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In wenigen Tagen bin ich wieder unterwegs, um den Gottesdienst in meiner Gemeinde zu besuchen. Die Vorbereitungen und Schritte sind in der Regel Routine und wiederholen sich wöchentlich zur selben Zeit am Sonntag. Ich könnte fast die Uhr danach stellen. Mit der Haarbürste kämme ich mir noch rasch die Haare. Die Schuhe werden kurz geputzt und das Gesangbuch von der Garderobe mitgenommen.
Jetzt noch den Mantel überwerfen und ab ins Auto. So schaffe ich es, pünktlich in der Kirche anzukommen. So sieht mein Weg zum Gottesdienst aus.
Ganz anders sieht es beim Schreiber des 84. Psalms aus. Er schreibt ihn für die Pilger seiner Zeit, die sich auf den Weg zum Gottesdienst im Tempel von Jerusalem machen. Es sind nicht nur Überlegungen für die Pilger, sondern Erfahrungen aus seinem Herzen.
Seine Vorbereitungen unterscheiden sich von den meinen. Überraschend und einladend anders. Er macht sich mit großer Offenheit auf den Weg zum Gottesdienst. Denn der Ort, an dem Gottesdienst gefeiert wird, wird für ihn zur Heimat und zu einem vertrauten Raum.
Es ist nicht ein kalter Raum, wie ich ihn manchmal in Kirchen erlebe, in dem mir vor Kälte die Knie zittern. Es ist auch kein Raum mit ungemütlicher Atmosphäre.
Sein vertrauter Raum wird zu einem Raum, in dem Gott seine Gefühle berührt und anspricht, seine Augen öffnet und sie zum Leuchten bringt.
Voller Sehnsucht zieht der Psalmbeter los, denn seine Seele verlangt, Gott zu begegnen – egal, ob er aufgewühlt oder sicher ist.
Gleichzeitig sieht er der Begegnung mit dem lebendigen Gott erwartungsvoll entgegen.
Sein Herz jubelt. Er singt fröhlich laut oder summt vor sich hin. Er weiß: Gott begegnet mir. Der lebendige Gott. Der Gott, der sich mir nicht verschließt.
So wie Vögel ein Haus finden und Schwalben ein Nest bauen, so findet er den Ort, an dem er Gott danken, loben und bekennen kann: Du, Gott, bist der Grund meiner Freude und meines Vergnügens. Durch dich bin ich gesegnet. Durch dich bleibe ich bei dir.
Du tröstest mich. Du schenkst mir Zufriedenheit. Ich werde satt von deinen reichen Gütern. Mein Durst nach Leben wird gestillt, und ich nehme dein Angebot an. Denn es ist eine Delikatesse, die du mir schenkst, Herr. Kein abgestandenes Wasser, sondern ein erlesenes Getränk.
Und nochmals betont der Psalmbeter: Durch dich bin ich gesegnet. Denn du, Gott, bist meine Stärke und gibst mir die Fähigkeit, im Leben körperlich und geistig stark zu sein.
Wenn mein Leben durch dunkle Täler führt, dann verwandelst du sie in frische Quellen und hüllst die Dürre mit deiner Zuwendung und deinem Frühregen in Segen.
Das Staubige in meiner Seele verschwindet. Das Vertrocknete in meinem Herzen blüht neu auf. Meine Wege enden nicht in der Sackgasse, sondern führen Schritt für Schritt in die Fähigkeit, in deiner Kraft zu leben und dich zu erleben.
Die göttliche Präsenz wird mir erkennbar und offenbart sich durch ihre Autorität.
Der Psalmbeter beendet seine Vorbereitungen für den Gottesdienst mit folgender Bitte: „Gott, schenke mir deine Aufmerksamkeit.” Höre mich. Schaue auf mich. Schaue nach mir. Denn ein Tag in deiner Nähe ist besser als 1000 Tage des Lebens. Ein Tag in deinem Haus ist das Entscheidende.
In wenigen Tagen ist es wieder so weit: Ich mache mich auf den Weg zum Gottesdienst in meiner Gemeinde. Wie bereite ich mich am besten vor? Wie bereite ich mich vor, wenn nicht nur das Putzen der Schuhe und das Mitnehmen des Gesangbuchs gefragt ist?
Der Besuch des Gottesdienstes ist für mich kein routinemäßiger Vorgang, sondern ein bewusster Akt der Begegnung mit Gott. Mit gewisser Erwartung verlasse ich mein Zuhause und begebe mich zum Auto. Ich bin bereit, Gottes Wort aufzunehmen und seine Führung anzunehmen. Er-wartet. Gott wartet auf mich.
