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Friedrich Alfred Krupp, geboren am 17.2.1854, macht das Unternehmen international erfolgreich. Die Umstände seines Todes sind nicht zweifelsfrei geklärt.
Am 17. Februar 1854 wird Friedrich Alfred, genannt: Fritz Krupp in Essen geboren. Er kränkelt oft, ist zurückhaltend und interessiert sich mehr für Kunst und Wissenschaft als für das Familienunternehmen. Als der Vater stirbt, wird Friedrich Alfred mit 34 Jahren Firmenchef - zur Überraschung vieler mit großem Erfolg. Er erweitert das Stahl-Unternehmen um Werften und Hüttenanlagen und schafft auf dem dünn besiedelten Landstrich in Duisburg-Rheinhausen einen der größten und modernsten Industriekomplexe seiner Zeit.
Als Kanonenproduzent, Freund und Förderer der kaiserlichen Flottenpläne und erklärter Deutschnationaler gerät Krupp ins Visier der Linken. Für sie ist der Firmenchef der Inbegriff des verhassten Kapitalisten und Ausbeuters. Immer öfter zieht sich Krupp auf die Insel Capri zurück, Ruhe findet er allerdings auch dort nicht.
Es kommen Gerüchte auf, Fritz Krupp pflege homoerotische Beziehungen zu jungen italienischen Männern. Der sozialdemokratische "Vorwärts" greift die Geschichte auf - eine Woche später wird Krupp tot in seinem Arbeitszimmer aufgefunden. Die offizielle Todesursache lautet "Gehirnschlag". Doch die Spekulation, der 48-Jährige habe Suizid begangen, hält sich bis heute.
In diesem Zeitzeichen erzählt Kay Bandermann:
Er zählt zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schauspielern: Bruno Ganz, gestorben am 16.2.2019. Er glänzt in ganz unterschiedlichen Rollen - auch in einem Kinderfilm.
Bruno Ganz ist ein Meister seines Fachs. Seine Bühnenpräsenz und seine suggestive Art zu sprechen machen Aufführungen zu einem unvergesslichen Erlebnis. Der Schauspieler begeistert als Hamlet ebenso wie als Engel Damian in Wim Wenders' "Himmel über Berlin", als Adolf Hitler in "Der Untergang" oder als Almöhi in der Verfilmung des Schweizer Nationalepos "Heidi".
Geboren 1941 in Zürich, gilt seine erste Liebe dem Theater. Er bricht die Schule ab und nimmt Schauspielunterricht. 1962 geht er nach Deutschland, wo er mit Regisseuren wie Kurt Hübner, Peter Zadek und Peter Stein arbeitet. Der Film kommt vermehrt erst ab Mitte der 1970er Jahre dazu. Am Ende stehen über einhundert Produktionen - auch mit Hollywoodgrößen.
Seit 1996 ist Ganz Träger des Iffland-Rings und gilt damit als "würdigster Schauspieler deutscher Sprache". Am 16. Februar 2019 stirbt Bruno Ganz mit 77 Jahren an Krebs - bleiben werden seine Filme, seine Figuren und seine Stimme.
In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Klasen:
Die Karrieren von Adele oder Céline Dion, die Gänsehautmomente im Musical: Undenkbar ohne das Vorbild von Ethel Merman (gestorben am 15.2.1984) und ihre bahnbrechende Gesangstechnik...
"There’s no business like show business" - Ethel Merman hat diesen Song nicht nur jahrzehntelang gesungen, sie hat ihn auch gelebt. Sie ist eine der frühen Ikonen des Broadway-Musicals, die mit ihrer durchdringenden Stimme unzählige Bühnen-Hits prägt.
Die Frau, die ein ganzes Genre beeinflusst, wird 1908 als Ethel Zimmermann im New Yorker Stadtteil Queens geboren. Ihre Familie ist bodenständig, aber kulturbegeistert. Die Zimmermanns nehmen Ethel gerne mit zu Varieté-Shows, aber auch selbst Musik zu machen gehört zu ihrem Alltag. Schon mit fünf Jahren beginnt Ethel zu singen, ihr Vater begleitet am Klavier - gerne auch vor Publikum.
