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  • Stigmatisiert und weggesperrt: Das Schicksal der "Typhus-Mary"

    Die Köchin Mary Mallon (geboren am 23.9.1869) erlangte als erste gesunde Typhus-Dauerausscheiderin in den USA traurige Berühmtheit. 26 Jahre wurde sie insgesamt isoliert.



    Als alle Mitreisenden außer ihr erkrankt sind, steht fest: Mary Mallon, die am 23. September 1869 geboren wurde, ist eine sogenannte Dauerausscheiderin. Sie trägt das Typhus-Bakterium in sich, ohne selbst zu erkranken. Aber sie kann andere infizieren. Ihr Recht auf persönliche Freiheit spielt nun keine Rolle mehr. Die US-Behörde stuft die irische Einwanderin als Gefahr für die Allgemeinheit ein, die Angst vor Typhus ist groß. Kurzerhand wird die Köchin auf die Quarantäne-Insel North Brother Island im East River gebracht.

    Dort wird Mary Mallon zum Versuchsobjekt. Anfangs werden ihr Urin, ihr Stuhl und ihr Blut fast täglich auf Typhus-Erreger getestet. Sie soll neue Medikamente ausprobieren und sich die Gallenblase entfernen lassen. Mary Mallon klagt gegen ihre Verbannung – und verliert. Dabei ist sie längst nicht die einzige symptomfreie Überträgerin von Typhus. In New York sind 1918 schon 70 Personen bekannt. Doch Mary Mallon ist die Einzige, die man einsperrt. Als sie 1938 in der Isolation stirbt, hat sie als "Typhoid Mary", als "Typhus-Mary", traurige Berühmtheit erlangt.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath:

    • von George Soper, der als Ermittler Mary Mallon als mögliche Verbreiterin von Typhus ausfindig macht,
    • wie Mary Mallon untertaucht und mit anderem Namen in einer Klinik kocht,
    • über ihr Leben in der Isolation
    • und warum sie als Mann wohl nicht isoliert gewesen wäre.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Judith Leavitt, Medizinhistorikerin, Autorin einer Biographie über Mary Mallon
    • Heiner Fangerau, Medizinhistoriker, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
    • Judith Leavitt: Typhoid Mary – Captive To The Public’s Health. Boston 1995
    • Heiner Fangerau und Alfons Labisch: Pest und Corona. Pandemien in der Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Freiburg, Basel, Wien 2020
    • Filio Marineli, Gregory Tsoucalas, Marianna Karamanou, and George Androutsos: Mary Mallon (1869-1938) and the history of typhoid fever. Annals of Gastroenterology. 2013.

    Weiterführende Links:
    • 13.10.1821 – Der Mediziner und Politiker Rudolf Virchow wird geboren
    • 27.05.1910 – Todestag des Mediziners Robert Koch

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autorin: Andrea Kath
    Redaktion: Matti Hesse
    Technik: Sascha Schiemann          

    15 min
  • Schweizer Bauernjungen gewinnen 1499 gegen Ritterheere

    Der Friede von Basel beendet am 22.9.1499 den Schweizerkrieg – ein frühes Beispiel für das, was heute "asymmetrische Kriegsführung" heißt.



    Über den Namen wird bis heute gestritten: Schwabenkrieg nennen ihn die Schweizer, Schweizerkrieg die Deutschen. Unstrittig ist, dass die bäuerlichen Eidgenossen die hochgerüsteten Kämpfer des Königs bei der Schlacht in Dornbach besiegen. Dem Krieg vorausgegangen ist ein langes Gerangel um die Vorherrschaft im Südwesten des Reiches.

    Schließlich erklärt aus Mainz König Maximilian I. der Eidgenossenschaft den Reichskrieg. Vor Konstanz lässt er sein stattliches Heer und die Truppen seiner Verbündeten aufziehen. Da seine Kriegskasse aber leer ist, schickt er einen Teil seine Ritter westlich zur Plünderung der kleinen, aber reichen Stadt Solothurn.

    Das wollen die Einwohner freilich nicht so hinnehmen. Und so stürmt am 22. Juli 1499 eine Horde junger Schweizer auf die königlichen Truppen bei Dornbach zu. Das Kämpfen hatten die Dorfjungen in blutigen Streits mit Nachbardörfern gelernt, während die Gegner das Kriegshandwerk zur hohen Kunst des Adels entwickelt haben. Doch waren die Adeligen erst einmal vom Pferd, waren sie in ihren starren Rüstungen leicht zu schlagen.

