Archivradio – Geschichte im Original

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Archivradio – Geschichte im Original episodes

  • Badener fühlen sich in Südfunk Stuttgart nicht vertreten – SDR-Hörerforum | 17.11.1949
    Südfunk – ein reiner Schwabensender?
    Ist der Südfunk ein reiner Schwabensender, der auch noch einseitig die Befürworter eines vereinigten Südweststaats unterstützt? Diese Frage steht im Mittelpunkt eines öffentlichen Hörerforums des Süddeutschen Rundfunks in Karlsruhe.
    Menschen in Baden empfinden Misstrauen gegenüber dem Sender in Stuttgart
    Das Hörerforum am 17. November 1949 findet in einer aufgeladenen Zeit statt: Es ist erst paar Monate her, dass aus dem von der US-Militärregierung kontrollieren Radio Stuttgart der Süddeutsche Rundfunk wurde, und somit der öffentliche Sender für das Nachkriegs-Land Württemberg-Baden. Im Frühjahr war auch die Bundesrepublik gegründet worden, und im Südwesten steht die Frage im Raum, ob sich die Länder Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern zu einem Südweststaat zusammenschließen sollen oder nicht. Deutlich zu hören ist in der gesamten Diskussion das Misstrauen der Menschen in Baden gegenüber dem Sender in Stuttgart.
    Hitzige Debatte um Sprache, Berichterstattung und Musikauswahl
    Nach einleitenden Worten des Intendanten Fritz Eberhard und einem kurzen Sketch über die Landesfürsten von Baden und Württemberg-Baden – Leo Wohleb und Reinhold Maier – folgt ab etwa der 10. Minute in dieser Aufnahme eine hitzige Debatte. In "Radio Stuttgart" würde hauptsächlich Schwäbisch gesprochen, es herrsche eine Kultur des "Häberle und Pfleiderer" und in den Berichten kämen badische Politiker viel schlechter weg als schwäbische. Und weil es damals nur ein Hörfunkprogramm auf Mittelwelle gibt, das naturgemäß nicht jeden Geschmack treffen kann, gibt es auch einige Kritik an der Musikauswahl.
    Zweites Hörfunk-Programm: unterschiedlichen Erwartungen gerecht werden
    Ein Jahr nach dieser Veranstaltung wird der Süddeutsche Rundfunk ein zweites Hörfunkprogramm starten, um den unterschiedlichen Erwartungen besser gerecht zu werden. Gleichzeitig führt er als erster Sender UKW ein. Vom Start dieses 2. Radioprogramms gibt es im Archivradio eine eigene Aufnahme.
    +++++
    Im Bild: Die Intendanten (v.l.n.r.) Friedrich Bischoff (Südwestfunk), Walter Geerdes (Radio Bremen), Eberhard Beckmann (Hessischer Rundfunk), Rudolf von Scholtz (Bayerischer Rundfunk), Fritz Eberhard (Süddeutscher Rundfunk) und Adolf Grimme (Nordwestdeutscher Rundfunk) stehen am 22. November 1951 vor einer Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Rundfunkanstalten (ARD) in Berlin zusammen
    1 hr 17 min
  • Erich Mielke über ideologische Diversion | 16.11.1984
    Stasi-Chef Erich Mielke war der Gründer der Juristischen Hochschule in Potsdam und damit auch oberster Chef des Lehrstuhls zur Operativen Psychologie. In dieser Rede vom 16. November 1984 an der Parteihochschule Karl Marx beim ZK der SED spricht er über innere und äußere Feinde, die Waffe der Konspiration und die ideologische Diversion durch die Bundesrepublik. Die Psychologie spricht er in diesem halbstündigen O-Ton nur indirekt an, etwa wenn er zwei Bevölkerungsgruppen herausgreift, denen er unterstellt, der Manipulation durch Dritte ausgesetzt zu sein. Er meint Punks und Homosexuelle.
    Interessant an der Rede ist die Einschätzung der Grünen, die im Westen in den 1980er Jahren an Einfluss gewinnen und die Ablehnung von deren Pazifismus.