Sind es anfangs noch Amateur-Wettbewerbe oder Benefiz-Veranstaltungen, wechselt Merman schon bald in die großen Theater am Broadway. Hier landet die Musical-Queen eine erfolgreiche Hauptrolle nach der nächsten - lautstark und selbstbewusst. Mit ihren Männern hat Merman dagegen weniger Glück. Viermal ist sie verheiratet, alle Ehen zerbrechen. Ethel Merman stirbt am 15. Februar 1984 im Alter von 76 Jahren - von ihrem Mut zur Lautstärke können Frauen aber bis heute etwas lernen.
In diesem Zeitzeichen erzählt Jana Fischer:
Ein internationaler Star: Tänzerin, dazu Sängerin, erste Schwarze Hauptdarstellerin im Tonfilm. Und Josephine Baker kämpft gegen Rassismus, leistet Widerstand gegen die Nazis.
Mit der "Revue Nègre" wird Josephine Baker 1925 fast über Nacht zum gefeierten Star in Paris. Wie die amerikanische Tänzerin ihren kaum bekleideten Körper kühn verrenkt und schwingt, haben die Franzosen so noch nicht gesehen. Die Pariser Avantgarde ist begeistert, Josephine Baker verkörpert für sie die Moderne im Varieté. Die französische Sittenpolizei bemängelt indes, dass schwarze Haut kein Kostüm sei. Der erste schwarze Superstar ruft Bewunderung und Abscheu hervor.
So hält die Kirche in Wien Gottesdienste ab, um vor Josephine Bakers Tournee zu warnen. Die moralische Alarmierung nützt nichts, nun kaufen sich die Menschen erst recht Tickets für die Show. Das will man in München verhindern und strebt vorsichtshalber direkt ein Auftrittsverbot an. Als Gründe werden genannt: die Erfahrungen aus Wien, die Fastenzeit, und dass Josephine Baker nach den bisherigen Mitteilungen der Presse eine unberechenbare Person sei.
Das Auftrittsverbot in München ist für Josephine Baker eine weitere ihrer unzähligen rassistischen Erfahrungen, ihren Ruhm stoppt es allerdings nicht. Sie tanzt nicht nur auf den Bühnen der Welt, sondern tritt als Sängerin und Schauspielerin im Film auf und gilt bald als reichste "reichste Afroamerikanerin der Welt"
In diesem Zeitzeichen erzählen Ulrich Biermann und Veronika Bock :
Er wird durch seine "Köpenickiade" berühmt: Wilhelm Voigt verkleidet sich als Hauptmann und raubt 1906 mit gutgläubigen Soldaten im Köpenicker Rathaus die Stadtkasse.
Am 16. Oktober 1906 fängt ein Hauptmann in grauer Uniform, der gerade von der Toilette kommt, einen kleinen Trupp ahnungsloser Soldaten in blauen Röcken ab. Er gibt den Männern den Befehl, mit ihm nach Köpenick zu fahren. Der Hauptmann ist nicht echt, sondern ein Ex-Zuchthäusler namens Wilhelm Voigt.
Im dortigen Rathaus beschlagnahmt Wilhelm Voigt gegen Quittung kurzerhand die Gemeindekasse - 3.557, 45 Pfennige. Nach heutigem Wert etwa 26.000 Euro. Er unterschreibt mit dem Namen seines letzten Gefängnisdirektors: von Malzahn.
Bürgermeister Langerhans und der Stadtkämmerer Rosenkranz werden vom Hauptmann verhaftet. Später lässt Voigt sie unter Bewachung mit Droschken nach Berlin zur Neuen Wache transportieren, wo man natürlich nichts weiß und sie frei lässt.
