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  • Größter Kulturraub Dänemarks: Bücherdiebstahl von Kopenhagen

    Zehn Jahre klaut ein Mitarbeiter Bücher im Wert von 40 Millionen Euro aus der Königlichen Bibliothek. Erst Jahrzehnte später, im Dezember 2004, ist der Fall endgültig abgeschlossen.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Julia Schäfer:

    • welcher Schaden der Kopenhagener Bibliothek durch den Bücherraub entstanden ist,
    • wie akribisch ein unauffälliger Beamter die Diebstähle durchgeführt hat,
    • wie der Raub das Arbeitsklima in der Dänischen Königlichen Bibliothek verändert,
    • welche Strafen die Hinterbliebenen des Diebs erhalten, weil sie kostbare Bücher verkaufen,
    • von den deutlich gestiegenen Sicherheitsstandards in Bibliotheken.

    "Ich bin Margaret Ford, internationale Leiterin für Bücher und Manuskripte bei Christie’s, dem Auktionshaus in London. Vermissen Sie das Buch 'Propalladia', geschrieben von Torres Naharro, herausgegeben 1517 in Neapel? Es wurde uns jetzt zur Versteigerung angeboten." Dieser Anruf bei der Dänischen Königlichen Bibliothek führt zur Aufdeckung des größten Kulturraubs in der dänischen Geschichte.

    Denn von dem berühmten Propalladia-Buch gibt es nur eine intakte Erstausgabe. Fast 30 Jahre lang fehlt von dem Buch jede Spur - genau wie von vielen anderen seltenen Werken. Als allmählich Licht ins Dunkel kommt, ist der eigentliche Dieb bereits verstorben. Seine Hinterbliebenen werden wegen "Hehlerei in besonders schwerem Fall" angeklagt. Im Dezember 2004 werden die Urteile gegen sie rechtskräftig.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Andrea Nikolaizig, emeritierte Professorin für Bibliotheks- und Informationswissenschaft, HTWK Leipzig
    • Sonny Ankjær Sahl, Leiter der Abteilung für Sondersammlungen, Königliche Dänische Bibliothek in Kopenhagen
    • Margaret Lane Ford, internationale Leiterin für Bücher und Manuskripte bei Christie’s
    • Andrea Nikolaizig und Conny Schwarzer: Tatort Bibliothek. Bücherklau und Seitenraub (2014)

    Weiterführende Links:
    • Neue Züricher Zeitung: Bibliothek und Selbstbedienung
    • The Anatomy of a Crime Discovery after 25 Years. A Notable Case of Book Theft and its Detection

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Julia Schäfer
    Redaktion: Carolin Rückl und David Rother

    15 min
  • Max Born und die Quantenmechanik: Motor der modernen Welt

    Als er die Lösung fand, fühlte sich Max Born wie ein Seefahrer nach langer Irrfahrt. Der Physik-Nobelpreis als Anerkennung ließ bis zum 10.12.1954 lange auf sich warten.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Burgmer:

    • warum Max Born die Quantenmechanik als "hoffnungslose Schweinerei" bezeichnet,
    • wie ein Steinway-Flügel in seinem Wohnzimmer zur Wiege bahnbrechender physikalischer Erkenntnisse wird,
    • und weshalb ihm der Nobelpreis erst Jahrzehnte nach seiner Entdeckung verliehen wird.

    Max Born zählt zu den Vätern der Quantenmechanik – einer Theorie, die die Gesetze der kleinsten Teilchen beschreibt. Mit Kollegen wie Werner Heisenberg erarbeitet er in den 1920er Jahren revolutionäre Erkenntnisse, darunter die berühmte "Vertauschungsrelation". Born ist kein egozentrischer Wissenschaftler: In Göttingen schafft er ein kreatives Arbeitsumfeld, das Kollegen wie Studierende gleichermaßen inspiriert.

