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  • Weiter und weiter auf der viralen Welle | Von Peter Frey
    Ein Standpunkt von Peter Frey.
    Nachdem das „neuartige Coronavirus“ als Angstmacher ausgereizt ist, müssen neue Varianten dieser angeblichen Todesboten an die Front geschickt werden.
    Erfolg verspricht dies auch deshalb, weil die Menschen in der Regel nach wie vor nicht in Zweifel ziehen, ob diese angeblich so gefährlichen Viren nachweislich entdeckt und außerdem ihre Infektion, vor allem eine krankmachende gar tödliche Infektion nachgewiesen worden wäre. Was das Coronavirus betrifft, wurden wir in einer Weise angelogen, dass sich die Balken biegen. Obwohl dies einer großen Anzahl von Zeitgenossen zunehmend bewusst wird, glauben selbige trotzdem weiter, dass sowohl die Viren als auch deren krankmachendes Verhalten zweifelsfrei belegt wäre. Das macht man sich zunutze.
    Ein paar kleine Kostproben aus der Qualitätspresse:


    „Kaum ebbt die Corona-Pandemie ab und wir können uns von den letzten beiden Jahren erholen, bricht ein neues Virus aus. Wieder in China, wieder ist es vom Tier auf den Menschen übertragbar, wieder kann es sich durch Fieber, Husten und Müdigkeit äußern. Droht uns eine neue Pandemie?“ (1)

    Man gewinnt den Eindruck, dass diese „neuen Erkenntnisse“ gezielt an die Medien durchgesteckt werden, man es kaum erwarten kann, diese als wohlgemerkt ungeprüfte Nachricht an das Publikum weiter zu reichen:


    „Das gefundene Virus, BtSY2 ist mit dem uns allen bekannten SARS-CoV-2 eng verwandt, wie Forscher herausfanden. Die Studie wurde als Vorabdruck auf dem bioRxiv-Server veröffentlicht und derzeit aber noch nicht von Fachkollegen geprüft.“ (2)

    Und immer könnte (!) alles ganz schlimm werden. Virologen betätigen sich regelmäßig als Weissager, äußern Besorgnisse, ganz wie beim „neuartigen Virus“. Latent werden die Menschen in diffuser Angst vor „dem Killervirus“ gehalten. Das ist ein unwürdiges Spiel:


    „Besorgniserregend war, dass die Forscher feststellten, dass eine Fledermaus sehr häufig von mehreren Viren gleichzeitig befallen wurde, was laut Professor Jonathan Ball, Virologe an der Universität Nottingham, dazu führen kann, dass Viren Teile ihres genetischen Codes austauschen. Somit können auch neue Erreger von Krankheiten entstehen.“ (2i)

    Es klingt immer gleich und im Kosmos der Virologen schwingt die Paranoia mit:


    „In China haben Wissenschaftler ein neues Virus entdeckt, dass beinahe identisch mit Sars-CoV-2 ist. Offenbar grassieren in Südostasien unzählige Viren, die eine sehr große Ähnlichkeit aufweisen. Virologen warnen vor einer tödlicheren Pandemie.“ (3)

    Gern erinnere ich auch nochmal an den frühsommerlichen Affenzirkus, also Affenpocken-Zirkus (b1):

    Bei all diesen Meldungen erfährt der Leser das Entscheidende nicht, hinterfragt und erfragt es auch nicht: Wie wurde der Erreger entdeckt, wie wurde er später nachgewiesen, worauf begründen sich die Aussagen über dessen ansteckendes Wesen und Gefährlichkeit? Das ist alles beileibe nicht klar, aber der Konsument glaubt es und alles erdenkliche wird getan, um ihn in diesem Glauben zu belassen. Das hat mich motiviert, an ein Wissenschafts-Magazin, namens Spektrum zu schreiben.



    Sehr geehrter Herr Lingenhöhl,
    am 25. November des Jahres zeichneten Sie eine Nachricht (4), nach der 13 bislang unbekannte Virentypen in fossilen Proben nachgewiesen worden wären. Nicht nur das: Sie berichteten auch darüber, dass das von Ihnen als Quelle genannte Forscherteam eines der Viren in Zellkulturen in Virulenz gebrac...
    9 min
  • Woran merkt man, dass Selenskij lügt? | Von Rainer Rupp
    Wenn er den Mund aufmacht!
    Ein Kommentar von Rainer Rupp.
    Wolodymyr Selenskijs Versuch, die NATO in den Dritten Weltkrieg zu lügen, wird im Westen nur noch von fanatischen Ukraine-Propagandisten bezweifelt. Aber wenn die Frage nach Selenskijs Glaubwürdigkeit gestellt wird, dann wird in Politik und Medien relativiert, denn er sei schließlich ein Kriegsheld. Dennoch erwarten selbst US-Beobachter, dass die Luft um den Helden-Schauspieler, der ein Phantasiestück vom großen ukrainischen Sieg über Russland vorführt, immer dünner wird.
    Die Behauptung der Ukraine, Russland habe mit zwei Raketen das NATO-Mitglied Polen angegriffen und dabei zwei Menschen getötet, war ein Schock für die Länder des westlichen Bündnisses, sahen sie sich doch plötzlich mit der realen Möglichkeit eines Krieges gegen Russland konfrontiert. Zugleich war die von der US-Nachrichtenagentur AP verbreitete Hiobsbotschaft über den angeblichen russischen Raketenangriff auf Polen ein aufschlussreicher politischer Lackmustest über die tatsächliche Kriegsbereitschaft der NATO-Länder, die ganz offensichtlich im Widerspruch zur viel beschworenen Geschlossenheit und Solidarität steht.
    Ob dieser große Schock auch ein echter Weckruf für die meisten NATO-Länder bezüglich ihrer Ukraine-Russland Politik ist, bleibt jedoch unklar. Zwar haben einige europäische Medien den bis dahin als Kriegsheld vergötterten ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskij rundheraus als "gefährlich" bezeichnet und ihn beschuldigt, versucht zu haben, die NATO mit seiner "Unwahrheit" in den Dritten Weltkrieg zu lügen. Aber ob das reicht, die politische Kurve zu kriegen und z. B. Washington dazu zu bringen, die gerade versprochenen weiteren zig Milliarden Dollar für die Ukraine zu überdenken, oder ob die EU die vor wenigen Tagen angekündigten 2,5 Milliarden Euro für die Ukraine nochmals auf den Prüfstein stellt, das ist eine andere Frage.


