Bildung auf die Ohren

Bildung auf die Ohren

By Deutscher BildungsserverEducation
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Bildung auf die Ohren episodes

  • Mehrsprachigkeit im Klassenzimmer
    Interview mit Stefanie Bredthauer vom Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache

    In dieser Episode der Podcast-Reihe „Deutsch als Zweitsprache/Deutsch als Fremdsprache“ bei „Bildung auf die Ohren“ spricht unsere Kollegin Caroline Hartmann mit Dr. Stefanie Bredthauer vom Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache über die Mehrsprachigkeit im Klassenzimmer.


    Im Interview beschreibt Dr. Bredthauer, wie die Mehrsprachigkeit den Unterricht auf vielfältige Weise bereichern kann und wie Lehrerinnen und Lehrer bereits in der Lehrkräftebildung dafür sensibilisiert werden können.

    Dossiers des Deutschen Bildungsservers zum Thema
    • Materialien für den Unterricht Deutsch als Zweitsprache und Deutsch als Fremdsprache
    • Deutsch als Zweitsprache / Fremdsprache in den Ländern im Bereich Schule
    • Lehrpläne und Richtlinien für Deutsch als Zweitsprache
    • Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Dr. Caroline Hartmann für Deutscher Bildungsserver

      14 min
    • Mehrsprachigkeit macht das Leben sehr vieler Menschen aus
      Beim Zweitspracherwerb spielen biographische Voraussetzungen eine große Rolle

      In der ersten Folge der Podcast-Reihe „Deutsch als Zweitsprache“ spricht Christine Schumann mit Prof. Dr. Hans-Joachim Roth vom Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache. Es geht um die Konzepte hinter den Begriffen „Deutsch als Fremdsprache“ und „Deutsch als Zweitsprache“, um den Unterschied zwischen gesteuertem und ungesteuertem Spracherwerb und um wichtige Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Zweitsprachenerwerb. Außerdem erklärt der Erziehungswissenschaftler mit dem Schwerpunkt Interkulturelle Bildungsforschung, welche Rolle die individuellen Erfahrungen und die biografischen Voraussetzungen der Lernenden im Sprachlernprozess spielen und warum Sprachfördermodelle – wenn sie denn erfolgreich sein sollen -, unbedingt in bestehende institutionellen Rahmenbedingungen integriert werden müssen.

      Hans-Joachim Roth ist stellvertretender Direktor des Mercator-Instituts für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache, er gehört dem Trägerkonsortium der Initiative Transfer von Sprachbildung, Lese- und Schreibförderung (BiSS-Transfer) an, und er ist Mitglied des Rates für Migration.

      Interessante Links zum Thema „Deutsch als Zweitsprache“
      • BISS-Transfer: BiSS-Transfer ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Länder. Ziel ist der wissenschaftsbasierte Transfer von Konzepten zur Sprachbildung, Lese- und Schreibförderung in bis zu 2700 Schulen und Kitas bundesweit.
      • Tooldokumentation zu Diagnose, Förderkonzepten, Förderinstrumenten und Professionalisierungskonzepten
      • Qualitätscheck der Förderkonzepte und Förderinstrumente
      • Empfohlene diagnostische Tools
      • Fachgruppe Neu Zugewanderte: Diagnostik-Tools
      • Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Christine Schumann für Deutscher Bildungsserver

        32 min
      • Den Dialog zwischen Lehrkräften und Familien fördern
        Ein Gespräch über den mehrsprachigen Bücherkoffer von coach@school e.V. mit Maike Ellenberg und Martina Böttcher

        Maike Ellenberg und Martina Böttcher sind mit dem mehrsprachigen Bücherkofferprogramm in Grundschulen in ganz Deutschland unterwegs, um den Lesespaß in den Familien anzuregen und den Dialog zwischen Eltern, Kindern und Lehrkräften zu fördern. Im Gespräch mit Carolin Anda, Redakteurin des Portals „Lesen in Deutschland“, berichten sie wie das Bücherkofferprogram wirkt und warum die Wertschätzung der Familiensprachen so wichtig ist.

        Weiterführende Links
        • Website des Vereins coach@school
        • Themenbereich Sprachbildung und Mehrspachigkeit des Portals „Lesen in Deutschland“
        • Interkulturelle Bildung auf dem Deutschen Bildungsserver
        • Frühe Mehrsprachigkeit auf dem Deutschen Bildungsserver
        • Unterrichtsmaterialien für Deutsch als Fremdsprache/Zweitsprache auf dem Deutschen Bildungsserver
        • Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Carolin Anda für Deutscher Bildungsserver

          31 min
        • Transformatives Lehren und Lernen
          Interview mit Dr. Douglas Yacek

          In dieser Episode der Podcast-Reihe „Beruf: Lehrer*in“ bei „Bildung auf die Ohren“ spricht unsere Kollegin Caroline Hartmann mit Dr. Douglas Yacek, Erziehungswissenschaftler an der Technischen Universität Dortmund, über transformatives Lehren und Lernen.

