Archivradio – Geschichte im Original

Archivradio – Geschichte im Original

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Archivradio – Geschichte im Original episodes

  • Apple-Chef Steve Jobs stellt das iPhone vor | 9.1.2007
    Im Januar 2007 stellt Steve Jobs das neueste Gerät seiner Firma Apple vor, das sogenannte iPhone. Ein internetfähiges Handy, das man ausschließlich über einen Touch-Screen steuert, das Fotos machen und Musik abspielen kann. Fachleute zeigen sich aber noch verhalten, viele schätzen es eher als Hype ein, von einer Revolution könne man nicht sprechen.
    Ein halbes Jahr später beginnt der Verkauf des iPhones.
    4 min
  • Robert Schuman plädiert für Europa-Armee | 5.1.1955
    Schon in den 1950er-Jahren gab es Pläne für eine gemeinsame europäische Verteidigung. Frankreich, das heute zu den stärksten Befürwortern eines solchen Projekts gehört, war damals aber dagegen und ließ die Pläne scheitern. Dem französischen Parlament war die Militarisierung Deutschlands nicht geheuer. Das führte zu Verstimmungen und war ein Dämpfer für die deutsch-französische Annäherung.
    Robert Schuman hält Rede im Ludwigsburger Schloss
    Der Europapolitiker Robert Schuman versucht mit einer Rede im Ludwigsburger Schloss die Wogen zu glätten. Schuman hatte zu dem Zeitpunkt kein politisches Amt, aber er war vorher immerhin schon französischer Ministerpräsident und Außenminister und hatte in diesen Ämtern viele deutsch-französische bzw. europäische Gemeinschaftsprojekte forciert.
    Anders als viele seiner französischen Landsleute hatte Schuman keine Befürchtungen, dass Deutschland im europäischen Verbund zu mächtig werden würde. Er war ein ausdrücklicher Befürworter einer Europa-Armee – vor allem aus Sorge vor den Entwicklungen in der Sowjetunion.
    Schuman plädiert in dieser Rede am 5. Januar 1955 auch für das Ziel einer Wiedervereinigung Deutschlands.
    Rede von Robert Schuman gehalten auf Einladung des Deutsch-Französischen Instituts über das Thema "Die neue Phase der europäischen Idee". Ordenssaal, Schloss Ludwigsburg, ausgestrahlt am 21.1.1955.
    54 min
  • Kaiser Franz Joseph testet den ersten "Anrufbeantworter" | 20.9.1900
    Ende des 19. Jahrhunderts gab es Telefone und es war auch schon möglich, Klänge und Sprache aufzuzeichnen, etwa auf einer Wachswalze. 1898 wurden beide Techniken kombiniert. Geboren waren die ersten Anrufbeantworter.
    Eins der Modelle war das Telegraphon des Wiener Erfinders Waldemar Poulsen. Es besteht, wie frühere Aufnahmegeräte, aus einer Walze, allerdings wird der Ton nicht auf Wachs festgehalten, sondern elektromagnetisch. Um die Walze war ein Draht gewickelt, ursprünglich eine Klaviersaite. Man sprach in ein Mikrofon, das elektrische Ströme erzeugt. Alternativ ließ sich auch ein Telefon anschließen. Die elektrischen Ström aktivieren einen Elektromagneten, der sich entlang des Drahtes bewegt und diesen wiederum magnetisiert.
    Kaiser Franz Joseph selbst darf das Telegraphon testen, am 20. September 1900 auf der Pariser Weltausstellung. Nachdem er in seiner Sprachaufnahme sein Interesse bekundet, folgt ein Nachsatz von Hofrat Wilhelm Exner. Exner hatte das Gerät für das österreichisch-ungarische Handelsministerium erworben und dankt dem Kaiser für die Gnade, in den Apparat gesprochen zu haben.
    In Deutschland wird die Erfindung ab 1903 von der Phonographen Gesellschaft Krefeld vermarktet – kann sich aber auf dem Markt nicht durchsetzen.