    Auch die Bundesregierung müsste angesichts der jüngsten Ereignisse die in Aussicht gestellten weiteren Hunderte von Millionen Euro für den preisgekrönten ukrainischen Pinocchio neu bewerten. Das Geld sollte stattdessen ins Ahrtal geschickt werden, wo die meisten Bürger seit 16 Monaten immer noch auf die versprochene Hilfe warten.

    Die Tatsache, dass Präsident Selenskij trotz der Erkenntnisse aller NATO-Experten und Geheimdienste und öffentlicher Erklärungen der Regierungen der NATO-Länder einschließlich der USA stur dabei blieb, dass die Russen die S300-Raketen auf Polen abgefeuert hätten, hat sogar einige US-amerikanische Medien aus dem Mainstream gezwungen, ihre bisherige Heldenverehrung zu hinterfragen. So hieß es in einem der ersten Absätze eines Artikels des US-Nachrichtenmagazins Newsweek vom 19. November unter dem Titel "Stellt Selenskij Amerikas Geduld auf die Probe?":
    "Doch sogar nachdem die Gefahr einer Eskalation aufgrund des Prinzips 'Einer für alle, alle für einen' gesunken war, hat der ukrainische Präsident weiter darauf bestanden, dass er 'keinen Zweifel daran habe, dass es nicht unsere Rakete war'. Als Präsident Biden zu dieser Antwort Selenskijs befragt wurde, sagte er Reportern, dass es 'dafür keinen Beweis gibt'."
    Direkt zu Beginn des Artikels äußert der Autor seine große Befürchtung:
    "Die Erklärung von Wladimir Selenskij für die tödliche Raketenexplosion in Polen mag im Widerspruch zu der von Joe Biden stehen, aber könnte sie in den USA nicht auch die Glaubhaftigkeit zukünftiger Behauptungen des ukrainischen Präsidenten über die russische Invasion untergraben?
    17 min
  • Regime Change im Iran? | Von Jochen Mitschka
    Ein Standpunkt von Hossein Pur Khassalian.
    Redaktioneller Hinweis: Der folgende Text wurde von Dr. Hossein Pur Khassalian entworfen, und von Jochen Mitschka exklusiv für die Nutzung als apolut-Podcast gekürzt und überarbeitet. Hossein gehört zu der Generation von Exil-Iranern, welche noch unter dem Schah-Regime nach Deutschland flüchteten. Im Gegensatz zur Mehrheit der Exil-Iraner, welche nach der Revolution von 1979 das Land verließen und von denen bzw. ihren Nachkommen heute ein nicht unwesentlicher Teil einen Regime Change im Sinne der US-Interventionen fordern. Trotz seiner deutschen Karriere als Arzt und verheiratet mit einer deutschen Frau, hat der Autor dieses Textes nie aufgehört die Menschen seines Landes, welche besonders unter den Sanktionen der USA leiden, zum Beispiel durch die Finanzierung einer Mädchenschule zu unterstützen. Aufgrund seiner Vita, seiner Liebe zum Iran einerseits und seiner Zuneigung zu Deutschland andererseits, eignet sich der Autor besonders, um über die derzeitige Situation im Iran zu berichten. Bei der Bearbeitung wurde versucht, stilistisch möglichst wenig zu ändern, um die Authentizität des Textes zu erhalten.
    Vorwort
    Nach dem tragischen Schicksal einer 22-jährigen Frau, Mahssa Amini, die nach der Verhaftung durch die Sittenpolizei im Iran starb, entstand weltweit Mitgefühl bei vielen Menschen. Die Nachrichten über die Niederschlagung der Proteste im Iran, in den Tagen nach dem 16.10.2022, lösten bei Millionen Menschen Wut und Abscheu gegen die Machthaber der Islamischen Republik aus. Als Kenner meiner ersten Heimat habe ich aus zweierlei Gründen gelitten und leide noch. Zum einen schäme ich mich dafür, dass es den Frauen vorgeschrieben wird, wie sie sich zu kleiden haben, ganz zu schweigen von möglichen Strafen, falls sie sich nicht an die Gebote halten. Zum zweiten nehme ich aber auch mit Bedauern wahr, wie Medien und Persönlichkeiten aus der Politik und Kirche mit Nachdruck die Abschaffung der Islamischen Republik fordern. Hinzu kommt, dass die Reformer des Irans und deren Meinung, in den westlichen Medien nicht gehört oder sogar abgelehnt werden.
    Ich will versuchen nachzuweisen, dass das Anwachsen der Macht der muslimisch-radikalen Fundamentalisten das größte Problem darstellt, [Anmerkung: und maßgeblich gefördert wird durch die „Politik des maximalen Drucks“ des Westens]. Es ist eine Gruppe, die im Iran infolge der destruktiven Politik der US-Republikaner und Israels Likud Partei an Boden gewonnen hat. Ich werde aufzeigen, dass die radikalen Fundamentalisten, nach dem sie zwei Mal die Präsidentschaftswahlen verloren, für sich eine Art Parallel-Staat aufbauten, und derzeit den Staat beherrschen, sodass der Führer der Islamischen Republik mehr und mehr an Macht und Einfluss verliert. Es wird weiterhin gezeigt, dass ein Regimewechsel, selbst unter noch größerem Blutvergießen, nicht leicht zu erreichen ist, und die Gefahr heraufschwört, ein Chaos hervorzurufen. [Anmerkung: siehe Libyen] Hingegen bestehen noch Chancen das vorhandene Regime zu reformieren.
    Regimewechsel, wer wünscht ihn sich? Wer hat die meisten Chancen?
    Nach meiner Einschätzung sind zurzeit über 80% der Menschen im Iran unzufrieden. Doch nicht alle befürworten die Abschaffung des Regimes.