    Doch Borns Leben ist nicht nur von den wissenschaftlichen Durchbrüchen geprägt. Als Jude muss er 1933 vor den Nazis nach England fliehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrt er nach Deutschland zurück, wo er sich entschieden gegen die Atombewaffnung ausspricht. Mit der "Göttinger Erklärung" erinnert er daran, dass die Wissenschaft stets der Menschlichkeit dienen müsse.

    Das ist unser wichtigster Interviewpartner:
    • Prof. Arne Schirrmacher, Wissenschaftsgeschichte, Humboldt-Universität Berlin

    Das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Max Born: Mein Leben. Erinnerungen des Nobelpreisträgers, München 1975.
    • Nancy Thorndyke Greenspan: Max Born - Baumeister der Quantenwelt, Heidelberg 2006.
    • Max Born: Von der Verantwortung des Naturwissenschaftlers. Gesammelte Vorträge, München 1985.
    • Arne Schirrmacher: Dreier Männer Arbeit in der frühen Bundesrepublik. Max Born, Werner Heisenberg und Pascual Jordan als politische Grenzgänger. MPIWG 2005.
    • Hedwig Born - Max Born: Der Luxus des Gewissens. Erlebnisse und Einsichten im Atomzeitalter, München 1969.

    Weiterführende Links:
    • 12. April 1957 - Göttinger Manifest deutscher Wissenschaftler gegen Atombewaffnung
    • Planet Wissen: Der Nobelpreis
    • Nobelpreis für Physik: Interview mit Max Born
    • [email protected]
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      Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
      Autor: Wolfgang Burgmer
      Redakteur: Matti Hesse
      Technik: Sarah Fitzek

    15 min
  • Hape Kerkeling wird 60 (Geburtstag am 9.12.1964)

    Als falsche Königing Beatrix, als "Hurz"-Perfomer, als Bestseller-Autor vom Jakobsweg, als Junge, der mal an die frische Luft muss: Hape Kerkeling gehört zu den beliebtesten Komikern der Deutschen.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Fritz Schaefer:

    • dass Hape Kerkeling gerne Loriots "Dicki Hoppenstedt" geworden wäre,
    • wie dieser das "Aus" seiner ersten Fernsehsendung "Känguru" erlebt hat,
    • über dessen väterliche Freundschaft zu Alfred Biolek,
    • was Kerkeling heute über sein unfreiwilliges Coming-Out denkt,
    • ob Kerkeling – wie ihm mal prognostiziert wurde – "ein ganz bekloppter Alter" wird oder eher ein "alter Spießer".

    Geboren wird Hape Kerkeling am 9. Dezember 1964 in Recklinghausen. Seine Kindheit hält er im Bestseller "Der Junge muss an die frische Luft" fest, einschließlich des Suizids der Mutter. Da heißt Hape noch Hans Peter und wird ab seinem achten Lebensjahr liebevoll von den Großeltern großgezogen. Diese bringt er ebenso wie seine Schulfreunde ständig zum Lachen. Die Großmutter fördert auch das komische Talent ihres Enkels und stellt früh fest: Der Junge muss ins Rampenlicht.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Hape Kerkeling, Entertainer und Autor
    • Anke Engelke, Komikerin, Schauspielerin und Moderatorin
    • Achim Hagemann, Komponist und Musiker
    • Cordula Stratmann, Komikerin und Schauspielerin
    • Pelle Pershing, Künstler und Comedy-Autor
    • Bastian Pastewka, Komiker und Schauspieler

    Weiterführende Links:
    • "Total normal" – Filmporträt von Hape Kerkeling zu seinem 60.
    • Lesetipp: "Gebt mir etwas Zeit" von Hape Kerkeling
    • Hape Kerkeling – offizielle Webseite

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Fritz Schaefer
    Redaktion: David Rother

    15 min
  • Giuseppe Verdi gründet ein Altersheim für Musikschaffende

    Sein bestes Werk, so der italienische Komponist Verdi: Sein im Dezember 1899 gegründetes "Haus des Ausruhens", in dem Musikschaffende im Alter auf Gleichgesinnte treffen.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Holger Noltze:

    • wie sich der bei seiner Arbeit oft unerbittliche Komponist Verdi privat sozial engagiert hat,
    • wie aus einer günstigen Gelegenheit, ein Grundstück zu kaufen, bei Verdi die Idee reifte, die Altersresidenz für Musiker und Musikerinnen zu bauen,
    • wie Verdi durch die Übertragung der Urheberrechte dem Altersheim langfristige Einnahmen sichert,
    • und wie es heute bei einem Besuch in der "Casa di Riposo per Musicisti" klingt.