Zehn Tage lang kann Voigt untertauchen, bevor er geschnappt wird. Das Urteil: milde vier Jahre. Zu peinlich ist es für das preußische Staatsverständnis, dass ein ehemaliger Zuchthäusler solch ein Ding durchziehen kann.
Nach zwei Jahren begnadigt Kaiser Wilhelm II. den falschen Hauptmann. Mit 59 Jahren beginnt für Wilhelm Voigt die schönste Zeit seines Lebens.
In diesem Zeitzeichen erzählt Heiner Wember:
Das Attentat trug zur Bildung des Mythos bei: Vor allem aber machen Lincolns (geb. 12.2.1809) Persönlichkeit und Verdienste ihn zu einem der größten US-Präsidenten aller Zeiten.
Abraham Lincoln gewinnt zwei Mal die Wahl zum Präsidenten der USA. Er wird als Mensch voller Empathie, voller Sympathie für Schwache, für die Zurückgebliebenen in der Gesellschaft, natürlich gerade für Sklaven und Schwarze in den USA beschrieben. Andererseits ist da der feste Wille Mitte der 1860er-Jahre den grausigen amerikanischen Bürgerkrieg durchzuziehen mit all den vielen Opfern.
Vier Jahre lang dauern die Kämpfe. Etwa 620.000 Menschen sterben. Zunächst scheinen die Südstaaten siegreich, mit einem neuen Heerführer gewinnt der Norden, Lincolns Union, aber manche Schlacht. Der Präsident sieht es als seine Pflicht an, sich der Opfer würdig zu erweisen.
Sie hätten eigentlich den Bestand der jetzt tatsächlich Vereinigten Staaten von Amerika geschaffen, die Demokratie erhalten. Ihr Werk wolle er vollenden. Das sagt Lincoln im Angesicht von Särgen und Pferdekadavern auf dem Schlachtfeld der kleinen Gettysburg in Pennsylvania.
Die Gettysburg-Rede gilt als Lincolns wichtigste Rede und eine der bedeutendsten in der Geschichte der USA.
In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Dänzer-Vanotti:
Das Leiden ist seit dem Altertum bekannt: Die Staublunge. Seit dem 11.2.1929 gilt Silikose als Berufskrankheit, erkrankte Bergleute erhalten Geld aus der Versicherung.
Ab den 1920er-Jahren setzt eine sehr starke Mechanisierung des Steinkohlebergbaus ein. Wichtigste Werkzeuge sind der Presslufthammer und Sprengstoff, wobei sehr viel Staub entsteht.
Erschwerend kommt hinzu, dass der Bergbau auf der Suche nach Kohle oder auch anderen Erzen immer tiefer in den Berg hinein gräbt. Das macht die Belüftung der Bergwerke immer schwieriger.
Schlechtere Belüftung plus sehr viel Staub bilden eine gefährliche Kombination im Hinblick auf die Silikose - oder auch Staublunge genannt.
Das Sozialversicherungssystem, wie wir es heute kennen, gibt es erst seit den 1880er-Jahren. Berufskrankheiten sind zunächst noch nicht versichert. Die erste Berufskrankheiten- Verordnung wird 1925 in der Weimarer Republik eingeführt.
Mit der zweiten Verordnung 1929 wird auch die Staublunge als Berufskrankheit anerkannt. Der 11. Februar 1929 wird zum Stichtag für die "schwere Staublunge".
Umgehend melden mehr als 14.000 Menschen ihre Beschwerden an. Doch nur wer buchstäblich bereits aus dem letzten Loch pfeift, darf auf Entschädigung hoffen. Mehr als 90 Prozent gehen damals leer aus.
In diesem Zeitzeichen erzählt Steffi Tenhaven:
Am 10.2.1944 schreibt Petter Moen im Osloer Gestapo-Gefängnis seinen ersten Tagebucheintrag. Heimlich entsteht mühsam ein wichtiges Dokument, das niemanden kaltlässt.