    Radikale Fundamentalisten, moderate Fundamentalisten, Reformer, Linke mit Liberalen und Säkulären und schließlich die radikale Opposition machen jeweils ca. 20% der Gesellschaft aus. Während die beiden extremen Positionen auch bereit sind, Blut zu vergießen, sehen alle anderen eine gewaltlose Veränderung des Systems als wünschenswert an, nicht aber eine von außerhalb des Landes gesteuerte „Revolution“. (Siehe Tabelle 1)
    Es ist anzumerken, dass unter den radikalen Gegnern des Regimes sich zwei Gruppen besonders hervorheben: Monarchisten und die Volksmudschaheddin. Wobei, wenn die Mudschaheddin die kaiserliche Iranfahne (Trikolore mit einem Löwen, Sonne und Schwert) schwenken,
    21 min
  • Schleichend in die gewollte Katastrophe? | Von Wolfgang Effenberger
    Ein Kommentar von Wolfgang Effenberger.
    Anfang Dezember 2021, also vor einem Jahr, habe ich mit meinen beiden Artikeln "Kalter Krieg Reloaded"1) und "Ermuntert die Nachgiebigkeit Putins die USA zum Krieg?"2) auf die gefährlichen US-Machtspiele hingewiesen, die Putin zum Krieg provoziert haben könnten.
    Nun, nach einem Jahr, wurden die dort aufgezeigten Entwicklungstendenzen aufs Schrecklichste bestätigt, wobei der Angriff Russlands am 24.2.2022 auf die Ukraine für manche systemunabhängigen Analysten außerhalb jeder Vorstellung lag.
    Bundeskanzler Olaf Scholz nannte dann rasch diesen völkerrechtswidrigen Angriff der Vetomacht Russland eine Zeitenwende. Doch die wurde bereits 21 Jahre zuvor, am 24.3.1999, mit dem völkerrechtswidrigen Angriff (ohne UN-Resolution) der Vetomacht USA auf Restjugoslawien eingeläutet. Seither mandatieren die USA ihre Interventionen weltweit ohne UN-Resolution: das Völkerrecht wurde durch das Faustrecht ersetzt. Die Beerdigung des Völkerrechts fand also nicht erst am 24.2.2022 statt. Und auch der aktuelle Krieg hat seine Vorgeschichte!
    So geht es im Ukrainekrieg in der Summe um gebrochenes Versprechen, die Stationierung von Patriot Waffensystemen in Rumänien und in Polen, ein Ultimatum der EU, einen Staatsstreich orchestriert von den USA, den Artilleriebeschuss russischstämmiger Bevölkerung im Donbass seit 2014 mit annähernd 14.000 Toten, die fehlende Durchsetzung der Minsker Abkommen, wo Deutschland als Garantiemacht fungierte, und die Weigerung, über von Russland geforderte Sicherheitsgarantien zu verhandeln.
    Insgesamt geht es um die Durchsetzung einer brutalen Geopolitik mit dem Ziel der unipolaren Weltordnung.
    Gebrochenes Versprechen:
    Der Fall der Berliner Mauer am 9.11.1989 führte zu Verhandlungen über die Wiedervereinigung der beiden - nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen - deutschen Staaten.
    Am 31.1.1990 erklärte der westdeutsche Außenminister Hans-Dietrich Genscher öffentlich: "Was immer im Warschauer Pakt geschieht, eine Ausdehnung des NATO-Territoriums nach Osten, das heißt, näher an die Grenzen der Sowjetunion heran, wird es nicht geben“3), so Frank Elbe, damals Bürochef von Hans-Dietrich Genscher, Leiter des Planungsstabes des Auswärtigen Amtes und späterer Botschafter.
    Dazu gibt es nach Aussage von Elbe ein offizielles Dokument, nämlich den Brief von US-Außenminister Baker, der am 7./8. Februar …. zu Gesprächen mit Gorbatschow in Moskau war, an Helmut Kohl – der einen Tag später nach Moskau reiste. Für den Juristen Elbe ist der Brief schon eine Zusage, ein Versprechen, aber kein völkerrechtlicher Vertrag.
    Bakers Aussage in Moskau über unumstößliche Garantien, „dass die NATO-Rechtsprechung oder die NATO-Streitkräfte nicht verlagert würden („ironclad guarantees that NATO’s jurisdiction or forces would not move“) alarmierte in Washington die Mitarbeiter des Nationalen Sicherheitsrates.
    So setzte sich der Nationale Sicherheitsrat ziemlich schnell mit Baker in Verbindung und sagte ihm, „dass diese Formulierung falsch interpretiert werden könnte“4), erinnerte sich Condoleezza Rice, damals sowjetische Beraterin von Präsident George H. Bush (sen.) und spätere Außenministerin von Präsident George W. Bush (jun.), in einem Interview für eine Biographie über Baker. Baker verstand und begann, seine Worte zurückzunehmen.
    Der westdeutsche Bundeskanzler Helmut Kohl wies die Formulierung von Herrn Genscher ebenfalls zurück.
    Am 11.9.1990 hielt Präsident George H. Bush (sen.) eine geschichtsträchtige Kongressrede. In den Mittelpunkt stellte er eine neue Partnerschaft unter den Nationen. Die ernste Krise am Persischen Golf (Husseins Einmarsch nach Kuwait) würde die seltene Gelegenheit bieten, eine historische Phase der Zusammenarbeit einzuleiten. „Aus diesen unruhigen Zeiten kann unser fünftes5) Ziel - eine neue Weltordnung - erwachsen: Eine neue Ära - freier von der Bedrohung durch den Terror,
    29 min
  • Die Schönheit unseres Sieges entfaltet sich | Von Anselm Lenz
    Ein Standpunkt von Anselm Lenz.


