Archivradio – Geschichte im Original

Archivradio – Geschichte im Original

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Archivradio – Geschichte im Original episodes

  • Ernst Lubitsch über den Tonfilm | 12.11.1932
    "Wenn der Mensch die Lippen bewegt, muss man auch hören, was er sagt." – Im Januar 1929 beginnt die Tonfilmära in Deutschland. Auch vorher wurden Filme schon akustisch begleitet, aber die synchrone Verbindung von Bild und Ton und damit das hörbare gesprochene Wort – das war neu! Deshalb werden diese Filme anfangs auch "Talkie" genannt.
    Der Filmregisseur Ernst Lubitsch (1892 - 1947) gehörte zu den Pionieren des Tonfilms mit seinem Hollywoodfilm "Loveparade". Hier ein Interview mit ihm vom 12.11.1932, aufgenommen im Berliner Hotel "Adlon".
    6 min
  • Rio-Konferenz 1992: Appell der 12-jährigen Severn Suzuki | Juni 1992
    Die große UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro gilt als Meilenstein der Klimapolitik. Es ging in Rio zwar auch um den Erhalt der Artenvielfalt und Maßnahmen gegen die Wüstenbildung, aber in Bezug auf den Klimawandel gilt die Rio-Konferenz als der Beginn der globalen Klimapolitik mit ihren seitdem regelmäßigen Gipfeltreffen.
    Ein Star neben all den Politikern war die damals 12-jährige Severn Suzuki, die einen persönlichen und bewegenden Appell an die Erwachsenen richtete.
    Wenn die Erwachsenen schon nicht wüssten, wie die Umweltprobleme auf diese Planeten gelöst werden könnten, so die damals 12-Jährige, dann sollten sie zumindest damit aufhören, dem Planeten weiter Schaden zuzufügen.
    Im Internet kursiert das Video ihrer Rede unter dem Titel: "Das Mädchen, das die Welt für sechs Minuten zum Schweigen brachte."
    Severn Suzuki, Tochter des Umweltaktivisten David Suzuki, wuchs in Vancouver und Toronto auf. Als Neunjährige gründete sie die Umweltorganisation ECO, eine Umweltorganisation für Jugendliche. Gemeinsam mit Mitgliedern von ECO gelang es Suzuki, Geld zu sammeln, um am Umweltgipfel in Rio 1992 teilnehmen zu können.
    Was wurde aus Severn Suzuki?
    Severn Suzuki hat Biologie studiert und ist nach wie vor als Umweltaktivistin tätig. Heute lebt sie mit ihrer Familie in British Columbia.
    8 min
  • Gerhard Schröder kündigt "Agenda 2010" an – Der Anfang von Hartz IV | 14.3.2002
    Es ist die größte politische Zäsur der SPD seit Jahrzehnten: Bundeskanzler Gerhard Schröder kündigt einen Abbau sozialstaatlicher Leistungen an. Einschnitte beim Arbeitslosengeld und der Krankenversicherung und eine Lockerung des Kündigungsschutzes.
    Viele in der SPD tragen die Hartz-Reformen nur widerwillig mit. Sie führen schließlich zu einer Abspaltung eines Teils der SPD und indirekt vier Jahre später zur Partei Die Linke. Hier die zentralen Aussagen aus Gerhard Schröders Regierungserklärung zur Agenda 2010 am 14. März 2003.
    24 min
  • "Sofort, unverzüglich" – Schabowskis Pressekonferenz zum Mauerfalll | 9.11.1989
    Die berühmten Worte von Günter Schabowski fallen erst ganz am Ende, fast beiläufig, auf der langen Pressekonferenz am Abend des 9. November 1989 in der Berliner Mohrenstraße. Schabowski war Sekretär für das Informationswesen im Zentralkomitee der SED.
    Hier hören Sie die gesamte Pressekonferenz, an deren Ende Schabowski nicht nur die Öffnung der Mauer begründet, sondern auch in Verlegenheit gerät, als ein ausländischer Korrespondent nach der Zukunft der Mauer fragt.
    1 hr 7 min
  • Ausrufung der Republik durch Philipp Scheidemann | 9.11.1918
    Philipp Scheidemanns Rede
    "Arbeiter und Soldaten: furchtbar waren die vier Kriegsjahre ... Der unglückselige Krieg ist zu Ende, das Morden ist vorbei ... Die Niederlage ... ist uns nicht erspart geblieben. Unsere Verständigungsvorschläge wurden sabotiert, wir selbst wurden verhöhnt und verleugnet. Die Feinde des werktätigen Volkes ... die Deutschlands Zusammenbruch verschuldet haben, sind still und unsichtbar geworden. ... Alles für das Volk, alles durch das Volk ... Das Alte und Morsche, die Monarchie, ist zusammengebrochen. Es lebe das Neue, es lebe die deutsche Republik".
    Aufnahmedatum: Januar 1920 (nachgesprochen)
    Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)

