Bernard Shaw über seine Jugendfreundin Sophie findet,
    • mit welchem Hobby Sophie Bryant hoch hinausgeht,
    • wie Irland zum Brotkorb und Schlachthof des britischen Weltreichs wird,
    • warum im Schatten des Mont Blanc ein keltisches Steinkreuz steht - und was das Kreuz mit Sophie Bryant zu tun hat.

    Sophie Bryant setzt sich ihr ganzes Leben lang für die Bildung von Mädchen ein. Mit Leib und Seele ist sie Ende des 19. Jahrhunderts Lehrerin, unterrichtet in London Mathematik an der North London Collegiate School for Girls - Englands erster Schule für Mädchen. Sie begeistert ihre Schülerinnen so sehr für das Fach, dass einige von ihnen am ersten Frauencollege der Universität Cambridge Mathe studieren und erfolgreich abschließen.

    Sophie Bryant schreibt Fachbücher und veröffentlicht Artikel zu verschiedenen Themen: Philosophie, Mathematik, irische Geschichte, Pädagogik. In Fachkreisen gilt sie als DIE Bildungsexpertin. In vielerei Hinsicht ist sie Pionierin. Als erste Frau erhält sie im Vereinigten Königreich den Titel Doktor of Science. Ebenfalls als erste Frau wird sie in den Senat der London University gewählt.

    Ende August 1922 finden Wanderer die Leiche der 72-jährigen Sophie Bryant im Tal von Chamonix. Die Pädagogin ist unter ungeklärten Umständen auf einer Wanderung gestorben.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartnerinnen:
    • Marlena Tronicke, Literaturwissenschaftlerin an der Universität zu Köln.
    • Èamonn Ó Ciardha, Historiker und Literaturwissenschaftler, Ulster University in Derry/ Londonderry, Nordirland. Zur Zeit Gastprofessor an der Universität Saarbrücken.
    • Sophie Bryant: Celtic Ireland. London 1889. Hansebooks Nachdruck 2017
    • Sophie Bryant: The Teaching of morality in the family and the school. Swan Sonnenschein & Co. London 1897. Nachdruck 2017
    • Sophie Bryant: The Genius of the Gael. a study in Celtic psychology and its manifestations. London 1913
    • Sophie Bryant: Liberty, Order & Law. A Study in the Book of the Ancient Laws of Ireland. London. 1923
    • North London Collegiate School (Hg.): Sophie Bryant, Doctor of Science, Doctor of Letters 1850-1922. Memorial Volume. London 1922

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Die große Hungersnot in Irland
    • Planet Wissen: Übersichtsseite - die Alpen
    • Stichtag: 26. Juli 2006 - Vor 150 Jahren: George Bernard Shaw wird geboren

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Claudia Friedrich
    Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak
    Technik: Claudia Friedrich

    15 min
  • Liebe und Legende: Die Geschichte des Valentinstages

    Am 14. Februar wird der Valentinstag gefeiert. Aber welchen der sieben heiligen Valentins feiern wir eigentlich? Und was haben diese mit der Christenverfolgung zu tun?



    In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann:

    • dass Valentinus eigentlich "der Gesunde" oder "der Starke" bedeutet und nichts mit Liebe zu tun hat,
    • welche Wunder der Bischof Valentin vollbracht haben soll,
    • warum der Gedenktag des Heiligen Valentin 1969 beinahe aus dem katholischen Heiligenkalender gestrichen worden wäre.

    Der Valentinstag geht vermutlich auf den Bischof Valentin zurück, der im dritten Jahrhundert lebte. Dieser wurde eher zufällig zum Schutzpatron der Liebenden. Der Schriftsteller Geoffrey Chaucer lässt 1382 in seinem Gedicht "Das Parlament der Vögel" den Erzähler den Vögeln zuhören, die über die richtige Partnerwahl diskutieren – am "Saint Valentines Day". Dies dient im Gedicht wohl nur der Datierung des Tages.

    Ungefähr zu dieser Zeit gibt es erste Belege dafür, dass sich Verliebte am 14. Februar Briefe oder kleine Geschenke schickten. Kaum Beweise gibt es hingegen dafür, dass schon der antike Valentin Trostsuchende mit Blumen beschenkte und in Partnerschaftskrisen half. Das sind eher moderne, zum Teil erst vor wenigen Jahren erfundene Ableitungen heutiger Bräuche.