Der Besuch meiner Gemeinde und des Gottesdienstes vermittelt mir ein Gefühl von Vertrautheit und Sicherheit. Ich bin bei Gott geborgen. Ich komme an. Strecke alle Viere von mir. Ich finde zur Ruhe und teile meine Eindrücke und Erlebnisse mit Gott.
Ich interessiere mich dafür, inwiefern die Botschaft relevante Auswirkungen auf meine verschiedenen Lebensbereiche haben kann. Mein Ziel ist es, diese Inhalte nicht nur aufzunehmen und zu verstehen, sondern sie auch im Anschluss weiter zu reflektieren.
Gottes Botschaft malt in mir anschauliche Bilder und weckt das Gefühl, dass ich von Gott gesehen werde. Er hat die richtigen Worte gewählt, um das, was ich empfinde, zu beschreiben und mich damit zu ermutigen. Hoffnungsvoll sehe ich die neue Woche vor mir.
Die schöpferische Kraft seines Wortes beeinflusst mein gegenwärtiges Leben. Wo es dunkel ist, wird es hell. Wo ich niedergeschlagen bin, richtet es mich auf. Wenn ich umherirre, finde ich neue Orientierung. Wo ich verletzt bin, da heilt es mich. Wo mich die Unruhe umtreibt, gibt es mir Frieden. Gestärkt gehe ich die kommenden Termine an.
Es verwandelt die dürren Täler in frische Quellen. Es sorgt dafür, dass ich Dinge, die mich in meinem Denken und in meiner Beziehung zu anderen Menschen fesseln, loslasse. Das befreit mich und gibt mir Raum für neue Ideen und Möglichkeiten. Daran erinnere ich mich.
Ich denke über das Gehörte weiter nach, denn ich brauche Antworten auf die Fragen, die ich mir vor dem Gottesdienst gestellt habe.
Die vor mir liegenden Schritte in der neuen Woche führen mich zur Einsicht, dass ich in der Kraft Gottes gehen kann.
Inwiefern könnte der Gottesdienst als geistlicher Lebensraum für mich wieder an Bedeutung gewinnen?
Autor: Klaus Knödler
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By ERF - Der Sinnsender5
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In wenigen Tagen bin ich wieder unterwegs, um den Gottesdienst in meiner Gemeinde zu besuchen. Die Vorbereitungen und Schritte sind in der Regel Routine und wiederholen sich wöchentlich zur selben Zeit am Sonntag. Ich könnte fast die Uhr danach stellen. Mit der Haarbürste kämme ich mir noch rasch die Haare. Die Schuhe werden kurz geputzt und das Gesangbuch von der Garderobe mitgenommen.
Jetzt noch den Mantel überwerfen und ab ins Auto. So schaffe ich es, pünktlich in der Kirche anzukommen. So sieht mein Weg zum Gottesdienst aus.
Ganz anders sieht es beim Schreiber des 84. Psalms aus. Er schreibt ihn für die Pilger seiner Zeit, die sich auf den Weg zum Gottesdienst im Tempel von Jerusalem machen. Es sind nicht nur Überlegungen für die Pilger, sondern Erfahrungen aus seinem Herzen.
Seine Vorbereitungen unterscheiden sich von den meinen. Überraschend und einladend anders. Er macht sich mit großer Offenheit auf den Weg zum Gottesdienst. Denn der Ort, an dem Gottesdienst gefeiert wird, wird für ihn zur Heimat und zu einem vertrauten Raum.
Es ist nicht ein kalter Raum, wie ich ihn manchmal in Kirchen erlebe, in dem mir vor Kälte die Knie zittern. Es ist auch kein Raum mit ungemütlicher Atmosphäre.
Sein vertrauter Raum wird zu einem Raum, in dem Gott seine Gefühle berührt und anspricht, seine Augen öffnet und sie zum Leuchten bringt.
Voller Sehnsucht zieht der Psalmbeter los, denn seine Seele verlangt, Gott zu begegnen – egal, ob er aufgewühlt oder sicher ist.
Gleichzeitig sieht er der Begegnung mit dem lebendigen Gott erwartungsvoll entgegen.
Sein Herz jubelt. Er singt fröhlich laut oder summt vor sich hin. Er weiß: Gott begegnet mir. Der lebendige Gott. Der Gott, der sich mir nicht verschließt.