    Signatur MfS ZAIG/Tb/152
    1 hr 22 min
  • Konrad Adenauer will Versöhnung mit Frankreich | 15.11.1949
    Konrad Adenauer berichtet dem Parlament zunächst vom aktuellen Stand der Gespräche mit dem Alliierten Kontrollrat. Aus seiner Sicht ist die Demontagefrage von größter wirtschaftlicher und psychologischer Bedeutung. Er befürchtet, dass das Wort "Demontage" zukünftig denselben Platz einnehmen könnte, wie das Wort "Versailles" in den 1920er Jahren und spielt damit auf den von vielen Deutschen nicht akzeptierten und als Demütigung empfundenen Friedensvertrag ab, der 1919 im Schloss von Versailles von England, Frankreich, Italien und Russland und deren Verbündeten weitgehend festgelegt worden war.
    Adenauer bekräftigt, er verstehe das Sicherheitsbedürfnis der Westmächte. Er wolle dem auch Rechnung tragen. Daher sei er grundsätzlich zur Mitarbeit in jedem Organ bereit, dass dazu diene, das Kriegspotential Deutschlands zu kontrollieren.
    Der Bundeskanzler unterrichtet das Parlament weiter über die ersten Gespräche, die er mit den hohen Kommissaren des Alliierten Kontrollrates geführt hat. Heute sei ihm mitgeteilt worden, dass der Bundesrepublik weitere Vollmachten zugeteilt würden. Diese Vollmachten wurden wenige Tage nach Adenauers Rede im deutschen Bundestag im Petersburger Abkommen besiegelt.
    Zum deutsch-französichen Verhältnis sagt Konrad Adenauer:
    "Die Frage Deutschland-Frankreich ist in Wahrheit eine der Angelfragen des europäischen Geschicks. Von vielen Besuchern, die in Frankreich waren und von vielen ausländischen Journalisten höre ich, dass der ehrliche Wille besteht, ein für allemal den deutsch-französischen Gegensatz aus der Welt zu schaffen Ich bitte das französische Volk und die Weltöffentlichkeit, davon überzeugt zu sein, dass bei der ganz überwiegenden Mehrheit des deutschen Volkes der gleiche Wille besteht."
    3 min
  • FDP-Minister verlassen Regierung Schmidt – Ende der sozial-liberalen Koalition | 17.9.1982
    13 Jahre lang, von 1969 bis 1982 regierte die SPD zusammen mit der FDP. Erst mit Kanzler Willy Brandt, seit 1974 dann mit Helmut Schmidt. 1982 dann das Aus.
    Das Lambsdorff-Papier
    Eingeleitet wird es durch das sogenannte Lambsdorff-Papier, benannt nach dem Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff. Der FDP-Politiker formuliert darin ein "Konzept für eine Politik zur Überwindung der Wachstumsschwäche und zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit".
    Es enthält stark wirtschaftsliberale Vorschläge, die mit SPD-Positionen unvereinbar sind. Am 17. September treten die vier FDP-Minister Genscher, Lambsdorff, Ertl und Baum zurück.
    Vertrauensfrage oder Misstrauensvotum? – Diskussion über Neuwahlen
    Helmut Schmidt fordert Oppositionsführer Helmut Kohl zu einem konstruktiven Misstrauensvotum und zu raschen Neuwahlen auf. Dies lehnt Kohl zunächst ab, sondern erwartet von Schmidt einen klaren Rücktritt.
    Zu hören ist die aktuelle Mittagssendung im Südwestfunk. Es geht aufgrund der laufenden Ereignisse etwas durcheinander. Die Sendung beginnt mit einem kurzen Ton aus der Rede von Helmut Schmidt, dann blendet sie in die laufende Rede von Kohl, dann sind mehrere Korrespondenten aus Bonn zugeschaltet.
