Archivradio – Geschichte im Original

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Archivradio – Geschichte im Original episodes

  • Österreichs Thronfolger Karl Franz Joseph spricht über Truppenbesuche | 16.2.1916 | Erster Weltkrieg
    Erzherzog Karl Franz Joseph (1887 - 1922) spricht von einer glorreichen Armee und einem glorreichen Sieg. In den Augen der Soldaten, die er besucht hat, liest er "Kampfesfreudigkeit".
    Transkript der Ansprache von Erzherzog Karl Franz Joseph
    "Ich war an allen Fronten, bei allen Truppen unserer glorreichen Armee, ich sah alle Nationalitäten der weiten Monarchie in vollster Eintracht einem großen Ziele entgegengehen, einem glorreichen Frieden. In den Augen aller Soldaten las man Kampfesfreudigkeit und Siegeszuversicht. Ausdrücke der großen Liebe zu unserem angebetet[en] allerhöchsten Kriegsherrn. Und einem unbegrenzten [!] Gottvertrauen hörte man aus dem Munde jedes dieser Helden.
    Bewundernswert sind auch die Helden des Hinterlandes, die stillen Dulder, die durch den Krieg entweder ihr Liebstes verloren haben, oder in beständiger Angst und Sorge um ihre Verwandten leben. Der großen Zeit würdig ist die Kriegsfürsorge, wo jeder, der nicht selbst mit dem Schwert in der Hand das Vaterland verteidigen kann, durch unendliche Wohltat allen braven Kriegern ihre schweren Leiden zu erleichtern bestrebt ist. Viribus Unitis!"
    Karl Franz Joseph – Thronfolger und letzter Kaiser Österreichs
    Erzherzog Karl Franz Joseph war nach der Ermordung Franz Ferdinands am 28. Juni 1914 in Sarajewo Thronfolger Österreich-Ungarns geworden. Nach dem Tod von Kaiser Franz Joseph I. am 21. November 1916 wurde er dessen Nachfolger und war als Karl I. der letzte Kaiser von Österreich.
    Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)
    2 min
  • Richard Feynman findet die Erklärung für die Challenger-Katastrophe | 11.2.1986
    Dichtungsring im Wasserglas veranschaulicht das Problem
    In weniger als einer Minute führt Richard Feynman vor laufenden Kameras ein kleines physikalischen Experiment vor: Vor ihm steht ein Glas eiskaltes Wasser, in das er einen der typischen elastischen Dichtungsringe tunkt. Ergebnis: Der Dichtungsring wird bei Kälte spröde. Es waren die Dichtungsring, die versagten.
    Übersetzung der Erklärung von Richard Feynman
    "Ich habe dieses Ding aus der Dichtung genommen, und in Eiswasser getaucht. Und stellte fest, wenn man das Dichtungsmaterial erst ein bisschen zusammendrückt und dann den Druck wegnimmt, dehnt es sich nicht wieder aus, sondern bleibt wie es ist. Mit anderen Worten, für ein paar Sekunden zeigt dieses Material bei Temperaturen um den Gefrierpunkt keine Elastizität mehr. Ich glaube, das ist von Bedeutung für unser Problem."
    2 min
  • Otto Schily will Flüchtlings-Aufnahmezentrum in Afrika | 19.7.2004
    Idee: Asylanträge bereits in Afrika prüfen, nicht erst in Europa
    Im Jahr 2004 macht der deutsche Innenminister Otto Schily (SPD) einen Vorschlag, der seitdem in der Flüchtlingspolitik immer wieder mal aus der Schublade geholt wird: Um zu verhindern, dass selbst abgelehnte Asylsuchende noch lange in Deutschland bzw. Europa bleiben, könne man doch Aufnahmezentren für Flüchtlinge in Nordafrika schaffen und dort Asylanträge prüfen.
    "Cap Anamur" bringt Geflüchtete nach Italien
    Der Anlass für Schilys Vorschlag 2004 war eine umstrittene Seenotrettungsaktion der Hilfsorganisation Cap Anamur, die 37 aus dem Mittelmeer gerettete Geflüchtete nach Sizilien gebracht hat. Gäbe es ein Aufnahmezentrum in Afrika, so Schilys Argument, fühlten sich Flüchtlinge weniger veranlasst, ins Boot zu steigen und die gefährliche Fahrt übers Mittelmeer auf sich zu nehmen.
    Um Otto Schilys Vorschlag entzündet sich eine heftige Diskussion. Die Grünen, damals Koalitionspartner der SPD, lehnen die Idee – wie auch viele von Schilys eigenen Parteifreunden – ab.
    Die Idee der Asylzentren in Nordafrika wurde im Lauf der Jahre immer mal wieder aufgewärmt – realisiert wurde sie nie.
    5 min
  • Gustav Roethe über die Verteidigung der deutschen Freiheit | 4.2.1918 | Erster Weltkrieg
    Gustav Roethe (1859 - 1926) war ein deutscher Mediävist und Professor für Deutsche Philologie in Göttingen und Berlin. Politisch lehnte Roethe schon vor 1914 den Parlamentarismus, aber auch das Frauenstudium ab. Nach dem Ersten Weltkrieg trat er als aggressiver Gegner der Weimarer Republik auf und engagierte sich in der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP).
    Die deutsche Freiheit äußert sich – nach Roethe – nicht in Demokratie und Meinungsfreiheit. Die Westmächte England und Frankreich reden zwar verführerisch, sind aber im Vergleich zu Deutschland rückständige Nationen, auf ihre Verlockungen soll Deutschland nicht reinfallen.
    Zusammenfassung der Rede