    So nehmen die edlen Schwaben vor der geballten Streitlust der schweizerischer Knaben Reißaus. Maximilian I. muss sich geschlagen geben. In seinem Auftrag lässt er Mönche noch einmal nachfragen, ob er wohl seine Toten vom Schlachtfeld holen kann. Die Antwort der Schweizer ist schroff: "Die Edlen müssen bei den Bauern liegen." Zwei Monate nach der Schlacht, am 22. September 1499, wird in Basel der Schweizer-/Schwabenkrieg offiziell beendet.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Hans Conrad Zander:

    • warum König Maximilian I. die Schweizer als "böse Bauern" betitelt,
    • und sie durch Hochmut und Unverstand falsch einschätzt,
    • warum nach der Schlacht bei Dornbach die Schweizer ihre Besiegten laufen lassen,
    • was der Krieg mit dem Kampf der USA gegen die Taliban gemein hat.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Historischer Verein des Kantons Solothurn: Jahrbuch für solothurnische Geschichte. Gedenkschrift 500 Jahre Schlacht bei Dornach. Solothurn 1999. (Digital bei ETH Zürich)
    • Walter Schaufelberger: Der Alte Schweizer und sein Krieg. Studien zur Kriegführung vornehmlich im 15. Jahrhundert. Zürich 1952.

    Weiterführende Links:
    • 29.10.1531 – Georg Truchsess von Waldburg stirbt in Bad Waldsee
    • 14.09.1515 – Die Schlacht bei Marignano
    • 01.08.1291 – Das "ewige Bündnis" von Uri, Schwyz und Unterwalden

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Hans Conrad Zander
    Redaktion: David Rother
    Technik: Christine Reinartz

    15 min
  • Ein Hallelujah in Millionen Kehlen

    Leonard Cohen wird am 21.09.1934 geboren - und lebt ein Leben voller Brüche: Ein früher Erfolg mit einer einzigartigen Stimme, ein bemerkenswerter Dienst im Krieg - und eine tiefe Rastlosigkeit in den persönlichen Beziehungen.



    Leonard Cohen beginnt seine musikalische Karriere vergleichsweise spät, nachdem er bereits als Schriftsteller Erfolge feiert. Ermutigt von der Folk-Sängerin Judy Collins wagt er sich mit Anfang 30 selbst ans Mikrofon und legt mit Songs wie "Suzanne" den Grundstein für eine Karriere, die ihn zu einer Ikone der Melancholie und Reflexion macht.

    Seine Musik ist von einer tiefen Spiritualität und einem ständigen Ringen mit den großen Fragen des Lebens geprägt. Persönliche Erfahrungen und universelle Themen wie Liebe, Verlust, Sehnsucht und Erlösung spielen eine zentrale Rolle. Geboren und aufgewachsen in Montreal, prägt ihn auch seine jüdische Herkunft.

    Die Komplexität des menschlichen Seins drückt er in einfachen, aber kraftvollen Worten und Melodien aus. Sein Werk bleibt zeitlos und wird auch in Zukunft Menschen berühren, die in seiner Musik Trost, Verständnis und vielleicht auch ein wenig Licht finden – in den Rissen, durch die das Licht hindurchscheint.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Uwe Schulz:

    • wie Leonard Cohen während des Jom-Kippur-Krieges spontan an die Front geht und seine Gitarre als Friedensinstrument einsetzt,
    • warum der Sänger fünf Jahre in einem Zen-Kloster in Kalifornien verbringt und was er dort sucht,
    • welche Bedeutung die Stadt Montreal für ihn hat und warum die Menschen ihn dort bis heute verehren,
    • warum Cohen seine Muse Suzanne Verdal nie wieder kontaktiert, obwohl sie ihn zu einem seiner berühmtesten Lieder inspiriert,
    • und wie das Lied "Hallelujah" erst durch den Film "Shrek" weltberühmt und damit zum Symbol einer ganzen Generation wird.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Matti Friedman: Wer durch Feuer. Krieg am Jom Kippur und die Wiedergeburt Leonard Cohens, Leipzig 2023.
    • Wolfgang Haberl: Leonard Cohen: Die Macht der Worte, Waiblingen 2018.
    • Erminia Passannanti: Leonard Cohen. A Jewish Mind Fascination with Jesus of Nazareth, Oxford 2023.
    • Sylvie Simmons: I’m Your Man. Das Leben des Leonard Cohen., München 2014.