    26 min
  • Reportage nach Georg Elsers Hitler-Attentat | 9.11.1939
    Jedes Jahr am Vorabend des 9. November pflegte Adolf Hitler eine Rede im Münchner Bürgerbräukeller zu halten – dem Ort, wo 1923 sein gescheiterter Putsch seinen Ausgang nahm.
    Elser will Hitler-Auftritt im Bürgerbräukeller für Anschlag nutzen
    1939 geht der Schreiner und Widerstandskämpfer Georg Elser davon aus, dass Hitler dort auch in diesem Jahr wieder auftreten würde. Ein Jahr zuvor hatten in Deutschland die Synagogen gebrannt, im September ließ Hitler Polen überfallen. Georg Elser will Hitler stoppen – und dessen traditionelle Rede im Bürgerbräukeller für einen Anschlag nutzen.
    Hitler geht früher, 8 Menschen sterben durch die Explosion
    In wochenlanger Vorbereitung lässt er sich nachts in der Gaststätte einschließen, höhlt eine Säule aus, platziert dort eine Bombe mit Zeitzünder. Doch sein Plan scheitert. Hitler kommt zwar, doch wegen des Kriegsgeschehens will er abends früh wieder nach Berlin abreisen, die Rede wird deshalb etwas vorverlegt. Hitler beendet sie um kurz nach 21 Uhr. Als die Bombe am 8. November 1939 um 21:20 Uhr explodiert und acht Menschen tötet, hat Hitler das Gebäude bereits verlassen.
    Am Tag darauf, am 9. November 1939, sendet der Rundfunk diese Reportage.
    Quelle: DRA
    11 min
  • Demonstrant erschießt zwei Polizisten an der Startbahn West | 3.11.1987
    Startbahn West 1984 eröffnet: Bürgerbewegung konnte Bau nicht verhindern
    Die geplante Startbahn West am Frankfurter Flughafen war Anfang der 1980er-Jahre das große Streitthema im Rhein-Main-Gebiet und Anlass für eine der größten Bürgerbewegungen der alten Bundesrepublik. Jahrelang gab es Proteste. Die Gegner errichteten sogar ein Hüttendorf, das 1981 geräumt wurde.
    Nach der Eröffnung der Startbahn 1984 flauten die Proteste ab. Es gab noch regelmäßige sogenannte Sonntagsspaziergänge, die vor allem von der autonomen Szene organisiert wurden, sowie größeren Demonstrationen jeweils am 2. November, dem Jahrestag der Hüttendorf-Räumung.
    Jährlicher Protest eskaliert 1987
    Eine solche Demo findet auch 1987 statt – und eskaliert. Am Abend setzt sich der Demonstrationszug von Mörfelden-Walldorf in Bewegung. An der Mauer, die an die Startbahn grenzt, errichten sie Barrikaden und werfen Molotowcocktails auf die Polizeikräfte.
    Die Polizei reagiert mit Wasserwerfern und versucht gegen 21 Uhr, das Gelände zu räumen. Kurz darauf zieht einer der Demonstranten eine Pistole, feuert 14 Mal, trifft neun Beamte. Zwei von ihnen erliegen ihren Verletzungen. Am Tag drauf ist das Entsetzen groß. Auch außerhalb Hessens bringen die Radiosender Sondersendungen wie hier die Mittagssendung des Süddeutschen Rundfunks.
    Joschka Fischer spricht von Tabubruch
    Ebenfalls noch mittags berichtet der Südwestfunk, wie es inzwischen an der Startbahn West aussieht. Er hat auch schon Stellungnahmen von der Hessischen Kabinettssitzung am Frankfurter Flughafen und vom Grünen-Fraktionssprecher Joschka Fischer, der die Schüsse auf die Polizisten klar verurteilt und von einem Tabubruch spricht. Jetzt müssten umso mehr die Gegner von Gewalt auf die Straße gehen.
    Vermummungsverbot gefordert
    Im Lauf des Tages fällt ein Wort immer öfter: Vermummungsverbot – es müssen auf Demonstrationen die Gesichter der Beteiligten zu sehen sein. Das fordern nach den Ereignissen an der Startbahn die Innenpolitiker der Union umso lauter.
