“Arbeit war sein ganzes Leben.“ Wenn früher bei Beerdigungen dieser Satz fiel, fanden das alle vorbildlich. Heute würde man damit Kopfschütteln ernten. Arbeit und Leben sollen in Balance sein, und Arbeit soll nicht alles sein, was ein Leben ausmacht. Davon sind die heutigen Mittdreißiger überzeugt. Ihre Devise heißt “Balance statt Boni”. Aber muss man Arbeit so gegen “Leben” ausspielen? Steckt in der Arbeit nicht auch so viel an Selbstwirksamkeit, Befriedigung und Sinnerfüllung, dass damit ganz viel “Leben” ins Leben kommt? Wir fragen anlässlich des Tags der Arbeit, wie sich unser Blick auf die Arbeit gewandelt hat. Luther verstand Arbeit noch als Gottesdienst. Aber auch heute sagen manche noch: mein Job ist meine Berufung.