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Ein schwerer Abschied – Astrids Aufbruch in die Ferne
Barbara Grünholt stand noch lange auf dem Flughafengelände und schaute der Propellermaschine nach, die weiter und weiter in den Wolken verschwand Richtung Süd-Osten. Darin saß nun ihre Tochter Astrid auf dem Weg zu ihrem neuen Wirkungskreis unter Menschen mit asiatischer Kultur, mit Sprachen, die so fremdartig waren wie deren Kleidung. Aber die Familie Grünholt hatte es mit all ihren Ängsten und Bedenken nicht geschafft, Astrid von ihrem Entschluss abzubringen. Seit ihrem Studienabschluss als Englischlehrerin und Missionars-Anwärterin für ein Gebiet im vorderindischen Raum stand es für die junge Frau aus dem Rheinland fest: Sie wollte dem Ruf ihres Herrn und Königs Jesus Christus folgen und ihre genialen sprachlichen Talente einsetzen, wohin er sie sandte. Bereits während der recht langen Vorbereitungszeit auf diesen endgültigen Schritt ins Unbekannte war schon so viel besprochen und grundsätzlich geklärt worden – aber die Mutter konnte selbst den nahen Verwandten noch immer keine fassbare Auskunft über die Absicht der Tochter geben. Noch keinem jungen, hoch intelligenten Menschen aus der Familie war etwas so Außergewöhnliches eingefallen.
Auf der Heimfahrt: Barbaras Gedanken bei den Jüngern Jesu
Mutter Barbara kam sich auf ihrer Heimfahrt fast so vor wie die Jünger Jesu vor dem Passahfest. Was hatte ihr Meister ihnen in den Reden vor seinem letzten Weg noch alles ans Herz gelegt? Ernst und eindrücklich – und mit einem doppelten „Wahrlich, wahrlich“ betont, hatte er seinem engsten Anhängerkreis das Wichtigste vor Augen geführt. Um sich ein wenig von ihrem Abschiedsgefühl zu erholen, griff Barbara Grünholt zu ihrer Bibel und suchte im Johannes-Evangelium den Bericht über die letzten Worte Jesu. Was sie las, steht zwar in seiner Bedeutung himmelhoch über den manchmal so naiv-verständnislosen Gesprächen, die ihre Astrid anhören musste von ihren nächsten Angehörigen – aber was die Jünger zu den doch eigentlich unmissverständlichen Aussagen Jesu beigetragen hatten, hörte sich eben fast so an wie die Antworten, die ihre Astrid bekommen hatte, wenn sie hoffte, ihre Entscheidung würde von den Zuhörern verstanden und akzeptiert.
Jesu Worte des Trostes und die Reaktion der Jünger
Barbara Grünholt setzte ihr Lesen mindestens dreimal neu an, um sich real vorzustellen, wie das Gespräch zwischen Jesus und seinen Jüngern verlief. Mit aller Liebe hat er ihnen deutlich gemacht, wie sehr ihm in seiner untrennbaren Existenz als Gott und Mensch das Wohl seiner engsten Freunde am Herzen liegt. Sein mehrfaches Versprechen, ihnen auch dann nahe zu sein, wenn er nicht mehr körperlich anwesend ist – diese Zusagen sind doch mit so viel wunderbaren Tatsachen verbunden! Da hätten sich doch alle nur super beschenkt fühlen dürfen und mit Ruhe den nächsten Ereignissen entgegensehen können! Die eifrige Leserin holte ganz tief Atem: „Na, Mutter Barbara!“ Sagte sie zu sich: „Da brauchst du dich über die Frage von Judas Thaddäus nicht zu mokieren. Er wollte vielleicht nur ein Stück beweisen, wie tief er als einziger über manche Zusammenhänge in Jesu Reden nachdachte. Dabei entfernte er sich doch vom Hauptthema ziemlich weit. Ob das, was der Meister über die engen Beziehungen der Jünger zu ihm, und damit zu seinem und ihrem himmlischen Vater, zu sagen hatte, ob dies später auch Menschen betraf, die jetzt noch nichts von dieser Liebe ahnten – das war im Moment der letzten großen Unterredung ein eher störender Nebengedanke. Es machte aber eins deutlich: Das Hauptanliegen dieser Stunde war nicht mit voller Macht in den Herzen der Jüngerschar angekommen. Die Bibel lag noch eine ganze Weile aufgeschlagen vor Astrids Mutter. Ihre Gedanken kreisten – ähnlich wie bei den Männern damals – auch recht vordergründig über alle die Nebengedanken und Gefühle, die sie in den Diskussionen mit ihrer Tochter geführt hatte zum Thema endgültiger Weg in eine unbekannte Zukunft. Wie sollte sie sich in diesem Moment auch schon mit allen Sinnen trösten darüber, ihr selbstbewusstes – ehemals kleines – Mädchen auf der richtigen Straße gehen zu lassen? Und alle Beteuerungen von gegenseitiger, nie vergehender Liebe so unverbrüchlich zu glauben, wie sie mit Sicherheit gemeint waren?