    Mit dem Haus in Mailand will Giuseppe Verdi für "meine weniger glücklichen Gefährten" einen Ruheort im Alter schaffen. Zum Zeitpunkt der Eröffnung, im Dezember 1899, rutschen selbst große Bühnenstars im Alter häufig in die Armut. Ihnen will Verdi ein wenig Frieden am Ende des Lebens schenken, umgeben von Musik.

    Das erhofft sich der erfolgreiche Komponist, dessen Werke "La Traviata", "Rigoletto" oder "Aida" an den große und kleinen Opernhäusern weltweit gespielt werden, auch für sich selbst. So lässt er sich schließlich eine Sondergrabstätte genehmigen und wird selbst in der Kapelle der "Casa di Riposo per Musicisti" beerdigt – in der Sicherheit, dass immer Musik um ihn sein wird.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Brief von Guiseppe Verdi an Giulio Ricordi
    • "Il Bacio di Tosca" (Der Kuss der Tosca), Film von Daniel Schmid, 1984

    Weiterführende Links:
    • 10.10.1813 – Guiseppe Verdi wird geboren
    • 24.12. 1871 – Guiseppe Verdis Oper "Aida" wird uraufgeführt

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Holger Noltze
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • Theodor Heuss: Schuld, Scham und Deutschlands Neubeginn

    Der erste Bundespräsident thematisiert die Nazi-Verbrechen, spricht in seiner Rede vom 7.12.1949 von deutscher "Kollektivscham" und entschärft die Kollektivschuld-These.



    In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember:

    • wie Theodor Heuss 1949 mahnt: "Wir dürfen nicht vergessen, was die Menschen gerne vergessen würden, weil es so bequem ist",
    • warum die USA und England das Wort der "Kollektivschuld" der Deutschen vermeiden,
    • dass nach Kriegsende noch mehr als die Hälfte der Deutschen den Nationalsozialismus für eine gute Sache halten,
    • über einen dunklen Fleck in der Biografie von Theodor Heuss.

    Der frisch gewählte erste Bundespräsident Theodor Heuss weiß, dass seine Rede am 7. Dezember 1949 die Gemüter in Wallung bringen würde: "Wir dürfen nicht vergessen die Nürnberger Gesetze, den Judenstern, den Synagogenbrand, den Abtransport von jüdischen Menschen in die Fremde, ins Unglück, in den Tod. Das sind Tatbestände, die wir nicht vergessen sollen."

    Die Worte sitzen. Der Bundespräsident benennt, was die Deutschen so gerne vergessen würden, um endlich "einen Schlussstrich" zu ziehen. Doch Heuss hält dagegen: "Etwas wie Kollektivscham ist aus dieser Zeit gewachsen und geblieben." Kollektivscham ist die Umschreibung für sein Hauptanliegen: die Schuldfrage besprechen - und die Kollektivschuld-These entschärfen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Kristin Platt, Genozidforscherin, Ruhr-Universität Bochum
    • Ernst Wolfgang Becker, stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus
    • Joachim Radkau: Theodor Heuss. München 2013
    • Thomas Hertfelder, Christiane Ketterle: Theodor Heuss. Publizist – Politiker – Präsident. Stuttgart, 2003

    Weiterführende Links:
    • 31.01.1884: Theodor Heuss wird geboren

    Hörtipp:
    Im historycast gibt es weitere Hintergründe zur Holocaust-Forschung, zu jüdischem Leben und Antisemitismus in der Geschichte, zum Zionismus und zu Israel. Der historycast ist ein Podcast des Verbandes der Geschichtslehrerinnen und -lehrer Deutschlands e.V.

