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Eine konservative ÖRR-Journalistin polarisiert
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk galt jahrzehntelang als das Flaggschiff des seriösen Journalismus - doch das Vertrauen bröckelt. Laut einer INSA-Studie sieht nur ein Drittel der unter 29-Jährigen den ÖRR noch als verlässliche Quelle an.
Julia Ruhs ist mit ihren konservativen Meinungen eine von Wenigen im ÖRR. In ihrem Buch “Links-grüne Meinungsmacht” zeigt sie anhand zahlreicher Leserbriefe, dass viele Menschen sich nach mehr Meinungsvielfalt sehnen. Ihren Kollegen stoßen ihre Ansichten hingegen übel auf.
Der Journalistin zufolge überträgt sich diese mediale Hegemonie auch auf die Gesellschaft. Der Raum des Sagbaren öffne sich aktuell nur sehr langsam wieder. Ruhs spricht aus Erfahrung: Mehrere Shitstorms, auch von ÖRR-Kollegen, hat sie hinter sich.
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Vom Neonazi zum Demokratie-Aktivisten
Die Alternative für Deutschland (AfD) steht bundesweit in Umfragen erstmals höher als die Union. Die neue Rechte baut ihren Einfluss weiter aus und gewinnt insbesondere unter jungen Menschen immer mehr Anhänger.
Axel Reitz kennt die extreme Rechte bestens. Als “Hitler von Köln” machte er sich bis in die 2010er hinein in der Szene einen Namen. Reitz vertrat einen eliminatorischen Antisemitismus und sah sich in der Tradition der historischen Nazis aus Hitler-Deutschland.
Heute, 13 Jahre nach Ausstieg aus der Neonazi-Szene, arbeitet Reitz in der Extremismus-Prävention. Die AfD sieht er als Gefahr. Dass sie Probleme benennt jedoch nicht. Mit dem Begriff "Nazi" solle vorsichtiger ungegangen werden.
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Hier findet ihr Axel Reitz:
Zum Buch von Axel Reitz
Zu Axel Reitz auf Instagram
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Zerstörung des Westens durch intellektuelle Elite?
Im Westen bröckelt die Solidarität mit Israel. Die „Genozid“-Vorwürfe gibt es jedoch seit Jahren – bereits vor Oktober 2023. Laut Noam Petri wurden Universitäten zur Quelle antisemitischer Propaganda und westfeindlicher Ideologie.
Der Autor sieht im Hass auf Israel nur die Spitze des Eisbergs einer antiwestlichen Agenda. Gemeinsam mit Co-Autorin Franziska Sittig warnt er in dem Buch “Die intellektuelle Selbstzerstörung” vor einer gefährlichen Allianz aus „Wokeness“ und Islamismus.
Petri, Medizinstudent in Berlin, und Sittig, Absolventin der Columbia University in New York, kennen die Lage aus eigener Erfahrung. Universitäten seien immer häufiger ein Ort für antiaufklärerisches Denken und ideologische Radikalisierung.
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Hier gibt es das Buch von Noam Petri und Franziska Sittig: https://www.ibidem.eu/Fachgebiete/Gesellschaft-Politik/Die-intellektuelle-Selbstzerstoerung.html
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Foto: Jannis Hutt
Zunehmende Gewalt und Debatte über CSDs
Hunderttausende feierten in vielen Städten Deutschlands den CSD. Mit der Entscheidung der Bundestagspräsidentin Klöckner, die Pride-Flagge dazu nicht mehr am Bundestag zu hissen, entbrannte eine Debatte über dessen politische Neutralität.
Max Lucks ist menschenrechtspolitischer Sprecher der Grünen und sieht darin und auch in Merz’ Aussagen (“Zirkuszelt”) einen von der Union heraufbeschworenen Kulturkampf. Dieser werde auf dem Rücken queerer Menschen ausgetragen.
Währenddessen werden sie immer häufiger Opfer rechter, aber auch islamistischer Gewalt. 2016 wurde Lucks auf dem CSD in Istanbul von der türkischen Polizei festgenommen. Zudem protestierte er auf dem verbotenen CSD in Budapest, Ungarn.
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DDR-Geschichte: Mehr als Stasi und Mauertote?
Der Zusammenbruch der DDR ist rund 35 Jahre her. Bis heute gibt es keinen historischen Lehrstuhl in Deutschland, der sich auf DDR-Geschichte fokussiert. Und wenn Historiker die DDR betrachten, geht es vor allem um den Staat als Diktatur.
Die DDR sei jedoch mehr als nur Stasi und Mauertote, findet Historikerin Katja Hoyer. Es stört sie, dass die meisten bis heute so wenig über das Leben in der DDR wissen. Mit ihrem Buch “Diesseits der Mauer” möchte sie zeigen, dass das Leben in dem sozialistischen Staat vielschichtig war.