Hoffnung und Entschluss: Der Tröster und die Wahrheit als Anker
Barbara Grünholt las zum wiederholten Male die Verse von 15 bis 26 im Kapitel 14 langsam durch – und langsam und doch ganz deutlich empfand sie den himmelweiten Unterschied von ihrer Situation zu den treuen Versprechen des Gottessohnes bei seinem Abschied von der sichtbaren Welt und der danach erschienenen großartigen Erfüllung auch für sie. Sie nahm sich vor: Wenn die Verbindung zum neuen Wohnort Astrids funktioniert, wird sie den Akkus nachdrücklich befehlen, solange lebendig zu bleiben, bis sie alles haarklein über die Liebe, den Geist der Wahrheit, den Tröster und die Gebote Gottes ans andere Ende der Erde geschickt hat.
Autor: Ursula Hellmann
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By ERF - Der Sinnsender5
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Ein schwerer Abschied – Astrids Aufbruch in die Ferne
Barbara Grünholt stand noch lange auf dem Flughafengelände und schaute der Propellermaschine nach, die weiter und weiter in den Wolken verschwand Richtung Süd-Osten. Darin saß nun ihre Tochter Astrid auf dem Weg zu ihrem neuen Wirkungskreis unter Menschen mit asiatischer Kultur, mit Sprachen, die so fremdartig waren wie deren Kleidung. Aber die Familie Grünholt hatte es mit all ihren Ängsten und Bedenken nicht geschafft, Astrid von ihrem Entschluss abzubringen. Seit ihrem Studienabschluss als Englischlehrerin und Missionars-Anwärterin für ein Gebiet im vorderindischen Raum stand es für die junge Frau aus dem Rheinland fest: Sie wollte dem Ruf ihres Herrn und Königs Jesus Christus folgen und ihre genialen sprachlichen Talente einsetzen, wohin er sie sandte. Bereits während der recht langen Vorbereitungszeit auf diesen endgültigen Schritt ins Unbekannte war schon so viel besprochen und grundsätzlich geklärt worden – aber die Mutter konnte selbst den nahen Verwandten noch immer keine fassbare Auskunft über die Absicht der Tochter geben. Noch keinem jungen, hoch intelligenten Menschen aus der Familie war etwas so Außergewöhnliches eingefallen.