    Die deutsche Freiheit ist himmelweit von der unserer Gegner verschieden / Unsere Freiheit wurzelt in der eigenen Brust, in der Freiheit eines Christenmenschen, wie Luther sie uns gelehrt hat / Wir wollen unbeirrt durch öffentliche Meinung oder durch Druck von oben oder unten unseren eigenen Weg gehen, nur unserem Gott verantwortlich und unserem Gewissen / Aufbau auf dem Werke Goethes und Bismarcks / Nur wenn es uns Deutschen gelingt, diese unsere innere Freiheit gegenüber den verlockenden Sirenenrufen des Auslandes, die uns zur Demokratie herüberziehen wollen, bewahren, nur dann sind wir berufen, die Pfeiler einer neuen Welt zu bilden und die rückständige Zivilisation Westeuropas im Zeichen der freien Persönlichkeit zu schlagen.
    Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)
    5 min
  • U-Boot-Krieg gegen Großbritannien: Rede von Großadmiral Alfred von Tirpitz | 1.2.1917 | Erster Weltkrieg
    Alfred von Tirpitz mit einer Erklärung
    Alfred von Tirpitz (1849 - 1930) greift England in seiner Rede direkt an: Es wolle sein "Monopol" als dominierende Seemacht behalten. Der deutsche U-Boot-Krieg ist für ihn eine legale und legitime Reaktion der Deutschen. Der Überfall auf das neutrale Belgien nennt er "Recht". Belgiens Neutralität war durch einen Vertrag von 1837 garantiert, den auch Preußen unterzeichnet hatte. Die Einmarsch in Belgien lieferte der alliierten Presse Gelegenheit, die Deutschen als "wilde Hunnen" darzustellen. 
    Von 1915 an findet der Krieg auch mit U-Booten statt. Deutschland torpediert insbesondere britische Schiffe wie das Passagierschiff "Lusitania". Bei diesem Angriff werden auch mehr als 100 US-Bürger getötet. Großbritannien blockiert im Gegenzug den Seeweg über den Atlantik. So eskaliert der U-Boot-Krieg in den folgenden zwei Jahren.
    Wir hören Großadmiral Alfred von Tirpitz mit seiner Erklärung vom 1. Februar 1917. Deutschland hat die Gewässer rings um Großbritannien zum Kriegsgebiet erklärt. Tirpitz wirft London vor, es wolle die Welt wie "eine Zitrone auspressen" und keine Konkurrenz durch Deutschland dulden.
    Tirpitz treibt Bau von Großkampfschiffen voran
    Alfred von Tirpitz war Großadmiral und Staatssekretär im Reichsmarineamt von 1897 bis März 1916. Er trieb den Bau von Großkampfschiffen der Hochseeflotte voran und machte die deutsche Marine zur zweitgrößten Flotte der Welt.
    Nach den Friedensresolutionen der Mehrheitsparteien im Reichstag gründete er 1917 gemeinsam mit Wolfgang Kapp die Deutsche Vaterlandspartei als Sammelbecken für die nationale Opposition. Er war Mitglied des Reichstags 1924 bis 1928 für die Deutschnationale Volkspartei (DNVP).
    Die Rede in der Zusammenfassung
    Wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland / England sieht die Welt als eine Zitrone an und glaubt, sie allein auspressen zu können / Unsere Seesperre durch die U-Boote ist keine Vergeltungsmaßregel, sondern ein legales Recht / England sieht alles als Unrecht oder gar als Frevel an, was ihm als auserwähltes Volk ungünstig ist, alles als Recht, was ihm günstig / Rücksichtslose Behandlung der neutralen Schifffahrt durch England / Knebelung Portugals und brutale Niederwerfung Griechenlands / Zum Durchmarsch deutscher Truppen durch Belgien: "Dem Staat Belgien ist durch sein Verhalten Recht geschehen und nicht Unrecht" / Der gewaltige Kampf, den Deutschland jetzt führt, geht nicht um Deutschland allein, er geht in Wahrheit "um die Freiheit des europäischen Kontinents und seiner Völker gegen die alles verschlingende Tyrannei des Angloamerikanismus" / Den militärischen Sieg haben wir in der Hand, auch den politischen Sieg / Deutschland kämpft für ein großes Ideal / "Deutschland wach auf, Deine Schicksalsstunde ist gekommen".
    Aufnahmedatum: 1.2.1917
    Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)
    5 min
  • Zentralrat der Juden und Bundesregierung unterzeichnen Staatsvertrag | 27.1.2003
    Am 27. Januar 2003 unterzeichneten Bundeskanzler Gerhard Schröder und Paul Spiegel, Präsident des Zentralrats der Juden, den ersten Staatsvertrag zwischen dem Zentralrat der Juden in Deutschland und der Bundesrepublik Deutschland. Er regelt die Zusammenarbeit zwischen dem Bund und den jüdischen Gemeinden und verpflichtet die Bundesregierung zur "Erhaltung und Pflege des deutsch-jüdischen Kulturerbes". Der Zentralrat erhält dafür vom Bund jährliche Zahlungen von zunächst drei Millionen Euro.
    In seiner Dankesrede blickte Paul Spiegel kurz zurück auf die jüdische Geschichte im Nachkriegsdeutschland und betonte die Bedeutung des neuen Staatsvertrags für das Judentum in Deutschland.
    6 min

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Historische Aufnahmen und Radioberichte von den ersten Tonaufzeichnungen bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Präsentiert…

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