Archivradio – Geschichte im Original

Archivradio – Geschichte im Original

By SWR
Download on the App Store

Archivradio – Geschichte im Original episodes

  • Putin erklärt nach Annexion: "Die Krim gehört zu Russland" | 18.3.2014
    Krim: immer wieder Konflikte
    Jahrzehntelang gehörte die Krim zur Ukraine – was für Moskau kein Problem war, solange es die Sowjetunion gab. Und auch danach nicht, solange in Kiew moskautreue Regierungen saßen, die die russische Kontrolle über den Militärhafen Sewastopol nicht gefährden.
    Konflikte zwischen der Krim und der Zentralregierung in Kiew gibt es immer wieder, denn die russischsprachige Bevölkerungsmehrheit auf der Halbinsel fühlt sich Russland stärker verbunden als der Ukraine.
    Massenproteste in Kiew im Februar 2014
    Die Ereignisse eskalieren im Februar 2014. In Kiew, der Hauptstadt der Ukraine, kommt es zu Massenprotesten gegen die prorussische Politik von Präsident Wiktor Janukowitsch. Janukowitsch wird gestürzt und setzt sich nach Russland ab. Der proeuropäische Oleksandr Turtschynow übernimmt als Übergangspräsident Ende Februar die Regierungsgeschäfte, zusammen mit Arsenij Jazenjuk als Ministerpräsident.
    Russische Annexion der Krim beginnt
    Um die gleiche Zeit beginnt Russland mit der Annexion der Halbinsel Krim. Sie ist zunächst als Machtübernahme lokaler russischsprachiger Krimbewohner getarnt, bevor die russische Armee auch nach außen hin sichtbar wird. Am 18. März 2014 feiert Russlands Präsident Wladimir Putin öffentlich die Annexion, die aus seiner Sicht eine Reparatur historischer Fehlentscheidungen darstellt. Seine Rede sorgt für Aufsehen, denn er holt historisch weit aus. Er sagt allerdings auch, dass, entgegen der Befürchtungen des Westens, der Krim nicht noch weitere Regionen folgen werden.
    Sein Versprechen, die Ukraine nach der Annexion der Krim nicht weiter anzutasten, bricht er spätestens mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine im Februar 2022.
    6 min
  • Verhaftung der RAF-Mitglieder Andreas Baader, Holger Meins und Jan-Carl Raspe | 1.6.1972
    Festnahmen nach einer Reihe von RAF-Anschlägen
    Hunderte Schüsse sollen gefallen sein, als am 1. Juni 1972 die Polizei im Frankfurter Nordend drei Mitglieder aus dem harten Kern der "Roten Armee Fraktion" festnahm: Andreas Baader, Holger Meins und Jan-Carl Raspe. In den Wochen zuvor hatte die Terrorgruppe eine Reihe von Anschlägen verübt.
    Baader saß 1970 schon einmal im Gefängnis, war aber mithilfe der Journalistin Ulrike Meinhof befreit worden und hielt sich seitdem im Untergrund auf bzw. zusammen mit anderen Angehörigen der Terrorgruppe in Jordanien, wo sie wiederum bei palästinensischen Terroristen Waffentraining bekamen. Zurück in der Bundesrepublik verüben sie 1972 zahlreiche Bombenanschläge – auf das Hauptquartier der US-Streitkräfte in Frankfurt und Heidelberg, auf Polizeistationen, auf die Zentrale des Axel-Springer-Verlags in Hamburg.
    Welche Bedeutung die Festnahme von Baader, Meins und Raspe hat, zeigt sich auch darin, wie ausführlich die Nachrichten des Südwestfunks und die unmittelbar anschließende Sondersendung darauf eingehen. Sie unterstützen auch die weiteren Fahndungsaufrufe der Polizei.
    23 min
  • RAF-Terrorist Holger Meins stirbt im Gefängnis – Kritik an Ärzten | 11. bis 15.11.1974
    Günter von Drenkmann wir als Reaktion auf Holger Meins' Tod ermordet
    Der RAF-Terrorist Holger Meins stirbt am 9. November 1974 als Folge seines Hungerstreiks im Gefängnis im rheinland-pfälzischen Wittlich. Als Reaktion darauf ermordet die sogenannte "Bewegung 2. Juni" den Präsidenten des Berliner Kammergerichts, Günter von Drenkmann am 10. November. Bis heute konnten die Täter nicht ermittelt werden.
    Beide Ereignisse werfen Fragen auf. Vor allem auch in Stuttgart, wo der Prozess gegen die RAF-Terroristen Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Carmen Roll bevorsteht, die sich dort im Gefängnis Stammheim befinden.
    Der Süddeutsche Rundfunk befasst sich damit in der Mittagssendung "Südfunk". Am Nachmittag des gleichen Tages hat Reporter Jochen Heuer noch weitere Informationen zum Thema.