    Das Foto wurde nachgestellt.
    3 min
  • Horst Stern: "Rettet den Wald!" | 5.11.1979
    Horst Stern war Mitbegründer des BUND, entwickelte die Umweltzeitschrift "Natur" und er machte mit seinem Buch "Rettet den Wald" als einer der ersten auf das sogenannte Waldsterben aufmerksam.
    1980er-Jahre in Deutschland: Der Klimawandel war für die Deutschen noch kein großes Thema – dafür aber das "Waldsterben", das zusammen mit dem Schlagwort "saurer Regen" damals die Umweltdebatte prägte. Im Rückblick sagen heute viele, dass die düsteren Prognosen vom Waldsterben übertrieben waren.
    Doch immerhin, sie haben auch dazu geführt, dass Abgase besser gereinigt wurden und dass Katalysatoren in Autos Pflicht wurden. Wie sich der Wald ohne diese Luftreinhaltungsmaßnahmen entwickelt hätte, ist heute schwer zu sagen. Horst Stern hat mit seinem Engagement und seinem Buch "Rettet den Wald" die Diskussion wesentlich vorangetrieben. "Der Titel ist ein bisschen dramatisiert", sagt er selbst.
    Durch den Bau neuer Siedlungen, Industrieanlagen oder Straßen werde der deutsche Wald, so Stern, immer weniger. Aufgrund der zunehmenden Luftverschmutzung gebe es außerdem kaum mehr einen Baum ohne chronische Giftschäden. Und drittens werde aus dem deutschen Mischwald immer stärker ein Nadelwald, der für den Forstwirt sehr viel lukrativer ist. Damit gerate aber das ökologische Gleichgewicht durcheinander.
    Sein Engagement für den Wald konnte auch provozieren. In seiner Reihe "Bemerkungen über den Rothirsch" erklärte er den Hirsch zum Problem für den Wald: "Sie hören richtig, meine Damen und Herren. Es ist nicht dringlich zurzeit, den Hirsch zu schonen. Es ist dringlich zurzeit, ihn zu schießen. Man rettet den deutschen Wald ja nicht, indem man 'O Tannenbaum' singt".
    Stern sieht jedoch nicht schwarz: "Der deutsche Wald ist ziemlich mustergültig", so der Journalist. Er dürfe nur nicht als Müllplatz angesehen oder immer stärker für den Ausbau von Trimm-Dich-Pfaden hergenommen werden.
    Quelle: Süddeutscher Rundfunk. Südfunk aktuell. Moderator: Siegfried Höfermann
    Zum Tod von Horst Stern
    Horst Stern, geboren am 22. Oktober 1922, starb am 17. Januar 2019. Er wurde 96 Jahre alt. SWR Intendant Peter Boudgoust würdigte das Schaffen Sterns: "Mit Horst Stern haben wir einen der bedeutendsten Dokumentarfilmer des Landes verloren. Für den damaligen SDR hat er mit der Reihe 'Sterns Stunde' in den 1970er-Jahren Meilensteine des dokumentarischen Tierfilms und gleichzeitig die Grundlage für einen kritischen Naturjournalismus geschaffen. Horst Stern war nicht nur ein herausragender Journalist, sondern auch ein unermüdlicher Kämpfer für Tierethik und ein ökologisches Bewusstsein. Dabei war sein Vorgehen oft provokativ, aber stets reflektiert und von großem Sachverstand geprägt."
    7 min
  • Gruß aus New York an Kaiser Wilhelm II. | 1916
    "Oh blühe fort, du deutscher Sang, wahr in Wort und rein im Klang."

