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  • Komponist Arnold Schönberg: Der "konservative Revolutionär"

    Schönberg beeinflusst die Geschichte der Musik wie kaum ein anderer: Er revolutioniert mit der Zwölftontechnik die Musik und bewahrt zugleich traditionelle Strukturen.



    Arnold Schönberg ist ein österreichischer Komponist, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts für die Emanzipation der Töne sorgt: Er entwickelt eine Kompositionsmethode, in der zwölf Töne nur aufeinander bezogen werden. Das bringt ihm in der Fachwelt viel Ruhm und Nachfolger ein.

    Aber auch an Feinden mangelt es nicht: In Europa kritisiert man ihn erst als Neu-Töner, dann wird er als Jude verfemt. In den USA, wohin er 1933 von Berlin aus emigriert, zählen materielle Werte mehr als geistige. Doch Schönberg lässt sich dadurch nicht von seinem Weg abbringen: Ein Angebot aus Hollywood lehnt er ab, weil er es hasst, wenn man ihm in die Partituren hineinpfuscht, wie es beim Film üblich ist.

    Er komponiert auch nicht nur zwölftönig: "Immer war in mir der Wunsch lebendig, zum früheren Stil zurückzukehren; und von Zeit zu Zeit gebe ich diesem Verlangen nach." Deshalb komponiert er einmal auch ganz unmodern für ein Hochschulorchester im Stil der Wiener Tradition.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Michael Struck-Schloen:

    • mit welcher Anekdote Arnold Schönberg auf seine Unbekanntheit in den USA reagiert,
    • welchen Stellenwert für ihn das eigene Denken und Fantasieren hat,
    • was der Komponist Hanns Eisler von Schönbergs Werk hält,
    • wie der getaufte Protestant Schönberg wieder zur jüdischen Religion zurückkehrt,
    • womit Tochter Nuria den Komponisten einmal furchtbar zum Lachen bringt.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Nuria Schönberg-Nono (Tochter von Arnold Schönberg)
    • Herbert Eimert (1972 verstorbener Pionier der neuen Musik im WDR)
    • Hanns Eisler (1962 verstorbener Komponist)

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 31.03.1913: Skandal um das Wiener Watschenkonzert
    • Zeitzeichen 18.11.1945: Uraufführung der "Genesis Suite"
    • Zeitzeichen 06.09.1962: Todestag des Komponisten Hanns Eisler
    • Zeitzeichen 05.12.2007: Todestag von Karlheinz Stockhausen

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Michael Struck-Schloen
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • Martin Luther King Afrikas? Kaiser Haile Selassie von Äthiopien

    Er schafft die Sklaverei ab, wird als Freiheitskämpfer verehrt, aber auch als machtbesessener Despot verachtet. Am 12.09.1974 wird der letzte Kaiser Äthiopiens gestürzt.



    Der 1892 als Tafari Makonnen geborene Selassie ist der letzte Kaiser einer jahrtausendealten Dynastie - ein schillernder Monarch, verliebt in Pomp und Selbstdarstellung. Mit gerade einmal 38 Jahren besteigt er den äthiopischen Thron und stößt etliche Modernisierungen nach europäischem Vorbild an: So erlässt er etwa die erste geschriebene Verfassung, die das Land zu einer konstitutionellen Monarchie macht, und verbietet die Sklaverei.

    Die Reformen werden beendet, als 1935 das faschistische Italien Äthiopien überfällt und Selassie ins britische Exil geht. Sechs Jahre später aber kehrt er auf seinen Thron zurück. Als geschickter Taktiker nähert sich Selassie nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs dem Westen an.

    Doch während er in der Welt verehrt wird, wächst im eigenen Land der Unmut gegen ihn und seine absolutistische Herrschaft: Die Bodenreform kommt nicht voran, Soldaten fordern bessere Bezahlung und Studierende rebellieren gegen Bevormundung. Die jahrelange Auseinandersetzung mit Eritrea und eine verheerende Hungersnot belasten den Staatsapparat zusätzlich.