Als die Nazis Norwegen überfallen, geht Petter Moen in den Untergrund. Der Mathematiker informiert in einer illegalen Zeitung über die Machenschaften der Deutschen und den Kriegsverlauf. Die Berichte hören er und seine Mitstreiter bei der BBC ab. Doch die Gestapo kommt ihnen auf die Schliche und Petter Moen wandert ins Gefängnis. "Bin zweimal verhört worden. Wurde gepeitscht". Das sind die ersten Einträge in dem ungewöhnlichen Tagebuch aus Toilettenpapier.
Mit einem Draht pickt Moen jeden Buchstaben sorgsam auf die einzelnen Blätter, die er im Lüftungsschacht unter seiner Pritsche versteckt. Nach Kriegsende werden die kleinen Rollen zu einem Zeugnis der Nazi-Gewaltherrschaft. Sie beschreiben beispielhaft die Ängste und Schmerzen von Nazi-Opfern; die Misshandlungen, die sie erfahren mussten. Petter Moen schreibt auch über seine Scham, weil er Weggefährten unter Folter verraten hat.
In diesem Zeitzeichen erzählt Irene Geuer:
"Die drei Räuber" - ein Kinderbuch als Westbestseller. Geschrieben und gezeichnet von Tomi Ungerer (gestorben am 9.2.2019). Seine Kunst, auch die für Kinder, war schonungslos und satirisch.
Mit 60 Dollar in der Tasche und einem Koffer voller Zeichnungen und Manuskripte, zieht Jean-Thomas Ungerer, genannt Tomi, im Jahr 1956 nach New York. Hier steigt er schnell zu einem der weltweit erfolgreichsten Kinderbuchautoren, Illustratoren, Zeichner und Werbegrafiker auf.
Ungerer eckt oft an, pfeift auf political correctness - nicht nur in seinen Werken. In den 60er Jahren sorgt der Elsässer mit Plakaten für Aufsehen, die den Rassismus, die Rolle der USA im Vietnam-Krieg und die Doppelmoral der amerikanischen Gesellschaft anklagen. Als er mit erotischen Zeichnungen die Prüderie anprangert, setzen die Behörden seine Kinderbücher auf die Schwarze Liste sämtlicher US-Bibliotheken.
Ungerers Werk umfasst mehr als 160 Bücher und 40.000 Zeichnungen. Trotz der Flut an Ehrungen bleibt er bis zu seinem Tod am 9. Februar 2019 ein Identitätssucher, ein chronischer Zweifler, ein engagierter Pessimist.
In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg:
Der russische Chemiker Dmitri Mendelejew (geboren am 8.2.1834) ordnet mit seinem Periodensystem die chemischen Elemente mit einem Clou: er lässt Lücken für Unentdecktes.
Ordnung ist das halbe Leben - diese Phrase gilt auch in der Chemie. Daher präsentiert der Russe Dmitri Mendelejew 1869 ein Ordnungssystem, in das er sämtliche damals bekannten chemischen Elemente nach zunehmender Atommasse sortiert. Das Besondere: Sein System weist Lücken auf - für Elemente, die bis dahin noch gar nicht entdeckt sind.
Sein Periodensystem wird schnell zum weltweit anerkannten Standard. Mit diesem Triumph hat Mendelejew den Gipfel seiner Forscherkarriere erreicht - und überschritten. In den 1870er Jahren vergeudet er Zeit und Geld mit der Suche nach dem fiktiven Äther-Element, hat auch als Ballonfahrt-Pionier und Eismeer-Erkunder kaum Erfolg. Und selbst manche seiner chemischen Glaubenssätze überholt irgendwann die Realität.
Dennoch erhält er für sein System viele Ehrungen und Titel. Die vielleicht größte Auszeichnung erlebt Mendelejew allerdings nicht mehr: Zu seinen Ehren bekommt 1955 das künstlich hergestellte Element 101 den Namen "Mendelevium". Der Chemiker mit dem markanten Zottelbart stirbt 72-jährig in Sankt Petersnurg.
In diesem Zeitzeichen erzählt Wolfgang Burgmer:
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