    Kaiser Franz Joseph: "Diese neue Erfindung hat mich sehr interessiert, und ich danke sehr für die Vorführung derselben"
    Nachsatz von Hofrat Wilhelm Exner: "Seine Majestät der Kaiser hatte die Gnade, diese Worte anläßlich höchstseines in der Ausstellung der österreichischen Erwerbungen auf der Pariser Weltausstellung in den Apparat zu sprechen."
    2 min
  • Saarland wieder Teil der Bundesrepublik: Konrad Adenauer zur "Kleinen Wiedervereinigung" | 1.1.1957
    Adenauer: Hoffnung auf Lösung auch für Ostdeutschland
    Am 1. Januar 1957 ist das Saarland wieder Teil der Bundesrepublik Deutschland.
    Zur Feierstunde im Staatstheater Saarbrücken spricht auch Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU). Er äußert die Hoffnung, dass nun auch eine Lösung für Ostdeutschland möglich sein könnte.
    Quelle: Archiv des Saarländischen Rundfunks
    Im Bild: Bundeskanzler Konrad Adenauer (2.v.l.) schreitet am 1. Januar 1957 auf dem Bahnhofsvorplatz in Saarbrücken die Front der Polizeihundertschaft ab, hinter Adenauer der Ministerpräsident der Saarregierung, Hubert Ney
    16 min
  • Neujahrsansprache 1918 an die Eisenbahner | 1.1.1918 / 27.4.1918
    Paul von Breitenbach (1850-1930) war von 1906 bis 1918 preußischer Minister der öffentlichen Arbeiten und Chef des Reichsamtes für Verwaltung der Reichsbahn.
    "Gewaltiges Ringen und Kämpfen der Völker lässt noch immer die Welt erdröhnen. Auch dieser Jahreswende fehlt der Friede auf Erden" / Gegen einen Frieden, der nicht die Zukunft Deutschlands sichert / "Die Kämpfer an der Front kämpfen für solchen Frieden" / Ihre Zukunft steht und fällt mit den Leistungen der Eisenbahn, dem "geflügelten Rade" / Der vaterländische Sinn fordert alle sittliche und körperliche Kraft / "Ich weiß und vertraue fest, dass auch das neue Jahr die Beamten und Arbeiter der preußischsächsischen Staatseisenbahn wie der Reichseisenbahn auf den gleichen Standpunkt äußerster Pflichterfüllung und Hingabe an das Vaterland hinführt. Den Frieden fördert, wer in solcher Gesinnung verharrt".
    Bedeutung der Eisenbahn
    Ohne die Eisenbahn ist der moderne Krieg, wie er sich in den zerstörerischen Schlachten des Ersten Weltkrieges an allen Fronten zeigte, nicht vorstellbar. Erst durch die Bahn war es möglich Kriegs- und "Menschen"-Material in bislang unbekannten Dimensionen an die Fronten zu liefern.
    In der Zeit des Ersten Weltkriegs waren nur Studioaufnahmen keine Liveaufnahmen möglich. Jedes Wort musste unmittelbar vor einem großen Trichter erzeugt werden, der richtige Abstand musste eingehalten werden. Ein regelmäßiger Rundfunkbetrieb in Deutschland fand erst ab 29.10.1923 statt.
    Aufnahmedatum: 27.4.1918 (nachgesprochen)
    Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)
    3 min
  • Zwei Studenten "befreien" Helgoland | 1.1.1951
    Die Ausgangslage: Helgoland nach dem Zweiten Weltkrieg
    Nach dem Krieg blieb Helgoland in der Hand der Briten. Nachdem die britische Luftwaffe die Militäranlagen der Nazis zerstört hatte, nutzte sie die Insel weiter für Bombenabwurfübungen – noch heute ist die Insel mit Abwurfkratern übersät. Die Bewohner Helgolands lebten auf dem Festland, vor allem in Cuxhafen. Zur gleichen Zeit wurde in Deutschland über eine Wiederbewaffnung diskutiert.