          Im Interview stellt Dr. Douglas Yacek sein vierteiliges Modell für einen prägenden, transformativen Unterricht in der Schule vor. Es basiert auf Interviews mit jungen Menschen über beeindruckende Lehrerinnen und Lehrer, die eine lebenslange Faszination und Lust zu lernen bei ihren Schülern wecken konnten.

          Literatur zum transformativen Lernen im Unterricht

          Transformatives Lernen beschreibt einen Prozess, bei dem wir durch kritische Reflexion unsere eigenen festgefahrenen Annahmen überdenken und verändern, um diese zu erweitern und zu verbessern. Im Schulunterricht kann dies vorrangig durch die aktive Beteiligung an Diskussionen geschehen, in denen die Schülerinnen und Schüler mit den Erfahrungen und Annahmen anderer konfrontiert werden.

          Inhalt des Dossiers „Literatur zum transformativen Lernen im Unterricht“ beim Deutschen Bildungsserver

          • Einführung in das Thema transformatives Lernen in der Schule
          • Transformatives Lehren und Lernen im Bereich BNE
          • Transformatives Lehren und Lernen in weiteren Fächern
          • Literatur zum transformativen Lernen in der Bildung
          • Projekte zum transformativen Lernen
          • Persönliche Website von Douglas Yacek mit seinen Vorträgen und Workshopangeboten

            Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Dr. Caroline Hartmann für Deutscher Bildungsserver

            20 min
          • Jahresrückblick 2023 - OERinfo
            zugehOERt 102: Jahresendpodcast des OERinfo-Teams

            Das Team von OERinfo lässt das Jahr Revue passieren und spricht über die Highlights ihrer jeweiligen Arbeitsbereiche. Susanne Grimm, Angela Karnoll und Shahla Rasulzade, Johannes Appel und Luca Mollenhauer reden eine knappe halbe Stunde nicht nur über Vergangenes, sondern wagen auch einen Ausblick auf einzelne Meilensteine für das Jahr 2024.

            28 min
          • Jahresrückblick 2023 - Social media und bildungsserverBlog
            Abschied von X, Facebook & Co

            Podcast zum Jahreswechsel 2023/2024 (6/6)

            Es ist entschieden, auch der Deutsche Bildungsserver zieht sich zum Jahresende von den bisherigen Social media-Plattformen zurück und verstärkt seine Aktivitäten im Fediverse und bei Mastodon. Christine Schumann, die für die Social media-Auftritte verantwortliche Kollegin, erklärt in der letzten Folge des Jahresendpodcasts die Gründe dafür. Außerdem lässt sie die wichtigsten Interviews und Episoden, die im vergangenen Jahr im bildungsserverBlog veröffentlicht wurden Revue passieren.

            Interessante Links zum Thema
            • Das „Digital Services Act“- Paket der EU
            • Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit:  Datenschutzpraxis
            • Ist die Zeit reif für einen zweiten Tröt? (Lambert Heller, Henning Krause und Claudia Frick)
            • Bei der nächsten Social-Media-Plattform wird alles anders. Oder: Warum ich mich nicht bei Bluesky anmelde (Mareike König, Deutsches Historisches Institut Paris)
            • Unter dem Zeichen des Mammuts (Lambert Heller, TIB Hannover)
            • Lasst Twitter brennen (Marina Weisband)
            • Der Deutsche Bildungsserver bei Mastodon und Bluesky
              • Instanz „bildung.social“
              • Bluesky
              • Lesefassung

                Guten Tag und herzlich willkommen bei Bildung auf die Ohren, dem Podcast des Deutschen Bildungsservers. Mein Name ist Christine Schumann, ich bin für die Social media-Auftritte des Deutschen Bildungsservers und den bildungsserverBlog verantwortlich.

                Die einschneidendsten Veränderungen beim Deutschen Bildungsserver fanden 2023 wohl bei seinen Social Media-Aktivitäten statt – wenngleich die Konsequenzen sich erst im Januar in aller Deutlichkeit zeigen werden. Wir haben nämlich beschlossen, den „klassischen“ Social media-Plattformen den Rücken zuzukehren! Ja, wir verlassen zu Beginn des neuen Jahres X, Facebook, Instagram und Youtube und werden dafür unsere Präsenz im Fediverse weiter ausbauen. Seit 2009 war der Deutsche Bildungsserver auf Twitter aktiv und hat in den 14 Jahren über 14.000 Follower mit aktuellen, sorgfältig ausgewählten qualitativ hochwertigen Informationen versorgt. Damit ist jetzt Schluss. Wir verlagern unsere Microblogging-Aktivitäten auf unseren Mastodon-Account und legen die Accounts auf X und Facebook zunächst still, um sie dann in absehbarer Zeit zu löschen. Natürlich tut das weh, aber die Entwicklungen auf X und auch auf Facebook lassen einem ehrlicherweise keine andere Wahl. Was sind unsere Gründe?

                Openess und Transparenz: Offenheit ist ein zentrales Prinzip der Bildungsinformationsangebote des DIPF. Geschlossene Plattformen wie X, Facebook und Instagram, deren Distributionsalgorhytmus nicht mehr zu durchschauen ist, laufen diesem Anspruch zuwider.