    30 min
  • In der ISS ist die Besatzung eingezogen | 2.11.2000
    Am 2. November 2000 zieht auf der Internationalen Raumstation die erste internationale Besatzung ein – zwei russische Kosmonauten und der US-Amerikaner Bill Shepherd, der auch das Kommando hat. Die ISS löst die zuvor rein russisch betriebene Raumstation MIR ab.
    6 min
  • Asiatische Grippe in Deutschland | 16.10.1957
    In den Jahren 1957 und 1958 sterben weltweit mehr als eine Million Menschen an der damals grassierenden Asiatischen Grippe. Es ist die zweitschlimmste Influenza-Pandemie des 20. Jahrhunderts, übertroffen nur durch die Spanische Grippe 1918 bis 1920.
    Die Asiatische Grippe hatte ihren Ursprung in China und erreicht im Frühsommer 1957 Deutschland. Im Juni warnen Behörden im Gespräch mit Radio Bremen noch vor "Dramatisierung". Vier Monate später sieht die Situation schon ganz anders aus. Insgesamt fallen in Deutschland der Asiatischen Grippe rund 30.000 Menschen zum Opfer.
    Die Asiatische Grippe – Offenbar kein mediales Dauerthema
    Trotz dieser schweren Pandemie findet sich in den Archiven des Südwestrundfunks zur Asiatischen Grippe nur ein einziger Bericht aus dieser Zeit, gesendet am 16. Oktober 1957. Es geht, auch damals, um die Folgen für die Wirtschaft und das öffentliche Leben – und natürlich auch um Vorbeugemaßnahmen. Händewaschen wird dabei noch nicht genannt, dafür das Gurgeln mit Wasserstoffsuperoxid sowie das Einnehmen formalinhaltiger Tabletten.
    Vor allem Junge waren betroffen – Trotzdem kaum Schulschließungen
    Die Asiatische Grippe hat vor allem Kinder und Jugendliche getroffen. Insofern hätte es gute Gründe gegeben, die Schulen zu schließen, aber damit war man zurückhaltend. Der Unterricht fiel erst aus, wenn die Hälfte einer Klasse erkrankt war.
    Dass sich in den Archiven kaum Berichte finden, liegt z. T. auch daran, dass klassische Nachrichtensendungen noch kaum archiviert wurden. Ganz anders war es bei der SARS-Pandemie 2003 – sie war in den Medien sehr präsent.
    Mehr historische Aufnahmen zur Medizingeschichte: http://swr.li/medizingeschichte
    18 min
  • Otto Hahn spricht über sein Leben – Erinnerungen eines Radiochemikers | 7.10.1962
    Otto Hahn war einer der bedeutendsten deutschen Chemiker des 20. Jahrhunderts. Sein Name ist, im Positiven wie im Negativen, eng verbunden mit den zerstörerischsten Kriegstechnologien. Im Ersten Weltkrieg arbeitete er an der Entwicklung von Giftgas mit, das dann auch eingesetzt wurde.
    Zwischen den Weltkriegen setzte er seine Forscherkarriere fort und erbrachte den ersten direkten Nachweis der Kernspaltung. Dafür bekam er 1945 den Nobelpreis.
    Transkript der Rede von Otto Hahn
    Ansage:
    Erinnerungen eines Radios-Chemikers. Unter diesem Titel, meine Damen und Herren, bringen wir Ihnen heute die wesentlichen Ausschnitte eines Vortrages, den Nobelpreisträger Professor Doktor Otto Hahn auf dem letzten deutschen Apothekertag in Karlsruhe gehalten hat.
