Archivradio – Geschichte im Original

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Archivradio – Geschichte im Original episodes

  • Reaktoreinbau in Atomfrachter "Otto Hahn" | 20.9.1965 | Kernenergie
    Die Vorbereitung für den ersten deutschen Atomfrachter "Otto Hahn" gehen voran. Er entsteht in den Kieler Howaldtswerken, im September 1965 wird der Reaktor eingebaut – samt Auffangbehälter für Brennelemente.
    Die nuklearen Antriebssysteme versprachen Unabhängigkeit von Diesel- und Schweröl und einen verhältnismäßig stark reduzierten Ressourcenverbrauch.
    Die Vorbereitung für den ersten deutschen Atom-Frachter "Otto Hahn" gehen voran. Er entsteht in den Kieler Howaldtswerken, im September 1965 wird der Reaktor eingebaut – samt Auffangbehälter für Brennelemente.
    Fast genau 10 Jahre später, am 11. Oktober 1968, trug dieses Projekt Früchte: Die "Otto Hahn", der erste europäische Atomfrachter, lief zur Probefahrt aus. "Ungewöhnlich geräuscharm und nur unter ganz geringer Vibration", wie es der mitfahrende Reporter beeindruckt formulierte, glitt sie über das Wasser.
    3 min
  • Frühe Zweifel an der Sicherheit der Kernenergie – Bodo Manstein im Interview | 29.10.1964 | Kernenergie
    Bodo Manstein warnte früh vor den Risiken der Atomenergie
    Als die ersten Atomkraftwerke ans Netz gingen, herrschte auch in Deutschland eine Kernkraft-Euphorie; eine Anti-Atomkraft-Bewegung gab es noch nicht.
    Der Mediziner und Wissenschaftspublizist Bodo Manstein gehört zu denen, die schon früh vor den Risiken warnten. 1975 gehörte er zu den Mitgründern des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND.
    Bodo Manstein hatte allerdings auch eine NS-Vergangenheit. 1930 war er in die NSDAP eingetreten und war Mitglied im „Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebund“. Er arbeitete als Facharzt an der Charité und geriet später in Kriegsgefangenschaft.
    Als Frauenarzt hatte er lange vor der Pille Bücher geschrieben über Empfängnisverhütung. Er war auch Pazifist und versuchte in den 1950er-Jahren, Proteste gegen die Atombombenversuche im Pazifik zu organisieren. In der Folge konzentrierte er sich immer mehr auf die Atomenergie und ihre Risiken.
    Am 29. Oktober 1964 gab er dem Südwestfunk dieses Interview.
    Quelle: Zeitfunk "Aus Forschung und Technik", Archiv des SWR: W0496931
    +++
    Oben im Bild: Eine der ersten Vorstandssitzungen des "Bund für Umwelt und Naturschutz" (BUND) 1975 mit (v.l.n.r.) Bodo Manstein, Herbert Gruhl, Hubert Weinzierl, Bernhard Grzimek und Helmut Steiniger (Foto: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND))
    13 min
  • Kundgebung "gegen den Atomtod" | 23.3.1958 | Kernenergie
    Initiative der Opposition: Treffen in der Frankfurter Kongresshalle
    Parallel zur Bundestagsdebatte über die atomare Aufrüstung im März 1958 findet in der Frankfurter Kongresshalle eine Kundgebung gegen den Atomtod statt. Initiiert von einem Bündnis aus den Oppositionsparteien SPD und FDP, aus Gewerkschaften und Kirchen.
    Die Kundgebung ist Teil einer großen Kampagne, die sich durch das Frühjahr zieht, mit Mahnwachen und Gottesdiensten und sogenannten Friedensstreiks, die Atomwaffen-Gegner in einigen Unternehmen organisieren.
    Die Kundgebung gegen den Atomtod fand am 23. März statt, somit am Samstag, bevor der Bundestag am Montag das Thema abschließend diskutierte.
    Redner*innen
    • Prof. Walter Weizel, Physiker
    • Helene Wessel (SPD)
    • Stefan Andres, Schriftsteller
    • Prof. Heinrich Vogel, Theologe
    • Prof. Eugen Kogon, Publizist
    • Erich Ollenhauer (SPD; im Bild)
    14 min
  • "Göttinger Manifest": Ja zur Kernenergie, nein zu Atomwaffen – Carl Friedrich von Weizsäcker im Interview | 30.4.1957 | Kernenergie
    Am 12. April 1957 veröffentlicht der Ausschuss Kernphysik der Deutschen Physikalischen Gesellschaft eine Erklärung, die für Aufsehen sorgt. Die Wissenschaftler sprechen sich in diesem "Göttinger Manifest" gegen eine atomare Aufrüstung und eine Stationierung von Atomwaffen aus.
    Carl Friedrich von Weizsäcker initiiert Göttinger Manifest
    Initiiert hat das Ganze Carl Friedrich von Weizsäcker, zu den Mitunterzeichnern gehören die Nobelpreisträger Otto Hahn, Max Born und Werner Heisenberg. Sie hatten im Vorfeld erfolglos versucht, durch Gespräche die Bundesregierung von ihrem Plan abzubringen, die Bundesrepublik mit Atomwaffen auszustatten.