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    Autor: Heiner Wember
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Moritz Raestrup

    16 min
  • Jiu-Jitsu im Rock: Kampfsport für Frauenrechte im Jahr 1909

    Kaffee, Kuchen - und ostasiatische Kampfkunst: Bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung in London am 6.12.1909 machen sich die "Suffragetten", Aktivistinnen fürs Frauenwahlrecht, fit für ihren Kampf.



    In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock:

    • von aufsehenerregenden Bühnenauftritten, bei denen Edith Garrud als Suffragette einen "Polizisten" besiegt – gespielt von ihrem eigenen Mann.
    • was "Suffrajutsu" ist,
    • wie die Kampfkunst nicht nur zur Selbstverteidigung, sondern auch als politisches Mittel eingesetzt wird,
    • wie die Suffragetten mit Straßenprotesten und direkter Aktion neue Formen des Widerstands prägen, die weit über Petitionen hinausgehen,
    • und wie "Jiu-Jitsu als Bändiger des Gatten" humorvoll und provokativ traditionelle Rollenbilder infrage stellt.

    Im Dezember 1909 wird in London Geschichte geschrieben – mit einer außergewöhnlichen Premiere: Die Suffragetten gründen ihren eigenen Selbstverteidigungsclub.

    Im Zentrum dieser Bewegung steht Edith Garrud, eine nur 1,50 Meter große Kämpferin mit beeindruckender Stärke. Sie ist eine der ersten Frauen in Europa, die fernöstliche Kampfkünste lehrt. Und sie trainiert Aktivistinnen darin, sich gegen Polizeigewalt und Übergriffe zu wehren.

    Jiu-Jitsu wird für die Frauenbewegung nicht nur ein Werkzeug zur Selbstverteidigung, sondern auch ein Symbol für Selbstermächtigung und Gleichberechtigung. Mit ihrer Ausbildung sichert Garrud nicht nur den Schutz führender Suffragetten wie Emmeline Pankhurst, sondern beweist auch, dass Frauen physisch und mental in der Lage sind, sich Raum in einer männlich dominierten Welt zu erkämpfen – sei es auf der Straße, im Parlament oder im Alltag.

    Diese Frauen, oft belächelt und angefeindet, setzen ein Zeichen, eine Botschaft, die bis heute nachwirkt: Taten statt Worte.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Veronika Springmann und Jennifer Evans: Das feministische Dojo, in: Handbuch Queere Zeitgeschichte 1: Räume, Bielefeld 2021.
    • Wir wollen die Nacht zurück. Den öffentlichen Raum und unseren Körper. Die Queer-Feministischen Dojos und die Techniken des Selbst, 2024.
    • Jiu-jitsu Test. The little woman and a big Policeman, in: The World's News, 6. Aug. 1910.
    • The suffragettes: Self-defence as self-making, 2019.
    • Suffrajitsu - From Newspaper reports (1900-1914)

    Und das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin:
    • Dr. Veronika Springmann, Sportmuseum Berlin

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen – Die Geschichte des Frauenwahlrechts
    • bpb – Die Suffragetten
    • ARD alpha – Frauen und Freiheit: Pionierinnen der Gleichberechtigung
    • ARD alpha – Respekt – Ziviler Ungehorsam

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    Autor: Ulrich Biermann und Veronika Bock
    Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother

    15 min
  • Hexenbulle: Wie ein Papsterlass die Hexenjagd befeuerte

    Vor 540 Jahren, genau am 5.12.1484, besiegelt Papst Innozenz VIII. ein Unheil bringendes Schreiben. Als so genannte Hexenbulle wird es in die Geschichte eingehen.



    Mit den Worten "Summis desiderantes affectibus", was so viel bedeutet wie "In unserem sehnlichsten Wunsch", fordert Papst Innozenz VIII. die konsequente Bekämpfung von Zauberei und Hexerei. Am 5. Dezember 1484 erlässt er dazu ein Dokument, das die Grundlage für zahllose Hexereiprozesse in Europa bildet.