Auf der Heimfahrt: Barbaras Gedanken bei den Jüngern Jesu
Mutter Barbara kam sich auf ihrer Heimfahrt fast so vor wie die Jünger Jesu vor dem Passahfest. Was hatte ihr Meister ihnen in den Reden vor seinem letzten Weg noch alles ans Herz gelegt? Ernst und eindrücklich – und mit einem doppelten „Wahrlich, wahrlich“ betont, hatte er seinem engsten Anhängerkreis das Wichtigste vor Augen geführt. Um sich ein wenig von ihrem Abschiedsgefühl zu erholen, griff Barbara Grünholt zu ihrer Bibel und suchte im Johannes-Evangelium den Bericht über die letzten Worte Jesu. Was sie las, steht zwar in seiner Bedeutung himmelhoch über den manchmal so naiv-verständnislosen Gesprächen, die ihre Astrid anhören musste von ihren nächsten Angehörigen – aber was die Jünger zu den doch eigentlich unmissverständlichen Aussagen Jesu beigetragen hatten, hörte sich eben fast so an wie die Antworten, die ihre Astrid bekommen hatte, wenn sie hoffte, ihre Entscheidung würde von den Zuhörern verstanden und akzeptiert.
Jesu Worte des Trostes und die Reaktion der Jünger
Barbara Grünholt setzte ihr Lesen mindestens dreimal neu an, um sich real vorzustellen, wie das Gespräch zwischen Jesus und seinen Jüngern verlief. Mit aller Liebe hat er ihnen deutlich gemacht, wie sehr ihm in seiner untrennbaren Existenz als Gott und Mensch das Wohl seiner engsten Freunde am Herzen liegt. Sein mehrfaches Versprechen, ihnen auch dann nahe zu sein, wenn er nicht mehr körperlich anwesend ist – diese Zusagen sind doch mit so viel wunderbaren Tatsachen verbunden! Da hätten sich doch alle nur super beschenkt fühlen dürfen und mit Ruhe den nächsten Ereignissen entgegensehen können! Die eifrige Leserin holte ganz tief Atem: „Na, Mutter Barbara!“ Sagte sie zu sich: „Da brauchst du dich über die Frage von Judas Thaddäus nicht zu mokieren. Er wollte vielleicht nur ein Stück beweisen, wie tief er als einziger über manche Zusammenhänge in Jesu Reden nachdachte. Dabei entfernte er sich doch vom Hauptthema ziemlich weit. Ob das, was der Meister über die engen Beziehungen der Jünger zu ihm, und damit zu seinem und ihrem himmlischen Vater, zu sagen hatte, ob dies später auch Menschen betraf, die jetzt noch nichts von dieser Liebe ahnten – das war im Moment der letzten großen Unterredung ein eher störender Nebengedanke. Es machte aber eins deutlich: Das Hauptanliegen dieser Stunde war nicht mit voller Macht in den Herzen der Jüngerschar angekommen. Die Bibel lag noch eine ganze Weile aufgeschlagen vor Astrids Mutter. Ihre Gedanken kreisten – ähnlich wie bei den Männern damals – auch recht vordergründig über alle die Nebengedanken und Gefühle, die sie in den Diskussionen mit ihrer Tochter geführt hatte zum Thema endgültiger Weg in eine unbekannte Zukunft. Wie sollte sie sich in diesem Moment auch schon mit allen Sinnen trösten darüber, ihr selbstbewusstes – ehemals kleines – Mädchen auf der richtigen Straße gehen zu lassen? Und alle Beteuerungen von gegenseitiger, nie vergehender Liebe so unverbrüchlich zu glauben, wie sie mit Sicherheit gemeint waren?
Hoffnung und Entschluss: Der Tröster und die Wahrheit als Anker
Barbara Grünholt las zum wiederholten Male die Verse von 15 bis 26 im Kapitel 14 langsam durch – und langsam und doch ganz deutlich empfand sie den himmelweiten Unterschied von ihrer Situation zu den treuen Versprechen des Gottessohnes bei seinem Abschied von der sichtbaren Welt und der danach erschienenen großartigen Erfüllung auch für sie. Sie nahm sich vor: Wenn die Verbindung zum neuen Wohnort Astrids funktioniert, wird sie den Akkus nachdrücklich befehlen, solange lebendig zu bleiben, bis sie alles haarklein über die Liebe, den Geist der Wahrheit, den Tröster und die Gebote Gottes ans andere Ende der Erde geschickt hat.
Autor: Ursula Hellmann
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