    Der Nebel liegt schwer in weiten Tälern. Unser Weg endet nur vorläufig am Ende einer Nacht.

    Wir machen Rast am Gipfelkreuz und blicken vom Kandel. Der Gevatter hat uns schon verlassen, die letzte Etappe hat er nicht mehr geschafft. Er blieb noch am alten Gasthaus zurück und rief uns nach: »Gehet ihr nur weiter, ihr Jungen, den Weg vollenden bis zum umfassenden Sieg. Um mich sorget euch nicht mehr. Gürtet nur ihr den Schuh!« 
    Uns so gingen wir bis hierhin, auf den höchsten Punkt und diese Ellen weiter. Und mein Weggefährte entfaltet das Butterbrot. Ein Apfel, ein Ei. Dazu ein Schluck der Milch wohl von badischer Kuh.
    Still liegt unser Land, fast so, als wäre nichts gewesen. Doch die Beine so schwer. Es ist unser Deutschland, das Land, das deutsche, das uns gehört. Unsere Heimat, die uns nährt und die wir lieben und nicht verachten.
    Aus letzter schwarzer Nacht weht uns ein Eishauch an die Knöchel. Was sind wir weit gelaufen und sie kommt, ungefragt doch zuverlässig, fast ungnädig und unaufhaltsam, von Osten her. Sie legt ihr rotes Band auf den Horizont, um ihn zu befreien. Ihr Sieg wird nicht ewig währen, nur einen einzigen Tag, aber sie wird unaufhaltsam sein.
    Dass die Sonne, schön wie nie… die Quälgeister vertreiben und die Gerüche der Nacht aus dem Unterholz, aus den Niederungen, mitnehmen wird näher zu sich hinauf, sodass sie nur noch die Lüfte würzen und zarte Flügel der Schmetterlinge tragen.
    Der erste Sonnenstrahl feiert das eben noch nächtliche Firmament: Golden. Ein weiterer Tag beginnt, an dem wir nicht von unsichtbaren Gefahren dahingerafft werden, keine Gespenster in unseren Wäldern sehen, in denen wir uns mittlerweile so sicher bewegen wie Förster oder freundliche Jägersleute oder Waldjungen aus weit vergangener Zeit.
    Wir hatten uns einen Überblick verschafft und waren hinabgestiegen vom vergangenen Gipfel, gingen in die Wälder und versammelten uns zum überwältigenden Tross der Wahrhaftigen und Gutherzigen, die dort seit langer Zeit überlebt haben und heute fast schon vernichtete Weisheiten hegen. Es ist ein rührendes Werk voller geheimer Stärke, dass sie vollbringen, mit innerer Größe, die die Jahrhunderte himmelweit überragt.
    Der Tross zieht und es ist nur einer von Tausenden. Auf unserer Reise durch Klammen und auf Auen, in Wildbächen und über Flöze nicht die Tiere, die schmalen Grate, die Strömungen, die Unwetter, knietiefer Moraste oder giftige Pilze. Heute wissen wir, dass die einzige Gefahr für uns Menschen Menschen waren, jene, die wir auf den Bildschirmen in den Städten gesehen hatten. Eine von uns nennt sie »Echsen«, so kaltblütig, fast ganz leer und starr sind sie. »Und dafür, dass sie sie Echsen nennt, wurde sie Hexe genannt und zu uns verjagt. Wir sind das Volk!«, deklamiert ein IT-Experte im Tross unserer Bewegung.
    In diesem Tross trafen wir auch den Derwisch. Er ist wohl ein Edler, ein hoher Ritter, der seine Rüstung behende trägt, so ward er uns vorgestellt. Er trägt zwei Narben mit Würde. Der Derwisch macht uns mit seiner Reiterei und den Bogenschützen bekannt. Sie alle haben ein besonderes Wissen voller Logik und Sanftmut, so viel rationaler und zugleich herzlicher als die Gesichter der Bildschirme und das Geflüster der Hofnarren.
    Auch der Alte war unter ihnen im Tross und er grummelte seine weisen Worte am Kesselchen. Er sprach immer solide, berechenbar, vorhersehbar. Aber seine große Zukunft lag bereits in der Vergangenheit. Er hatte zulange auf seine Beförderung warten müssen und war schon länger nicht mehr zufrieden. Keiner weiß, warum. Doch das Kräuterweib kümmert sich um ihn und bringt ihm frische Kleidung.