    Das sind unsere Interviewpartner:
    • Dr. David Kästle-Lampartner, Rechtshistoriker
    • Professor Manfred Becker-Huberti, Kirchengeschichtler
    • Pfarrer Joachim Schäfer, Herausgeber von Heiligenlexikon.de

    Weiterführende Links:
    • Über den Ursprung des Valentinstags
    • 14.02.1987: Zeitzeichen über das Buch "Picknick am Valentinstag"

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christoph Tiemann
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Moritz Raestrup

    15 min
  • "Black Sabbath": Das Album, das den Heavy Metal erschuf

    Die britische Rockband "Black Sabbath" gilt mit ihrem gleichnamigen Debütalbum als Wegbereiterin für das Genre Heavy Metal. Die Platte erscheint am 13. Februar 1970.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Simon Schomäcker:

    • was Trashfilme mit der Band "Black Sabbath" zu tun haben,
    • wie ein satanisches Symbol auf das Cover des Debütalbums kommt,
    • welchen schmerzhaften Ursprung der wuchtige Gitarrensound der Band hat,
    • was "Black Sabbath" von "Led Zeppelin" und "Deep Purple" unterscheidet,
    • wann sich "Heavy Metal" offiziell als Genrebezeichnung durchsetzt.

    Mit Tony Iommi an der Gitarre, Geezer Butler am Bass und Bill Ward am Schlagzeug gründet der 19-jährige Sänger Ozzy Osbourne 1968 die Blues-Band "Earth". Dann orientieren sich die Jungs musikalisch um und ändern den Bandnamen: Schon auf dem Debütalbum von "Black Sabbath" sind musikalische Besonderheiten zu hören, die später stilprägend für Heavy Metal werden sollen.

    Mehreren Stücken, auch dem Titelsong, fehlt die klassische Struktur mit Strophe, Refrain und Bridge. Stattdessen gibt es häufige Takt- und Rhythmuswechsel. Dazu kommen Anleihen an klassische Musik. Damit inspiriert "Black Sabbath" ungezählte Bands wie Metallica und Megadeth.

    Obwohl fast alle großen Metal-Bands "Black Sabbath" als eines ihrer Vorbilder nennen: Die britische Band, die sich 2017 offiziell auflöst, spielt in ihrer Urbesetzung nie auf dem "Wacken Open Air"-Festival - dem norddeutschen Treffpunkt der internationalen Metal-Szene.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dietmar Elflein (Musikwissenschaftler an der TU Braunschweig)
    • Thomas Jensen (Gründer des "Wacken Open Air"-Festival)

    Weiterführende Links:
    • SWR: "Paranoid" - das zweite Album von "Black Sabbath"
    • NDR: "Black Sabbath - The Ballet": Heavy Metal trifft Ballett

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    Autor: Simon Schomäcker
    Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins

    15 min
  • Als Charlie Brown seinen Vater verlor (am 12.02.2000)

    Seine Peanuts-Comics machten Charles M. Schulz weltberühmt. Wie viel von ihm steckte in der präzisen Mischung aus Humor und menschlicher Tragik?



    In diesem Zeitzeichen erzählt Uwe Schulz:

    • warum Peanuts-Zeichner Charles M. Schulz oft mit halbfertiger Frisur aus dem Friseurladen läuft,
    • wie der kleine Charles zum Spitznamen "Sparky" kommt,
    • wer als Vorlage für "das kleine rothaarige Mädchen" dient,
    • welches Ereignis der Schulz-Biograf David Michaelis als Schlüsselmoment in Schulz' Leben ansieht,
    • welche allgemeingültigen Weisheiten in den Peanuts stecken, dass sie in rund 2.600 Zeitungen in 75 Staaten und über 20 Sprachen veröffentlicht sind.

    "Ich mag sie alle, weil in jeder ein bisschen von mir steckt. Der sarkastische Teil von mir gehört Lucy, der Wischiwaschi-Teil gehört Charlie Brown – und der Träumer gehört natürlich Snoopy", das erklärt Charles M. Schulz auf die Frage, welche seiner Peanuts-Figuren er am liebsten mag.

    Er selbst bleibt auch als erfolgreicher Comic-Zeichner und Millionär noch voller Angst und Zweifel. So sind die kleinen Figuren mit den großen Köpfen für den gläubigen Schulz auch ein Versuch, den Sinn des Lebens zu erfassen. Sie sind gemein, niederträchtig, gehässig, aber auch voller Liebe und Fürsorge füreinander. Sie sind das Leben.