    Otto Hahn
    "Als ich vor mehr als 65 Jahren nach Marburg ging, um dort Chemie zu studieren, da war das Gebiet, dem ich später den größten Teil meines Lebens widmen sollte, doch noch weitgehend unbekannt. Zwar hatte ein Jahr vorher, im Jahr 1896, Henri Becquerel in Frankreich die fotografische Wirkung des Strahlen des Urans erkannt. Aber zunächst blieb das Echo dieser Entdeckung der sogenannten Becquerel-Strahlen oder genauer dann der Radioaktivität nur klein. Aber das Interesse wurde doch immerhin sehr viel größer, als einige Jahre später das Ehepaar Curie in Paris die beiden neuen stark radioaktiven Elemente Polonium und Radium entdeckten und anreicherten. Und doch blieb das nun einsetzende Studium dieser neuen rätselhaften Erscheinungen zunächst noch einem relativ kleinen Kreis von Physikern und Chemikern vorbehalten. Und auf dem Studiengang eines normalen Chemikers hatten die neuen Erscheinungen keinerlei Einfluss. 
    Nach vierjährigem Studium in Marburg und in München, wo ich noch beim Altmeister Adolf von Baeyer Chemie hören konnte, schloss ich mit einer Doktorarbeit aus dem Gebiete der organischen Chemie mein Studium in Marburg ab. Und da ich beabsichtigte, Chemiker in einer der chemischen Fabriken in der Nähe von Frankfurt am Main zu werden, war auch der weitere Entwicklungsgang eigentlich der übliche. 
    Nach meiner Militärzeit war ich zwei Jahre Assistent bei meinem Chef, bei Geheimrat Zinke. Und nach dieser Zeit konnte man annehmen und hoffen, in der Industrie einen Platz zu bekommen – unter der Voraussetzung, mir noch einige Sprachkenntnisse, möglichst etwas Englisch zuzulegen, um eventuell mal später ins Ausland gehen zu können für die Fabrik.
    Und so ging ich mit einer Empfehlung meines Marburger Chefs nach London zu Sir William Ramsay, dem Mitentdecker des Argons und dem Entdecker der sogenannten Edelgase Helium, Krypton, Xenon usw. Ramsay interessierte sich damals für das neue Gebiet der Radioaktivität. Er hatte in Gemeinschaft mit Frederick Soddy den experimentellen Nachweis der Umwandlung des Radiums in Helium erbracht.
    Ramsay fragte mich, als ich zu ihm kam, ob ich über Radium arbeiten wolle. Und als ich ihm antwortete, dass sich eigentlich außer dem Namen von Radium gar nichts wüsste, da meinte er: Das ist die richtige Voraussetzung, [Publikum lacht] dann haben Sie keine falschen Vorbehalte und so weiter und gehen unbefangen an die Sache heran. Und er gab mir eine Schale mit einem, wie er sagte, radiumhaltigen Barium. Und daraus sollte ich nun das Radium rein herstellen, etwa zehn Milligramm, und eine Atomgewichtsbestimmung damit machen und die von der Frau Curie vorläufig gemachte nachprüfen.
    Es kam aber weder zur Herstellung des reinen Radiums, noch weniger zur Wiederholung der von Madame Curie bereits gemachten Atomgewichtsbestimmung. Ich fand nämlich außer dem erwarteten Radium eine unbekannte radioaktive Substanz. Das mir von Ramsay gegebene Präparat stammte nämlich nicht aus einem reinen Uran-Mineral, in dem sich Radium bildet, sondern aus einem Mineral, das das im Periodischen System der Elemente dem Uran damals benachbarte Element Thorium enthielt. Und da fand ich also zwangsläufig ein Umwandlungsprodukt des Thoriums. Und ich nannte diese damals als neues Element immer noch bezeichnete Substanz Radiothorium. [...]"
    ++++
    Mitschnitt der Festansprache beim Deutschen Apothekertag in Karlsruhe am 7.10.1962
    Erstausstrahlung: 21.4.1963 im Süddeutschen Rundfunk
    Lebendige Wissenschaft: Erinnerungen eines Radiochemikers
    +++++
    Im Bild: Otto Hahn bei einem Gespräch in Hamburg, um 1962
    30 min
  • Der Jom-Kippur-Krieg | 6. bis 26.10.1973
    Syrien und Ägypten greifen Israel am Feiertag Jom Kippur an
    1973, am Versöhnungstag Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, wird Israel gleich von zwei Seiten angegriffen: von Syrien und von Ägypten.