    Nach einem Militärputsch muss Haile Selassie am 12. September 1974 abdanken. Ein knappes Jahr später stirbt er - vermutlich wurde er im Schlaf mit einem Kissen erstickt.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Daniela Wakonigg:

    • warum Haile Selassie seine Kindheit zeitlebens zu einem misstrauischen Menschen macht,
    • wie der Völkerbund Äthiopien und den Kaiser während des Krieges im Stich lässt,
    • von Selassies berühmter Rede vor den Vereinten Nationen,
    • von Bob Marleys Loblied auf den Kaiser und die Verehrung durch die sogenannten Rastafari,
    • wie es mit Äthiopien nach dem Tod Selassies weiterging.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Asfa-Wossen Asserate: Der letzte Kaiser von Afrika. Triumph und Tragödie des Haile Selassie (2016)
    • Bundeszentrale für politische Bildung: Mythos Haile Selassie - Essay
    • Bundeszentrale für politische Bildung: Kriege und Konflikte - Äthiopien
    • Bundeszentrale für politische Bildung: Geschichte und Geschichtserzählungen in Äthiopien

    Weiterführende Links:
    • 15.09.1952 - Eritrea wird Teilstaat Äthiopiens
    • 11. Mai 1981 - Todestag von Bob Marley

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Daniela Wakonigg
    Redaktion: Carolin Rückl/David Rother
    Technik: Moritz Raestrup

    15 min
  • Henry Hudson entdeckt die Halbinsel Manhattan (am 11.9.1609)

    Der englische Seefahrer Henry Hudson sucht eine kürzere Route nach Asien. Er scheitert, und die Suche kostet ihn sogar das Leben. Doch was er entdeckt, ist ungeheuer wertvoll.



    Manahatta ist das Stammesgebiet der Lenape. Die hügelige Insel liegt an einem Fluss, den die Europäer später Hudson River nennen. Die indigenen Nordamerikaner leben schon seit Generationen dort, als am 11. September 1609 der Brite Henry Hudson bei ihnen auftaucht.

    Eigentlich sucht er in niederländischem Auftrag einen Schiffsweg durch das Polarmeer nach China. Hudson ist nicht der erste Europäer auf Manahatta, aber er ist der erste, der genaue Aufzeichnungen von diesem Gebiet anfertigt. Der Brite ist begeistert: "Noch nie habe ich meinen Fuß auf ein Stück Land gesetzt, das sich besser zum Ackerbau eignete."

    Schon bald verbreitet sich in Amsterdam die Kunde von der scheinbar neuen Welt, in der es Felle, Holz und Getreide in Hülle und Fülle geben soll. 1624 erreichen die ersten niederländischen Siedler Manahatta. An der Südspitze der Insel, die heute Manhattan heißt, entsteht das Fort Neu Amsterdam.

    40 Jahre lang bleibt die Siedlung auf der Insel Manahatta in holländischer Hand. Dann erobern die Engländer Neu Amsterdam und benennen es um - in New York. Henry Hudson ist da schon lange tot - verschollen im Ewigen Eis.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Almut Finck:

    • Wie Querkopf Henry Hudson mit 150 Gulden durchbrennt,
    • von Hudsons kurzem Seefahrerleben, das die Welt verändern soll,
    • was der Papst und eine Meuterei mit der Endeckung Manhattans zu tun haben,
    • vom Namen Manahatta - woher er kommt und wofür er steht.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Andreas Obenaus, Wien, Historiker mit Schwerpunkt Europäische Expansion des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. 
    • Henry Hudson: Vier Entdeckungsreisen zum Polarmeer 1607-1611. Wiesbaden, 2016
    • Douglas Hunter: Half Moon. Henry Hudson and the voyage that redrew the map of the New World. New York, Berlin, London, 2009
    • Russell Shorto: New York - Insel in der Mitte der Welt Wie die Stadt der Städte entstand. Reinbek, 2004

    Weiterführende Links:
    • 03. September 2009: Henry Hudson befährt erstmals den Hudson River
    • Planet Wissen - New York

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Almut Finck
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • Weit mehr als Voltaires schlaue Geliebte: Émilie du Châtelet

    Émilie du Châtelet - französische Mathematikerin, Physikerin, Philosophin und frühe Vorreiterin weiblicher Emanzipation. Sie stirbt am 10.9.1749 mit nur 42 Jahren.