So wie Vögel ein Haus finden und Schwalben ein Nest bauen, so findet er den Ort, an dem er Gott danken, loben und bekennen kann: Du, Gott, bist der Grund meiner Freude und meines Vergnügens. Durch dich bin ich gesegnet. Durch dich bleibe ich bei dir.
Du tröstest mich. Du schenkst mir Zufriedenheit. Ich werde satt von deinen reichen Gütern. Mein Durst nach Leben wird gestillt, und ich nehme dein Angebot an. Denn es ist eine Delikatesse, die du mir schenkst, Herr. Kein abgestandenes Wasser, sondern ein erlesenes Getränk.
Und nochmals betont der Psalmbeter: Durch dich bin ich gesegnet. Denn du, Gott, bist meine Stärke und gibst mir die Fähigkeit, im Leben körperlich und geistig stark zu sein.
Wenn mein Leben durch dunkle Täler führt, dann verwandelst du sie in frische Quellen und hüllst die Dürre mit deiner Zuwendung und deinem Frühregen in Segen.
Das Staubige in meiner Seele verschwindet. Das Vertrocknete in meinem Herzen blüht neu auf. Meine Wege enden nicht in der Sackgasse, sondern führen Schritt für Schritt in die Fähigkeit, in deiner Kraft zu leben und dich zu erleben.
Die göttliche Präsenz wird mir erkennbar und offenbart sich durch ihre Autorität.
Der Psalmbeter beendet seine Vorbereitungen für den Gottesdienst mit folgender Bitte: „Gott, schenke mir deine Aufmerksamkeit.” Höre mich. Schaue auf mich. Schaue nach mir. Denn ein Tag in deiner Nähe ist besser als 1000 Tage des Lebens. Ein Tag in deinem Haus ist das Entscheidende.
In wenigen Tagen ist es wieder so weit: Ich mache mich auf den Weg zum Gottesdienst in meiner Gemeinde. Wie bereite ich mich am besten vor? Wie bereite ich mich vor, wenn nicht nur das Putzen der Schuhe und das Mitnehmen des Gesangbuchs gefragt ist?
Der Besuch des Gottesdienstes ist für mich kein routinemäßiger Vorgang, sondern ein bewusster Akt der Begegnung mit Gott. Mit gewisser Erwartung verlasse ich mein Zuhause und begebe mich zum Auto. Ich bin bereit, Gottes Wort aufzunehmen und seine Führung anzunehmen. Er-wartet. Gott wartet auf mich.
Der Besuch meiner Gemeinde und des Gottesdienstes vermittelt mir ein Gefühl von Vertrautheit und Sicherheit. Ich bin bei Gott geborgen. Ich komme an. Strecke alle Viere von mir. Ich finde zur Ruhe und teile meine Eindrücke und Erlebnisse mit Gott.
Ich interessiere mich dafür, inwiefern die Botschaft relevante Auswirkungen auf meine verschiedenen Lebensbereiche haben kann. Mein Ziel ist es, diese Inhalte nicht nur aufzunehmen und zu verstehen, sondern sie auch im Anschluss weiter zu reflektieren.
Gottes Botschaft malt in mir anschauliche Bilder und weckt das Gefühl, dass ich von Gott gesehen werde. Er hat die richtigen Worte gewählt, um das, was ich empfinde, zu beschreiben und mich damit zu ermutigen. Hoffnungsvoll sehe ich die neue Woche vor mir.
Die schöpferische Kraft seines Wortes beeinflusst mein gegenwärtiges Leben. Wo es dunkel ist, wird es hell. Wo ich niedergeschlagen bin, richtet es mich auf. Wenn ich umherirre, finde ich neue Orientierung. Wo ich verletzt bin, da heilt es mich. Wo mich die Unruhe umtreibt, gibt es mir Frieden. Gestärkt gehe ich die kommenden Termine an.
Es verwandelt die dürren Täler in frische Quellen. Es sorgt dafür, dass ich Dinge, die mich in meinem Denken und in meiner Beziehung zu anderen Menschen fesseln, loslasse. Das befreit mich und gibt mir Raum für neue Ideen und Möglichkeiten. Daran erinnere ich mich.
Ich denke über das Gehörte weiter nach, denn ich brauche Antworten auf die Fragen, die ich mir vor dem Gottesdienst gestellt habe.
Die vor mir liegenden Schritte in der neuen Woche führen mich zur Einsicht, dass ich in der Kraft Gottes gehen kann.
Inwiefern könnte der Gottesdienst als geistlicher Lebensraum für mich wieder an Bedeutung gewinnen?
Autor: Klaus Knödler
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