Archivradio – Geschichte im Original

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Archivradio – Geschichte im Original episodes

  • Beginn des Irak-Kriegs | 20.3.2003
    USA greifen den Irak an – die Begründungen erweisen sich als falsch
    Am 20. März 2003 greifen die USA unter Präsident George W. Bush den Irak an. Großbritannien wird sich kurz darauf anschließen. Die offiziellen Begründungen lauten: Der Irak unterstütze den internationalen Terrorismus und das Terrornetzwerk al-Qaida. Und der Irak habe Massenvernichtungswaffen. Beides hielten die meisten unabhängigen Fachleute damals schon für falsch, was sich später auch bestätigen sollte.
    Deutschland, Frankreich und Russland lehnen den Krieg ab
    Die Bundesregierung lehnte den Krieg zusammen mit Frankreich und Russland ab. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte damit im vorangegangenen Bundestagswahlkampf auch Punkte in der Bevölkerung gemacht. Das Verhältnis zum US-Präsidenten hatte darunter ziemlich gelitten, doch die USA hat es nicht vom Krieg abgehalten.
    Sondersendungen am Tag des Angriffs
    In vielen Radiosendern laufen an jenem Tag Sondersendungen mit Berichten aus aller Welt. Wir hören Berichte über die Reden von US-Präsident Bush, von Iraks Diktator Saddam Hussein und US-Verteidungsminister Donald Rumsfeld. Und wir hören die kritische Stellungnahme von Bundeskanzler Gerhard Schröder und noch kritischere Reaktionen aus der deutschen Bevölkerung.
    Los geht es mit einem ersten Live-Gespräch um 4:30 Uhr mit ARD-Reporter Stephan Kloss, der die Situation in der Hauptstadt Bagdad schildert.
    33 min
  • Bayern-Trainer Giovanni Trapattoni platzt der Kragen: "Ich habe fertig!" | 10.3.1998
    Juventus Turin, Inter Mailand, FC Bayern München – Giovanni Trapattoni hat in seiner Karriere viele Spitzenvereine trainiert.
    "Was erlaube Strunz?!" – Trapattonis Wutrede nach Niederlage gegen Schalke
    In Erinnerung geblieben ist er jedoch vor allem wegen eines Ausrasters am 10. März 1998, dessen Sätze immer wieder gerne zitiert werden: "Spieler schwach wie eine Flasche leer." – "Was erlaube Strunz?!" – "Ich habe fertig!". Vorausgegangen war eine 0:1-Niederlage der Bayern gegen Schalke 04.
    3 min
  • Frieden mit Russland: Ansprache im Preußischen Abgeordnetenhaus | 3./8.3.1918
    Friedensvertrag von Brest-Litowsk 1918
    Am 3. März 1918 kommt es zum Friedensschluss mit Russland. Der Präsident des Preußischen Abgeordnetenhauses Hans von Schwerin-Löwitz erklärt, man könne sich nun auf die Westfront konzentrieren. Er spricht vom „Endsieg“ und verliest ein Glückwunschtelegramm an den Kaiser.
    Hans von Schwerin-Löwitz spricht im Abgeordnetenhaus
    Am 3. März 1918 ist der Friedensvertrag zwischen dem Reich mit seinen Verbündeten und der russischen Regierung unterzeichnet worden. "Dass er eine weittragende weltgeschichtliche Bedeutung, ganz besonders für das Königreich Preußen, besitzt, darüber kann ein Zweifel wohl nicht bestehen".
    Der Vertrag bedeute einen strategischen Vorteil, weil man sich jetzt auf die Westfront konzentrieren könne und die gefährdeten Ostgrenzen des Königreiches Preußen gesichert seien.
    Hans von Schwerin-Löwitz verliest sein Glückwunschtelegramm an den Kaiser:
    "Aus Anlass des gestern an unserer Ostgrenze vollzogenen siegreichen Friedensschlusses mit Russland, den wir in erster Linie den unvergänglichen Ruhmestaten unseres Heeres und seiner großen Führer verdanken, wollen Eure Majestät auch die ehrerbietigsten Glückwünsche des preußischen Abgeordnetenhauses zu dieser neuen Sicherung unserer Ostgrenzen, der neuen Wahrung des Deutschtums in den benachbarten deutschen Ordensländern, huldvoll entgegennehmen.