    Sie schätzen und lieben sich: Émilie du Châtelet und Voltaire teilen das Interesse an Metaphysik und moderner Naturphilosophie. Sie diskutieren die Werke des englischen Physikers Isaac Newton. In einem französischen Schloss an der Luxemburger Grenze richten die beiden in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts "Die kleine Akademie" ein: Namhafte Wissenschaftler besuchen den Barockbau und diskutieren über Wissenschaft. Dabei ist Émilie du Châtelet seit jungen Jahren verheiratet. Mit ihrem Mann führt sie gewissermaßen eine offene Ehe.

    15 Jahre lang leben Voltaire und Émilie du Châtelet auf Schloss Cirey. Sie erweitern das Château um eine Bibliothek, die 10.000 Bände umfasst und sich mit dem Buchbestand der Pariser Akademie messen kann. Die Schlosshalle lassen sie zu einem Physiklabor umbauen. 1740 veröffentlicht Émilie ihr Hauptwerk "Wissenschaftliche Einführung in die Physik" - zunächst anonym, weil sie eine Frau ist.

    Mit dem Lehrbuch erregt Émilie du Châtelet schließlich internationale Aufmerksamkeit. Sie wird zur Symbolfigur der weiblichen Gelehrten. In verschiedenen Kommentaren findet sie klare Worte zur Frauenfrage. "Ich würde Frauen an allen Menschenrechten teilhaben lassen, insbesondere an den geistigen." Am 10. September 1749 stirbt die Wissenschaftlerin.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Claudia Friedrich:

    • in welches aristokratische Elternhaus Émilie du Châtelet geboren wird,
    • welche Talente sie schon als Mädchen hat,
    • wo sich Émilie und Voltaire zum ersten Mal begegnen,
    • welche Männer in ihrem Leben Ehemann, Liebhaber und Lebensgefährte sind,
    • warum Émilie du Châtelet im 19. Jahrhundert fast vergessen ist und heute wieder entdeckt wird.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Ruth Edith Hagengruber (Professorin für Philosophie an der Uni Paderborn)
    • Émilie du Châtelet: Der Frau Marquisinn von Chastellet Naturlehre an ihren Sohn. Halle und Leipzig 1743
    • Frauke Böttcher: Das mathematische und naturphilosophische Lernen und Arbeiten der Marquise du Châtelet (1706-1749). Wissenszugänge einer Frau im 18. Jahrhundert. Heidelberg 2013
    • Ruth Hagengruber, Hartmut Hecht (Hg.): Émilie du Châtelet und die deutsche Aufklärung. Wiesbaden 2019

    Weiterführende Links:
    • SWR Kultur: Émilie du Châtelet - Oper über eine vergessene Heldin der Wissenschaft in Mainz
    • Émilie du Châtelet: "Der Frau Marquisinn von Chastellet Naturlehre an Ihren Sohn (Erster Theil)"
    • Universität Paderborn: Primärquellen von Émilie du Châtelet
    • Zeitzeichen 16.05.1717: Voltaire wird wegen einer Satire eingesperrt
    • BR2: "Das Bessere ist der Feind des Guten" - Voltaire

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Claudia Friedrich
    Redaktion: Christoph Tiegel und David Rother

    15 min
  • Rosa Schapire - Förderin des Expressionismus

    Als eine der ersten Frauen studierte Rosa Schapire (geboren am 9.9.1874) Kunstgeschichte. Sie war emanzipiert, intellektuell und lebte für den aufkommenden Expressionismus.



    "Schauderhaft", "Wahnsinnig", "Aufdringlich grell" - so urteilt die etablierte Kritik über den Expressionismus. Rosa Schapire dagegen erkennt die Kraft und die Tiefe in den Werken der jungen Männer, die sich 1905 in Dresden zur Künstlergruppe "Brücke" zusammengeschlossen hatten.

    Als Frau ist sie im expressionistischen Milieu eine Ausnahmeerscheinung: Sie ist weder Muse noch Modell oder Ehefrau, sondern steht den Künstlern unabhängig gegenüber. Sie vermittelt deren Werke an Käufer und Museen und macht sie in Aufsätzen und Rezensionen bekannt.