    Wir können auch die Trompete blasen
    Und schmettern weithin durch das Land;
    Doch schreiten wir lieber in Maientagen,
    Wenn die Primeln blühn und die Drosseln schlagen,
    Still sinnend an des Baches Rand.
    12 min
  • Kritische Lehrer im Visier | Von Julian Marius Plutz
    Ein Kommentar von Julian Marius Plutz.


    Hinweis zum Beitrag: Der vorliegende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Hans-Joachim Maaz aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt apolut diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

    In den letzten zweieinhalb Jahren wurden Lehrkräfte unter Druck gesetzt oder sogar aus den Schulen gemobbt, wenn sie sich für das Wohl ihrer Schutzbefohlenen einsetzten.




    Mehr als zweieinhalb Jahre sind vergangen, seit die ersten Coronamaßnahmen in Kraft traten. Vor allem die Schulen waren von Schließungen, Maskenpflicht und Wechselunterricht betroffen. Viele Schüler erholten sich nicht mehr von diesen politisch motivierten Beeinträchtigungen. Aber auch Lehrer, die die Maßnahmen nicht so einfach hinnehmen wollten, leiden bis heute unter der erfahrenen Ausgrenzung. Dieser Artikel erzählt von dem Gymnasiallehrers Peter K. (Name geändert) und davon, wie es ihm in den letzten zweieinhalb Jahren ergangen ist.






    „Im Jahr 2020 hörte man von den ersten Meldungen über ein neuartiges Virus, das COVID-19 hieß“, erinnert sich Peter K. Der Lehrer für Naturwissenschaften war zu dem Zeitpunkt an einem Gymnasium in einer mittelgroßen Stadt beschäftigt. Man kennt sich, entweder durch den Sportverein oder durch die Kinder, die in die gleichen Klassen gehen.
    „Wirklich ernst nahm damals kaum einer die Situation um das Virus“, sagt Peter heute. Doch das änderte sich, als am 13. März 2020 in der fünften Stunde die Durchsage durch die Lautsprecher hallte, dass aufgrund der pandemischen Lage die Schule für drei Wochen geschlossen wird. Ohne Konferenz, ohne Absprache mit den Eltern. „Es gab natürlich einen riesigen Jubel unter den Schülern“, so Peter K. In der darauffolgenden sechsten Stunde packten die Lehrer ihre Sachen und gingen nach Hause.
    Ursprünglich hieß es seitens der Landesregierung, die Schulschließung würde nur drei Wochen dauern. Ab Mai folgten halbe Klassen, das heißt, die eine Hälfte der Schüler musste zu Hause bleiben und die andere Hälfte genoss den Präsenzunterricht. Ab diesem Zeitpunkt herrschte bereits Maskenpflicht. Pfeile in den Gängen zeigten, wo und in welcher Laufrichtung Lehrer und Schüler sich zu bewegen hatten. „Die Stimmung war angespannt“, so Peter. Niemand wusste genau, wie es weitergehen würde.
    Zwei Tage vor Beginn des Unterrichts setzte die Schulleitung eine Dienstbesprechung an. In der Turnhalle trafen sich die Kollegen; maskiert, mit Abstand und in zwei Gruppen. „Ich laufe an diesem Tag durch die Schule und sehe, dass auf Höhe des Hausmeisterbüros eine Palette mit Flächendesinfektionsmittel steht“, erzählt Peter. Dieses enthielt 80 bis 90 Prozent Ethanol und war dadurch hochexplosiv und flüchtig. „Das stand da frei rum.“ Als Versammlungsleiter bei naturwissenschaftlichen Exkursionen kennt Peter den Sicherheitsstandard.
    Angst bei Lehrern und Schülern
    „Brennbare Flüssigkeiten über fünf Liter dürfen jenseits des Sicherheitsschrankes nicht in Sammlung aufgehoben werden. Und auf einmal stehen da 180 Liter!“ Laut Aussage des Hausmeisters stand die Palette bereits seit mehreren Tagen dort. Auf die Frage, wo die Flüssigkeiten hinsollen, zuckte er nur mit den Schultern. Auch der Sicherheitsbeauftragte konnte die Frage nicht beantworten.
    „Eine irre Gefahrenwahrnehmung! Während die Menschen um Leib und Leben fürchten, und kein Schüler beim Spaziergang am Rhein ohne Sportlehrer mit Rettungsschwimmer-Qualifikation auch nur...
    14 min
  • Der isolierte Westen | Von Felix Feistel
    Ein Standpunkt von Felix Feistel.
    Seit Beginn der russischen Intervention in der Ukraine ist es das Ziel des US-geführten Westens, Russland zu isolieren. Immer wieder wird verkündet dass das große Land alleine dastehe, dass es dem Westen mittels Sanktionen und moralischer Außenpolitik gelungen sei, den Kreml aus der internationalen Gemeinschaft herauszutrennen, und als den Bösewicht in die Schäm-dich-Ecke zu stellen. Allenfalls der böse Chinese, ebenfalls ein Hort der Autokratie und Demokratiefeindlichkeit, leiste ihm noch eine gewisse Schützenhilfe. Da ist es nur konsequent, dass führende Vertreter westlicher Länder und Institutionen darüber sprechen, Russland aus den Vereinten Nationen auszuschließen.