                Demokratie: Als öffentlich geförderte Einrichtung fühlen wir uns verpflichtet, dem Zerfall demokratischer Prinzipien entgegenzuwirken und nicht als Feigenblatt für gewinnorientierte und kaum bzw. nicht moderierte Plattformen erratisch agierender Milliardäre zu dienen.

                Falschmeldungen: Die EU-Kommission hat auf der Grundlage des „Digital Services Act“ X, Meta und TikTok wegen der unkontrollierten Verbreitung von Falschmeldungen verwarnt.

                Datenschutz: Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit Ulrich Kelber sieht schon seit langem einen datenschutzkonformen Betrieb von Fanpages wie zum Beispiel bei Facebook für nicht gewährleistet und kämpft für eine Vorbildfunktion der öffentlichen Stellen des Bundes.

                Fokussierung: Bei der wachsenden Ausdifferenzierung von Social media-Plattformen müssen wir auswählen, welche Kanäle wir überhaupt noch bespielen können. Keine Institution schafft es Präsenzen auf allen Plattformen so zu pflegen, dass die Auftritte überzeugend sind und größere Reichweiten erzielt werden können.

                Und was ist mit dem Gegenargument, dass wir dahin gehen müssen, wo sich unsere potenziellen Nutzerinnen und Nutzer tummeln? Tja, viele haben X bereits verlassen, sind auf Mastodon und oder Bluesky ausgewichen – da sind wir übrigens auch zu finden. Und was ist mit Threads, das der Meta-Konzern im Dezember nun auch auf dem europäischen Markt launcht? Ich sage nur:  Openess und  Transparenz, Demokratie und Falschmeldungen und last but not least, der Datenschutz!

                Jeder kann und soll selbst entscheiden, aber wir rufen alle unsere Follower und Freunde auf, es uns gleich zu tun und künftig über eine Plattform zu kommunizieren, die demokratischen Prinzipien entspricht.

                Und nun noch ein kurzer Rückblick auf die Themen, die wir im bildungserverBlog, und vor allem bei Bildung auf die Ohren, dem Podcast des Deutschen Bildungsservers 2023 behandelt haben. Das ist die Reihe „Beruf: Lehrerin/Lehrer“. Allein vier Folgen hat meine Kollegin Caroline Hartmann bestritten – kein Wunder, fällt das Thema doch in ihren Bildungsbereich „Schule“. Sie hat mit

                Simone Fleischmann vom Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband über die Gründe für den Lehrkräftemangel, über die derzeitigen Herausforderungen im Schulwesen sowie über wichtige Maßnahmen in der Lehrkräfteausbildung in Deutschland gesprochen, mit Schulleiterin Adrienne Tscherniak über die verschiedenen Möglichkeiten, Praktikanten, Referendare und Lehrkräfte ohne zweites Staatsexamen aus dem Ausland an die international ausgerichtete Schule zu holen, mit Dr. Thomas Heiland von der Universität Augsburg über die derzeitigen Entwicklungen und Schwerpunkte in der Lehrkräftebildung und -fortbildung angesichts der Digitalisierung und des Lehrkräftemangels in Deutschland und mit Dr. Diana Knodel von fobizz über neue Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz und verschiedene Lehrkräftefortbildungen dazu.

                Kollege Luca Mollenhauer hat mit Lucas See gesprochen, der an der Frankfurter Goethe-Universität im neunten Semester Lehramt für Deutsch und Philosophie studiert und außerdem Sprecher der dortigen Lehramtsfachschaft ist. Im Gespräch geht es u.a. um die Inhalte des Studiums und ob diese adäquat auf den Lehrberuf vorbereiten, einen möglichen Realitätsschock, wenn angehende Lehrer*innen erstmalig vor einer Klasse stehen oder welche Rolle der Mangel an Lehrkräften und bestimmter Fächer für die Studierenden spielen.

                Und in der Folge „Als Seiteneinsteigerin in den Lehrerberuf“ habe ich mich mit Nicola Nürnberger unterhalten. Die studierte Theaterwissenschaftlerin und Germanistin hat 2015 beschlossen, den Seiteneinstieg als Grundschullehrerin zu wagen. Sie berichtet davon, wie es war, das erste Mal vor einer Klasse zu stehen, wie Kollegium und Eltern auf eine Seiteneinsteigerin reagieren und wie sie berufsbegleitendes Studium und Referendariat erlebt hat.

                Und auch die Interview-Reihe zur Förderung von Medienkompetenz in den verschiedenen Bildungsbereichen haben wir fortgesetzt:

                Mit Isabel Zorn von der TH Köln über die notwendigen Medienkompetenzen von Fachkräften der Sozialen Arbeit und mit Anja Hartung-Griemberg von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, die sich für diversitätssensible und intersektionale Konzepte in der Alternsbildung einsetzt. Mit Melanie Hey und Mirko König habe ich darüber gesprochen, wie das Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (ThILLM) seine Lehrkräfte auf das Unterrichtsfach „Medienbildung und Informatik“ vorbereitet. Kollegin Carolin Anda spricht mit Eva Weiler darüber, wie sie in praktischen Workshops zu Themen wie Coding, Gaming und Fake News Medienkompetenz in der Stadtbibliothek Heidelberg vermittelt.