    Nach dem Tod von Holger Meins und dem Attentat auf den Richter Günter von Drenkmann verstärkt das Stuttgarter Innenministerium die Sicherungsmaßnahmen. Personenkontrollen werden verstärkt, der Personenschutz für den Richter im angehenden Stammheim-Prozess ausgeweitet.
    Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Carmen Roll weiter im Hungerstreik
    Die einsitzenden RAF-Mitglieder Andreas Baader, Gudrun Ensslin und Carmen Roll befinden sich weiter im Hungerstreik. Es gibt Schwierigkeiten, ein unabhängiges Ärzteteam für sie zu finden. Sie lassen keine anderen Ärzte an sich heran. Der Anwalt von Holger Meins, Dr. Croissant, spricht von Isolationsfolter und droht damit, die Gefangenen würden nach dem Hungerstreik in den Durststreik treten.
    Alfred Stümper, Sprecher des Baden-Württembergischen Innenministeriums spricht am Telefon davon, dass man "den Baader-Meinhof-Prozess im Lande" habe. Am 12. November 1974 gibt es einen ersten Untersuchungsbericht zum Tod von Meins. Darüber berichtet "Südfunk aktuell".
    Diskussion um die ärztliche Versorgung der Inhaftierten
    Am Folgetag gibt es weitere Ergebnisse, die der rheinland-pfälzische Justizminister Otto Theissen in einer Pressekonferenz verkündet. Wurde der RAF-Terrorist Holger Meins im Gefängnis ärztlich angemessen versorgt? Knapp eine Woche nach seinem Tod stellen mehrere Ärzte das infrage. In Frankfurt am Main kommt es deshalb zu einer kleinen Demonstration. Die relativ lange Anmoderation des Berichts spiegelt dabei auch ein wenig die Stimmungslage in jenen Tagen.
    31 min
  • RAF gibt Auflösung bekannt | 20.4.1998
    Terrorismus der Rote Armee Fraktion: Morde, Entführungen, Anschläge
    Die Rote Armee Fraktion (RAF) war jahrzehntelang der Inbegriff des Links-Terrorismus. Nach vielen Morden, Entführungen und Anschlägen in den 1970ern und 1980ern und mindestens zwei Generationswechseln an der Spitze der Gruppe wurde es in den 1990er-Jahren still um die RAF – so still, dass es fast eine Überraschung ist, als die RAF am 20. April 1998 in einem förmlichen Schreiben ihre Auflösung bekannt gibt mit den Worten: "Die Stadtguerilla in Form der RAF ist nun Geschichte." Das Schreiben geht an die Nachrichtenagentur Reuters.
    SDR1 spricht darüber mit dem Journalisten Gerd Rosenkranz, der sich lange mit der RAF befasst hat.
    Das Bundeskriminalamt stuft das Schreiben am nächsten Tag als authentisch ein. Darauf weise das verwendete Briefpapier hin wie auch die Sprache. Rüdiger Paulert berichtet am 21. April 1998 von der Pressekonferenz.
    RAF erklärt Verbundenheit mit palästinensischer Befreiungsfront PFLP
    Die Auflösung der RAF weckt viele Erinnerungen an die Hochzeiten des Terrors in den 1970ern. Die RAF selbst erklärt in ihrem Schreiben noch einmal ihre Verbundenheit mit den Terroristen der palästinischen Befreiungsfront PFLP, mit der sie 1977 eng zusammengearbeitet hat. Mitglieder der PFLP hatten im Oktober 1977 die Lufthansa-Maschine "Landshut" nach Mogadischu entführt, mit dem Ziel, die in Stammheim einsitzenden RAF-Terroristen freizupressen. Was ihnen nicht gelang, denn die Sondereinsatztruppe GSG 9 konnte das Flugzeug stürmen, die Geiseln retten und die Entführer töten.
    Otto Schily kommentiert die Auflösung der RAF
    Otto Schily war in den 1970er Jahren einer der Anwälte, die die RAF-Terroristen der ersten Generation verteidigt hatte. Als die RAF ihre Auflösung bekannt gibt, ist er stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender im Bundestag. In SDR1 kommentiert er die Auflösung der RAF.
    Ein halbes Jahr nach diesem Interview wird Otto Schily – nach dem Regierungswechsel in Bonn – Bundesinnenminister.
    17 min
  • Schusswechsel mit RAF-Terroristen im Bahnhof Bad Kleinen | 27.6.1993
    RAF-Mitglieder Hogefeld und Grams sollen festgenommen werden
    Birgit Hogefeld und Wolfgang Grams gehörten zu den RAF-Terroristen der sogenannten dritten Generation. Mithilfe des V-Manns Klaus Steinmetz kamen die Ermittler ihnen auf die Spur. Sie wussten vorab von einem Treffen am Bahnhof von Bad Kleinen im Landkreis Nordwestmecklenburg und bereiteten sich auf einen Zugriff vor. Das war am 27. Juni 1993.