    Denn ein Land, das sich selbst so verhält wie der Elefant im Porzellanladen, hat sich im Grunde ja selbst bereits aus der internationalen Gemeinschaft ausgeschlossen.

    Auch das Abstimmungsergebnis in der Vollversammlung der UN zu Resolution [ES 11/4] am 12. Oktober 2022, in welcher die „Annexion“ der Ostukraine durch Russland verurteilt wurde, scheint diesen Eindruck zu bestätigen. 143 Länder stimmten für die Verurteilung, nur 5 dagegen, während 35 sich enthalten haben. Doch schaut man sich die Liste der Mitgliedsländer der Vereinten Nationen an ist das Ergebnis gar nicht mehr so überwältigend, wie man zunächst annimmt. Denn von den 143 Ländern sind zugleich 56 Länder, inklusive Großbritannien, Teil des britischen Commonwealth. Diese Organisation besteht aus ehemaligen Kolonien Großbritanniens und dem ehemaligen Kolonialherren selbst. Die meisten der Länder sind kleine Inselreiche, oder wenig entwickelte Länder der sogenannten dritten Welt. Sie stehen nach wie vor in Abhängigkeit von Großbritannien. Nur Australien, Neuseeland, Kanada und Zypern fallen hier aus dem Rahmen. Diese abhängigen Länder würden es jedoch niemals wagen, in den Vereinten Nationen gegen Großbritannien zu stimmen.
    Enthalten haben sich unter Anderem Indien und China, die gemeinsam etwa 2,8 Milliarden Menschen, und damit ungefähr ein Drittel der Weltbevölkerung repräsentieren. Ebenso haben sich Südafrika und Pakistan enthalten, sowie noch eine Reihe anderer Staaten, insbesondere der sogenannten dritten Welt. 10 Länder, darunter der Iran, waren in der Sitzung nicht vertreten.
    Zudem ist die Motivation einzelner Länder für ihre Zustimmung zu berücksichtigen. Serbien zum Beispiel ist Russland an sich sehr zugeneigt. Im Ukrainekonflikt hat das Land sich bislang neutral verhalten, trägt die westlichen Sanktionen gegen Russland trotz Drohungen und Drucks aus dem Westen nicht mit sondern baut seine wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland noch aus. Dennoch hat der Balkanstaat die Referenden in der Ost- und Südukraine nicht anerkannt. Grund dafür ist, dass das Land mit dem Kosovo seine eigene Geschichte mit Staatsgebiet hat, das sich selbst für unabhängig erklärt hat, und diesem keinen Anlass geben will, Legitimität für diese einseitige Unabhängigkeit zu erhalten. Auch andere Länder haben aus ähnlichen Gründen für die Resolution gestimmt. Entweder, weil sie Erfahrungen mit Separatismus haben, wie Moldawien, oder weil es im eigenen Land starke separatistische Bestrebungen gibt.
    20 min
  • Was ist wahr am Corona-Narrativ? | Von Mike Yeadon
    DW dokumentiert das Studienpapier »How much of the narrative was true?«
    Ein Kommentar von Mike Yeadon,
    übersetzt von Mitherausgeberin des Demokratischen Widerstands, Sophia-Maria Antonulas.
    Dieses Dokument soll zeigen, dass alle wichtigen Aussagen über den SARS-CoV-2-Virus, der die Krankheit Covid-19 verursachen soll, und die davon abgeleiteten Maßnahmen falsch sind.
    Da diese Aussagen von Wissenschaftlern, Ärzten und Beamten stammen, die im öffentlichen Gesundheitswesen tätig sind, ist es offensichtlich, dass diese Fachleute sich nicht einfach geirrt, sondern gelogen und Menschen in die Irre geführt haben. Die Beweggründe derjenigen, die ich als »die Täter« bezeichne, werden wahrscheinlich klar, sobald man verinnerlicht hat, dass das gesamte Narrativ auf Lügen beruht. (...)
    Impfstoff-Lügen
    In der zweiten Hälfte des Jahres 2020 drehte sich das Gespräch um die zukünftigen Impfstoffe. Da ich 32 Jahre lang in der pharmazeutischen Forschung und Entwicklung (F&E) tätig war, erkannte ich, dass das, was uns über die neuartigen Impfstoffe erzählt wurde, nur Lügen waren. (...)
    In meinem Text »Corona-Lügen« betrachte ich NUR die wichtigsten Aspekte des Narrativs und zeige, dass nicht ein einziger davon wahr ist. Mit anderen Worten: Es ist nicht nur eine kleine Lüge hie und da – das gesamte Konstrukt ist falsch. (...) In der Öffentlichkeit sind keine alternativen Sichtweisen zugelassen. Tatsächlich hatten sich bereits im Juli 2019 – lange vor der erklärten Pandemie – mächtige Medienorganisationen zusammengefunden und die Trusted News Initiative (TNI), also eine Initiative für (vermeintlich, red.) vertrauenswürdige Nachrichten, gegründet. Zweck der TNI ist es, sowohl die Botschaften der Massenmedien zu kontrollieren als auch alternative Stimmen aus jeder Richtung zu unterdrücken.
    Die Frage nach dem Motiv