    Geboren wird Rosa Schapire am 9. September 1874 in Brody als vierte von fünf Töchtern einer jüdischen Familie. Sie wächst in einem weltoffenen, toleranten Elternhaus auf, später setzt sie sich konsequent für die Rechte von Frauen ein.

    Aus ihrem beruflichen Interesse entstehen enge Freundschaften, die Künstler danken ihr für ihren Einsatz mit Bildern, Grafiken und Schmuck. 1939 besitzt Schapire eine Sammlung von mehr als 600 Werken. Besonders Karl Schmidt-Rottluff trifft sie mit seiner Kunst bis ins Innerste. Mit ihm bleibt Rosa bis zu ihrem Tod verbunden. Sie stirbt mit knapp 80 Jahren in der Eingangshalle der Tate Gallery. So wie sie es sich immer wieder gewünscht hat: "Nicht einen Tag länger leben als ich arbeiten kann."

    In diesem Zeitzeichen erzählt Heide Soltau:

    • über Rosa Schapires Kampf für die Frauenemanzipation,
    • wie ihr Kontakt zur Künstlergruppe "Brücke" zustande kommt,
    • von der rätselhaften Beziehung zwischen Schapire und dem "Brücke"-Maler Schmidt-Rottluff,
    • wie ihre jüdische Herkunft und der Expressionismus Rosa Schapire im Nationalsozialismus in Bedrängnis bringen,
    • über ihren Neuanfang in London.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Susanne Wittek, Schapire-Biografin
    • Wolf Hildebrandt, genannt HIL, Künstler
    • Gerhard Wietek, Kunsthistoriker
    • Rosa und Anna Schapire: Sozialwissenschaft, Kunstgeschichte und Feminismus um 1900. Berlin, 2017
    • Susanne Wittek: "Es gibt keinen direkteren Weg zu mir als über Deine Kunst". Rosa Schapire im Spiegel ihrer Briefe an Karl Schmidt-Rottluff 1950 - 1954. Göttingen, 2022

    Weiterführender Link:
    • Planet Wissen - Expressionismus

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Heide Soltau
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Sascha Schiemann

    15 min
  • Nackter Marmor: Michelangelos David-Statue wird enthüllt

    Die Bürger von Florenz kommen aus dem Staunen nicht heraus. Michelangelos Statue von David ist ein Quantensprung in der Skulpturenarbeit - und bis heute ein Wunderwerk.



    Es ist der 8. September 1504, als die Bürger von Florenz ehrfürchtig vor dem Palazzo Vecchio stehen und zum ersten Mal den Blick auf Michelangelos David erhaschen. Die monumentale, 5,17 Meter hohe Marmorstatue zeigt den biblischen Helden nicht als triumphierenden Sieger, sondern in einem Moment gespannter Erwartung: Die Schleuder über die Schulter gelegt, den Stein fest in der Hand, bereit, sich seinem übermächtigen Gegner Goliath zu stellen.

    Ursprünglich ist die Statue für das Dach des Doms vorgesehen. Eine Kommission, darunter Leonardo da Vinci und Botticelli, beschließt jedoch, sie an einem würdigeren Ort aufzustellen – vor dem Palazzo Vecchio, dem politischen Zentrum der Stadt.

    Dort wird die Statue des David zu einem Symbol für den Stolz und die Unabhängigkeit der Republik Florenz, und über 300 Jahre lang trotzt er Wind und Wetter, bevor er in die Galleria dell'Accademia verlegt wird.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Hildburg Heider:

    • wie Michelangelo den riesigen Marmorblock auswählt, der Jahrzehnte lang ungenutzt herumlag und bereits Spuren früherer, gescheiterter Künstler trägt,
    • warum Michelangelo bei der Bearbeitung des David weder Raspel noch Feile benutzt, und was seine besondere Technik ausmacht,
    • wie der Künstler bereits im unbehauenen Stein das fertige Werk sieht,
    • und warum er sich während der Arbeit am David hinter einem Bretterverschlag verstecken muss.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Antonio Forcellino: Michelangelo - Eine Biographie, München 2006.
    • Michelangelo: Leben und Werk in Daten und Bildern, Frankfurt/Mai 1975.
    • Michelangelo: Zeichnungen und Dichtungen, Frankfurt/Mai 1975.
    • Giorgio Vasari: Lebensgeschichten, Zürich 1980.
    • Harald Keller: Michelangelo. Zeichnungen und Dichtungen, Frankfurt 1975.
    • Giorgio Vasari: Vita di Michelangelo, Milano 1962.