    Das Papstschreiben richtet sich direkt an die Kirche und fordert alle Geistlichen auf, die Arbeit der Inquisitoren bei der Jagd nach Hexen und Hexern zu unterstützen. Es ist der Auftakt zu einer dunklen Ära der Verfolgung, in der düstere Abhandlungen über Hexerei, wie der berüchtigte "Hexenhammer" des Inquisitors Heinrich Kramer, weite Verbreitung finden.

    Kramer nutzt die Bulle, um vor allem gegen Frauen vorzugehen und trägt maßgeblich dazu bei, dass die Ideologie hinter den Hexenprozessen gefestigt wird. Eine Welle von Verdächtigungen und Anklagen ist die Folge, die Prozesse vor weltlichen Gerichten arten in einen Hexenwahn mit erfolterten Denunziationen aus. Bis zu 50.000 Menschen sterben im Zuge der Hexenverfolgung in Europa - meist Frauen, die verbrannt, geköpft oder auf andere grausame Weise getötet werden.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler:

    • dass sogar Bischöfe sich über die Existenz von Hexen uneins sind,
    • dass Papst Innozenz mindestens 16 Kinder hat und welchen Einfluss das auf sein Streben nach Macht hat,
    • wie ihm dabei Ideologie, Aberglaube und Frauenfeindlichkeit in die Karten spielen,
    • warum die Opferzahlen der Hexenverfolgung gerade im deutschsprachigen Raum so hoch sind,
    • und wie die Hexenprozesse auch durch gezielte Fälschungen und den Missbrauch von wissenschaftlichen Gutachten legitimiert werden.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Jakob Sprenger, Heinrich Kramer (Institoris): Der Hexenhammer (Malleus Malificarum). Aus dem Lateinischen übertragen und eingeleitet von J. W. R. Schmidt. Frankfurt 1906.
    • Wolfgang Behringer (Hrsg.): Hexen und Hexenprozesse in Deutschland, München 2000.
    • Wolfgang Behringer: Heinrich Kramers „Hexenhammer“. Text und Kontext, in: Andreas Schmauder (Hg.): Frühe Hexenverfolgung in Ravensburg und am Bodensee, Konstanz 2001.
    • Rainer Decker: Die Päpste und die Hexen. Aus den geheimen Akten der Inquisition, Darmstadt 2013.

    Und das ist unser Interviewpartner:
    • Dr. Peter Arnold Heuser, Zentrum für Historische Friedensforschung, Universität Bonn

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen – Hexenverfolgung
    • Planet Wissen – Der Hexenhammer
    • Planet Wissen – Inquisition

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    Autor: Marko Rösseler
    Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins
    Technik: Sarah Fitzek

    15 min
  • Sultan Süleyman I. der Prächtige erobert Bagdad (am 4.12.1534)

    Nie war das Osmanische Reich größer als unter Süleyman. Im Abendland sorgt er für die Türkenfurcht, der "Schrecken Europas" erhält hier aber auch den Beinamen "der Prächtige".



    Er ist ein Mann der Superlative: Süleyman I., Sultan des Osmanischen Reiches, vereint das Schwert eines Feldherrn mit der Feder eines Dichters. Unter seiner Regentschaft erlebt das Reich im 16. Jahrhundert seine größte Ausdehnung – vom Herzen Europas bis in den Nahen Osten.

    Die Eroberung Bagdads im Jahr 1534 markiert dabei einen entscheidenden Triumph. Die alte Hauptstadt der Abbasiden wird nach blutigen Kämpfen den schiitischen Safawiden entrissen, die zuvor sunnitische Heiligtümer geschändet hatten. Süleyman, der von seinen Zeitgenossen in Europa "der Prächtige" und in seiner Heimat "der Gesetzgeber" genannt wird, lässt die Stadt wieder aufbauen und sichert sie als eines der wichtigsten Zentren seiner Herrschaft.