    Das neue Jahrtausend und den Social-Media-Hype erleben Charly Brown, Lucy & Co nicht mehr. Charles M. Schulz hatte vor seinem Tod am 12. Februar 2000 vertraglich festgelegt, dass kein anderer seine Geschichten weiterzeichnen darf.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Joachim Kalka: Peanuts, 2017
    • David Michaelis: Schulz and Peanuts – A Biography, 2008

    Weiterführende Links:
    • Deutschlandfunk: Comicserie "Die Peanuts" - "Charlie Brown hat ein gutes Herz"
    • Deutschlandfunk: Hörspiel und Feature - Mit den Peanuts die Welt sehen, "Steck nie den Kopf in eine Hundehütte!"
    • Das Charles M. Schulz-Museum

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    Autor: Uwe Schulz
    Redaktion: Frank Zirpins

    15 min
  • Befreite Frauenbeine: Mary Quant "erfindet" den Minirock

    Ihre Mode sollte unkompliziert und sexy sein. Mit ihrem Minirock prägte Mary Quant (geboren am 11.02.1930) die Modewelt.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Amy Zayed:

    • mit wem die Modedesignerin Mary Quant 1955 ihren Laden in London eröffnet,
    • was sie über die Erfindung des Minirocks und ihren Anteil daran sagt,
    • warum Promis wie Brigitte Bardot und Prinzessin Margaret nachts um eins in Quants Laden einkaufen,
    • was die britische Vogue mit dem Durchbruch des Minirocks zu tun hat,
    • was die so unterschiedlichen Kleidungsstücke Minirock und Hijab gemeinsam haben.

    Ihre Mode ist schrill und provokativ: Die Modedesignerin Mary Quant reagiert auf die Aufbruchstimmung in den 1960er-Jahren. Frauen wollen Emanzipation. Sie wollen sexy, selbstbestimmt und frei sein - und der Minirock ist das perfekte Symbol. Das passt nicht allen: Der Vatikan bezeichnet ihn als unzüchtiges Garderobenteil und ältere Leute klopfen gegen Mary Quants Schaufenster.

    Mary Quant ist eine Trendsetterin. Sie bringt auch den Hosenanzug und die Hotpants in die Damenkleiderschränke. Sie experimentiert mit Textilien, macht Plastikkrägen, PVC-Mäntel und - als Friedenszeichen - Plastikmargariten. Von der Bettwäsche über Kosmetik bis über Sofabezüge: Quant probiert sich an allem aus.

    2019 richtet das Londoner Victoria & Albert Museum eine Ausstellung zu Ehren der mittlerweile von Königin Elizabeth II. geehrten Mary Quant aus. Am 13. April 2023 stirbt sie mit 93 Jahren.

    Hinweis: Wir haben das Zeitzeichen um eine ausführliche Erläuterung zur emotional aufgeladenen Debatte um das Kopftuch gegenüber der früheren Version ergänzt.
    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartnerinnen und Quelle:
    • Heather Tilbury-Philipps (Marketing-Leiterin und Freundin von Mary Quant)
    • Heidi Taher (Modeberaterin und Hijab-Trägerin)
    • Bianca Lang, Tina Schraml, Lena Elster: Der Minirock. Die Revolution - Die Macher - Die Ikonen, 2009

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 29.08.1964: Der Minirock kommt nach Deutschland
    • Stichtag 03.06.1968: Junta in Griechenland verbietet Miniröcke und lange Haare
    • Tagesschau: Modedesignerin Mary Quant gestorben
    • ZDF: Die krassesten Modetrends der Geschichte

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    Autorin: Amy Zayed
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Thomas Bleul

    15 min
  • Oxford versinkt in blutigen Krawallen: War das Bier schuld?

    Es beginnt am 10.2.1355 mit einem Streit in einem Pub um verwässertes Bier, am Ende sterben in Oxford viele Menschen. Ursache: ein Konflikt zwischen Studenten und Bürgern.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Nik Berger:

    • wie gewalttätig und unkontrollierbar einige Oxford-Studenten im Mittelalter sind,
    • über die ungleiche Bestrafung von Studenten und anderen Stadtbewohnern für gleiche Vergehen,
    • warum der englische König persönlich zur Streitschlichtung anreist,
    • wann im 20. Jahrhundert auch die letzte der nach den Unruhen verhängten Strafen aufgehoben wird.

    Das mittelalterliche Oxford ist gespalten: Auf der einen Seite die Bürger. Und auf der anderen die privilegierten Studenten, die sich aufgrund ihrer Immunität mehr leisten können als die übrigen Einwohner. Immerhin verdienen die Bürger gut an den Studenten. Die allerdings fühlen sich wegen der Preise für Wein und Bier über den Tisch gezogen.