                Vielleicht mögen Sie sich im bildungsserverBlog ja mal eine Episode anhören oder ein Interview lesen? Ich würde mich freuen – und wünsche allen eine entspannte und fröhliche Weihnachtszeit und einen guten Start ins Neue Jahr!

                Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Christine Schumann für Deutscher Bildungsserver

                7 min
              • Jahresrückblick 2023 – Bildung weltweit
                PISA-Schock, Künstliche Intelligenz und ein internationaler Schulpreis

                Podcast zum Jahreswechsel 2023/2024 (5/6)

                Die PISA-Studie 2022, die nicht nur für Deutschland, sondern auch international sinkende Schülerleistungen konstatiert, die zunehmende Anzahl von Krisenherden weltweit, in denen sehr viele Kinder noch nicht mal an den regelmäßigen Besuch einer Schule denken können, und die Sorge, Künstliche Intelligenz könnte als Allheilmittel für alle Probleme in der Bildung propagiert werden – das sind die Themen, die Nadia Cohen, verantwortliche Redakteurin für Bildung weltweit, 2023 beschäftigt haben. 

                • Die neue PISA-Studie 2022 ist raus
                • Aus aktuellem Anlass: Bildungswesen in Israel und Palästina
                • Bildungswesen und Bildungsforschung in der Ukraine
                • Künstliche Intelligenz (KI) und Bildung – internationale Perspektiven
                • Internationaler Schulpreis für die einzige zweisprachige, integrierte jüdisch-arabische Primar- und Sekundarschule in Israel
                • Lesefassung

                  Guten Tag und herzlich willkommen bei Bildung auf die Ohren, dem Podcast des Deutschen Bildungsservers. Ich bin Nadia Cohen von Bildung Weltweit. Ich bin für alle internationalen Bildungsthemen beim Deutschen Bildungsserver zuständig.

                  Das Jahr 2023 endet krachend mit dem zweiten deutschen PISA-Schock, der aber auch international eine Schockwelle auslöste. Nichts weniger als einen „nie dagewesenen Leistungsabfall“ bescheinigt die OECD der internationalen Bildungscommunity – und das in gelb hinterlegten Großbuchstaben auf ihrer Hauptseite zu den PISA-Ergebnissen. Und auch wenn alle sofort Corona als Hauptschuldigen in Verdacht haben: der Abwärtstrend war schon vor den coronabedingten Schulschließungen erkennbar, so die OECD weiter.

                  In mehrfacher und längerer Hinsicht am Lernen gehindert werden leider Kinder aus Konfliktsituationen und Kriegsgebieten wie der Ukraine, Israel, Palästina – aber auch in leicht vergessenen Konfliktregionen wie Südsudan, Äthiopien, Jemen, Syrien, Afghanistan und anderen. Für die Kinder in diesen Ländern und Regionen ist es nach schon anstrengenden Coronajahren nun besonders bitter, dass sie wieder unter verschärften Bedingungen oder auch gar nicht an Bildung teilhaben können.

                  In Regionen, wo es eventuell nicht mal mehr Schulgebäude zum Lernen gibt, geschweige denn irgendeine Lerninfrastruktur, kann auch Künstliche Intelligenz Bildung nicht mehr retten. Allerdings erhofft man sich international große Bildungserfolge durch den Einsatz von KI, wenn denn zumindest mal die technische Infrastruktur dafür da ist. Daher stand das Jahr 2023 bei mir und für meinen Bereich Bildung Weltweit ganz unter dem Thema Künstliche Intelligenz. Es hat diesmal länger gedauert, bis ich mich halbwegs eingelesen hatte in das Thema. Auch habe ich zum ersten Mal für ein Thema diverse Kurse und Weiterbildungen besucht, weil das Thema nicht nur für die Bildung in Zukunft omnipräsent sein wird, sondern auch, weil es die Arbeit hier bei uns im Deutschen Bildungsserver grundlegend verändern könnte. Trotz der ganzen Kurse und Weiterbildungen habe ich das Gefühl, das Thema ist immer noch schwer zu greifen, auch weil man unter Künstlicher Intelligenz so unglaublich verschiedene Dinge verstehen kann und sie auch für die Bildung ganz unterschiedlich eingesetzt werden kann. Und nicht zuletzt gibt es natürlich auch viele Bedenken und Warnungen vor dem Einsatz von KI gerade in der Bildung, und vor dem Glauben, KI sei nun das Allheilmittel für alle Bildungsprobleme der Welt.

                  Nach diesen ganzen eher negativen oder zumindest kritischen Bildungsthemen möchte ich dennoch noch einen positiven Ausblick auf das Jahr 2024 wagen. Gerade hat nämlich die Plattform T4 Education ihre alljährlichen internationalen Preise für die besten Schulen weltweit vergeben. Und in der Kategorie „Widrigkeiten überwinden“ (auf Englisch nennt sie sich „Overcoming Adversities“) hat die Max-Rayne-Hand-in-Hand-Schule in Jerusalem den diesjährigen Preis gewonnen. Sie gilt als die einzige zweisprachige, integrierte jüdisch-arabische Primar- und Sekundarschule in Israel. Dieses Beispiel, das bestimmt viel Aufmerksamtkeit durch den Preis erlangen wird, lässt hoffen, dass irgendwann eine neue Generation heranwächst, die eine friedvollere Zukunft für den Nahen Osten und für die ganze Welt gestalten kann. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, liebe Zuhörer, friedliche Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr 2024.