    Doch sein Erbe reicht weit über militärische Siege hinaus: Süleyman schafft ein Gesetzeswerk, das das Osmanische Reich jahrhundertelang prägt, und verleiht Istanbul mit prächtigen Bauten ein unverwechselbares Antlitz.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach:

    • warum Süleyman nicht nur als prächtiger Herrscher, sondern auch als strenger Gesetzgeber in die Geschichte eingeht,
    • wie die Angst vor den Osmanen Europa prägt,
    • warum Süleymans Heirat mit der Sklavin Roxelane am osmanischen Hof für Aufsehen sorgt,
    • warum Süleyman 1529 unerwartet vor den Toren Wiens umkehrt,
    • und wie eine türkische Historiendrama-Serie Süleymans Leben neu interpretiert und für Proteste sorgt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Suraya Faroqhi: Geschichte des osmanischen Reiches, München 2010.
    • Josef Matuz: Das Osmanische Reich, Darmstadt 2012.

    Und das sind unsere wichtigsten InterviewpartnerInnen:
    • Prof. Dr. Suraiya Faroqhi, Osmanistin, Universität München, Istanbul
    • Prof. Dr. Albrecht Fuess, Islamwissenschaftler, Universität Marburg
    • Prof. Dr. Heinz Schilling, Historiker, Humboldt-Universität Berlin

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen - Geschichte der Türkei
    • 03.04.1558 - Die Ex-Sklavin und "Sultana" Roxelane stirbt in Istanbul
    • 21.09.1520 - Thronbesteigung von Süleyman der Prächtige
    • 23.10.1520 - Krönung von Karl V. in Aachen
    • Youtube TV-Serie: "Das prächtige Jahrhundert"

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Marfa Heimbach
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Sascha Schiemann

    15 min
  • Meister von Schauer, Spannung und Abenteuer

    Grausame Piraten, Ärzte mit gespaltener Persönlichkeit, entführte Söhne aus den Highlands - sie bevölkern die Romane von Robert Louis Stevenson. Die entstehen in Teilen auf Samoa in der Südsee. Hier stirbt Stevenson am 3.12.1894.



    Er ist ein Reisender, ein Chronist der Abenteuer und ein Mann, der sich nie mit Konventionen zufriedengibt: Robert Louis Stevenson. Bekannt für Klassiker wie "Die Schatzinsel" und "Dr. Jekyll und Mr. Hyde" hinterlässt der schottische Autor ein Leben voller Geschichten – und Geschichten voller Leben.

    Stevenson wächst in Edinburgh auf, geplagt von einer schweren Lungenerkrankung und dem strengen Glauben seiner puritanischen Kinderfrau. Doch weder seine schwache Gesundheit noch die Erwartungen seiner Familie, wie sein Vater und Großvater Leuchtturmbauer zu werden, können seinen Drang nach Freiheit und Kreativität zügeln.

    Seine Werke spiegeln diese Rastlosigkeit wider: Stevensons Literatur ist geprägt von Abenteuerlust und philosophischer Tiefe, vom Spiel mit Moral und Identität und zeugen von seiner unerschöpflichen Neugier auf die Welt und das, was den Menschen ausmacht. Mit seiner Familie verschlägt es ihn schließlich in die Südsee, wo er sein letztes Zuhause findet. Hier schreibt er an einem seiner ehrgeizigsten Werke, bis er 1894 plötzlich stirbt.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler:

    • warum ein Jurastudium für den jungen Robert Louis Stevenson ein Kompromiss mit seinen Eltern ist,
    • welche persönlichen Erfahrungen in seinen Romanen eine Rolle spielen,
    • warum Stevenson auf Samoa "Tusitala" genannt wird und was das bedeutet,
    • und warum sein letztes Buch womöglich sein bestes ist – obwohl es unvollendet bleibt.