    Weiterführende Links:
    • "Hallelujah": Leonard Cohen, ein Leben, ein Lied
    • Stadt Land Kunst: Leonard Cohen: Hydra, das Paradies in Griechenland
    • ARTE Blow up: Leonard Cohen im Film

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    Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Uwe Schulz
    Redaktion: Frank Zirpins

    15 min
  • Vor 50 Jahren: Erzbistum Köln startet Dialog mit dem Islam

    Fast 2.000 Jahre ignoriert die katholische Kirche Judentum und Islam. Am 20.9.1974 entsteht im Bistum Köln die erste "Ökumenische Kontaktstelle für Nichtchristen".



    Im September 1974 gründet Kardinal Josef Höffner die "Ökumenische Kontaktstelle für Nichtchristen", die heute als "Fachbereich für interreligiösen Dialog" bekannt ist. Als Plattform für Begegnungen, Austausch und soziale Unterstützung ist die Einrichtung wegweisend und setzt ein starkes Zeichen für das Miteinander der Religionen.

    Dieser Schritt hat seinen Ursprung im Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965), das einen tiefgreifenden Wandel in der katholischen Kirche markiert. Erstmals wird eine Öffnung gegenüber anderen Religionen, insbesondere dem Judentum und später auch dem Islam, eingeleitet und der Grundstein für den interreligiösen Dialog gelegt.

    Das Erzbistum Köln leistet mit dem Fachbereich Dialog schon früh Pionierarbeit, und zeigt seit nun über 50 Jahren, dass der interreligiöse Austausch und das Miteinander der Religionen unverzichtbare Instrumente für den gesellschaftlichen Zusammenhalt sind.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Marfa Heimbach:

    • wie das Erzbistum Köln die Einladung zum muslimischen Gebet im Dom zunächst als "Betriebsunfall" bezeichnet,
    • und wie diese Geste Jahre später dann doch den Weg für den interreligiösen Dialog ebnen kann,
    • was die "Nostra Aetate" ist und was Papst Paul VI damit zutun hat,
    • welchen Einfluss globale politische Ereignisse, wie der Nahostkonflikt, auf die Arbeit des Erzbistums haben,
    • und warum der interreligiöse Dialog heute länst nicht mehr nur aus Gesprächen besteht und welches Ziel damit verfolgt wird.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Weihbischof Rolf Steinhäuser, Bischofsvikar für Ökumene und interreligiösen Dialog im Erzbistum Köln
    • Prof. Dr. Thomas Lemmen, Kath. Theologe und Islamwissenschaftler, Kath. Hochschule NRW
    • Dr. Werner Höbsch, Kath. Theologe, ehem. Leiter der Fachstelle Interreligiöser Dialog am Erzbistum Köln
    • Anna Maria Fischer, Kath.Theologin, Islamwissenschaftlerin, Leiterin der Fachstelle Interreligiöser Dialog am Erzbistum Köln
    • Ute Gau, Diplompädagogin, seit 1983 an der Fachstelle Interreligiöser Dialog am Erzbistum Köln
    • Dunya Elemenler, Politikwissenschaftlerin, Muslimische Vorsitzende der Christlich-Islamischen Gesellschaft
    • Werner Heidenreich, Ingenieur, Mitglied der Deutschen Buddhistischen Union

    Weiterführende Links:
    • Interreligiöser Dialog im Erzbistum Köln
    • WDR Zeitzeichen Veröffentlichung "Nostra Aetate"
    • Michael Hollenbach - Der interreligiöse Dialog nach 9/11

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    Autorin: Marfa Heimbach
    Redaktion: Christoph Tiegel und Matti Hesse
    Technik: Sarah Fitzek

    15 min
  • Marek Edelman: Kämpfer des jüdischen Widerstands

    Marek Edelman kämpft beim Aufstand des Warschauer Ghettos und steht auch nach dem Krieg als Arzt in Polen für die Freiheit ein. Sein Geburtstag am 19.09.1919 allerdings ist nur Spekulation.



    Seine Eltern gehören zu den Juden Osteuropas und müssen vor den Bolschewiki fliehen. Darum ist nicht überliefert, wann und wo Marek Edelman zur Welt kommt. Geboren wird er vermutlich zwischen 1919 und 1922, wahrscheinlich in Gomel im heutigen Belarus.