                  Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Nadia Cohen für Deutscher Bildungsserver

                  5 min
                • Jahresrückblick 2023 – Sozialpädagogik und Soziale Arbeit
                  Zwei Comic-Empfehlungen für die Jugendarbeit

                  Podcast zum Jahreswechsel 2023/2024 (4/6)

                  Künstliche Intelligenz und Nahostkonflikt, das sind die Themen, die Andrea Völkerling, Redakteurin für Elementarbildung und Sozialpädagogik/Soziale Arbeit, für ihren Jahresrückblick ausgewählt hat. Bei ihrer Arbeit zu diesen beiden neuen Dossiers ist sie auf zwei Comics gestoßen, die es ihr angetan haben.

                  Bildungsthema Sozialpädagogik / Soziale Arbeit beim Deutschen Bildungsserver
                  • Künstliche Intelligenz (KI) in der Sozialen Arbeit
                  • Der Nahostkonflikt in der Jugendarbeit
                  • Lesefassung

                    Guten Tag und herzlich willkommen bei „Bildung auf die Ohren“, dem Podcast des Deutschen Bildungsservers. Mein Name ist Andrea Völkerling. Ich bin Redakteurin für die Bildungsbereiche Elementarbildung und Sozialpädagogik/Soziale Arbeit.

                    Anstelle einer klassischen Rückschau möchte ich Ihnen dieses Jahr zwei Comics empfehlen. Und das, obwohl ich bisher gar keine Comicleserin war … Sie waren mir bei den Recherchen für neue Dossiers im Deutschen Bildungsserver aber besonders aufgefallen. Gemeinsam haben die Comics, dass sie beide die Perspektive von Jugendlichen in den Mittelpunkt stellen. Inhaltlich befassen sie sich mit den dominierenden Themen des Jahres 2023: der Künstlichen Intelligenz und dem Nahostkonflikt.

                    „Schokoroboter und Deepfakes“ – so lautet der Titel des Comics zu Künstlicher Intelligenz und zumindest was den Schokoroboter anbetrifft, passt das ja ganz gut in die Weihnachtszeit. Zum Hintergrund: Das Tübinger KI-Zentrum hat im Jahr 2022 Jugendliche zwischen 11 und 19 befragt, was ihre Ideen und Wünsche zu Künstlicher Intelligenz sind. Entstanden ist ein Comic, der die Zukunftsvorstellungen der Generation wiedergibt, für die das Leben mit KI sicher selbstverständlich sein wird.

                    Mit dem Auftauchen von ChatGPT ist das Thema KI nun wohl endgültig in der Gesellschaft angekommen. Auch die Soziale Arbeit ist damit zunehmend befasst. KI verspricht dabei Chancen für etliche Handlungsfelder, wie Kinder- und Jugendhilfe oder Behindertenhilfe, birgt aber auch Risiken. Der Comic-Essay macht deutlich, dass Jugendliche selbst sowohl die Vorteile (ein Schokoroboter wird gewünscht) als auch Herausforderungen wie Deepfakes und Desinformation sehen. Mit informativem Hintergrundwissen flankiert, eignet sich der Comic sowohl für Erwachsene, die sich für die Sichtweise von jungen Menschen auf die Zukunft interessieren, als auch für die pädagogische Praxis – denn mit dem Comic kann KI auf unterhaltsame Weise thematisiert werden.

                    Überwiegend aus der Perspektive von Jugendlichen ist der zweite Comic geschrieben und gezeichnet: „Mehr als 2 Seiten“ heißt er. Er entstand bereits 2020, ist nun aber durch die schrecklichen Ereignisse in Nahost in diesem Jahr aktueller denn je. Die – wie ich finde, zurecht – mehrfach ausgezeichnete graphische Erzählung basiert auf einer Projektfahrt nach Israel und in die palästinensischen Gebiete, die eine Gruppe von Schüler*innen des Campus Rütli in Berlin-Neukölln im Jahre 2019 unternommen hatte. Der Comic nimmt einen mit auf die Reise der Jugendlichen verschiedenster familiärer und kultureller Herkunft: Sie besuchen den Tempelberg in Jerusalem, Bethlehem im palästinensischen Gebiet, ein arabisches Dorf in Israel, die Gedenkstätte Yad Vashem für die Opfer der Shoah und eine Schule bei Tel Aviv. Sie kommen dabei sowohl mit Israelis als auch mit Palästinenser*innen ins Gespräch. Sie finden Gemeinsamkeiten und sie entwickeln Verständnis für die verschiedenen Positionen. Auch dieser Comic streut immer wieder Hintergrundinformationen ein – in diesem Fall zu historischen, religiösen und politischen Zusammenhängen des Nahostkonflikts. Zusätzlich werden die Leser*innen zum Nachdenken und Nachforschen angeregt, und dazu, sich in die Jugendlichen hineinzuversetzen, indem beispielsweise einzelne leergebliebene Sprechblasen dazu auffordern, eine bestimmte Perspektive zu übernehmen. Man kann die Reise als Leser*in quasi miterleben und erfährt darüber hinaus einiges über die Hintergründe von Rassismus und Antisemitismus, von Krieg und Flucht. Der Comic macht durch seine einfühlsame Erzählweise und die Erlebnisse der Jugendlichen tatsächlich Mut. Und er bietet die Möglichkeit, dieses hochkomplexe und emotional so aufgeladene Thema mit Schüler*innen oder in der außerschulischen Jugendarbeit niedrigschwellig zu bearbeiten.