    Das ist unser Interviewpartner:
    • Burkhard Niederhoff, Professor für Englische Literaturwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum

    Und das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Burkhard Niederhoff: Erzähler und Perspektive bei Robert Louis Stevenson, Würzburg 1994.
    • Robert Louis Stevenson: Die Schatzinsel. Zürich 2006.
    • Robert Louis Stevenson: Emigrant aus Leidenschaft. Ein literarischer Reisebericht, Zürich 2005.
    • Robert Louis Stevenson: Reise mit dem Esel durch die Cevennen, München 1995.
    • Robert Louis Stevenson: In der Südsee, Zürich 2000.

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen: Klassiker der Weltliteratur - Die Schatzinsel
    • SWR Schecks Bücher: Robert Louis Stevenson - Die Schatzinsel
    • ARTE Stadt Land Kunst: Cevennen - Auf den Spuren von Robert Louis Stevenson

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    Autor: Marko Rösseler
    Redaktion: Frank Zirpins

    15 min
  • Nackt gegen die Kolonialherrschaft: Krieg der Frauen in Nigeria

    Der Protest einer Nigerianerin eskaliert nach dem 2.12.1929 zum Krieg tausender Frauen gegen die britische Kolonialherrschaft. Die gerät stärker ins Wanken als je zuvor.



    Ab 1861 erobern die Briten Nigeria. 1914 erklären sie das westafrikanische Land zur Kolonie. Weil ihre Gewinne nicht so hoch ausfallen, wie sie erwartet haben, müssen die Einheimischen auch noch Steuern bezahlen. Das betrifft nur die Männer und zunächst nur jene im Norden Nigerias. Doch 1928 sind auch die Männer in den südöstlichen Provinzen rund um das Niger-Delta an der Reihe - ungeachtet erster Proteste.

    Im November 1929 bringt eine Volkszählung das Fass zum Überlaufen. Es verbreitet sich das Gerücht, auch Frauen würden künftig besteuert - woher die Frauen das Geld nehmen sollen, ist unklar. Frauen-Gruppen verlangen eine schriftliche Erklärung, dass sie steuerfrei bleiben.

    Am 2. Dezember 1929 wird der örtliche Vertreter der Kolonialverwaltung des Dorfes Oloko seines Amtes enthoben und inhaftiert, um die Lage zu beruhigen. Doch das passiert nicht. Mehrere tausend Frauen nehmen an Großdemonstrationen teil, bewaffnet mit Palmwedeln und Zweigen. Die Proteste gipfeln im Massaker von Egwanga: Mehr als 2.000 Frauen sind gekommen, um für ihre Forderungen zu kämpfen. Mehr als 30 Frauen werden von Soldaten erschossen.

    Es werden Untersuchungen eingeleitet. Nach ihrem Abschluss müssen viele britische Vertreter ihren Hut nehmen. Die einheimischen Frauen bekommen mehr Rechte. Organisierten Protest von Frauen gibt es in den folgenden Jahrzehnten immer wieder. Auch nachdem Nigeria ab 1960 unabhängig ist.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Edda Dammmüller:

    • wie das Ritual "Sitting on the Man" den Krieg von 1929 mitentscheidet,
    • wie die "Warrant Chiefs" im Auftrag der Kolonialverwaltung die Bevölkerung ausnehmen,
    • warum der Begriff "Aba Riots" ("Unruhen von Aba") zu kurz greift,
    • warum auch heute noch nigerianische Frauen manchmal zu den Protestmitteln von damals greifen.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Rita Schäfer, freiberufliche Afrikawissenschaftlerin, Essen
    • Ekwere Otu Akpan, Violetta I. Ekpo: The Women's War of 1929. Calabar 1988
    • Marc Matera; Misty L. Bastian; Susan Kingsley Kent: The Women's War of 1929 - Gender and Violence in Colonial Nigeria. Großbritannien 2012
    • Lola Zee: Aba Women Riots - Women At The Frontline of Social Change, 2012
    • Onyka Igwe: Sitting on a Man | Re-imagining Igbo women's protest through dance

    Weiterführende Links:
    • BR: Warum es einen spezifisch afrikanischen Feminismus braucht
    • DLF: Demokratie und Frauenrechte - Afrikas Frauen stehen auf

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    Autorin: Edda Dammmüller
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    15 min

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