    Als die Deutschen 1939 Polen überfallen, lebt Edelman in Warschau. Er muss wie andere Jüdinnen und Juden in das Ghetto ziehen, dass die Nationalsozialisten einrichten und mit einer Mauer umschließen. Geschätzt werden 400.000 Menschen auf weniger als zweieinhalb Prozent der Stadtfläche zusammengepfercht.

    Als im Februar 1942 die ersten Nachrichten von einem Vernichtungslager das Ghetto erreichen, beschließen Edelman und andere, sich nicht ohne Widerstand in den Tod führen zu lassen. Es konstituiert sich das Kommando der Jüdischen Kampforganisation. Im April 1943 greifen SS und Wehrmacht an. Knapp vier Wochen kann sich der Widerstand halten. Dann steckt die SS Haus um Haus in Brand. Nur wenige können durch die Kanalisation entkommen, darunter auch Marek Edelmann.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Marko Rösseler:

    • in welchem jüdischen Milieu Marek Edelman in Warschau aufwächst,
    • wie er aus dem niedergebrannten Ghetto entkommt,
    • dass er danach auf der Seite des polnischen Widerstandes weiterkämpft,
    • gegen welche Einschränkungen er sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Polen engagiert,
    • wie Edelman die Rolle Israels und der Palästinenser im Nahost-Konflikt sieht.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Professor Hans-Jürgen Bömelburg (Historiker mit dem Schwerpunkt neuere Geschichte Polens)
    • Marek Edelman: Erinnerungen an das Warschauer Ghetto - Das Ghetto kämpft. Stuttgart 2024

    Weiterführende Links:
    • Zeitzeichen 16.11.1940: Das Warschauer Ghetto wird abgeriegelt
    • Zeitzeichen 16.05.1943: Der Aufstand im Warschauer Ghetto wird niedergeschlagen
    • Planet-Wissen: [email protected]
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      Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
      Autor: Marko Rösseler
      Redaktion: Frank Zirpins
      Technik: Nico Söllner

    15 min
  • Start-up 1819: Harkorts Mechanische Werkstätte in Wetter/Ruhr

    Friedrich Harkorts Maschinenfabrik war die Keimzelle der Ruhrindustrie. Und Harkort selbst eine schillernde Gestalt: Pionier, Freigeist - und Produktpirat...



    Seine Leidenschaft ist der technische Fortschritt: Als der Unternehmer Friedrich Harkort in englischen Technik-Zeitungen Dampfmaschinen sieht, hat er den Wunsch, solche Maschinen in Westfalen zu bauen. Im Frühjahr 1819 kann er zusammen mit dem Bankier Heinrich Kamp die Burg Wetter als Fabrikgelände erwerben.

    Im September des Jahres geht die "Mechanische Werkstätte Harkort & Co" in Betrieb. Bald stellt er Dampfmaschinen für die Wasserhebung und Kohleförderung in Bergwerken sowie für Spinnereien und Tuchfabriken her. Den Stahl dafür stellt er bald selbst her: Er baut auf der Burg ein Walzwerk und einen Hochofen. So können in Wetter Eisenbahnschienen, Räder für Eisenbahnen und auch die Achsen für die Kohlewagen hergestellt werden.

    15 Jahre lang entwirft und produziert Friedrich Harkort in Wetter alle möglichen Produkte aus Eisen. Doch er kümmert sich immer mehr um andere Produkte und vernachlässigt die "Mechanische Werkstätte". Darum drängt ihn sein Kompagnon Kamp 1834 schließlich aus dem Betrieb. Später geht die "Mechanische Werkstätte" in der "Deutschen Maschinenfabrik AG" auf, der Demag. Noch heute werden in Wetter an der Ruhr Maschinen gebaut.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Jana Magdanz:

    • welche Handwerksbetriebe Friedrich Harkort vor seiner Maschinenfabrik führt,
    • in welchem Land der Unternehmer seine Fachkräfte anwirbt,
    • wie er Industriespionage betreibt,
    • warum Harkort einer der ersten Manager in der Schwerindustrie ist,
    • wie er für seine Arbeiter die betriebliche Krankenkasse erfindet.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Ulrich Wengenroth (Wirtschaftshistoriker, emeritierter Professor)
    • Axel Heimsoth (Historiker, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Ruhrmuseum)
    • Rigobert Suttner (Schiffsführer der MS Friedrich Harkort)

    Weiterführende Links:
    • RBB-Preußenchronik: Friedrich Harkort - "Vater des Ruhrgebiets"
    • ZDF: Deutschland in der Industriellen Revolution
    • ARD-Plusminus: Maschinenbau – der neue Vorreiter beim Klimaschutz?