    Schusswechsel am Bahnhof mit tödlichem Ausgang
    Die Spezialkräfte der GSG 9 können Birgit Hogefeld in der Unterführung des Bahnhofs festnehmen, doch dann kommt es zu einer Schießerei. Wolfgang Grams tötet dabei den GSG-9-Beamten Michael Newrzella und begeht anschließend Suizid. Das jedenfalls ergeben später die übereinstimmenden Berichte verschiedener Gutachter.
    Am Tag selbst gibt es zunächst ein kurzes Statement von Generalbundesanwalt Alexander von Stahl. Ein ausführlicher Radiobericht mit Zeugenaussagen folgt dann am nächsten Morgen.
    In den Radioberichten heißt es, die Ermittler seien Hogefeld und Grams aufgrund von Stasi-Unterlagen auf die Spur gekommen. Dass ein V-Mann im Spiel war, wurde erst später bekannt.
    Waren Unbeteiligte bei der GSG-9-Aktion ausreichend geschützt?
    Am Tag nach den Schüssen von Bad Kleinen werden auch kritisch Fragen laut: Wenn die Grenzschützer den Zugriff auf gefährliche Terroristen am Bahnhof geplant haben, haben sie wirklich genug getan, um Unbeteiligte zu schützen? Diese Fragen werden untermauert durch weitere Augenzeugen, über die SDR1 am Nachmittag des 28. Juni 1993 berichtet.
    7 min
  • Erstes Parteiverbot: Aus für Sozialistische Reichspartei | 25.10.1952
    Sozialistische Reichspartei: Nazipartei in der Tradition der NSDAP
    Die erste Partei, die in der Bundesrepublik Deutschland verboten wurde, war die sozialistische Reichspartei SRP. Die Kombination aus "sozialistisch" und "Reich" deutet es schon an: Das waren Nazis. Die Partei sah sich selbst in der Tradition der NSDAP.
    1950 wird die Partei als extremistisch eingestuft. Bei den Landtagswahlen in Niedersachsen erreichte sie 1951 immerhin 11 Prozent der Stimmen, kurz darauf in Bremen knapp 8 Prozent. Dabei bleibt es dann aber auch.
    Bundesverfassungsgericht: SRP ist verfassungswidrig und wird aufgelöst
    Noch im selben Jahr leitet Bundesinnenminister Robert Lehr von der CDU, ein ehemaliger Widerstandskämpfer, ein Verbotsverfahren ein. Mit Erfolg. Am 23. Oktober 1952 entscheidet das Bundesverfassungsgericht, dass die SRP verboten und aufgelöst wird.
    Die SDR-Sendung "Aus der Residenz des Rechts" sendet am 25. Oktober 1952 einen Mitschnitt des Urteils.
    Vier Jahre später, 1956, wird auch die KPD, die Kommunistische Partei Deutschlands, verboten. Dies sind die bisher einzigen Parteienverbote der Bundesrepublik.
    13 min
  • Contergan-Skandal kommt ins Rollen | 1961
    Das Schlafmittel war 1957 eingeführt worden. Auch schwangere Frauen nahmen es. Die Folgen: Tausende Kinder kamen mit Fehlbildungen auf die Welt. Der Rechtsanwalt Karl-Hermann Schulte-Hillen und der Arzt Widukind Lenz deckten den Zusammenhang auf.
    Mehr historische Aufnahmen zur Medizingeschichte: http://swr.li/medizingeschichte
    7 min
  • Die RAF und der Deutsche Herbst 1977: Die Vorgeschichte | Archivradio-Gespräch
    Historische O-Töne aus den Rundfunkarchiven zur Geschichte der RAF vom Frankfurter Kaufhausbrand 1968 über Originalaufnahmen aus dem Stammheimprozess bis zum Mord an Siegfried Buback am 7. April 1977.
    Christoph König im Archivradio-Gespräch mit Maximilian Schönherr (SWR 2017).
    Hier eine Übersicht über die historischen Tonaufnahmen: http://swr.li/raf-deutscher-herbst
    28 min
  • Stereo-Testsendungen für Radionerds im "Club der Stereofreunde" | 6.5.1969
    Der Südwestfunk sendete Ende der 1960er-Jahre ein Drittel seines Radioprogramms in Stereo. Zu diesem Zeitpunkt hatten allerdings gerade mal 12 Prozent der Hörerinnenen und Hörer entsprechende Empfangsgeräte.
    Anleitung: So stellen Sie Ihre Stereoanlage richtig ein
    Die Stereophonie wurde immer beliebter, deshalb entwickelte der Südwestfunk eigene Service-Sendungen. So wird 1969 die Sendereihe "Club der Stereofreunde" ausgestrahlt. Darin liefen die folgenden zwei Stereotestsendungen. SWF-Mitarbeiter Günter Bein gibt Anweisungen zum Test des Stereoempfangs mithilfe des SWF-Pausenzeichens, technischen Tönen und Musik.
    21 min