    Am 10. Februar 1355 eskaliert der Streit: Aus einer abendlichen Prügelei in einem Pub wird ein dreitägiges Hauen und Stechen. Am Ende sind zwischen 60 und 90 Menschen tot, die meisten von ihnen Studenten. Der englische König verdonnert die Stadt zu Strafzahlungen und öffentlicher Buße: An jedem Jahrestag des Massakers muss der Bürgermeister fortan mit 60 Bürgern an einem Gottesdienst in der Universitätskirche teilnehmen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dr. Hannah Skoda, Professorin für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Oxford
    • Dr. Klaus-Peter Schroeder, Professor an der Uni Heidelberg für Geschichtliche Rechtswissenschaft
    • C. H. Lawrence: The University in State and Church. In: J. I. Catto (Hrsg.): The history of the University of Oxford. Vol. 1: The early Oxford schools. Oxford 1984. S. 97-151.
    • Henry Maxwell Lyte: A History of the University of Oxford from the Earliest Times to the Year 1530. London 1886.
    • Klaus-Peter Schroeder: "Tod den Scholaren!" – Studentische Kriege, Revolten, Exzesse und Tumulte an der Heidelberger Universität von den Anfängen bis zum Ausgang des 20. Jahrhunderts. Heidelberg 2016.

    Weiterführende Links:
    • Medieval Murder Map von Oxford
    • Stichtag: Erstes Ruderrennen zwischen Oxford und Cambridge
    • Zeitzeichen 13.11.1312: Geburtstag des englischen Königs Eduard III.

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    Autor: Nik Berger
    Redaktion: Matti Hesse

    14 min
  • Johann C. Godeffroy: Gründer völkerkundlicher Museen

    Der reiche Reeder und "Südseekönig" verschiffte exotische Tiere, menschliche Schädel oder Waffen nach Hamburg. Am 9. Februar 1885 starb Johann Cesar Godeffroy ebenda.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Marco Rösseler:

    • über die Exponate des ersten ethnologischen Naturkundemuseums in Deutschland,
    • was den Reeder Godeffroy mit dem Arzt Rudolf Virchow verbindet,
    • über einen mysteriösen Schädel, der 2019 plötzlich in Freiburg auftaucht und möglicherweise aus der Sammlung Godeffroy stammt.

    Im 19. Jahrhundert gehören der Familie Godeffroy in Hamburg zahlreiche Hochsee-Segler, mit denen sie nicht nur Handel treiben, sondern auch Passagiere ans andere Ende der Welt bringen. Der schillerndste Spross der Familie ist Johann Cesar VI. Schon die Zeitgenossen nennen ihn voller Bewunderung "Südseekönig" oder "Fürst der Südsee". Denn er baut das Handelsnetz seiner Familie im Südpazifik zu einem Imperium aus.

    Sein Interesse geht weit über den Handel mit Sandelholz, Kokosöl, Kaffee und Baumwolle hinaus: Johann Cesar Godeffroy beteiligt sich am Sklavenhandel und lässt sich Pflanzen, Tiere, Alltagsgegenstände der Einheimischen und sogar menschliche Knochen mitbringen. Mit Präparaten, die er für sein Museum nicht brauchen kann, treibt Godeffroy einen schwunghaften Handel. Denn im 19. Jahrhundert sind exotische Objekte aus der Südsee heiß begehrt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Birgit Scheps-Bretschneider, Grassi-Museum für Völkerkunde Leipzig
    • Birgit Scheps: Das verkaufte Museum. Die Südsee-Unternehmungen des Handelshauses Joh. Ces. Godeffroy & Sohn, Hamburg, und die Sammlung „Museum Godeffroy“. Abhandlungen des Naturwissenschaftlichen Vereins in Hamburg 40. Hamburg 2005.
    • Schmack, Kurt: J. C. Godeffroy und Sohn. Kaufleute zu Hamburg. Leistung und Schicksal eines Welthandelshauses. Hamburg 1938.
    • Protokoll der Sitzung vom 21. Februar 1885 der Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Naturgeschichte. Nachruf Rudolf Virchows auf Godeffroy.

    Weiterführende Links:
    • Stichtag 09.03.1921: Todestag der Forschungsreisenden Amalia Dietrich
    • Zeitzeichen 13.10.1821: Geburtstag von Rudolf Virchow
    • Feature: Geraubte Ahnen – Ihr langer Weg nach Hause

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    Autor: Marco Rösseler
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Sarah Fitzek

    15 min

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