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    Autorin: Jana Magdanz
    Redaktion: David Rother

    15 min
  • Diokletian: Der konservative Revolutionär Roms

    Im Jahr 284 kommt Diokletian an die Macht - gewaltvoll wie viele vor ihm. Doch dann beendet er das im Römischen Reich herrschende Chaos und schafft einen starken Staat.



    Es ist das Jahr 284 n. Chr.: Das Römische Reich befindet sich, von Chaos und Machtkämpfen erschüttert, in einer tiefen Krise. Zahlreiche Usurpatoren wechseln in rascher Folge. Bürgerkriege und Intrigen bestimmen den Alltag, und das riesige Imperium scheint kaum noch regierbar.

    Inmitten dieses Chaos tritt Diokletian auf die Bühne. Ursprünglich ein Militärbefehlshaber, nutzt er seinen Einfluss geschickt, um die Gunst seiner Truppen zu gewinnen und den Kaiserthron zu erobern. Doch anders als viele seiner Vorgänger verfolgt Diokletian einen Plan.

    Statt sich in endlosen Machtkämpfen zu verlieren, setzt er auf eine umfassende Reform des Reiches. Er erkennt, dass ein einziger Herrscher nicht mehr in der Lage ist das gesamte Imperium zu kontrollieren. Daher teilt er die Macht auf: Gemeinsam mit seinem Verbündeten Maximianus regiert er das Reich und führt später sogar eine Viererherrschaft ein, die sogenannte Tetrarchie. Diese Struktur ermöglicht eine effizientere Verwaltung und stärkere Kontrolle über die weit verstreuten Provinzen.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Murat Kayi:

    • Wie Rom im 3. Jahrhundert von einer Welle unzähliger selbsternannter Kaiser und Gegenkaiser überrollt wird,
    • dass die Kommunikation im römischen Reich so langsam ist, dass manche Kaiser erst Monate später erfahren, dass sie gestürzt wurden,
    • wie Diokletian das Erbrecht der Kaisersöhne ignoriert, wie er Steuern "für alle" einführt,
    • wie seine administrative Einteilung des Reiches in Diözesen später von der christlichen Kirche übernommen wird, und mit ihm schließlich eine neue Epoche beginnt.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen:
    • Hans Peter L’Orange, Max Wegner: Das spätantike Herrscherbild von Diokletian bis zu den Konstantin-Söhnen 284 - 361 n. Chr., Berlin 1984.
    • Karl Christ: Die Römische Kaiserzeit. München 2018.
    • Alexander Demandt: Diokletian. Kaiser zweier Zeiten. Eine Biographie. C. H. Beck, München 2022.
    • Timothy D. Barnes: The New Empire of Diocletian and Constantine. Harvard University Press, Cambridge/MA-London 1982
    • Alan K. Bowman: Diocletian and the first tetrarchy, A. D. 284–305. In: Alan K. Bowman u. a. (Hrsg.): The Cambridge Ancient History 12. The Crisis of Empire, AD 193–337. Cambridge 2005,
    • Alexander Demandt, Andreas Goltz, Heinrich Schlange-Schöningen (Hrsg.): Diokletian und die Tetrarchie. Aspekte einer Zeitenwende. Berlin 2004.
    • Andreas Goltz, Heinrich Schlange-Schöningen (Hrsg.): Das Zeitalter Diokletians und Konstantins. Bilanz und Perspektiven der Forschung, Wien/Köln 2022

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Prof. Dr. Sabine Panzram, Professorin Alte Geschichte Universität Hamburg
    • Prof. Dr. Hartwin Brandt, Inhaber Lehrstuhl Alte Geschichte, Universität Bamberg
    • Prof. Dr. John Weisweiler, Professor Alte Geschichte, Ludwig-Maximilian-Universität München

    Weiterführende Links:
    • Planet Wissen - Das Antike Rom
    • Planet Wissen - Konstantin der Große
    • ARD Schätze der Welt - Split

    Noch mehr Infos zu dieser und anderenZeitzeichensendungen von Murat Kayı finden Sie hier:

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    Autor: Murat Kayi
    Redaktion: Matti Hesse

    14 min
  • "Rapper's Delight": Wie Hip-Hop die Welt eroberte

    Am 16.9.1979 erscheint "Rapper's Delight" der Sugarhill Gang. Der erste Rap-Hit der Geschichte bringt Hip-Hop aus New York in die Welt und prägt die Popkultur bis heute.