    Nochmal: Das gesamte Corona-Narrativ ist eine Lüge – und kein Fehler. Viele der Politiker, die nur die Aussagen anderer wiederholten, könnten versuchen, sich damit rauszureden, dass sie sich einfach nur auf die Experten verlassen haben, um die Öffentlichkeit zu informieren. Die Direktorin des US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC, US-amerikanische Seuchenschutzbehörden), Rochelle Walensky, hat genau das kürzlich ausprobiert, als sie meinte, die CDC habe Impfempfehlungen ausgesprochen, weil der Sender CNN eine Pressemitteilung von Pfizer veröffentlichte, in der es hieß, der Impfstoff Covid-19 sei zu 95 Prozent wirksam. (So etwas kann man sich nicht ausdenken.) Die Fachleute, die die falsche Darstellung der Gesundheitsämter verbreiteten – wie der leitende wissenschaftliche Berater Sir Patrick Vallance im Vereinigten Königreich und der Direktor des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) in den USA – wussten jedoch, dass ihre Aussagen nicht der Wahrheit entsprachen.
    Es stellt sich die Frage nach dem Motiv. (...) In einem Aufsatz mit dem Titel »If I were going to conquer you« (Wenn ich Sie erobern wollte) führt der Autor aus, wie die Welt durch einen koordinierten »Staatsstreich« in den liberalen Demokratien übernommen wird. Robert F. Kennedy, Jr. präsentierte im November 2021 eine plausible Erklärung in seiner Rede in Mailand.
    Ich scheine der EINZIGE ehemalige leitende Wissenschaftler aus der Pharmabranche zu sein, der sich zu Wort meldet. (...) Als Ergebnis meiner Bemühungen kann ich einen weltweiten Betrug beschreiben, der seit zwei Jahren enorm viele Menschenleben kostet. Ein Betrug, der nur von mächtigen Leuten durchgeführt werden kann, die nur zu einem Zweck, der nicht dem Wohle normaler Menschen dient, zusammengekommen sein können.
    Krankenhausprotokolle
    Die Behandlungsprotokolle in Krankenhäusern, die mir vorliegen, scheinen zum Töten gedacht zu sein:
    Im Vereinigten Königreich beginnt der Behandlungsweg damit,
    8 min
  • Ich mag Katar nicht, aber… | Von Roberto J. De Lapuente
    Ein Standpunkt von Roberto J. De Lapuente.
    Finde ich das System in Katar und anderen arabischen Staaten moralisch akzeptabel? Nein! Möchte ich mich als Lehrmeister aufschwingen, um dieser Weltregion aufzuzeigen wie es besser ginge? Auch nein! Dazu fehlt mir Sendungsbewusstsein und Überheblichkeit.
    Wie könnte man als Mensch von Aufklärung auch nur einen Funkten Sympathie für ein Land haben, in dem Menschen aus verschiedensten Gründen gegängelt, unterdrückt und ermordet werden? In dem Frauen mit Süßigkeiten verglichen und Homosexualität als geistige Krankheit betrachtet werden? Natürlich hege ich keinerlei Zuneigung zu Katar (oder zu Saudi-Arabien). Mehr als Abneigung bringe ich aber nicht auf. Ich bin kein Erzieher, kein Missionar: Was andere in ihren Ländern tun, muss mir nicht gefallen, aber hinnehmen muss ich es doch.
    Dabei muss ich nicht mal so weit fahren: Manche deutsche Großstadt bietet ja Viertel, in denen die Denkweise Katars oder Arabiens heimisch geworden ist. Dort regeln Friedensrichter das, womit sich gemeinhin deutsche Gerichte oder wenigstens die Polizei befassen sollten. Frauen gibt man nicht die Hand. Man predigt Intoleranz. Und da, man verzeihe mir an dieser Stelle, sehe ich allerdings schon mehr als nur Abneigung meinerseits. Hier möchte ich, dass gehandelt wird. Weil es hier passiert. Bei denen, die sich jetzt im Mainstream über Katar echauffieren, ist das irgendwie verrückt: Sie wollen die halbe Welt erziehen, sehen aber die Probleme im eigenen Land nicht – oft aus rein ideologischen Gründen.
    Völkerrecht oder Schweine?
    Ich stamme aus dem Teil der Welt, den wir gemeinhin als »den Westen« kennen. Gewisse Vorstellungen, die man dort – also hier – pflegt, teile ich auch. Dass Frauen absolut gleichwertig sind etwa. Oder dass Homosexualität nichts Verwerfliches, schon gar keine psychische Fehlfunktion ist. Wenn irgendwelche Scheichs aus Katar das anders sehen, möchte ich dem widersprechen. Jedenfalls stehe ich daneben und gucke irritiert, vielleicht – je nach Tagesform – spöttele ich auch ein wenig. Aber dann muss ich kurz mal innehalten und nachfragen: Wo haben die sich denn so geäußert? Ach, in ihrem Land? Damit ändert sich meine Haltung schlagartig.
    Denn wenn jemand vom Völkerrecht kommt und nicht von den Schweinen, um die feministische Außenminsterin zu zitieren, dann muss er hier zurückstehen. Nun komme ich ja auch nicht aus dem Völkerrecht, ich bin ja kein Jurist. Aber ich halte das Völkerrecht für eine an sich vernünftige Sache. Und wenn da jemand für mich rückständige Ansichten in seinem Land vertritt, muss ich ja nicht jubeln. Aber einen pädagogischen Auftrag kann ich daraus nicht ableiten. Ich wohne dort ja nicht. Das müssen die Katarer schon selbst besorgen. Solange sie es nicht tun, solange sie diese Ansichten teilen, muss mir das recht sein.
    Klar, das ist gelebte Ignoranz. Schließlich gucke ich weg, wenn da jemand in der Ferne über Schwule, Lesben, Frauen und was weiß ich noch herzieht – oder sie sogar körperlich angeht. Aber auch das gehört zum Völkerrecht und zur Diplomatie: Wegschauen können. Ja, wegschauen müssen. Es ist ein bisschen so wie in jedem normalen Alltagsleben: Es lebt sich leichter, wenn man nicht immer alles über seine Nächsten weiß, wenn man deren Fehler ausblendet. Tut man das nicht, kann es zuweilen richtig anstrengend werden.
    Ja, das Völkerrecht besteht aus nicht unbeträchtlichen Teilen aus Ignoranz, Ignorantentum und gezieltem Wegschauen. Wer nicht von den Schweinen kommt, weiß das. Denn nur wenn man diese »Qualitäten« gelten lässt, kann man halbwegs miteinander umgehen. Verwirft man sie allerdings, ganz so wie es die sogenannte feministische Außenpolitik tut,
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  • Was steckt hinter dem Krypto-Massaker? | Von Ernst Wolff
    Ein Kommentar von Ernst Wolff.
    FTX, die drittgrößte Krypto-Börse der Welt, hat am 11. November 2022 Konkurs angemeldet. Die Umstände der Insolvenz sind dabei mehr als dubios und deuten darauf hin, dass dahinter etwas viel Größeres als bisher bekannt stecken könnte.
    Insolvenzverwalter John J. Ray, der bereits den US-Konzern Enron abgewickelt hat, sagte, er habe in seiner beruflichen Laufbahn noch nie ein so vollständiges Versagen der Unternehmenskontrolle wie bei FTX erlebt. In der Tat müssen mehrere Milliarden Dollar abgeschrieben werden.