    Quelle: Männerchor, Mozart-Verein New York

    Rede – dem deutschen Kaiser gewidmet vom Mozart-Verein in New York
    "Begeistert durch die glänzenden Waffentaten unserer deutschen Brüder und deren Verbündeten und beseelt von dem Wunsche, dass der große Völkerkrieg den endgültigen Sieg für die Verbündeten im Gefolge haben möge, erlaubt sich der Mozart-Verein, New York, Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser und dem deutschen Volke Gruß und Huldigung in echter Sängerweise darzubringen.
    Dem obersten Kriegsherrn des Deutschen Reiches, Seiner Majestät Kaiser Wilhelm II. und seinen hohen Verbündeten ein dreifaches Hurra." – Männer: "Hurra! Hurra! Hurra!"
    Nach der Heimat möcht ich wieder
    "Nach der Heimat möcht ich wieder
    nach dem teuren Vaterort
    wo man singt die frohen Lieder
    wo man spricht ein trautes Wort.

    Teure Heimat, sei gegrüßt
    in der Ferne sei gegrüßt
    Sei gegrüßt in weiter Ferne
    Teure Heimat, sei gegrüßt

    Doch mein Schicksal will es nimmer
    durch die Welt ich wandern muss
    Trautes Heim, dein denk´ ich immer
    Trautes Heim, dir gilt mein Gruß

    Teure Heimat, sei gegrüßt
    in der Ferne sei gegrüßt
    Sei gegrüßt in weiter Ferne
    Teure Heimat, sei gegrüßt"

    Quelle: Männerchor, Mozart-Verein New York

    Aufnahmedatum: ca. 1916, Aufnahmeort: New York
    Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)
    5 min
  • Ein DDR-Spion über seine Erfahrung mit der BRD-Justiz | 1986
    Der nach 2 Jahren Haft in die DDR zurückgekehrte Mann spricht das 1986 auf Tonband. Um „operativ im Feindgebiet zu arbeiten, ist psychische und physische Stärke notwendig“ Es sei ein revolutionäres Abenteuer, bei dem man sich wie ein angegriffener Igel zu verhalten habe: einrollen und Stachel ausfahren.
    Der Bandkarton trägt keinen Namen. Wir wissen also nicht, wer dieser Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit ist. Er gibt den Genossen Tipps, wie sie sich im Falle einer Festnahme zu verhalten hätten. Ein Kernelement ist die Aussageverweigerung, ein anderes die Bestellung eines Rechtsanwalts über die Ständige Vertretung der DDR. Beides gelingt und wird von den westlichen Behörden nicht behindert.
    Der politische Gegner, so die Aussage, schlage niemanden mehr brutal zusammen und foltere auch nicht, wie es die Nationalsozialisten getan hätten. Vielmehr sei die „gegnerische Klassenjustiz raffinierter“. Er kritisiert vor allem das Umgarnen auf scheinbar freundschaftlichem Niveau, um Aussagen über Hintermänner zu bekommen.
    Nach der Festnahme brachte man ihn zum Bundesgerichtshof nach Karlsruhe, wo ihm der Ermittlungsrichter (zurecht) die „Ausspähung für eine fremde Macht“ unterstellte. In der Untersuchungshaft empfand er es als Belastung, dass die meisten Mitgefangenen psychisch gescheiterte, sich am kapitalistischen System bereichernde Verbrecher waren, etwa „Zuhälter und Homosexuelle, Steuerhinterzieher und Bankräuber“.
    Nach der Verurteilung ließ er sich von seinem Rechtsanwalt aus der Ständigen Vertretung der DDR die Tageszeitung Neues Deutschland bringen, die ihn „klassenmäßig bestärkte. Genossen, das war ein tägliches Fest!“ Als er in verschiedenen Abteilungen des Gefängnisses für „kapitalistische Großunternehmen“ arbeitete, erhielt er einen Stundenlohn von unter 1 DM. Dadurch hätten sich Haftanstalt und BRD-Industrie an ihm bereichert.
    Das Band fand sich in Gera.
    Signatur MfS BV Gera/Tb/453
    1 hr 10 min

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Historische Aufnahmen und Radioberichte von den ersten Tonaufzeichnungen bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Präsentiert…

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