    Die Invasion
    Zwei Heidelberger Studenten, Georg von Hatzfeld und René Leudesdorf, waren dagegen und heckten deshalb einen Plan aus. Sie würden die Insel besetzen und ihre Rückgabe an Deutschland fordern. Gleichzeitig sollte es keine deutsche Wiederbewaffnung geben. Die Weihnachtszeit erschien ihnen ideal, da hat die Presse sonst nicht viel zu berichten.
    Am 20. Dezember 1950 fahren sie mit einem Kutter zur Insel und sehen die unzähligen Bombenkrater. Die Journalisten und Helgoländer, die sie begleiten, fahren bald zurück. Die beiden Studenten bleiben zeitweise alleine auf der Insel. Am 1. Januar 1951 berichtet einer der Helgoländer im Radio von den Ereignissen auf der Insel und den rauhen Bedingungen. Davon handelt die ersten Aufnahme.
    Die zweite stammt vom 5. Januar. Die Besatzung war da schon zu Ende. Die beiden Studenten wurden von den Briten abgeholt. Der Moderator spricht mit Hubertus Prinz zu Löwenstein. Er war bei der anfänglichen Besatzung zwar nicht dabei, sondern fuhr erst kurz vor Silvester auf die Insel. Löwenstein wird als "Spiritus rector" vorgestellt, doch ist unklar, inwieweit die Aktion auf seine Initiative zurückging. Hatzfeld und Löwenstein kannten sich zumindest von der Universität. In jedem Fall hat Löwenstein für die nötige internationale Publicity gesorgt.
    Löwenstein betont, dass die "Invasion" keineswegs nationalistisch motiviert war. Vielmehr ginge es um ein geeintes Europa. Die britische Besatzung von Helgoland sei völkerrechtswidrig. Wenn dieser Streit aber gelöst sei, stünde dem deutsch-britischen Verhältnis nichts im Wege.
    Dies sind die beiden Aufnahmen zur sogenannten Helgoland-Invasion, die in den Archiven der ARD enthalten sind.
    Wie es weiterging
    Im Februar 1951 entschied der britische Premierminister Clement Atlee, die Insel innerhalb eines Jahres an Deutschland zurückzugeben. So konnten ab März 1952 die Helgoländer wieder auf ihre Insel ziehen. Wie stark die Heidelberger Invasion diese Entscheidung tatsächlich beeinflusst hat, darüber gehen die Meinungen auseinander.
    18 min
  • Gerhard Schröder bei der Einweihung des Transrapid in Schanghai | 31.12.2002
    Deutschland schafft und liefert innovative Zukunftstechnologie für die ganze Welt. Das sollte die große Erzählung sein im Zusammenhang mit dem Transrapid, der von Siemens und Thyssenkrupp entwickelten Hochgeschwindigkeits-Schwebebahn.
    Der Durchbruch scheint Ende des Jahres 2002 erreicht. Der frisch wiedergewählte Bundeskanzler Gerhard Schröder reist eigens nach Schanghai, um an Silvester bei der Einweihungsfahrt der ersten 30 km langen Transrapidstrecke von der Schanghaier Innenstadt zum Flughafen Pudong dabei zu sein.
    Auch das gehört zur Erzählung: Schröder, der Innovationskanzler und der Transrapid, der Startschuss in eine neue Verkehrs-Ära. Beflügelt werden der Kanzler und seine Begleiter aus der Industrie auch von der Andeutung aus Peking, dass auf den ersten Transrapid bald ein zweiter Auftrag folgen könne.
    Doch zu früh gefreut. Mehr als diese eine Transrapidstrecke kam nie zustande, jedenfalls nicht im Regelbetriebe. Schon das Anschlussprojekt in China scheiterte an hohen Kosten und Protesten, und auch weitere Anläufe in anderen Ländern führten nie zu einem Abschluss.
    4 min
  • Albert Einstein: Völkerversöhnung als große Chance des Rundfunks | 22.8.1930
    Am 22. August 1930 spricht Albert Einstein auf der Funkausstellung in Berlin, die seit ihrem Beginn 1924 immer größer geworden ist.
    Eröffnet wird die 7. Funkausstellung von Reichsrundfunkkommissar Hans Bredow. Ihm ist es gelungen, Albert Einstein einzuladen und dazu zu bewegen, "aus seiner Studierstube" auf diese Veranstaltung zu kommen. Schließlich gehöre er der Allgemeinheit.