                    Vielleicht haben Sie ja Lust, in etwas ruhigeren Stunden, zum Beispiel zwischen den Jahren, sich diese Comics anzuschauen. Sie sind, wie gesagt, auch für Comicbanausen wie mich lesenswert. Beide sind kostenfrei im Internet verfügbar. Auf jeden Fall wünsche ich Ihnen und Euch schon jetzt eine möglichst erholsame Weihnachtszeit und ein gesundes und friedvolles neues Jahr!

                    Die Comics gibt‘s hier:

                    Schokoroboter und Deepfakes. Ein Comic-Essay über Künstliche Intelligenz aus der Perspektive von Jugendlichen: https://www.bildungsserver.de/onlineressource.html?onlineressourcen_id=64760

                    Mehr als zwei Seiten. Ein Comic über eine Reise von Neukölln nach Israel und in die Palästinensischen Gebiete: https://www.bildungsserver.de/onlineressource.html?onlineressourcen_id=64675

                    Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Andrea Völkerling für Deutscher Bildungsserver

                    5 min
                  • Jahresrückblick 2023 – Hochschulbildung
                    Rückblick 2023: Nicht nur eine Frage der Zeit – WissZeitVG und Fachkräftemangel

                    Podcast zum Jahreswechsel 2023/2024 (3/6)

                    Renate Tilgner, beim Deutschen Bildungsserver für die Bildungsbereiche Hochschule und Berufsbildung zuständig, widmet ihren Jahresrückblick dem Wissenschaftszeitsvertragsgesetz (WissZeitVG ) – es sollte dieses Jahr eigentlich reformiert werden. Was aus dem im März präsentierten Entwurf geworden ist und wie es damit weitergehen könnte, erläutert sie in dieser Folge unseres Jahresendpodcasts.

                    Verwendete Informationen und weiterführende Links
                    • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF): Zur Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes
                    • Portal academics: Zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz
                    • Wiarda-Blog vom 23.11.2023: Ein bisschen Staub aufwirbeln: Wissenschaftszeitvertragsgesetz
                    • Forschung & Lehre vom 29.11.2023: Absage für bundeseinheitliche Höchstgrenze bei Befristungen
                    • Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG): geplante Reform mit weiterem Überarbeitungsbedarf?
                    • Rechtliches für den wissenschaftlichen Nachwuchs
                    • Lesefassung

                      „Guten Tag und herzlich willkommen bei Bildung auf die Ohren, dem Podcast des Deutschen Bildungsservers. Mein Name ist Renate Tilgner und ich bin beim Deutschen Bildungsserver als Redakteurin für die Bereiche der Berufsbildung und Hochschulbildung zuständig.“  

                      Das Jahr neigt sich dem Ende zu und wenn der Blick zurück geht, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass manche Änderungen nur schwerlich vonstatten gehen. Krisen verschärfen sich oder werden durch andere ersetzt, die Aussicht auf das kommende Jahr ähnelt in mancher Hinsicht der auf das vergangene.

                      So etwa das Wissenschaftszeitvertragsgesetz, da hieß es vor einem Jahr: die Reform wird weiter voran getrieben. Das WissZeitVG regelt seit 2007 die Befristung von Arbeitsverträgen für wissenschaftliches und künstlerisches Personal mit akademischer Ausbildung an staatlichen Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die sich vom allgemeinen Arbeitsrecht unterscheidet.

                      Eine Befristungshöchstdauer von zwölf Jahren für Qualifikationsstellen vor und nach der Promotion – mit diversen Sonderregelungen – erwies sich in der Praxis nicht immer als tauglich und bewirkte die Prekarisierung der Arbeitsverhältnisse von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, so die Stimmen der Kritik.

                      Eine Gesetzesnovellierung 2016 und deren Evaluierung 2020 stießen den Entwurf für eine Reform des WissZeitVG an, der im März 2023 veröffentlicht wurde. Vor allem eine geplante Verkürzung der Höchstbefristungsgrenze für Postdocs von sechs auf drei Jahre stieß bei Betroffenen und Verbänden auf scharfe Kritik und bewirkte Protestaktionen.