About Archivradio – Geschichte im Original

From the publisher's feed

Historische Aufnahmen und Radioberichte von den ersten Tonaufzeichnungen bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Präsentiert…

More shows like Archivradio – Geschichte im Original

SWR Kultur lesenswert - Literatur by SWR

SWR Kultur lesenswert - Literatur

6 Listeners

WDR Zeitzeichen by WDR

WDR Zeitzeichen

75 Listeners

Radiowissen by Bayerischer Rundfunk

Radiowissen

110 Listeners

1000 Antworten by SWR

1000 Antworten

8 Listeners

Geschichten aus der Geschichte by Richard Hemmer und Daniel Meßner

Geschichten aus der Geschichte

182 Listeners

Anke Engelke und Kristian Thees: Wie war der Tag, Liebling? by SWR3, Kristian Thees, Anke Engelke

Anke Engelke und Kristian Thees: Wie war der Tag, Liebling?

33 Listeners

Das Wissen | SWR by SWR

Das Wissen | SWR

107 Listeners

Eine Stunde History - Deutschlandfunk Nova by Deutschlandfunk Nova

Eine Stunde History - Deutschlandfunk Nova

103 Listeners

SWR Kultur Forum by SWR

SWR Kultur Forum

9 Listeners

SWR1 Leute by SWR

SWR1 Leute

44 Listeners

Wissen aktuell – Impuls by SWR

Wissen aktuell – Impuls

4 Listeners

Weltspiegel Podcast by ARD Weltspiegel

Weltspiegel Podcast

37 Listeners

Verbrechen der Vergangenheit by RTL+ / GEO EPOCHE

Verbrechen der Vergangenheit

35 Listeners

Sprechen wir über Mord?! Der SWR Kultur True Crime Podcast by SWR Kultur

Sprechen wir über Mord?! Der SWR Kultur True Crime Podcast

25 Listeners

Das wahre Leben by SWR

Das wahre Leben

31 Listeners

Geschichte Europas by Tobias Jakobi

Geschichte Europas

7 Listeners

DAMALS und heute - Der Podcast zur Geschichte by David Neuhäuser, Felix Melching

DAMALS und heute - Der Podcast zur Geschichte

12 Listeners

Alles Geschichte - Der History-Podcast by ARD

Alles Geschichte - Der History-Podcast

65 Listeners

Tatort Geschichte - True Crime meets History by Bayerischer Rundfunk

Tatort Geschichte - True Crime meets History

36 Listeners

ZEIT Geschichte. Wie war das noch mal? by DIE ZEIT

ZEIT Geschichte. Wie war das noch mal?

36 Listeners

Terra X History - Der Podcast by ZDF - Terra X

Terra X History - Der Podcast

7 Listeners

Der Rest ist Geschichte by Deutschlandfunk

Der Rest ist Geschichte

16 Listeners

Was bisher geschah - Geschichtspodcast by Joachim Telgenbüscher, Nils Minkmar

Was bisher geschah - Geschichtspodcast

55 Listeners