    Und das sind unsere Interviewpartner*innen:
    • Dr. Cecilie Hollberg (Historikerin und Direktorin der Galleria dell'Accademia Florenz)
    • Prof. Antonio Forcellino (Kunsthistoriker und Restaurator, Rom)
    • Paola Rosa (Restauratorin)
    • Thomas Wernicke (Besucher der Galleria dell'AccademiaElena)

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen - Michelangelos Deckengemälde wird enthüllt
    • Planet Wissen - Michelangelo Buonarroti
    • Planet Wissen - Renaissance
    • Terra X - Giganten der Kunst - Michelangelo

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    Autorin: Hildburg Heider
    Redaktion: Christoph Tiegel, Frank Zirpins
    Technik: Thomas Bleul

    15 min
  • Die Frau, die Salvador Dalí schuf: Muse Gala Dalí

    Gala Dalí, geboren am 7.9.1894, ist kein hübsches Püppchen an der Seite eines Künstlers. Sie ist ein Mythos, Muse und Managerin.



    Gala Dalí, in Paul Éluards Gedichten wird sie zur Göttin stilisiert, in Dalís Gemälden als Madonna und Traumvision dargestellt. Geboren in Russland, unter dem Namen Jelena Dmitrievna Diakonova, führt ihr außergewöhnlicher Lebensweg sie durch die intellektuellen Kreise Europas. Früh erkennt sie, dass Schönheit, Charisma und Selbstinszenierung mächtige Werkzeuge sind.

    In einer Zeit, in der Frauen oft auf die Rolle der stillen Unterstützerin reduziert werden, tritt Gala selbstbewusst auf und nimmt nicht nur Einfluss auf den kreativen Prozess: Mit scharfem Geschäftssinn und großer Entschlossenheit hilft sie Dalí, sich in der Kunstwelt zu etablieren und sorgt dafür, dass sein exzentrisches Image weltweit bekannt wird.

    Gala und Salvador Dalí werden zu einer einzigartigen öffentlichen Persona, in der Kunst und Leben nahtlos ineinander übergehen. Ihr Zusammenspiel von künstlerischer Inspiration und geschicktem Management macht sie zu einem legendären Paar, das bis heute die Vorstellung von der idealisierten Verbindung zwischen Künstler und Muse prägt. Dabei bewegen sie sich stets im Spannungsfeld zwischen Mythos und Realität.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen:

    • warum die junge Jelena ihren Namen in Gala ändert,
    • wie sie die strengen gesellschaftlichen Normen des vorrevolutionären Russlands hinter sich lässt, um ein freieres Leben zu führen,
    • warum sie als junge Frau in die Schweiz geschickt wird, und wie dies ihr Leben verändert,
    • weshalb die Pariser Dadaisten Gala als Bedrohung empfinden und wie sie dennoch ihren Platz in der Kunstszene behauptet,
    • und warum sie gegen Ende ihres Lebens junge Gigolos um sich schart,

    Das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Unda Hörner: Die realen Frauen der Surrealisten, Berlin 1998 (2024).
    • Unda Hörner: Am Horizont der Meere - Gala Dalí, Berlin 2019.
    • Michael Imhof: Dalí - Leben und Werk, Petersberg 2024.
    • Dominique Bona: Gala - mein Leben mit Éluard und Dalí, Frankfurt am Main 1998.
    • Paul Éluard: Liebesbriefe an Gala, Hamburg 1987.