                      Einzelne Positionen liegen weit auseinander. Eine Anschlusszusage mit Leistungsvereinbarung gleich nach der Promotion und Entfristung bei Erfüllung regte die Initiative Betroffener #IchBinHanna an. Die Bundeskonferenz der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten an Hochschulen (bukof) setzte sich für die Berücksichtigung der Interessen besonders von Frauen und Personen ein, die Betreuungsaufgaben wahrnehmen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte eine sechsjährige Postdoc-Phase mit einer Entfristungszusage nach ein bis zwei Jahren bei Erreichen vereinbarter Ziele. Andere Akteure wünschten mehr Differenzierung, eine grundlegendere Reform der Finanzierungs- und Personalstruktur, in die auch die Länder einbezogen werden müssten.

                      Das BMBF hat im Juni einen Referentenentwurf vorgelegt und einen Stakeholderprozess geführt, die Verbände- und Länderbeteiligung wurde eingeleitet, eine Lösung ist in diesem Jahr nicht in Sicht.

                      Eine auf Anfrage der CDU/CSU-Fraktion für November angesetzte Beratung im Bundestag zum weiteren Vorgehen der Bundesregierung hinsichtlich des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes blieb aus. Medien zufolge teilte das BMBF auf Anfrage mit, dass es auf Bundesebene bei der Novellierung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes (WissZeitVG) keine einheitliche Höchstbefristungsgrenze für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler geben solle, dies sei gegebenenfalls auf Länderebene denkbar. Die Fraktion könne bis spätestens Juni 2024 mit einer Antwort auf ihre Anfrage rechnen.

                      Um die Reform ist es eher still geworden, internationale Krisen und finanzieller Druck machen sich weiterhin bemerkbar. Die verschobene Reform wird voraussichtlich die Arbeitsbedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs nicht verbessern oder einen Beitrag zur Behebung des Fachkräftemangel leisten. Brain Drain war vor einigen Jahren das Schlagwort, als es manche(n) ins Ausland zog. Der Fachkräftemangel soll auch an anderer Stelle bekämpft werden. So wurde gegen Ende des Jahres 2022 die neue Fachkräftestrategie der Bundesregierung beschlossen. Es bleibt abzuwarten, ob der Reformwille erwünschte Resultate zeigt und postulierte Ziele für die kommenden Jahre nicht wiederum allzu bekannt erscheinen.

                      Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Renate Tilgner für Deutscher Bildungsserver

                      5 min
                    • Jahresrückblick 2023 – Leseförderung
                      Ehrenamtliches Vorlesen, Kindercomics und Lektüreempfehlungen

                      Podcast zum Jahreswechsel 2023/2024 (2/6)

                      Carolin Anda, verantwortliche Redakteurin unseres Leseförderportals „Lesen in Deutschland“, hat für ihren Jahresrückblick die bei der IGLU-Studie erfasste abnehmende Lesekompetenz bei Grundschülern zum Anlass genommen aufzuzeigen, wie man Kindern die Freude am Lesen nahebringen kann. Gefragt sind dabei Erwachsene, Erzieherinnen und Erzieher und auch Bibliotheken; sie alle können viel dafür tun, die Lesekompetenzen von Kindern zu verbessern.

                      Empfehlenswerte Links aus  „Lesen in Deutschland“, das Portal zur Leseförderung des Deutschen Bildungsservers
                      • Podcasts zur Leseförderung
                      • Programm „Bücherkoffer“
                      • Dialogisches Vorlesen mit Handpuppe
                      • Inklusive Sprachförderung mit Gebärden-Daumenkinos
                      • #lesen – Jugendliche fürs Lesen begeistern
                      • Medienkompetenz in der Stadtbibliothek vermitteln
                      • boys & books – Empfehlungen zur Leseförderung von Jungen
                      • Lesefassung

                        Guten Tag zu einer neuen Folge „Bildung auf die Ohren“, dem Podcast des Deutschen Bildungsservers. Mein Name ist Carolin Anda und ich bin Redakteurin für „Lesen in Deutschland“.

                        2023 – ein ergebnisreiches Jahr für die Lesekompetenz, die allerdings sowohl nach den Befunden der IGLU Studie bei Grundschüler*innen als auch laut des IQB Bildungstrends bei Neuntklässler*innen abnahm. Ähnlich zeigt es der Vorlesemonitor der Stiftung Lesen: Eltern lesen ihren Kindern immer weniger vor, sodass wichtige Impulse für den Sprach- und Leseerwerb verlorengehen. Wieder einmal Alarmsignale genug für die Forderung, die Leseförderung systematisch und nachhaltig von der frühen Kindheit bis ins junge Erwachsenenalter zu gestalten.

                        Aber: Ich möchte mit den negativen Nachrichten beginnen, um im Folgenden viel lieber darauf zurückblicken, wovon die Leseförderung zukünftig profitieren kann und wie vielfältig sie in vielen Projekten schon gestaltet wird. Meine diesjährigen Interviewpartner*innen haben nämlich aus ihren Erfahrungen und Expertisen geschöpft und über spannende Themen berichtet.