    Hunderttausende User, die der Firma vertraut haben und zum Teil noch auf Entschädigung hoffen, werden am Ende leer ausgehen.

    Bemerkenswert ist vor allem, dass der Gründer und CEO von FTX, Sam Bankman-Fried, bis heute ein freier Mann ist und es wohl auch bleiben wird. Ermöglicht wird das allem Anschein nach durch das Netzwerk einflussreicher Persönlichkeiten, das sowohl die 2019 gegründete Kryptobörse FTX als auch das 2017 von Bankman-Fried gegründete Kryprohandelsunternehmen Alameda Research umgibt.
    So wurde Alameda Research bis zum 11. November 2022 von Caroline Ellison geführt, deren Vater vor Jahren die Abteilung für Wirtschaftswissenschaften am Massachusetts Institute of Technology (MIT) leitete. Einer seiner Professoren war Gary Gensler, der in den zurückliegenden drei Jahren als Vorsitzender der US-Börsenaufsichtsbehörde für die Überwachung der Aktivitäten von FTX zuständig war. In seiner Zeit als Chef der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) war Gensler zudem Chef des FTX-Leiters der Abteilung für Politik, Mark Wetjen.
    Aber nicht nur zu den Aufsichtsbehörden hatte FTX offensichtlich einen direkten Draht, sondern auch zur Politik. Laut der Plattform Open Secrets ist FTX-Gründer Bankman-Fried der sechstgrößte politische Geldgeber der USA. Open Secrets zufolge hat er während der Zwischenwahlen 2021-2022 insgesamt 39,8 Millionen US-Dollar gespendet. Davon gingen 92 Prozent an die Demokraten, der Rest an republikanische Kandidaten und Kampagnen. Bankman-Frieds FTX-Co-CEO bevorzugt offensichtlich die Republikaner und spendete 23,6 Millionen US-Dollar für deren Kampagnen.
    Die politischen Beziehungen von FTX gehen aber auch weit über die USA hinaus. FTX war bis zu seiner Insolvenz einer der Partner des World Economic Forum, der politisch einflussreichsten Stiftung der Welt.


    Außerdem hat die US-Stiftung Equity and Justice, zu deutsch: Stiftung für Gleichheit und Gerechtigkeit, im März 2022 mit AID FOR UKRAINE eine Initiative gestartet, die Gelder aus der Krypto-Community zugunsten der militärischen und humanitären Bedürfnisse der Ukraine sammelt.

    Daran beteiligt waren – entgegen den Fehlinformationen sogenannter Faktenchecker - neben FTX auch Everstake und das ukrainische Ministerium für digitale Transformation.
    Wie eng die Beziehungen zwischen FTX und dem digital-finanziellen Komplex sind, kann man der Tatsache entnehmen, dass Sam Bankman-Fried und Wolodymyr Selenskyj am 30. November gemeinsam auf einer Veranstaltung der New York Times in New York auftreten sollen, an der auch Mark Zuckerberg und US-Finanzministerin Janet Yellen teilnehmen und die bis heute nicht abgesagt wurde.
    Wie kann es sein, dass jemand, der einen Milliarden-Bankrott verschuldet, Hunderttausende um ihr Geld gebracht und sämtliche Kryptowährungen weltweit auf Talfahrt geschickt hat, nicht nur von der Justiz protegiert, sondern von den Vertretern von Staat und Konzernen auch noch hofiert wird?
    Die Antwort hierauf kann sehr wahrscheinlich nur ein Blick auf die aktuellen Vorgänge im makroökonomischen Umfeld liefern. Es fällt auf, dass der FTX-Bankrott zeitlich mit einem groß angelegten Testlauf für eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) zusammenfällt, den die US-Zentralbank Federal Reserve zusammen mit den Großbanken Citibank, HSBC, BNY Mellon,
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das denk' ich auch