    Hans Bredow kündigt Einstein dem Publikum an. Einstein selbst spricht nach etwa anderthalb Minuten.
    6 min
  • Ende der Sowjetunion – Ukraine wird Teil der GUS | 21.12.1991
    Sowjetunion wird aufgelöst
    Nach dem Putsch im August und den Unabhängigkeitsbestrebungen der ehemaligen sowjetischen Republiken ist die Entwicklung nicht mehr aufzuhalten. Noch im selben Jahr, kurz vor Weihnachten, wird die Sowjetunion offiziell aufgelöst.
    Auf der Konferenz von Alma-Ata, dem heutigen Almaty in Kasachstan, schließen sich am 21. Dezember 1991 viele der ehemaligen Republiken, darunter die Ukraine, mit Russland zur sogenannten Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) zusammen.
    4 min
  • Der erste Frankfurter Auschwitz-Prozess: Vernehmung | 17.9.1964
    Am 20. Dezember 1963 begann im Frankfurter Römer der größte Strafprozess der deutschen Nachkriegsgeschichte. Angeklagt waren 23 Mitglieder der Lagermannschaft im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz. Initiator dieses ersten Auschwitz-Prozesses war der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer. Ausgangspunkt waren aufgetauchte Erschießungslisten, die Bauer zugespielt worden waren.

    Ein gut einstündiger Mitschnitt dokumentiert die Vernehmung von Mitgliedern der Fahrbereitschaft. Auf den Seiten des Fritz-Bauer-Instituts finden sich zahlreiche weitere Mitschnitte, vom Eröffnungsbeschluss bis zur Urteilsbegründung. Der Prozess dauerte fast zwei Jahre. Die vorliegende Aufnahme entstand ein dreiviertel Jahr nach Prozessbeginn, am 17. September 1964.
    Hintergrund: Zeugenaussagen im Strafprozess 1963 bis 1965
    Die "Auschwitz-Tonbänder" sind der übrig gebliebene Teil der Tonbandmitschnitte vom 1. Auschwitz-Strafprozess 1963 bis 1965. Das Gericht hat Aufnahmen vor allem von Zeugenaussagen angefertigt, um später Unentschiedenheiten beim Erstellen des Gerichtsprotokolls auszuräumen. Denn die Zeugen waren Überlebende des Vernichtungsterrors und sprachen leise, manche in gebrochenem Deutsch.
    Warum ausgerechnet diese zwei Regalmeter an Bändern von einem fast 200 Tage dauernden Marathonprozess übrig blieben, kann auch der Experte für dieses Tonmaterial im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Johann Zilien, nicht erklären.
    1960er geprägt von Verdrängung und Wirtschaftswunder
    Die Gerichtsverhandlungen fanden Mitte der 1960er-Jahre statt, in einer Zeit des Wirtschaftswunders und der Verdrängung der nationalsozialistischen Vergangenheit.
    Konnte der Prozess nur in einem SPD-regierten Bundesland, eben Hessen, stattfinden? Schließlich hatte der damals noch junge CDU-Abgeordnete und spätere Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) eine Zeitlang die Auseinandersetzung über Auschwitz aus den Rheinland-Pfälzischen Schulbüchern verbannen lassen. Ein beträchtlicher Teil der bundesdeutschen Justiz war damals noch mit ehemaligen Nationalsozialisten besetzt.
    Generalstaatsanwalt Fritz Bauer rettete die Tondokumente
    In dem Interview spielt der Initiator des Auschwitz-Prozesses, der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, eine zentrale Rolle. Bauer hat die O-Töne gerettet, das Deutsche Rundfunkarchiv digitalisierte sie. Das Fritz Bauer Institut veröffentlichte die Dokumente im Internet. Die Originalbänder lagern gut gekühlt im Keller des Hauptstaatsarchivs.
    1 hr 12 min

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Historische Aufnahmen und Radioberichte von den ersten Tonaufzeichnungen bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Präsentiert…

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