    Zur Ausgangssituation: Israel hält zu dieser Zeit seit sechs Jahren – seit dem 6-Tage-Krieg 1967 – die Golanhöhen, das Westjordanland sowie die Sinai-Halbinsel bis zum Sueskanal besetzt. Mit den Angriffen an Jom Kippur versucht Syrien die Golanhöhen und Ägypten den Sinai zurückzuerobern.
    Die Kämpfe beginnen am 6. Oktober im Norden mit Luftkämpfen in den Golanhöhen und im Südosten des Libanons. Auch in Jerusalem gibt es Alarm, ARD-Korrespondentin Anne Ponger geht vorübergehend in den Luftschutzkeller, kommt aber für die Mittagssendung des Südwestfunks wieder nach oben.
    Während ihr Bericht im Radio läuft, hat Israel auch schon ägyptische Truppenbewegung im Sinai registriert. Tatsächlich überquert die ägyptische Armee bereits den Sueskanal. Die israelische Regierung ordnet eine Teilmobilmachung an.
    Zwei Tage später, am 8. Oktober ist der Krieg in vollem Gange. SWF1 bringt zur aktuellen Mittagssendung mehrere Korrespondentenberichte, die die Lage schildern.
    Ein weiterer Bericht handelt von Bundesbürgern, die sich als Freiwillige Kämpfer der israelischen bzw. der ägyptischen Armee anbieten.
    Am 11. Oktober berät die US-Regierung in Washington darüber, Israel in der aktuellen Situation mit Waffenlieferungen zu unterstützen oder, falls die Existenz des Staates auf dem Spiel steht, selbst ins Kriegsgeschehen einzugreifen. Außerdem schildert ein Reporter die aktuelle Situation auf den Golanhöhen.
    Lage entwickelt sich zugunsten Israels
    Am 22. Oktober hat sich die Lage sehr zugunsten Israels entwickelt. Syrien war faktisch besiegt, die ägyptische Armee am Sueskanal umzingelt. Der Weltsicherheitsrat hat beide Seiten zum Frieden aufgerufen und es gibt konkrete Vorschläge für eine Friedenslösung. Dieser Friedensplan bestimmt die Berichterstattung an jenem Tag.
    24. Oktober: Es gibt einen Waffenstillstand – aber die israelische Opposition ist damit unzufrieden. Sie ist der Auffassung, Israel hätte den Krieg fortführen sollen, um die arabischen Gegner so weit in die Knie zu zwingen, dass sie einem echten Frieden zustimmen.
    27. Oktober. Der Waffenstillstand hält. Grund sind auch Gespräche zwischen Washington und Moskau. Für US-Präsident Richard Nixon, der im eigenen Land gerade wegen der Watergate-Affäre massiv unter Druck steht, ist es wichtig, im Nahostkonflikt außenpolitisch zu punkten.
    Im Ergebnis bleibt Israel sowohl auf den Golanhöhen als auch im Sinai – zieht sich aber vom Ostufer des Sueskanals zurück; er steht dann wieder voll unter ägyptischer Kontrolle.
    Arabische Staaten reagieren mit Ölembargo
    Der Krieg ist zwar zu Ende, doch die arabischen Staaten revanchieren sich in der Folge am Westen mit einem Ölembargo, der zu Jahresende im Westen zur großen Ölkrise führt.
    Auch in Israel hinterlässt der Jom-Kippur-Krieg Narben. Vier Jahre nach dem Krieg geht Ägyptens Staatschef Anwar as-Sadat auf Israel zu und verhandelt schließlich mit Israels Ministerpräsident Menachem Begin den Friedensvertrag von Camp David.
    53 min

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Historische Aufnahmen und Radioberichte von den ersten Tonaufzeichnungen bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Präsentiert…

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