    Gott der Herr wolle Eurer Majestät vergönnt sein lassen, unserem Volke zu diesem Teilfrieden bald einen gleich siegreichen allgemeinen deutschen Frieden mit allen unseren Feinden bereiten zu können."
    Er gedenkt der unvergleichlichen Heldentaten der deutschen Truppen als weitere Etappe zum Frieden. Den Waffen an der Westfront "wird mit Gottes Hilfe der volle Endsieg bald nicht mehr fehlen".
    Aufnahmedatum: 8.3.1918 (Nachaufnahme der Rede)
    Quelle: Deutsches Rundfunkarchiv (DRA)
    5 min
  • Pressekonferenz: Peter Lorenz ist frei | 5.3.1975 | RAF
    Der Berliner Pfarrer Heinrich Albertz am 3. März 1975 kurz vor Abflug in der offenen Tür eines Flugzeugs. Neben ihm Gabriele Kröcher-Tiedemann, eine der fünf für den CDU-Politiker Peter Lorenz freigepressten Terroristen. Lorenz wurde später von seinen Entführern freigelassen und Albertz kehrte wohlbehalten zurück.
    Pressekonferenz von Peter Lorenz im Schöneberger Rathaus, Raum 195. Der von Mitgliedern der RAF einführte Vizepräsident im Berliner Abgeordnetenhaus ist erst seit 13 Stunden in Freiheit, 150 Journalisten warten auf ihn. Als Lorenz eintritt, empfängt ihn die Presse mit Applaus. Ein Kameragewitter bricht los. Lorenz bittet die knappe Zeit zu entschuldigen. Er habe nur drei Stunden geschlafen und in den Tagen zuvor "wie Sie sich denken, nicht regelmäßig."
    Der Spitzenkandidat der CDU im Landtag war drei Tage vor der Wahl entführt worden. Diese Aktualität und seine Prominenz waren laut Lorenz für die Entführer entscheidend, ihn auszuwählen. Er warnt davor, dass sich das jederzeit mit anderen Personen an anderen Orten wiederholen könne. Nach sieben Minuten beginnen die Fragen der Journalisten.
    Übernahme vermutlich von ARD Tagesschau
    Reporter: Hans-Dieter Jenne
    Archiv des Deutschlandradio
    42 min
  • Entführung von Peter Lorenz | 3.3.1975 | RAF
    Peter Lorenz, CDU-Spitzenkandidat für das Amt des Regierenden Bürgermeisters
    Peter Lorenz, Spitzenkandidat der CDU für das Amt des Regierenden Bürgermeisters in Berlin, war von Mitgliedern der RAF entführt worden. Die "Bewegung 2. Juni" forderte die Freilassung von RAF-Häftlingen. Alle vier Partien kamen binnen weniger Tage zum Konsens, darauf einzugehen.
    Innenminister Werner Maihofer: Man habe einvernehmlich "die Rettung des Lebens von Peter Lorenz über Gesichtspunkte der Staatsraison gestellt". Diese Entscheidung sei nicht Ausdruck einer Schwäche des Rechtsstaates. Bundesjustizminister Vogel schildert die Rechtslage so: "Die Erpresser haben die Freilassung von Straf- bzw. Untersuchungsgefangenen verlangt. Das ist eine strafbare Handlung."
    Der Austausch der Gefangenen gegen den Entführten Peter Lorenz sei nur deswegen rechtlich möglich, weil hier das geschützte Interesse (das Leben der Geisel) das beeinträchtige Interesse (der Strafanspruch des Staates und die Integrität des Rechtsanspruchs) eindeutig überwiege.
    Entgegen kursierenden Gerüchten gebe es keine Grundentscheidung für alle ähnlich gelagerten Fälle der Zukunft. Der Krisenstab, den Maihofer leitet, knüpfe augenblicklich Regierungskontakte mit Ländern, die bereit sein könnten, die Häftlinge aufzunehmen. Die SPD wehrt sich dagegen, in die Nähe von Terroristen gerückt zu werden.
    Freilassung von Peter Lorenz
    Am 5.3.1975 kommt Peter Lorenz frei und gibt umgehend eine Pressekonferenz.