                        Comics gehörten 2023 auf jeden Fall zu einer der wichtigen Literaturgattungen. Zu Jahresbeginn sprach ich mit Yippie-Kindercomicfestival-Macher Jakob Hofmann über die bunte Welt der Kindercomics. Es folgte ein Podcast-Interview mit Comicillustrator und Herausgeber des Kindercomic-Magazins Polle Ferdinand Lutz. Neben seinen Lieblingsmethoden zu Vermittlung von Comics, haben wir auch über seinem Siegertitelwunsch für den Jugendliteraturpreis gesprochen. Tada, der ging dann auch in Erfüllung als Tanja Eschs Kindercomic „Boris, Babette und lauter Skelette“ der Gewinnertitel in der Kategorie Kinderbuch wurde. Auch der Lesekompass der auf der Leipziger Buchmesse bekannt gegeben wurde, widmete sich Comics und ist gespickt mit kreativen Arbeitsmaterialien für den Unterricht. Wieso sich Comics auch besonders gut als Erstleselektüre eignen, erfuhr ich dann von Martina Streble vom Verlag edition helden.
                        Gerade für unsichere Leser*innen lassen sich Comics sehr gut bewältigen und was fühlt sich besser an, als das erste Buch selbstständig gelesen zu haben.

                        Elternarbeit gehörte auch zu den Themen, die 2023 prägten. Eltern haben beim Lesen eine Vorbildfunktion, doch viele lesen ihren Kindern nicht vor. Dies liegt auch daran, dass viele Erwachsene selbst eine schlechte Lesesozialisation erfahren, Unsicherheiten und kein Interesse an Büchern vorherrscht. Mehrsprachige Bücher, wie im Bücherkofferprogramm von coach at school, und freies Erzählen können hier eine gute Brücke sein, um Familien die Freude am gemeinsamen Erzählen und Bücheranschauen zu wecken. Ein Austausch auf Augenhöhe und Elterninformationen in verschiedenen Familiensprachen nehmen Ängste und erleichtern den Dialog zwischen Schule, Kita und Familien.

                        Ehrenamtliche Vorleser*innen, wie z.B. unsere Leserin Annette Haupt, greifen sogar zu ganz besonders kreativen Methoden: Mit ihrer Handpuppe, dem Papagei Edgar, weckt sie Lesefreude und schafft genau das, was Autor und Lesetheatermacher Rolf Barth auch als einen wichtigen Faktor beim Vorlesen herausstellte: „Mit den Kindern ins Gespräch kommen.“ Impulse der Kinder aufzugreifen und diese in der Vorlesesituation zu nutzen. Zuhören und Bewegen können auch genutzt werden. Geräusche mit den Kindern imitieren, einzelne Wörter nachstellen oder Bewegungen der Figuren in der Geschichte nachempfinden. Probieren Sie es gerne selbst bei der nächsten Vorlesestunde aus.

                        Bewegung ist auch in der inklusiven Leseförderung wichtig. So verbinden die Gebärdensprach-Daumenkinos von talking hands Gebärden der deutschen Gebärdensprache mit Wörtern und Gegenständen in der Kita. Auch hier zeigt sich, dass der spielerische Aspekt den Kindern Freude bringt und Begriffe sich durch die Gebärden schneller einprägen. Auch die APP LitSpatz der Uni Bamberg setzt bei der Bewegung an. Ein literarischer Stadtspaziergang mit Leserally und Hörgeschichten verbindet darin den urbanen Raum mit dem Leseverstehen und der Lesekompetenz der Kinder.

                        Nach dem IQB Bildungstrend drängte sich die Frage auf: Wie Jugendliche zum Lesen animiert werden können. Frau Bauer von der Akademie für Leseförderung Hannover berichtete, dass die Kombination von anregendem Lesestoff, die Mischung aus analogen und digitalen Formaten wie Booktok und der Einbezug von außerschulischen Lernorten eine gute Basis sein können. Bibliotheken, wie z.B. das Biblab der Stadtbibliothek Heidelberg, das ein umfangreiches Workshopangebot zu Gaming, Coding und Fake News anbietet, aber auch Ganztagseinrichtungen und Horte, wie es im Projekt Leseoasen von Save the children deutlich wird, tragen einen wichtigen Bestandteil zur Leseförderung bei. Losgelöst von Noten und Klassenräumen können dort nämlich Alltagsthemen partizipativ thematisiert und individuelle Interessen besser bedient werden. So bekommen dann auch leseferne Jugendliche einen Zugang zum Lesen. Falls Sie noch eine Leseempfehlung suchen, die sich für ältere Kinder und Jugendliche eignet, schauen Sie gerne beim Projekt „boys and books“ vorbei. Da finden Sie eine vielfältige Auswahl an Lesestoff, der von Schüler*innen selbst mitausgewählt wurde. Und was liest sich besser als das, was die eigene Peergroup als gut befunden hat?

                        Ich freue mich auf ein neues Lesejahr und wünsche Ihnen einen guten Start für 2024.

                        Dieser Podcast steht unter der CC BY 4.0-Lizenz. Der Name des Urhebers soll bei einer Weiterverwendung wie folgt genannt werden: Carolin Anda für Deutscher Bildungsserver

                        6 min

                      About Bildung auf die Ohren

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