Für ihren alltagsgeschichtlichen Zugang, wird Hoyer von Kritikern eine Verharmlosung der DDR-Verbrechen vorgeworfen. Sie hingegen sieht darin den Versuch, den 16 Millionen Menschen, die in dem Staat lebten, gerecht zu werden.
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Immer mehr Menschen sind psychisch krank
Die deutsche Psychotherapie steht unter Druck: Immer mehr Menschen suchen einen Therapieplatz. Besonders Diagnosen wie ADHS, Autismus oder Genderdysphorie haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen.
Der Anstieg beunruhigt den Psychologen Holger Richter. In seinem Buch “Jenseits der Diagnosen” und in einem Interview mit der NZZ betonte er, dass vor allem junge, eher linke Frauen immer häufiger mit diesen Krankheiten diagnostiziert werden.
Richter bezeichnet diese Diagnosen als „identitäre Diagnosen“. Sie seien Teil einer Suche nach Identität. Seine Aussagen lösten einen handfesten Shitstorm aus. Aktivisten beschwerten sich bei Richters Arbeitgeber – und hatten teils Erfolg.
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Zu viel Konformismus unter Journalisten?
Klimawandel, Corona, Migration – viele Menschen fühlten sich in den vergangenen Jahren medial kaum repräsentiert. Laut einer Infratest-dimap-Umfrage vertraut fast die Hälfte dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk wenig bis gar nicht.
Journalisten seien nicht mehr skeptisch genug, meint Wolfgang Herles. Er leitete jahrelang das ZDF-Studio in Bonn und legte sich mehrfach mit Kanzler Kohl an – bis er schließlich seine Stelle verlor. Der ZDF-Leitung wollte er sich nicht beugen.
Herles galt und gilt als Querschläger. Als einer der wenigen sprach er sich offen gegen die Wiedervereinigung aus. Er möchte immer gegen alle sein und ist überzeugt: Dem Journalismus täte mehr Respektlosigkeit gut.
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Ein Sachbuch bringt ein Land in Aufruhr
Die Bundeskanzlerin nennt ein Buch bereits vor Erscheinen “nicht hilfreich”. Parteigenossen wollen den Autor aus der SPD ausschließen. Kaum ein Sachbuch polarisierte wohl so stark wie Thilo Sarrazins “Deutschland schafft sich ab”.
Sarrazin analysiert in seinem Buch den Zustand des Landes. Insbesondere für seine Sicht auf muslimische Zuwanderung erntet er Kritik. Den Vorwurf biologistischer Argumentation weist er unter Verweis auf seine Daten zurück.
Bis heute gilt der Ex-Finanzsenator manchen als unbequemer Warner, anderen als Rassist. Die kontroversen Debatten, die er ins Rollen brachte, bleiben bis heute relevant. Es folgten zahlreiche weitere Bücher.
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Postkoloniale Theorie statt historischer Wahrheit
Ob an Universitäten, in Museen oder in der Politik – das postkoloniale Narrativ gewinnt zunehmend Einfluss im öffentlichen Diskurs. Es geht davon aus, dass koloniale Macht- und Denkmuster bis heute fortwirken.
Mathias Brodkorb hält die postkoloniale Theorie für nicht wissenschaftlich – sie leugne die Existenz objektiver Wahrheit. Besonders kritisiert er eine Nähe zu Teilen der neuen Rechten: Beide würden mit identitären Kategorien arbeiten.
Für Brodkorb beruht Postkolonialismus auf Rassismus – einer starren Einteilung der Welt in weiße Täter und nicht-weiße Opfer. In seinem neuen Buch plädiert er für eine differenziertere Sicht auf die Kolonialgeschichte – jenseits ideologischer Verkürzungen.
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Die SPD ist gespalten im Verhältnis zu Russland
Ein von SPD-Politikern wie Ralf Stegner und Rolf Mützenich unterzeichnetes Manifest für mehr Diplomatie gegenüber Russland sorgt für Diskussionen. Kritiker werfen den Autoren vor, dem Aggressor Russland damit in die Karten zu spielen.
Auch aus den eigenen Reihen kommt Kritik – etwa von Michael Roth. Der langjährige Bundestagsabgeordnete und ehemalige Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses gilt als eine der lautesten SPD-Stimmen, wenn es um militärische Hilfe für die Ukraine geht.
Nach 27 Jahren im Bundestag entschied sich Roth in diesem Jahr freiwillig, seine Zeit im Parlament zu beenden. Mit seiner klaren Haltung zur Ukraine und Israel bekam er auch innerparteilich viel ab – zum Schluss habe ihm die Kraft gefehlt.
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