    In den 1970er-Jahren erobert ein neuer Sound die Straßen von New York. Die Musik-Revolution ereignet sich in den Stadtteilen, die mehrheitlich von Schwarzen bewohnt werden. Die Sounds kommen aus Boxen, von Mischpulten und Plattenspielern. DJs scratchen, sampeln und loopen.

    Sogenannte MCs - Master of Ceremonies - heizen das Publikum mit Ansagen an: Rapper erzählen Geschichten, reimen und spielen mit Sprache. Doch den kraftvollen Musikstil gibt es jahrelang nur live, niemand aus der Szene nimmt Rap-Platten auf. Das ändert sich am 16. September 1979, als die Single "Rapper‘s Delight" der Sugarhill Gang erscheint.

    In den USA werden bis zu 50.000 Einheiten pro Woche verkauft, weltweit sind es 14 Millionen Stück. Vor allem in Europa ist die Single wochenlang in den Charts. Der Siegeszug von Rap und Hip-Hop beginnt mit diesem Track. Es ist allerdings umstritten, ob es sich wirklich um die allererste Rap-Aufnahme handelt.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Christian Kosfeld:

    • wie die Produzentin Sylvia Robinson in ihrem Straßenkreuzer die Sugarhill Gang gründet,
    • warum die Basslinie von "Rapper's Delight" für den Musiker Nile Rodgers keine "Freude" ist,
    • inwiefern in "Rapper's Delight" die homofeindlichen und sexistischen Seiten des Hip-Hop angelegt sind,
    • welche drei Fernsehmoderatoren bei der deutschen Cover-Version über ihre Musiksozialisation rappen
    • wie groß die Anerkennung für die gecastete Sugarhill Gang in der Hip-Hop-Community ist.

    Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
    • Dustin Breitenwischer (Professor für Amerikanistik an der Universität Hamburg)
    • Dustin Breitenwischer: Die Geschichte des Hip-Hop in 111 Alben. Stuttgart 2021
    • Daniel Haas: Hip-Hop. Stuttgart 2023

    Weiterführende Links:
    • The Sugarhill Gang: "Rapper's Delight" (Official Video)
    • NDR: Hip-Hop - Made in Germany (Serie)
    • HR: Dichtung und Wahrheit - Wie Hip-Hop nach Deutschland kam (Serie)
    • MDR: Größer als Hip-Hop - Die Geschichte des Splash!-Festivals (Serie)

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Christian Kosfeld
    Redaktion: Matti Hesse

    15 min
  • Tumulte in London: Britisches Parlament verbietet Fuchsjagd

    Hunderttausende gehen gegen die Abstimmung am 15.09.2004 auf die Straße, Jäger dringen ins britische Parlament ein. Das Verbot kommt trotzdem - beendet aber nicht die Fuchsjagd...



    Zu Beginn seiner zweiten Amtszeit kündigt der britische Premierminister Tony Blair 2001 an, im Parlament über die Zukunft der Jagd mit Hunden abstimmen lassen - ohne Fraktionszwang. Auf die Ankündigung folgen eine hitzige Debatte und Großdemonstrationen mit bis zu einer halben Million Menschen.

    Die Stimmung in den Tagen vor der Abstimmung ist aufgeladen. Vor dem Parlamentsgebäude kommt es zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und einer wütenden Menge von Jagdbefürwortern. Am Tag der Abstimmung, dem 15. September 2004, dringen fünf Jagd-Fans in das Parlamentsgebäude ein und gelangen ungehindert bis in den Sitzungssaal.

    Die Sitzung im Unterhaus wird nach diesem Vorfall zwar unterbrochen, die Abstimmung kann aber noch am selben Tag stattfinden. Mehr als zwei Drittel der Abgeordneten stimmen für den "hunting act". Damit sind in England, Wales und Schottland Hetzjagden mit Hunden verboten.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Tiemann:

    • weshalb britische Jagdgesellschaften wie ein Nachstellen vergangener Zeiten wirken,
    • warum Tierschützer Treibjagden als grausame Sportart ablehnen,
    • wie 2004 der "Countryside March" von Menschen aus ländlichen Gebieten eskaliert,
    • mit welchem Trick sich fünf Jagdbefürworter Zugang zum Parlamentsgebäude verschaffen,
    • wer heute das bestehende Fuchsjagd-Verbot am liebsten abschaffen würde.

