Archivradio – Geschichte im Original

Archivradio – Geschichte im Original

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Archivradio – Geschichte im Original episodes

  • Älteste Weihnachtsaufnahme: Kaufmann Adolf Rechenberg schenkt seiner Frau einen Phonographen | 24.12.1899
    Weihnachten 1899 beglückt Bergwerksbesitzer Adolf Rechenberg aus der Niederlausitz seine Frau Anneliese mit dem neuesten Hightech-Spielzeug: Einem Edison-Phonographen. Und er hat die originelle Idee, sich selbst bei der Geschenkübergabe aufzunehmen.
    Zunächst mahnt er seine Kinder mit einem "Silentium" zur Ruhe und weist ihnen ihren jeweiligen Platz auf dem Sofa zu. Anschließend spricht er zu seinem "lieben, guten Weib".
    Transkript der Aufnahme von Adolf Rechenberg
    "Silentium! Ruhig, Kinder! Joachim, setze dich auf das kleine Sofa. Annemarie da rechts, links zur Seite auf den Sessel Walter, rechts Egon, sodann Anne-Dorothee und Anneliese links dahinter, rechts Adolf und Karl, in der Mitte aber Mutter. Und nun hört, was Vater zu Mutter sagen wird:
    Mein liebes, gutes Weib! Weil du doch selten dich zu trennen vermagst von deinen lieben Kindern in treuster mütterlicher Besorgnis und somit auf viele Genüsse der Welt verzichten musst, so schenke ich dir heute am heiligen Weihnachtsfeste des Jahres 1899 diesen wunderbaren Apparat, der dir zu jeder Zeit auf deinen Wunsch auch in dem trauten Heim erzählen und vortragen wird, wie es in der Welt zugeht, was in den Konzerten gespielt, was in den Theatern gesungen wird. Und so, wie ich heute, liebe Anna, zu dir spreche, aus diesem geheimnisvollen Dunkel, so werde ich zu dir sprechen jederzeit, sobald du mich rufst, auch dann, wenn ich längst von dir gegangen sein werde in die Ewigkeit. Und so grüße ich dich, mein heißgeliebtes, treues Weib, viele, viele tausend Mal. Adolf Rechenberg." (Edison-Walze)
    Auch wenn Adolf Rechenberg den Phonographen seiner Frau geschenkt hat, hat er vielleicht auch ein bisschen an sich selbst gedacht. Eine Woche später jedenfalls hält er mit diesem Phonographen eine Ansprache an seine Silvestergäste fest. Es ist die älteste erhaltene Silvesteransprache überhaupt.
    3 min
  • Deutsch-indonesisches Tsunami-Frühwarnsystem installiert | 11.11.2008
    GITEWS-Bojen sollen Veränderungen der Meereshöhe registrieren
    Vier Jahre nach der Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean geht das deutsch-indonesische Tsunami-Frühwarnsystem (GITEWS) offiziell in Betrieb. Neun deutsche Forschungsinstitute sind daran beteiligt, unter anderem das Geoforschungszentrum in Potsdam und das Geomar in Kiel.
    Das Frühwarnsystem besteht aus Bojen, die auffallende Veränderungen in der Meereshöhe registrieren, in Verbindung mit seismischen Messungen.
    Mit den Bojen gibt es allerdings immer wieder Probleme. Auch das wir schon im folgenden Hintergrundbeitrag angesprochen.
    2011 wird das Frühwarnsystem ganz an Indonesien übergeben.
    9 min
  • Tsunami im Indischen Ozean – 200.000 Tote von Indonesien bis Afrika | 27.12.2004
    Katastrophe an den Küsten des Indischen Ozeans
    Um die Jahrtausendwende konnte man den Eindruck gewinnen, nach Weihnachten kommen immer die großen Katastrophen: 1999 der Orkan Lothar, 2003 das große Erdbeben im Iran, 2004 schließlich die Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean.
    Viele Deutsche haben damals das Wort "Tsunami" überhaupt erst gelernt. Der Tsunami ist verheerend – mehr als 200.000 Menschen, darunter viele internationale Urlauber, kommen an den Küsten des Indischen Ozeans ums Leben, weil sie sich nicht rechtzeitig retten können.
    Sumatra besonders betroffen
    Besonders betroffen ist die indonesische Insel Sumatra. Aber die Wellen, die das Seebeben im indischen Ozean ausgelöst haben, erreichen auch Thailand, Sri Lanka, Indien und nach sechs Stunden schließlich auch das ostafrikanische Somalia, wo ebenfalls 300 Menschen sterben.
    Schon am ersten Tag wird diskutiert: Hätte sich diese Katastrophe nicht verhindern lassen? SWR1 sendet am Abend des 27.12.2004 diese Schwerpunktsendung.
    16 min
  • Orkan Lothar: Jahrhundert-Sturm zum Jahrhundert-Ende | 27.12.1999
    Die Weihnachtstage gingen zu Ende, da kam am Sonntag, den 26. Dezember 1999, ein Orkan, der es in sich hatte. Lothar kam von Frankreich nach Süddeutschland und stürmte mit Geschwindigkeiten von mehr als 270 Stundenkilometern.
    Mehr als 100 Menschen starben in Frankreich, Deutschland und der Schweiz, die meisten durch umfallende Bäume. Der Verkehr stand still, Autobahnen waren gesperrt. Waldflächen in den Bergen wurden einfach umgeknickt. Baden-Württemberg hat es besonders getroffen. Kein anderer Sturm in Europa hat so hohen Schäden verursacht.