    Und das ist unsere Interviewpartnerin:
    • Unda Hörner, Schriftstellerin

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen - Der Geburtstag des Künstlers Salvador Dalí
    • Planet Wissen - Dalís Katalonien – das "surrealistische Dreieck"
    • Die Hauda & die Kunst - Salvador Dalí: Surrealist und Provokateur

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    Autorin: Andrea Klasen
    Redaktion: David Rother
    Technik: Nico Söllner

    15 min
  • Mit einer Harfe durch Berlin: Geburtstag von Luise Nordmann

    Fast vollständig blind ist Luise Nordmann bei ihrer Geburt am 06.09.1829. Sie lernt singen und bringt sich das Harfenspiel bei - und zieht mit dem Instrument durch die Berliner Hinterhöfe, um gegen ihre Armut anzugehen.



    Als "Harfenjule" wird die Straßenmusikerin Luise Nordmann im kaiserlichen Berlin bekannt. Ihr Markenzeichen sind ein abgegriffener Strohhut und eine große Harfe auf ihrem Rücken. So zieht die halbblinde Frau durch die Hinterhöfe von Schöneberg, das im 19. Jahrhundert noch am Rand von Berlin liegt. Gebannt lauschen die Großstadtproletarier ihrer Musik. Zum Dank werfen diejenigen, die selbst nichts haben, ihr Geldstücke runter. Almosen, die Luise Nordmann dringend braucht, um sich und ihre kranke Schwester zu versorgen.

    Ihren Ehemann und die Kinder hat Luise Nordmann da schon verloren. Einzig die Musik ist ihr geblieben, um über die Runden zu kommen. Dabei hat sie Glück im Unglück: Ein russischer Offizier hat sie als Kind singen gehört und bezahlte ihr Gesangsunterricht. Und ein Professor für Augenheilkunde operierte sie, sodass sie zumindest schemenhaft sehen kann. Zwei Helfer, die sie vor noch größerem Elends bewahren. Zur Legende wird sie vor allem durch Heinrich Zille, der sie mehrmals mit Harfe in den Elendsvierteln von Berlin zeichnet.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Thomas Klug:

    • An welcher Krankheit Luise Nordmann ihre Familie verliert,
    • was sie dann nach Schöneberg verschlägt,
    • wie eine Harfenistin die Legende der "Harfenjule" bewertet,
    • welche Rolle der Maler Heinrich Zille im Leben der Harfenjule gespielt hat.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Anna Viechtl (Harfenistin)
    • Albrecht Hoffmann (Zille-Kenner und -Darsteller)

    Weiterführende Links:
    • 10. Januar 1858 – Der Zeichner Heinrich Zille wird geboren

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    Autor: Thomas Klug
    Redaktion: Frank Zirpins
    Technik: Antonia Herzog

    15 min
  • 05.09.1949: Der Tag, an dem Deutschland das Einkaufen neu lernte

    Die meisten Deutschen erledigen ihre Einkäufe heute im Supermarkt - doch das war nicht immer so: In den ersten Supermarkt traute sich 1949 zunächst kaum jemand hinein...



    Der Andrang in dem neuen Supermarkt ist zunächst verhalten: Die Menschen sind an ihren Metzger, ihren Bäcker und die Bedienung im Tante-Emma-Laden gewöhnt. Dort konnten sie beim Einkauf zwar Wünsche äußern, die Macht über Zuteilung und Qualität der Waren lag aber beim Verkäufer hinter der Theke. Das soll sich mit den Selbstbedienungsgeschäften ändern. Hier darf die Kundin selbst durch die Regale stöbern, die Waren in die Hand nehmen und aussuchen.

    Die Idee kommt aus den USA, dem Mutterland des Konsums und dem Land, wo der Kunde König ist. Die neue Art des Einkaufs müssen die Deutschen erst lernen, viele sind skeptisch. Sie fühlen sich wie Diebe, die Waren nehmen, ohne sie vorher zu bezahlen und damit durch den Laden laufen. Doch die Hemmungen halten nicht lange an. Mit den steigenden Einkommen im Aufschwung der 1950er Jahre sprießen überall im Land Supermärkte - und der Tante-Emma-Laden hat allmählich ausgedient.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Kay Bandermann:

    • Wie der Supermarkt aus den USA nach Deutschland kommt,
    • warum der Essener Theo Albrecht 1962 die nächste Einkaufsrevolution auslöst,
    • über die folgende Machtbündelung im Lebensmittel-Einzelhandel,
    • wo der Tante-Emma-Laden heute eine Renaissance erlebt.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Stefan Grubendorfer, Lebensmittelmarktleiter in Dortmund
    • Eva Stüber, Institut für Handelsforschung in Köln
    • Jörg Lehnerdt, Handesexperte
    • Lars Jacobs, Inhaber des Dorfladens Rollesbroich/Eifel

    Weiterführende Links:
    • Geschichte des Supermarkts (planet-wissen)
    • Totestag von Helmut Horten
    • 1937: Erster Einkaufswagen kommt zum Einsatz

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    Autor: Kay Bandermann
    Redaktion: Sefa Inci Suvak
    Technik: Sascha Schiemann

    14 min
  • Geburtstag des Komponisten Anton Bruckner (am 04.09.1824)

    Bis zu seinem 40. Lebensjahr verschreibt sich Anton Bruckner ganz der Orgelmusik – und sattelt dann auf Sinfonien um. Seine Vorbilder Beethoven und Wagner vereint er allen Kritikern zum Trotz in seinem eigenen Werk.



    In Wien bezeichnen die Kritiker seine Werke als "unnatürlich" und "aufgeblasen", doch Anton Bruckner lässt sich davon nicht beirren. Heute gilt er als einer der bedeutendsten Komponisten des 19. Jahrhunderts.
    Mit seiner einzigartigen Fähigkeit, die sinfonische Tradition Beethovens mit der modernen Musiksprache Wagners zu verbinden, schafft er monumentale Werke, die bis heute faszinieren.

    Geboren am 4. September 1824 in Ansfelden, beginnt Bruckner seine musikalische Laufbahn zunächst in der Kirchenmusik, bevor er sich in der Mitte seines Lebens der Sinfonik zuwendet. Trotz seines schwierigen Charakters und der oft harschen Kritik bleibt er seiner künstlerischen Vision treu.

    Bruckner schreibt neun Sinfonien. Beginnend meist mit stillen, mystischen Klängen, zeichnen sie sich durch kraftvolle Steigerungen und eine enorme Ausdruckskraft aus. Heute zählt Bruckner zu den wichtigsten Vertretern der Romantik.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vratz:

    • wie die frühe Begegnung mit der größten Orgel der Donaumonarchie Bruckners Leidenschaft für die Musik entfacht,
    • welche Rolle der junge Theaterkapellmeister Otto Kitzler für Bruckners erste Orchesterwerke spielt,
    • wie Bruckner mit fast 40 Jahren beschließt, Sinfoniker zu werden,
    • wie tief Bruckner Richard Wagner verehrt und warum diese Bewunderung weitgehend einseitig bleibt,
    • und warum Bruckner seine Werke mehrfach überarbeitet, oft ohne sie vorher gehört zu haben.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Wolfgang Johannes Bekh: Anton Bruckner. Biographie eines Unzeitgemäßen, Bergisch Gladbach 2001.
    • Felix Diergarten: Anton Bruckner. Ein Leben mit Musik, Kassel 2023.
    • Rüdiger Görner: Bruckner. Der Anarch in der Musik, 2024.
    • Hans-Joachim Hinrichsen (Hg.): Bruckner Handbuch, Stuttgart 2010.
    • Renate Ulm (Hg.): Die Symphonien Bruckners. Entstehung, Deutung, Wirkung, 2002.
    • Manfred Wagner: Bruckner. Leben, Werke, Dokumente, München 1993.

    Und das ist unser Interviewpartner:
    • Felix Diergarten, Bruckner-Biograf

    Weiterführende Links:
    • Hr2 Kultur - Ein musikalischer Schwertransport - Bruckners Te Deum
    • SWR Kultur - Bruckners Sinfonien für die Orgel: Eberhard Klotz über seine Bearbeitungen
    • WDR 3 Meisterstücke – Später Triumph - Bruckners 8. Sinfonie

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    Autor: Christoph Vratz
    Redaktion: Frank Zirpins

    15 min

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