    Das sind unsere wichtigsten Interviewpartner:
    • Annette Dittert (ARD-Korrespondentin im Studio London)
    • Emma Judd (Sprecherin der League against cruel sports)
    • Stefan Grußdorf (Forstamtsleiter Ahlhorn, Niedersachsen)

    Weiterführende Links:
    • ARD-Korrespondentin Annette Dittert: Fuchsjagd - Mehr als ein Sport für England (2015)
    • HR-Doku: Hounds - Jagen in England
    • HR-Ratgeber: Füchse - die Anpassungskünstler

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    Autor: Christoph Tiemann
    Redaktion: Carolin Rückl

    15 min
  • Als Pumuckl und Hui Buh unsterblich: Schauspieler Hans Clarin

    Seinen ersten Ton gibt Hans Clarin am 14.9.1929 von sich. Bei seiner Geburt. Später wird er vor allem mit seiner Synchronstimme bekannt. Ist aber auch Schauspielkünstler.



    Seine Stimme ist sein Markenzeichen, besonders in der Hörspielwelt. Hans Clarin, eine der markantesten Stimmen Deutschlands. Ob als Gespenst "Hui Buh" oder als der freche Kobold "Pumuckl" – Clarins unverwechselbare Art hat Generationen geprägt.

    Dabei hat Clarin ursprünglich eine ganz andere Richtung eingeschlagen: Der Sohn eines Marineoffiziers, geboren als Hans Joachim Schmid, will Sänger werden. Doch Selbstzweifel lassen ihn den Plan aufgeben. Nach einem kurzen Abstecher in die Landwirtschaft findet Clarin schließlich seine Berufung als Schauspieler und Sprecher.

    Seine Karriere beginnt in den 1950er Jahren an den Münchner Kammerspielen, wo er früh sein Talent für skurrile Rollen entdeckt. Ob als "Zwerg Nase" in seinem ersten Film oder als Puck im "Sommernachtstraum" – Clarin bezaubert in zahlreichen Rollen, im Fernsehen wie auf der Bühne.

    Stets mit einer Mischung aus Leichtigkeit und Tiefgang, einer fantasievollen Art und Sinn für Humor. Selbst nach seinem Tod lebt seine Stimme weiter, dank moderner Technik sogar in neuen Pumuckl-Folgen – ein berührendes Erbe eines Künstlers, der die Grenze zwischen Realität und Fantasie stets aufs Schönste verwischt.

    In diesem Zeitzeichen erzählt Ralph Erdenberger:

    • wie Hans Clarin seine ikonische Rolle als Hui Buh erschafft, indem er oft spontan improvisiert,
    • wie Clarin trotz anfänglicher Misserfolge und Ablehnungen an seiner Schauspielkarriere festhält,
    • wie sein Engagement, seine Fantasie und Improvisationskunst die Produktionen beeinflussen,
    • welche prominente Rolle Clarins Stimme in der Kultserie "77 Sunset Strip“ spielt,
    • und wie diese Entdeckung den Grundstein für seine spätere Karriere legt.

    Das ist unsere wichtigste Interviewpartnerin:
    • Heikedine Körting, Hörspielproduzentin und -sprecherin

    Das ist unsere wichtigsten Quellen:
    • Der Mann, der Pumuckl seine Stimme lieh – Der Spiegel, 28.08.2005
    • Homestory Hans Clarin, MDR 17.07.2002

    Weiterführende Links:
    • BR Retro: 90. Geburtstag Hans Clarin
    • WDR Zeitzeichen - 21. Februar 1962 - Erste Hörspielfolge von "Pumuckl" ausgestrahlt

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    Die Macher hinter diesem Zeitzeichen:
    Autor: Ralph Erdenberger
    Redaktion: Christoph Tiegel und Frank Zirpins

    14 min

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Der tägliche Podcast über Geschichte von der Antike bis heute, über Europa und die Welt, über die Geschichte der Menschheit: 15 Minuten zu historischen Persönlichkeiten und Erfindungen. Von George…

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