    Die SWR1-Sendung "Thema heute" fasst am 27. Dezember 1999 die Ereignisse zusammen.
    Nachdem der Orkan Lothar eine Schneise der Verwüstung durch Süddeutschland gezogen hat, stellen sich kritische Fragen: Warum hat der Deutsche Wetterdienst den Orkan Lothar nicht rechtzeitig erkannt und davor gewarnt? SWR1 fragt nach.
    22 min
  • Bahn bietet Friseur im Zug an | 2.5.1989
    1989 gibt es noch keine ICEs. Bahnfahrten dauern entsprechend länger. Um den werten, effizienzorientierten Kundinnen und Kunden dennoch eine Zeitersparnis zu bieten, führt die Deutsche Bundesbahn einen neuen Service ein: den rollenden Friseursalon – Bahnfahren mit inklusivem Haareschneiden.
    Darüber berichtet der Süddeutsche Rundfunk am 2. Mai.1989. Doch das neue Angebot erweist sich als unrentabel und wird bald wieder eingestellt.
    4 min
  • DDR feiert Beethoven als Sozialisten | 16.12.1970
    Die DDR feiert den 200. Geburtstag von Ludwig van Beethoven mit einem Festakt in der Deutschen Staatsoper, unweit der Berliner Mauer.
    Ministerpräsident Willi Stoph spricht vor der versammelten SED-Prominenz und erklärt, warum die DDR stolz auf Beethoven ist.
    40 min
  • Franz Xaver Schwarz zum Richtfest der NSDAP-"Parteibauten" | 3.11.1935
    NSDAP organisiert sich
    Die Jahre vor 1933 bezeichneten die Nazis, nachdem sie an die Macht gekommen waren, rückblickend gerne als "Kampfzeit“. Diejenigen, die sich in den 1920ern als Aktivisten betätigt haben, werden "alte Kämpfer“ genannt.
    Denn lange schien der Aufstieg der NSDAP unwahrscheinlich zu sein. Die Partei war nicht mehr als eine Splitterpartei, die mit schrillen Parolen lautstark und krawallbereit auf sich aufmerksam zu machen versuchte. Im Nachhinein betonten führende Funktionäre der Hitler-Partei die Entbehrungen dieser Phase, in der allerdings bereits eine stabile Organisation im Hintergrund vorhanden war.
    Reichsschatzmeister kümmert sich um Aufbau einer Geschäftsstelle
    Eines der besten Beispiele für einen Nazi der ersten Stunde, der hinter den Kulissen wirkt, ist Franz Xaver Schwarz. Hitler ernennt ihn 1925 zum Reichsschatzmeister der NSDAP. Schwarz bringt die Parteifinanzen ins Lot und kümmert sich um den Aufbau einer funktionierenden Geschäftsstelle.
    In dieser Ansprache vom 3. November 1935 blickt Schwarz auf diese Anfänge zurück. Es ist das Richtfest der sogenannten "Parteibauten“ in der Nähe des Münchner Königsplatzes: eine Gelegenheit von hohem Symbolwert für die Nazis.
    12 min
  • Der "Euro" bekommt seinen Namen | 15.12.1995
    Das Geld, mit dem wir heute bezahlen, bekam 1995 seinen Namen. Vorher gab es die Einheit ECU. Das war aber nur eine Recheneinheit, man konnte mit ihr nicht bezahlen, schon gar nicht in Münzen und Scheinen.
    Es war der damalige Bundesfinanzminister Theo Waigel, der den Namen Euro vorgeschlagen hat. Am 15. Dezember 1995 verständigen sich auch die Staats- und Regierungschefs der EU auf ihrem Gipfel in Madrid schnell darauf.
    Nur beim Kleingeld sind sie sich noch nicht einig – und die Bürger fremdeln noch mit dem Namen.
    8 min
  • NATO-Doppelbeschlusss in Brüssel | 12.12.1979
    Ende der 1970er-Jahre kommt es zu neuen Spannungen im Kalten Krieg zwischen den Ländern des Warschauer Paktes und den NATO-Staaten. Der Westen fühlt sich durch die Stationierung sowjetischer Mittelstreckenraketen in Osteuropa bedroht.
    Am 12. Dezember einigen sich die Außen- und Verteidigungsminister der NATO-Staaten in Brüssel auf den NATO-Doppelbeschluss – eine folgenreiche politische Entscheidung, die bei vielen Menschen die Angst vor einem neuen atomaren Wettrüsten schürt und einer der Treiber wird für die Friedensbewegung der 1980er-Jahre.
    4 min
  • Drei Monate nach Hoyerswerda: Angela Merkel zu rechter Jugendgewalt | 10.12.1991
    Angela Merkel war Anfang der 1990er-Jahre Bundesministerin für Frauen und Jugend, konkret von 1991 bis 1994. Gleich zu Beginn ihrer Amtszeit kommt es in Hoyerswerda zu mehreren rassistisch motivierten Gewalttaten gegen Migranten. Unter anderem greifen Neonazis ein Flüchtlingswohnheim an. Die Polizei ist nicht in der Lage, die Situation zu beruhigen.
    Mehr Geld für Jugendarbeit
    Drei Monate danach kündigt die Jugendministerin Angela Merkel an, zusätzliches Geld für die Jugendarbeit in Ostdeutschland zur Verfügung zu stellen. Damit möchte sie der hohen Zahl an fremden und ausländerfeindlichen Straftaten begegnen.
    3 min

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Historische Aufnahmen und Radioberichte von den ersten Tonaufzeichnungen bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Präsentiert…

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