    So sehr die Physiker Atomwaffen ablehnen, so sehr plädieren sie jedoch im gleichen Atemzug für eine friedliche Nutzung der Kernenergie.
    Konrad Adenauer und Franz Josef Strauß reagieren verärgert
    Als die Erklärung veröffentlicht ist, reagieren Konrad Adenauer und sein Verteidigungsminister Franz Josef Strauß ziemlich verärgert und werfen den Physikern politische Ignoranz vor. Die Wissenschaftler schweigen daraufhin erst einmal.
    Carl Friedrich von Weizsäcker erläutert seinen Standpunkt
    Nach gut zwei Wochen schließlich erklärt Carl Friedrich von Weizsäcker in einem langen Vortrag in Bonn, welche Überlegungen hinter der Erklärung stehen. Am folgenden Tag fasst er sie in einem Interview zusammen.
    Im Bild: Carl Friedrich von Weizsäcker (rechts), Otto Hahn (links) und Walther Gerlach (Mitte) treffen am 17. April 1957 im Bonner Palais Schaumburg ein, um mit Bundeskanzler Konrad Adenauer die von ihm scharf kritisierte "Göttinger Erklärung" zu diskutieren
    5 min
  • Queen weiht erstes Atomkraftwerk des Westens in Calder Hall ein | 17.10.1956
    Technischer Wettstreit in Sachen Kernenergie
    Am 17. Oktober 1956 geht im englischen Lake District das Kernkraftwerk Calder Hall ans Netz. Im Archiv des Südwestfunks ist die Aufnahme mit „Erstes Atomkraftwerk der Welt“ beschriftet, doch tatsächlich ging bereits vier Monate zuvor in der Sowjetunion bereits das Kernkraftwerk Obninsk in Betrieb.
    Bei der Kernenergie gab es also wie auch in der Raumfahrt einen technischen Wettlauf zwischen Ost und West. Vorreiter im Westen ist Großbritannien. Die junge Königin Elizabeth II höchstpersönlich ist dabei, als das Kraftwerk ans Netz geht.
    Franz Josef Strauß will unbedingt dabei sein
    Deutschland ist vertreten durch Franz Josef Strauß (CSU); der ist mittlerweile eigentlich Verteidigungsminister. Seine Amtszeit als Atomminister sollte also schon zu Ende sein. Aber das Spektakel in England wollte er sich nicht entgehen lassen; deshalb hat er seine Ministerurkunde als Atomminister behalten, obwohl sein Nachfolger bereits im Amt ist. Diese Verwicklungen erklärt er recht vergnügt am Schluss des Beitrags selbst.
    Reporter ist der Wissenschaftskorrespondent des SWF, Ernst von Khuon.
    15 min
  • "Atom für den Frieden" – Genfer Konferenz propagiert friedliche Nutzung der Atomenergie | 20.8.1955 | Kernenergie
    Konferenz "Atom für den Frieden" in Genf
    Dort, wo sonst der Genfer Automobilsalon stattfindet, treffen sich Fachleute 1955 zu einer Konferenz unter dem Motto „Atom für den Frieden“.
    Anstoß ist die Atomrede des US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower "Atoms for Peace", in der er die Gründung einer internationalen Atomenergie-Organisation angeregt hat.
    Unter Federführung der Vereinten Nationen findet die Konferenz vom 8. bis zum 20. August 1955 statt.
    Südwestfunk-Reporter Ernst von Khuon zeigt sich von dem, was er hört, äußerst beeindruckt. Hier sein Abschlussbericht vom letzten Konferenztag.
    Quelle: W0255823
    12 min
  • Atombombe auf Nagasaki – Fliegeroberst Cheshire erinnert sich | 9.8.1945 / 1959 | Kernenergie
    US-Luftwaffe: Abwurf der Plutoniumbombe "Fat Man" 1945 auf Nagasaki
    Drei Tage nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima flogen drei US-Militärflugzeuge Richtung Nagasaki, morgens kurz nach vier Uhr. Eins der Flugzeuge trug eine weitere Bombe, die Plutoniumbombe "Fat Man". Ein zweites enthielt wissenschaftliche Instrumente. Das dritte war ein Begleitflugzeug mit weiteren Soldaten. Unter ihnen der englische Fliegeroberst Leonard Cheshire.
    Zehntausende Tote beim Angriff auf Nagasaki
    Cheshire sprach Deutsch. Jahre später, 1959, erzählt er im Rahmen eines Radiofeatures mit dem Titel "Die Drohung" vom Einsatz über Nagasaki.
    Die Bombe tötete 22.000 Menschen direkt, zehntausende starben innerhalb der nächsten Monate an den Folgen.
    4 min

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Historische Aufnahmen und Radioberichte von den ersten Tonaufzeichnungen bis (fast) heute. Das Archivradio der ARD macht Geschichte hör- und die Stimmung vergangener Jahrzehnte fühlbar. Präsentiert…

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