    "Bewegung 2. Juni": Todestag von Benno Ohnesorg
    Der Name der "Bewegung 2. Juni" bezieht sich auf das Datum des Todes von von Benno Ohnesorg. Er war am 2. Juni 1967 bei einer Demonstration in West-Berlin von einem Polizisten erschossen worden.
    6 min
  • Klima-Pionier Hermann Flohn: Wie die Forschung den menschengemachten Klimawandel erkannte | 28.2.1994
    Hermann Flohns Hinweis auf menschengemachten Klimawandel 1941
    Hermann Flohn (1912 - 1997) gehörte auf dem Gebiet zu den Pionieren. Er hat die Möglichkeit eines menschengemachten Klimawandels bereits in seiner Habilitation 1941 beschrieben, in seinem Aufsatz "Die Tätigkeit des Menschen als Klimafaktor" für die Zeitschrift für Erdkunde.
    Doch bis das Thema in der Politik Gehör fand, war es ein weiter Weg.
    5 min
  • Olaf Scholz verkündet "Zeitenwende" | 27.2.2022
    Olaf Scholz spricht in Regierungserklärung 5 Mal von der "Zeitenwende"
    Drei Tage nach dem russischen Angriff auf die Ukraine spricht Olaf Scholz in einer Regierungserklärung erstmals von einer Zeitenwende. Ein Wort, an dem er später noch oft gemessen werden soll.
    Scholz kündigt Waffenlieferungen an die Ukraine an, ein 100 Milliarden-Programm für die Bundeswehr und ein Umdenken in der Energiepolitik. Das Wort "Zeitenwende" fällt in der Rede insgesamt 5 Mal.
    30 min
  • Der "Leber-Plan" soll den Verkehr neu ordnen | 18.2.1968
    Am 1. Dezember 1966 übernahm Georg Leber im Kabinett Kiesinger das Amt des Bundesministers für Verkehr. Zu seiner Amtszeit entstand das "Verkehrspolitische Programm für die Jahre 1968-72", das umgangssprachlich auch als "Leber-Plan" bekannt wurde.
    Der "Leber-Plan" sah die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schienen vor. Trotz verschiedener Abstriche an der ursprünglichen Konzeption erreichte Leber unter anderem, dass ein beträchtlicher Teil des Frachtaufkommens von der Straße auf die Bundesbahn übertragen wurde.
    6 min
  • Sturmflut in Hamburg – Helmut Schmidt profiliert sich als Krisenmanager | 17.2.1962
    Schlimmste Sturmflut in der Geschichte Hamburgs
    In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar fegt ein Orkan mit mehr als 130 km/h über Norddeutschland. Er drängt das Wasser der Nordsee an die Küste und in die Elbe. Deiche brechen, Hamburgs Innenstadt, überhaupt ein Sechstel der Stadt steht unter Wasser, die Stadt erlebt die schlimmste Sturmflut seiner Geschichte. Mehr als 300 Menschen sterben, 20.000 Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen.
    Polizeisenator Helmut Schmidt zieht Bundeswehr zur Unterstützung hinzu
    Der spätere Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) ist damals Polizeisenator in Hamburg. Schon in der Nacht beginnt er, die Rettungsaktionen zu koordinieren. Vor allem organisiert er auch die Unterstützung der Bundeswehr, was damals ungewöhnlich und umstritten ist, denn die Bundeswehr darf damals laut Grundgesetz keine zivilen Aufgaben übernehmen. Diese Möglichkeit wurde ihr offiziell erst 1968 mit den Notstandsgesetzen gegeben.
    Wir hören zunächst Helmut Schmidt, wie er am 17. Februar 1962 die Lage erklärt, anschließend zwei Reportagen, eine aus der Hamburger Innenstadt und eine vom Hubschrauber über Niedersachsen.
    Nicht nur Hamburg ist betroffen, sondern auch große Teile von Schleswig-Holstein und Niedersachsen. In einer Reportage aus dem Hubschrauber schildert Reporter Giselher Schaar die Lage an der Niedersächsischen Küste.
    15 min

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Historische Aufnahmen und Radioberichte von den ersten Tonaufzeichnungen bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Präsentiert…

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